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	<title>die ennomane &#187; Politik</title>
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		<title>Mit #Drosselkom sind Adblocker Notwehr</title>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 17:10:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Adblocker]]></category>

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		<description><![CDATA[tl;dr: Ein paar gro&#223;e Online-Zeitungen zeigen gerade eine Einblendung, wenn jemand Adblocker benutzt. Ich glaube nicht, dass es schlau ist. Vorweg: Inhalte fabrizieren kostet Geld und Journalisten m&#252;ssen von ihrer Arbeit leben k&#246;nnen. Ich bin kein Freund von Adblockern und benutze sie nicht &#8211; ich habe lediglich einen Flashblocker im Browser, weil ich animierte Flash-Werbung [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>tl;dr:</strong><em> Ein paar gro&#223;e Online-Zeitungen zeigen gerade eine Einblendung, wenn jemand Adblocker benutzt. Ich glaube nicht, dass es schlau ist.</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-6080" alt="adblocker" src="http://www.ennomane.de/wp-content/adblocker.jpg" width="480" height="480" /></p>
<p>Vorweg: Inhalte fabrizieren kostet Geld und Journalisten m&#252;ssen von ihrer Arbeit leben k&#246;nnen. Ich bin kein Freund von Adblockern und benutze sie nicht &#8211; ich habe lediglich einen Flashblocker im Browser, weil ich animierte Flash-Werbung &#8211; gar noch mit Sound &#8211; &#252;bergriffig finde. Und Seiten mit Layer-Ads klicke ich im Normalfall einfach weg, denke aber &#252;ber ein PlugIn nach, das solche Webseiten in eine Blacklist schreibt und sie anhand des URL im Browser blockiert. Ich g&#246;nne denen schlicht den View in der Statistik nicht.</p>
<p>Adblocker schaden im allgemeinen viel weniger, als man so denkt. Wer einen benutzt, will den Schei&#223; n&#228;mlich nicht sehen und der intelligente Werber freut sich, wenn Adblocker die Streuverluste minimieren. Das funktioniert nur, solange Adblocker nur von einer Minderheit genutzt werden. Die aktuelle Kampagne gegen Adblocker ist da wohl eher kontraproduktiv. Viele Leute werden ja mit der Nase drauf gesto&#223;en: <em>Oh, ich kann die Werbung auch ausschalten? Wie praktisch!</em></p>
<p>Ein anderes Problem: Bald sind Adblocker schlicht Notwehr. Die Drosselpl&#228;ne der Telekom bedeuten n&#228;mlich, dass mir durch die &#220;bertragung von Werbung k&#252;nftig zus&#228;tzliche Kosten entstehen. Und wer will schon f&#252;r die Werbung bezahlen, die ungefragt eingeblendet wird? Die Zeitungen, die jetzt eine Kampagne gegen Adblocker fahren, sollten also besser dabei mithelfen, der Telekom zu sagen, dass sie das Drosseln bleiben lassen soll.</p>
<p>Dabei g&#228;be es einen IMHO schlaueren Weg, mit Adblockern umzugehen. Wir alle kennen (und hassen) Paywalls &#8211; nicht weil die Artikel Geld kosten, was legitim ist, sondern weil sie den freien Informationsaustausch behindern. Warum aber nicht bei Leuten mit Adblockern nur den ersten Absatz eines Artikels anzeigen? Bei &#8220;Weiterlesen&#8221; steht dann da: Willste weiterlesen, mach deinen Adblocker aus. Muss man dann ja nicht global tun. Und zugleich schauen die Medienh&#228;user darauf, dass die eingeblendete Werbung moderat bleibt. Und unser Netz neutral. Fairer Deal, oder?</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=6074&amp;md5=05e0862e166764c818836edf53b1107a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>#Drosselkom oder: Wie der Telekom Inklusion und Barrierefreiheit schei&#223;egal sein m&#252;ssen</title>
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		<pubDate>Sat, 11 May 2013 13:09:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[#Drosselkom]]></category>

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		<description><![CDATA[tl;dr: Die Drosselungspl&#228;ne der Telekom machen Behinderten das Leben schwer. Gestern habe ich  mir den Stream zum Bundesparteitag der Piraten angeschaut. Sowas l&#228;uft auf keinem TV-Sender und interessiert mich weiterhin sehr. Irgendwann gegen Ende kam die Durchsage, dass der Stream mittlerweile ein Datenvolumen von 75 Gigabyte erreicht habe &#8211; laut aktuellen Pl&#228;nen der Telekom h&#228;tte [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>tl;dr:</strong> <em>Die Drosselungspl&#228;ne der Telekom machen Behinderten das Leben schwer.</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-6059" alt="stream" src="http://www.ennomane.de/wp-content/stream.png" width="480" height="475" /></p>
<p>Gestern habe ich  mir den <a href="http://stream.piraten-bpt.de/">Stream zum Bundesparteitag der Piraten</a> angeschaut. Sowas l&#228;uft auf keinem TV-Sender und interessiert mich <a href="http://www.ennomane.de/2013/04/13/mein-austritt-aus-der-piratenpartei-ich-schulde-euch-noch-einen-blogpost/">weiterhin</a> sehr. Irgendwann gegen Ende kam die Durchsage, dass der Stream mittlerweile ein Datenvolumen von 75 Gigabyte erreicht habe &#8211; laut aktuellen Pl&#228;nen der Telekom h&#228;tte ich also ab da den Stream nicht weiter verfolgen k&#246;nnen. Das ist durchaus kein Luxusproblem.</p>
<p>F&#252;r geh&#246;rlose und schwerh&#246;rige Menschen ist es n&#228;mlich wesentlich einfacher, das Geschehen zu verfolgen, wenn nicht nur Ton sondern auch ein Bild vorhanden ist. Das gilt besonders, wenn Geb&#228;rdensprachedolmetscher eingeblendet werden. Die sind bei einem 160-Pixel-Stream im Briefmarkenformat, der auch angeboten wurde, v&#246;llig witzlos. Nur weil ich meinen H&#246;rschaden mit Hilfe des Cochlea-Implantates ganz gut <a href="http://www.ennomane.de/das-elektrische-ohr/">reparieren</a> konnte, hei&#223;t das noch lange nicht, dass dies f&#252;r alle Geh&#246;rlosen eine L&#246;sung sei &#8211; schon aus medizinischen Gr&#252;nden nicht, v&#246;llig unabh&#228;ngig von der Frage, ob ein Mensch &#252;berhaupt ein Implantat eingepflanzt bekommen m&#246;chte.</p>
<p>Und es geht ja bei weitem nicht nur um Geh&#246;rlose, sondern &#252;berhaupt um alle Behinderten, f&#252;r die eine Reise nach Neumarkt teurer und schwierig und teuer ist &#8211; &#252;bernachtet mal als Rollifahrer in einer Turnhalle mit hunderten anderer Schlafsacktouristen, nachdem ihr versucht habt, in einem v&#246;llig &#252;berf&#252;llten ICE unterzukommen. Was sollen solche Menschen tun? Hoffen, dass so ein Parteitag einer Kleinpartei bei T-Entertain &#252;bertragen wird? Und denkt mal aus der Gruppe der Behinderten raus an alle Menschen, die aus welchen Gr&#252;nden auch immer nicht anreisen k&#246;nnen. Familien mit Kindern, Alg2-Bezieher, whatever.</p>
<p>Mich &#228;rgert das ma&#223;los, weil ich noch sehr gut wei&#223;, damals in den 90ern, als das Internet mir damals an Taubheit grenzend Schwerh&#246;rigem einen neuen Lebensraum er&#246;ffnete, der mir gesellschaftliche Teilhabe erm&#246;glichte und mein soziales Umfeld &#8211; durch eine <em>Kommunikationsbehinderung</em> stark eingeschr&#228;nkt &#8211; traumhaft erweiterte. Gerade das machte mich zum Netzbewohner.</p>
<p>Die Drosselungspl&#228;ne sind nichts weiter als eine massive und vollkommen unn&#246;tige Einschr&#228;nkung von Inklusion und Barrierefreiheit in Deutschland und gerade zu ein Schlag ins Gesicht aller Menschen, die durch das Internet ein kleines Bisschen weniger abgeh&#228;ngt sind.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=6057&amp;md5=1fe97652c0d8f821c5e9b77189a877c3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Piratentrolle, die Bullshit &#252;ber mich verbreiten &#8211; ein Dementi</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2013/05/06/piratentrolle-die-bullshit-uber-mich-verbreiten-ein-dementi/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 May 2013 01:45:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[SMV]]></category>
		<category><![CDATA[Trolle]]></category>

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		<description><![CDATA[tl;dr: Verschw&#246;rungstheoretiker verbreiten, ich sei trotz meines Austritts aus der Piratenpartei hinter den Kulissen weiter aktiv, vor allem was die SMV betrifft, und unterstellen gar, Texte anderer Leute seien von mir. Das entspricht nicht der Wahrheit. Man k&#246;nnte ja meinen, mit meinem Austritt aus der Piratenpartei sei Ruhe im Karton. So ganz funktioniert das nicht, weil [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>tl;dr:</strong> <em>Verschw&#246;rungstheoretiker verbreiten, ich sei trotz meines Austritts aus der Piratenpartei hinter den Kulissen weiter aktiv, vor allem was die SMV betrifft, <em>und unterstellen gar, Texte anderer Leute seien von mir</em>. Das entspricht nicht der Wahrheit.<br />
</em></p>
<p><a href="http://www.ennomane.de/wp-content/Troll_crossed_out.png"><img class="alignnone size-full wp-image-6034" alt="Troll_crossed_out" src="http://www.ennomane.de/wp-content/Troll_crossed_out.png" width="400" height="400" /></a></p>
<p>Man k&#246;nnte ja meinen, mit meinem Austritt aus der Piratenpartei sei Ruhe im Karton. So ganz funktioniert das nicht, weil meine Person offenbar zu einer fixen Idee mancher merkbefreiter Verschw&#246;rungstheoretiker in der Piratenpartei geworden ist, die wohl glauben, ich w&#252;rde hinter den Kulissen irgendwelchen sinistren Machenschaften nachgehen. So zum Beispiel der Pirat Edmund Piper aus der Konrad-Zuse-Crew: Seit Monaten beschimpft er mich auf durchaus justiziable Weise auf verschiedenen Mailinglisten der Partei. Dass er das ohne Konsequenzen tun kann, war einer meiner Gr&#252;nde, die Partei zu verlassen.</p>
<p>J&#252;ngstes Beispiel sind &#196;u&#223;erungen, in denen er suggeriert, ich sei trotz meines Austrittes nicht wirklich weg (was immer das hei&#223;en mag) und w&#252;rde mich als Ghostwriter f&#252;r <a href="http://ennolenze.de/warum-die-piratenpartei-eine-standige-mitgliederversammlung-braucht/1098/">Enno Lenze</a> und <a href="http://dathe.wordpress.com/2013/05/01/keine-veranderung-ohne-entscheidungen/">Katja Dathe</a> bet&#228;tigen, die beide f&#252;r mehr Mitbestimmung und die Einf&#252;hrung einer internetbasierten Abstimmungplattform (&#8220;St&#228;ndige Mitgliederversammlung, SMV&#8221;) k&#228;mpfen. Als ob die einen Ghostwriter n&#246;tig h&#228;tten: Die k&#246;nnen beide hervorragend selber schreiben.</p>
<p>Mir widerstrebt es, einem Troll wie Edmund Piper, dessen Lieblingsbesch&#228;ftigung darin besteht, das Klima zu vergiften, wo immer er auftaucht, &#252;berhaupt weiter Aufmerksamkeit zu schenken &#8211; es ist aber leider n&#246;tig, da seine &#196;u&#223;erungen nicht nur f&#252;r mich ehrabschneidend sind, sondern auch f&#252;r andere Personen wie Katja Dathe, Enno Lenze oder all die  jetzt nicht genannten Personen, die an der SMV arbeiten, zumal in den Antr&#228;gen zum Bundesparteitag und Begleittexten sehr viel Arbeit und Hirnschmalz steckt.</p>
<p>Das Beispiel zeigt, wie dummdreist l&#252;gende Verschw&#246;rungstheoretiker gequirlten Bullshit verbreiten und mit unlauteren Mitteln versuchen, Stimmung zu machen. An dieser Stelle nochmal in aller Klarheit: Ich habe s&#228;mtliche T&#228;tigkeiten in der Piratenpartei mit meinem Austritt eingestellt. Au&#223;erdem habe ich mich <a href="http://www.ennomane.de/2013/03/08/vor-der-smvcon/">seit der &#8220;SMVcon&#8221;</a> nicht mehr um das Thema SMV gek&#252;mmert. Keiner der Antr&#228;ge f&#252;r den Bundesparteitag stammt von mir, sondern von den jeweiligen Antragstellern. Dasselbe gilt f&#252;r diverse Ver&#246;ffentlichungen und Blogposts.</p>
<p>Ich kann der Piratenpartei nur w&#252;nschen, dass sie das mit der SMV auf die Reihe kriegt und sich dabei von Trollen wie Edmund Piper nicht beirren l&#228;sst, aber das ist jetzt nicht mehr meine Suppensch&#252;ssel.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=6033&amp;md5=b0a7dd947a7feac19420fd811d4bd83c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Telekom enteignen</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2013/04/24/telekom-enteignen/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 17:15:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[tldr: Eine trotz des Titels durchaus differenzierte Betrachtung &#252;ber die Abschaffung der Flatrate und die Traffic-Drossel bei der Telekom Die Telekom hat angek&#252;ndigt, bei Neukunden ungef&#228;hr ab dem Jahr 2016 die Bandbreite zu drosseln, wenn Kunden ein bestimmtes Datenvolumen &#252;berschreiten. Seitdem steht das Netz Kopf und sogar die Bundesregierung hat sich in dieser Frage eingeschaltet. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-5971" alt="telekomenteignen" src="http://www.ennomane.de/wp-content/telekomenteignen.jpg" width="480" height="482" /></p>
<p><strong>tldr: Eine trotz des Titels durchaus differenzierte Betrachtung &#252;ber die Abschaffung der Flatrate und die Traffic-Drossel bei der Telekom</strong></p>
<p>Die Telekom hat angek&#252;ndigt, bei Neukunden ungef&#228;hr ab dem Jahr 2016 die Bandbreite zu drosseln, wenn Kunden ein bestimmtes Datenvolumen &#252;berschreiten. Seitdem steht das Netz Kopf und sogar die <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/flatrate-plaene-der-telekom-bundesregierung-kritisiert-internet-bremse-a-896215.html">Bundesregierung hat sich in dieser Frage eingeschaltet</a>. Aber es gibt auf <a href="http://tarzun.de/archives/573-Drosselbande.html">weniger aufgeregte Stimmen</a>. Alles Hysterie?</p>
<p>Abrechnung nach Volumen w&#252;rde die Anbieter sogar antreiben, die Netze wieder weiter auszubauen, so eine <a href="http://www.hase.net/blog/haseblog/hases_blog/Eintrage/2013/4/23_Flatrate__Der_Tod_des_Dienstes.html">These</a>. Ein wenig ist das wie mit Strom-, Gas- und Wasseranbietern. Im Haus misst eine Uhr den Verbrauch, gezahlt wird nach Verbrauch, den jeder Nutzer ganz gut einsch&#228;tzen kann. Wer nicht gerade seine private Hanfzucht im Keller mit 25.000 Lumen beleuchtet, wird nicht viel zu bef&#252;rchten haben. Die &#8220;Bild&#8221; kann einmal im Jahr neben steigenden Sprit-, Gas-, Wasser- und Strom-Preisen auch noch &#252;ber gestiegene (oder gesunkene) Internet-Preise berichten.</p>
<p>Ist dem wirklich so? Auch wenn nicht alles, was hinkt, ein Vergleich ist, finde ich die klassische Auto-Metapher viel passender: Man stelle sich eine Stra&#223;e vor, auf der nach 75 gefahrenen Kilometern statt 100 km/h nur noch 2,34 km/h gefahren werden kann. Das Internet von dieser Seite zu betrachten, ist gar nicht so absurd, wie es auf den ersten Blick wirkt. Bei Strom, Gas und Wasser verbrauchen wir einen konkreten Rohstoff und dieser Verbrauch hat einen Preis. Im Internet verbrauchen wir keine Ressourcen, wir nutzen nur Leitungen, wie wir Stra&#223;en nutzen. Nur so konnte sich im Netz eine Kultur herausbilden, in der wir ohne Sorge vor Engp&#228;ssen die Cloud nutzen oder Videos anschauen k&#246;nnen. Drosseln wir den Traffic begr&#252;nden wir eine Mangelkultur der Traffic-Sparsamkeit, d&#252;rfte das die deutsche Internetwirtschaft noch weiter zur&#252;ckwerfen als sowieso schon.</p>
<p><strong>Vorratsdatenspeicherung</strong></p>
<p>Aber auch wenn man das anders sieht als ich, bleiben gewaltige Nachteile. Eine Drosselung des Traffics bedeutet auch, dass der Traffic kontrolliert werden muss. Die Telekom muss schlie&#223;lich Rechnungen schreiben und ggf. auch beweisen, dass ein Teilnehmer zuviel Traffic verbraucht hat. Die gerade erst &#252;berwunden geglaubte <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/">Vorratsdatenspeicherung</a> m&#252;sste durch die Hintert&#252;r wieder eingef&#252;hrt werden einschlie&#223;lich aller damit einhergehenden Probleme was staatliche &#220;berwachung und das Abmahnunwesen betrifft (und es gibt sicherlich etliche <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Uhl-plaediert-nach-Bostoner-Anschlag-fuer-Vorratsdatenspeicherung-1843288.html">Politiker</a>, denen das durchaus passen w&#252;rde.)</p>
<p><strong>Netzneutralit&#228;t</strong></p>
<p>&#196;hnlich schwer wiegt der Eingriff in die &#8211; sorry, sperriges Wort - Netzneutralit&#228;t. Warum das ein Problem ist: Die Telekom bietet mit &#8220;Entertain&#8221; Fernsehen &#252;ber das Internet an. Dieser Traffic wird nicht mit auf das verbrauchte Datenvolumen angerechnet und funktioniert auch nach Drosselung mit voller Bandbreite. Dummerweise enth&#228;lt das Angebot einen Video-on-Demand-Dienst. Alle anderen Video-on-Demand-Dienste haben jetzt ein Problem. Wenn ich als Telekom-Kunde n&#228;mlich einen Film aus Apple iTunes, Amazon Lovefilm oder Maxdome von ProSiebenSat.1 ansehen will, kostet mich das meinen Inklusiv-Traffic. Die Telekom verschafft also seinem hauseigenen Dienst einen unlauteren Wettbewerbsvorteil. Auf die Dauer wird das dazu f&#252;hren, dass nur noch gro&#223;e Konzerne mit eigenen Leitungen oder viel Geld in der Lage sein werden, trafficlastige Anwendungen anzubieten.</p>
<p>Netzneutralit&#228;t bedeutet im Endeffekt nur: Jeder kann im Netz gleicherma&#223;en publizieren und Dienste anbieten, und das ist geil. Deshalb steckt auch hinter &#8220;<a href="http://www.christopherlauer.de/2013/04/22/telewahn/">Telekom enteignen</a>&#8221; mehr als platter Populismus. Bis auf kleine Ausnahmen bei den Kabelnetzen und einigen Stadtnetzen besitzt die Telekom die einst aus Steuergeldern mitfinanzierten Leitungen, auf denen sie dieselben Dienstleitungen anbietet wie ihre Konkurrenten, die keine eigenen Leitungen haben. Die einzig sinnvolle M&#246;glichkeit, hier einen echten Markt mit Wahlm&#246;glichkeit f&#252;r die Endkunden zu schaffen, w&#228;re eine vollst&#228;ndige Trennung von Netz und Diensten/Inhalten. Das Problem steckt weniger in der Drossel als in der Verquickung dieser beiden Gesch&#228;ftsbereiche. Nat&#252;rlich m&#246;chte ich den Fehler vermeiden, einen neuen staatlichen oder privaten Netzmonopolisten zu schaffen: Das Netz sollte meiner Meinung nach in mehrere Teilnetze zerlegt werden, die genossenschaftlich organisiert werden k&#246;nnten und miteinander kooperieren sollten. Gleichzeitig ist es hier Aufgabe der Regierung und Parlamente, f&#252;r Rahmenrichtlinien zu sorgen wie zum Beispiel Ausbauziele im l&#228;ndlichen Raum, die dann auch in Kooperation mit Initiativen wie <a href="http://start.freifunk.net/">Freifunk</a> umgesetzt werden k&#246;nnten.</p>
<p><strong>Und nun?</strong></p>
<p>Bleibt die Frage, was schneller passiert: Dass die Telekom ihre Pl&#228;ne durchf&#252;hrt und damit eine Kettenreaktion auch bei den anderen Providern ausl&#246;st, an deren Ende die Netzneutralit&#228;t gro&#223;fl&#228;chig verloren geht, oder dass die Netzneutralit&#228;t in Deutschland gesetzlich verankert wird. Vielleicht findet sich ja die eine oder andere <a href="http://netzpolitik.org/2011/netzpolitik-im-parteiprogramm-von-die-linke/">Partei, die das fordert</a>. Die Bundesregierung beschr&#228;nkt sich derzeit auf Drohungen an die Telekom, allerdings ist das Machtverh&#228;ltnis wohl ein anderes: Die Telekom leitet einen guten Teil ihrer Gewinne in den Staatshaushalt. Allein die Behauptung, die Drossel sei n&#246;tig, damit sie auch weiterhin einzahlt, d&#252;rfte gen&#252;gen, um die Regierung von echten Konsequenzen absehen zu lassen. Am Ende wiederholt sich wohl nur, was noch jedem Medium passiert ist: Nach einer anarchistischen Phase in den ersten Jahren und Jahrzehnten begannen Konzerne (und gelegentlich Staaten oder &#246;ffentlich-rechtliche Anstalten) die Kontrolle &#252;ber das Medium zu &#252;bernehmen. Es gibt starke Anzeichen daf&#252;r, dass es dem Internet <a href="http://netzpolitik.org/2012/eisbaren-gegen-lowen-master-switch-von-tim-wu-in-deutscher-ubersetzung-erschienen/">&#228;hnlich ergehen wird</a>.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5970&amp;md5=84436236dc6984a29b29e7c23d151fd8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Mein Austritt aus der Piratenpartei: Ich schulde euch noch einen Blogpost (Update)</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2013/04/13/mein-austritt-aus-der-piratenpartei-ich-schulde-euch-noch-einen-blogpost/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Apr 2013 19:30:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Austritt]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>

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		<description><![CDATA[tl;dr Ich bin aus der Piratenpartei ausgetreten. Am 11. April bin ich nach fast 4 Jahren aus der Piratenpartei ausgetreten, habe zugleich s&#228;mtliche Beauftragungen niedergelegt und werde ab sofort keinerlei T&#228;tigkeiten mehr in oder f&#252;r die Partei wahrnehmen, auch nicht &#252;bergangsweise. Bereits im November 2012 war ich kurz davor auszutreten und habe einen langen, nie ver&#246;ffentlichten [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>tl;dr</strong> Ich bin aus der Piratenpartei ausgetreten.</p>
<p><a href="http://www.ennomane.de/wp-content/austritt.png"><img class="alignnone size-full wp-image-5946" alt="austritt" src="http://www.ennomane.de/wp-content/austritt.png" width="480" height="481" /></a></p>
<p>Am 11. April bin ich nach fast 4 Jahren aus der Piratenpartei ausgetreten, habe zugleich s&#228;mtliche Beauftragungen niedergelegt und werde ab sofort keinerlei T&#228;tigkeiten mehr in oder f&#252;r die Partei wahrnehmen, auch nicht &#252;bergangsweise.</p>
<p>Bereits im November 2012 war ich kurz davor auszutreten und habe einen langen, nie ver&#246;ffentlichten Blogpost dar&#252;ber geschrieben, mit dem ich euch jetzt nicht weiter langweilen will. Viele Vorkommnisse und Entt&#228;uschungen hatten sich zu einem Gebirge aufget&#252;rmt, nicht zuletzt Mobbing und pers&#246;nliche Angriffe gegen meine Person, mit denen ich in der Partei weitgehend alleine gelassen wurde und die keinerlei Konsequenzen f&#252;r die T&#228;ter haben.</p>
<p>Der Anlass f&#252;r meinen Austritt war schlie&#223;lich der Genderfilter im Syncforum. Ich habe mit zwei anderen Mitgliedern zusammen einen Antrag gestellt, diesen zu entfernen, welcher abgelehnt wurde. Die Geschichte ist <a href="http://popcornpiraten.de/bundesschatzmeisterin-lehnt-antrag-auf-entfernung-des-gender-filters-aus-sync-forum-ab/">bei den Popcorn-Piraten nachzulesen</a>. Was ich von diesem Filter halte, habe ich schon <a href="http://www.ennomane.de/2013/04/09/stargate-oder-von-den-nachteilen-der-kommunikation-an-sich/">aufgeschrieben</a>. Eine umfangreichere Betrachtung, der ich vollkommen zustimme, <a href="http://kulturproktologie.de/?p=4393">findet sich in der Kulturproktologie</a>.</p>
<p>Bisher habe ich die Piratenpartei als eine <a href="http://www.ctrl-verlust.net/das-politische-denken-der-piraten/">Partei der &#8220;Plattformneutralit&#228;t&#8221;</a> wahrgenommen, eine Partei zu deren Zielen es geh&#246;rt, jedem ohne Ansehen der Person Zugang zum gesellschaftlichen Leben zu erm&#246;glichen. Es konnte sozusagen jeder Freak sein Ding machen, ohne daf&#252;r angemacht zu werden, solange niemand dadurch beeintr&#228;chtigt wurde. Sehr viele Piraten gehen sogar so weit, wegen dieses Ideals Nazis und Rechtspopulisten in der Partei zu tolerieren.</p>
<p>Dennoch gilt diese Neutralit&#228;t nicht allen gegen&#252;ber &#8211; zum Beispiel nicht Menschen gegen&#252;ber, die gegenderte Sprache benutzen und damit auf ihre Weise versuchen, so etwas wie &#8220;sprachliche Plattformneutralit&#228;t&#8221; herzustellen. Anders gesagt: Feministen werden in der Piratenpartei wesentlich leidenschaftlicher bek&#228;mpft als Nazis. Vorst&#228;nde werfen v&#246;llig ohne pers&#246;nliche Konsequenzen mit W&#246;rtern wie &#8220;Schreihenne&#8221;, &#8220;Feminazi&#8221; oder &#8220;Fotzenknecht&#8221; um sich, die Konferenz &#8220;PiratinnenKon&#8221; hat einen ganzen Schwall frauenfeindlicher Reaktionen der widerw&#228;rtigsten Sorte hervorgerufen und derlei ist in der Partei an der Tagesordnung.</p>
<p>Damit m&#246;chte ich nichts mehr zu tun haben.</p>
<p><strong>Update:</strong> Den Kommentaren ist zu entnehmen, dass ich das ganze nicht gut genug erkl&#228;rt habe. In ihrem Blog <a href="http://dathe.wordpress.com/2013/04/13/admingate/">erkl&#228;rt</a> Katja das Problem nochmal in ganz einfachen und verst&#228;ndlichen Worten.</p>
<p><strong>Update vom 12. Mai 2013:</strong> Krasse Story. Eigentlich war ich wirklich raus. Das Thema, das mich noch besch&#228;ftigte, war die SMV und in welchem Ma&#223;e und wie ich mich weiterhin mit Liquid Democracy besch&#228;ftigen m&#246;chte. In meiner Auszeit &#8211; die mir nach Aussagen von dr&#246;lfzig Leuten gut getan haben muss &#8211; sah ich das Video eines japanischen TV-Senders &#252;ber die Piraten (Link such ich noch raus), das sich stark auf Liquid Democracy bezog und bei einem Gespr&#228;ch mit J&#246;rg Blumtritt kam mir in Erinnerung, wie er von dem gro&#223;en Interesse in den USA berichtete, als der Liquid Feedback dort fortstelle. Das Thema ist gr&#246;&#223;er als die kleine deutsche Piratenpartei, es geht darum, Demokratie zu revolutionieren mit den Mitteln die das Internet zur Verf&#252;gung stellt. Freitag und Samstag sah ich dem Stream mit wachsenden Schmerzen zu. Nachdem auch der Samstag Abend &#228;u&#223;erst entt&#228;uschend verlief, bekam ich mit, dass Leute Fahrgemeinschaften organisieren wollten. Ich kl&#228;rte mit einem Vertreter des LaVo die Formalia und fuhr dann los &#8211; drei Uhr morgens und ins blinde. Ich wusste nicht, wer f&#228;hrt, und ob es &#252;berhaupt noch einen Platz im Auto gab. Den Rest habt ihr heute mitbekommen. Tats&#228;chlich ist die SMV zentral: Mit ihr h&#228;tte ich zum Beispiel den (zwischenzeitlich wieder entfernten) Gender-Filter und viele andere Dinge der Basis zum Entscheid vorlegen und ggf. meine Konsequenzen ziehen k&#246;nnen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die SMV den gekippt h&#228;tte. Nur ein Beispiel. Jetzt bin ich ratlos. Statt SMV-Sushi gibt es eine T&#252;tensuppe in Form der Antr&#228;ge S&#196;A003/X11. Die sind broken by Design. Ich will mich die Tage umschauen, wie die Chancen stehen, den zu fixen und ob es andere Leute gibt, die das wollen. Davon mache ich abh&#228;ngig, ob mein LaVo ein weiteres Austrittschreiben von mir erh&#228;lt.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5944&amp;md5=ed950ea479cede092c7dbf8b70642737" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>#Stargate oder: Von den Nachteilen der Kommunikation an sich</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2013/04/09/stargate-oder-von-den-nachteilen-der-kommunikation-an-sich/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Apr 2013 22:23:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Gender-Gap]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Syncforum]]></category>

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		<description><![CDATA[Kommunikation hat per se den entscheidenden Nachteil, dass den Beteiligten Form oder Inhalt einer Nachricht nicht gefallen k&#246;nnte. Dieses Problem besch&#228;ftigt die Menschheit seit Tausenden von Jahren, wobei L&#246;sungen wie die Ermordung des &#220;berbringers einer Botschaft oder weniger krasse Formen der Zensur verworfen wurden. Um kommunikative Zumutungen auf ein ertr&#228;gliches Ma&#223; zu bringen, werden heute [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ennomane.de/wp-content/BHXKPhdCUAANYtG.png"><img class="alignnone size-full wp-image-5935" alt="BHXKPhdCUAANYtG" src="http://www.ennomane.de/wp-content/BHXKPhdCUAANYtG.png" width="597" height="155" /></a></p>
<p>Kommunikation hat per se den entscheidenden Nachteil, dass den Beteiligten Form oder Inhalt einer Nachricht nicht gefallen k&#246;nnte. Dieses Problem besch&#228;ftigt die Menschheit seit Tausenden von Jahren, wobei L&#246;sungen wie die Ermordung des &#220;berbringers einer Botschaft oder weniger krasse Formen der Zensur verworfen wurden. Um kommunikative Zumutungen auf ein ertr&#228;gliches Ma&#223; zu bringen, werden heute in der Regel Moderatoren eingesetzt, die st&#246;rende Kommunikationsteilnehmer des Forums verweisen.</p>
<p>Ganz gelegentlich kommen auch <a href="http://yuccatree.de/2011/05/internet-zensur-in-der-turkei-138-worter-verboten/">automatische Filter</a> zum Einsatz, die unerw&#252;nschte (Schimpf-)w&#246;rter unterdr&#252;cken oder ersetzen. Diese L&#246;sung ist selten, da sie sich allgemein als funktional unbefriedigend erwiesen hat: Allzu oft entscheidet der Kontext, ob ein Wort wie &#8220;Ficken&#8221; stehen bleiben oder ersetzt werden sollte, allzu leicht ergibt sich eine empfindliche Einschr&#228;nkung der Meinungsreiheit und allzu einfach ist es, solche Filter mit geschickten Formulierungen zu umgehen.</p>
<p>Das hat aber den Entwickler des &#8220;Syncforums&#8221; der Piratenpartei nicht davon abgehalten, einen Filter in die Forensoftware zu implementieren, als er auf ein besonders &#252;bles kommunikatives Problem stie&#223;, das dringenden Handlungsbedarf erforderte, um Schaden von den Forumsteilnehmern abzuwenden. Gefiltert werden allerdings keine Beleidigungen, Pornographie oder Gewaltdarstellungen sondern das so genannte &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Gap_%28Linguistik%29">Gender-Gap</a>&#8220;.</p>
<p>Dieses an sich harmlose Sternchen soll im Gegensatz um Binnenmajuskel (&#8220;ProgrammierInnen&#8221;) anzeigen, dass Programmier*innen nicht nur M&#228;nnlein oder Weiblein sein k&#246;nnen sondern auch irgend etwas dazwischen. Es ist ein Sprachspiel, ein Versuch, Sprache so zu gestalten, dass sie so geschlechtsneutral wie m&#246;glich anwendbar wird. Man kann sich jetzt dar&#252;ber streiten, ob das h&#228;sslich oder kreativ ist.</p>
<p>Wor&#252;ber man sich meiner Meinung nach jedoch kaum streiten kann: Es ist allein und ausschlie&#223;lich Sache des Autors eines Textes, wie dieser sich ausdr&#252;cken m&#246;chte. Einen Filter f&#252;r bestimmte Ausdrucksformen zu installieren, stellt diese Ausdrucksformen mit den eingangs erw&#228;hnten, im Grenzfall filternswerten Beleidigungen, Pornographie und Gewaltdarstellungen auf eine Stufe.</p>
<p>Der Programmierer redet sich mit der Begr&#252;ndung heraus, <a href="http://pirati.ca/display/heluecht/363783">ihn st&#246;re beim Gender-Gap die &#196;sthetik</a>. Ich kann nat&#252;rlich sehr gut verstehen, dass Menschen, die sich t&#228;glich mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Regul%C3%A4rer_Ausdruck">Regular Expressions</a> herumschlagen m&#252;ssen, nach Feierabend mal keine Sternchen mehr sehen wollen. Trotzdem hat es ganz sicher mehr als nur &#228;sthetische Gr&#252;nde, wenn ein Vertreter der Hackerkultur, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leetspeek">Leetspeek</a> hervorgebracht hat, versucht, das Gendersternchen und andere Arten gendergerechter Sprache zu unterdr&#252;cken. Wir sollten jetzt dringend dar&#252;ber nachdenken, welche weiteren Kommunikationsformen aus &#228;sthetischen Gr&#252;nden gefiltert werden m&#252;ssten.</p>
<p>Im M&#228;rz lief dieser Filter weitgehend unbemerkt und filterte die gesamte Kommunikation des Syncforums, also eines gro&#223;en Teils der Mailinglisten der Piratenpartei. Nach entsprechender Kritik wurde der Filter abgeschaltet, ist aber immer noch vorhanden und kann von jedem Mitglied eingeschaltet werden. Der entsprechende Men&#252;punkt lautete &#8220;Sprache normalisieren&#8221;. Maskulisten, Transphobiker und Sprachh&#252;ter wird das sicherlich freuen.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5929&amp;md5=22b84dba66ca10dca4105babb5680cac" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Es hat einen Grund</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2013/03/30/es-hat-einen-grund/</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Mar 2013 21:09:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hirnwindung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe heute einen gro&#223;artigen Text des Postillon zum Karfreitag verbreitet. Ich fand ihn vor allem deswegen so gut, weil er sprachlich exzellent simuliert, wie ein Boulevard-Blatt christliche Riten beschreiben w&#252;rde, wenn es sich wirklich nur um eine obskure Sekte handelte. Zwar kennt meine Leserschaft mich mittlerweile und l&#228;sst sich durch so etwas nicht mehr [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ennomane.de/wp-content/ostereier.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-5920" alt="ostereier" src="http://www.ennomane.de/wp-content/ostereier.jpg" width="480" height="480" /></a></p>
<p>Ich habe heute einen gro&#223;artigen <a href="http://www.der-postillon.com/2013/03/folter-kreuzigung-kannibalismus-gaga.html">Text des Postillon zum Karfreitag</a> verbreitet. Ich fand ihn vor allem deswegen so gut, weil er sprachlich exzellent simuliert, wie ein Boulevard-Blatt christliche Riten beschreiben w&#252;rde, wenn es sich wirklich nur um eine obskure Sekte handelte. Zwar kennt meine Leserschaft mich mittlerweile und l&#228;sst sich durch so etwas nicht mehr trollen, aber trotzdem haben sich nat&#252;rlich ein paar Christen dar&#252;ber beschwert, ob es denn n&#246;tig sei, derlei Geschmacklosigkeiten ausgerechnet am Karfreitag zu ver&#246;ffentlichen und ob man da nicht etwas mehr Respekt zeigen k&#246;nne.</p>
<p>Kurze Antwort: Ja, es ist n&#246;tig. Und: Nein, das Christentum verdient hier keinen Respekt. Bei antiklerikalen Witzen und Texten am besten direkt zu den h&#246;chsten Feiertagen handelt es sich um weitaus mehr als um Klingelstreiche aus Spa&#223; am Trollen. Vielmehr entstehen diese Texte aus reiner Notwehr heraus. Der Kaiser &#8220;Religion&#8221; ist nackt, das kleine Kind hat&#8217;s l&#228;ngst gerufen, aber viele Menschen wollen das einfach nicht sehen. Das ist nicht schlimm. Aber sie verlangen immer noch, ein jeder m&#246;ge ihrem nackten Kaiser die Ehre erweisen. Das ist schlimm. Da hilft dann nur noch: Auslachen.</p>
<p><em>Glaubensfreiheit ist die Freiheit, auch an absurde Dinge glauben zu d&#252;rfen. Meinungsfreiheit ist die Freiheit, diese Dinge trotzdem absurd zu nennen. In diesem Sinne: Sch&#246;ne Ostertage!</em></p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5916&amp;md5=32dd31245ee2595253b9201b5175e254" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Nochmal Autismus</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2013/03/21/nochmal-autismus/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Mar 2013 13:07:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hirnwindung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Autismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Journalisten, bitte denken Sie kurz nach, wenn Sie das Wort &#8220;autistisch&#8221; in Ihrem Text verwenden m&#246;chten. Und dann denken Sie nochmal nach. Autismus ist eine angeborene Wahrnehmungsst&#246;rung, die &#8211; stark vereinfacht &#8211; dazu f&#252;hrt, dass Autisten Schwierigkeiten haben, intuitiv Emotionen aus K&#246;rpersprache, Gesichtsausdr&#252;cken und &#8220;zwischen den Zeilen&#8221; zu lesen. Viele haben au&#223;erdem Probleme mit [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Journalisten,</p>
<p>bitte denken Sie kurz nach, wenn Sie das Wort &#8220;autistisch&#8221; <a href="http://www.zeit.de/2013/12/Harlem-Shake">in Ihrem Text verwenden</a> m&#246;chten. Und dann denken Sie nochmal nach.</p>
<p>Autismus ist eine angeborene Wahrnehmungsst&#246;rung, die &#8211; <a href="http://de.m.wikipedia.org/wiki/Autismus">stark vereinfacht</a> &#8211; dazu f&#252;hrt, dass Autisten Schwierigkeiten haben, intuitiv Emotionen aus K&#246;rpersprache, Gesichtsausdr&#252;cken und &#8220;zwischen den Zeilen&#8221; zu lesen. Viele haben au&#223;erdem Probleme mit der Filterung von Umweltreizen und sind permanenter &#220;berflutung ausgesetzt. F&#252;r Autisten ist es deshalb &#228;u&#223;erst anstrengend, in unserem normalen Alltagsleben zu bestehen, weshalb sie dazu neigen, sich zur&#252;ckzuziehen, was Nicht-Autisten gerne falsch deuten.</p>
<p>Autismus ist <em>keine</em> psychische St&#246;rung. Autisten sind auch <em>keine</em> Psycho- oder Soziopathen. Sie haben die gleichen Gef&#252;hle wie alle anderen auch und sind genauso empathisch wie alle anderen auch.</p>
<p>Autismus hat nicht das geringste mit Egoismus, Egozentrik, Selbstbezogenheit, Ignoranz oder Narzissmus zu tun. Leider wird &#8220;autistisch&#8221; in den meisten F&#228;llen synonym zu genau diesen Begriffen verwendet. Wenn der Begriff &#8220;Autismus&#8221; zur abwertenden Beschreibung mit moralischem Unterton verkommt, ist das verst&#228;ndlicherweise ein Problem f&#252;r Autisten. Deshalb sollten Sie das Wort nur verwenden, wenn Sie wirklich &#252;ber Autismus schreiben wollen.</p>
<p>Es taugt auch nicht zur Metapher, selbst wenn der Autor sie im Sinne seiner Wortbedeutung verstanden wissen m&#246;chte. Sie wird von den allermeisten Lesern falsch verstanden.<br />
In den meisten F&#228;llen ist die metaphorische Verwendung solcher Fremdworte sowieso Kennzeichen von Schwafelei, Wichtigtuerei oder soll verdecken, dass der Autor gar nicht so genau wei&#223;, was er sagen will.</p>
<p>Es ist verst&#228;ndlich, dass Sie nur selten &#252;ber Autismus aufkl&#228;ren k&#246;nnen, da noch viele andere Themen ins Blatt wollen. Sie k&#246;nnen aber dazu beitragen, das Leben von Autisten angenehmer zu gestalten, indem Sie das Wort nur in seiner korrekten Bedeutung verwenden. Ganz nebenbei werden Ihre Texte klarer und verst&#228;ndlicher.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5842&amp;md5=ed05529ea9ef5f0dbdc5c0cba2e2c08c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Vor der SMVcon</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Mar 2013 17:58:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Liquid Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[SMV]]></category>

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		<description><![CDATA[tldr: Die Piratenpartei braucht dringend eine &#8220;st&#228;ndige Mitgliederverammslung&#8221;, die bestimmte Kriterien erf&#252;llt. Und sie braucht sie ASAP. Dieses Wochenende findet in Rostock die SMVcon statt. Auf der Konferenz geht es um die Einrichtung einer &#8220;SMV&#8221; in der Piratenpartei. Das hat nichts mit &#8220;Sch&#252;lermitverwaltung&#8221; zu tun, sondern steht f&#252;r &#8220;st&#228;ndige Mitgliederversammlung&#8221;. Viele glauben ja, in der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>tldr:</strong> <em>Die Piratenpartei braucht dringend eine &#8220;st&#228;ndige Mitgliederverammslung&#8221;, die bestimmte Kriterien erf&#252;llt. Und sie braucht sie ASAP.</em></p>
<p>Dieses Wochenende findet in Rostock die SMVcon statt. Auf der Konferenz geht es um die Einrichtung einer &#8220;SMV&#8221; in der Piratenpartei. Das hat nichts mit &#8220;Sch&#252;lermitverwaltung&#8221; zu tun, sondern steht f&#252;r &#8220;st&#228;ndige Mitgliederversammlung&#8221;. Viele glauben ja, in der Piratenpartei k&#246;nne man heute schon &#252;ber Liquid Feedback alles m&#246;gliche mitbestimmen und beschlie&#223;en. Leider stimmt das nicht so ganz.</p>
<p>Dabei ist die Zeit zum Greifen nahe, in der keine Parteitage mehr ben&#246;tigt werden, um Inhalte zu beschlie&#223;en, wobei dann jeder von &#252;berall immer mitmachen kann. Was f&#252;r Netzbewohner eigentlich selbstverst&#228;ndlich klingt, wird seit Jahren heftig in der Piratenpartei debattiert. Bevor diese Debatte morgen auf der SMVcon gef&#252;hrt wird, habe ich die wichtigsten Modelle und Argumentationslinien aufgeschrieben. (Ich schreibe das aus dem Kopf auf einer Bahnfahrt, weshalb der Text ohne Links auskommt. Ich freue mich, wenn ihr Kommentare, Korrekturen und Links in die Kommentare schreibt.)</p>
<p><strong>SMV und POP</strong></p>
<p>Auf dem letzten Bundesparteitag in Bochum gab es etwa 700 Antr&#228;ge. F&#252;r den n&#228;chsten in Neumarkt werden 500 Antr&#228;ge erwartet. Niemand wei&#223; vorher welche Antr&#228;ge an die Reihe kommen und niemand kann sich auf all diese Antr&#228;ge vorbereiten. Wirklich beschlossen wird nur ein sehr geringer Bruchteil. Diese Situation ist in h&#246;chstem Ma&#223;e unbefriedigend. Andere Parteien haben das &#252;ber Programmkommissionen und Leitantr&#228;ge des Vorstandes gel&#246;st. Da wird dann en block von Delegierten dar&#252;ber abgestimmt, was sich wenige Vordenker ausgedacht haben. Fr&#252;her ging das vielleicht nicht anders, heute haben wir aber das Internet und es gibt keinen Grund, es nicht daf&#252;r zu nutzen, unabh&#228;ngig von Zeit und Ort st&#228;ndig &#252;ber Positionspapiere und Programmantr&#228;ge zu beraten und abzustimmen. Ein System, das das erm&#246;glich, nennen wir &#8220;st&#228;ndige Mitgliederversammlung&#8221; oder auch &#8220;POP&#8221;, was f&#252;r &#8220;permanenter Onlineparteitag&#8221; steht.</p>
<p><strong>Liquid Democracy vs. direkte Demokratie</strong></p>
<p>Einige Leute finden, Liquid Democracy w&#228;re eine sch&#246;ne Sache, wenn es dabei keine Delegationen g&#228;be. Diese Leute haben leider nicht verstanden, dass es dann keine Liquid Democray mehr ist. Es gibt repr&#228;sentative Demokratie, bei der wir Vertreter in Parlamente w&#228;hlen. Es gibt direkte Demokratie, bei der jeder &#252;ber alles abstimmt, und es gibt die fl&#252;ssige Demokratie, bei der jeder frei dar&#252;ber entscheiden kann, ob er selbst abstimmen oder die Stimme an einen Vertreter delegieren m&#246;chte. Diese Mischung erst macht Liquid Democracy aus, alles andere ist etwas anderes. Viele Mitglieder der Piratenpartei wollen keine Liquid Democracy sondern direkte Demokratie, sagen das aber nicht. Die Piratenpartei muss sich entscheiden, was sie m&#246;chte.</p>
<p>Nat&#252;rlich k&#246;nnen wir auch auf der Basis von direkter Demokratie eine SMV bauen, aber das ist keine gute Idee. Haben wir 700 Programmantr&#228;ge zum Bundesparteitag, ergibt das schon 2 Antr&#228;ge pro Tag, &#252;ber die jeder abstimmen muss. Dazu kommen noch Antr&#228;ge auf Landes- und Bezirksebene. Wenn zus&#228;tzlich noch Fraktionen auf allen Ebenen damit anfangen, Antr&#228;ge aus ihren Parlamenten einzustellen, ist endg&#252;ltig der Punkt erreicht, an dem niemand mehr mithalten kann. Selbst ein Bundestagsabgeordneter ist nicht in der Lage, alles zu &#252;berblicken, wor&#252;ber er im Parlament abstimmt. Er verl&#228;sst sich da auf seine Fraktionskollegen. Reine direkte Demokratie wird also dazu f&#252;hren, dass auf die Dauer nur sehr wenige Leute &#252;ber Antr&#228;ge entscheiden, n&#228;mlich diejenigen, die Zeit dazu haben und sich kompetent genug f&#252;hlen. Aus diesem Grund sieht Liquid Democracy die M&#246;glichkeit vor, f&#252;r jedes einzelne Thema immer wieder frei zu entscheiden, ob man mitstimmen oder seine Stimme an eine Person delegieren m&#246;chte, die sich mit dem Thema auskennt und der man vertraut.</p>
<p>Dass es dabei zu Machtkonzentration kommt, weil sich viele Stimmen auf wenige Personen vereinen, ist kein Problem sondern Sinn der Sache. Es geht darum, Leute zu finden, die Entscheidungen f&#252;r uns treffen, wenn wir das gerade nicht selber machen wollen oder k&#246;nnen. Wenn wir anzweifeln, ob jemand wirklich seine Stimme an Person X delegieren wollte, k&#246;nnen wir genauso gut anzweifeln, ob dieser jemand in einer direkten Abstimmung wirklich f&#252;r Antrag Y stimmen wollte. Der Vorteil von Liquid Feedback ist, dass jede Delegation jederzeit zur&#252;ckgenommen werden kann, anders als in der der repr&#228;sentativen Demokratie, wo die n&#228;chste Wahl vier bis f&#252;nf Jahre entfernt ist.</p>
<p><strong>Liquid Feedback und andere Tools</strong></p>
<p>Gelegentlich kommt ein Vorwurf auf, dass man sich auf das fertige Tool Liquid Feedback versteife, statt ergebnisoffen zu arbeiten und zun&#228;chst m&#252;sse die Diskussion zu Ende gef&#252;hrt werden. Das ist leider Unsinn, der nur damit zu erkl&#228;ren ist, dass viele erst sp&#228;t in diese Diskussion eingestiegen sind. Der Grundgedanke des &#8220;Delegated Voting&#8221; ist &#252;ber 100 Jahre alt, verschiedene Varianten der Liquid Democracy entstanden in den letzten Jahren und Jahrzehnten. Erst Computer und das Internet machten es m&#246;glich, Liquid Democracy in der Praxis anzuwenden. Den Wunsch, Liquid Democracy in der Piratenpartei zu nutzen, gab es seit der Gr&#252;ndung 2006 und wurde erstmals 2007 &#246;ffentlich in einem Interview erw&#228;hnt. Liquid Democracy ist also ein Kernthema der Piratenpartei. Auf dieser Basis entstand die Software Liquid Feedback, die eine Implementierung der Liquid Democracy ist und seit 2010 in der Piratenpartei eingesetzt wird und nicht umgekehrt.</p>
<p>Es gibt durchaus noch Alternativen in Form von Adhocracy und Liquidizer. Beide Programme wurden aber aus verschiedenen Gr&#252;nden als weniger geeignet abgelehnt. Ein Kritikpunkt an Liquid Feedback ist, dass die Entwickler sich von der Piratenpartei distanziert haben. Ich sehe das als Vorteil, da die Software so von einer unabh&#228;ngigen Gruppe weiterentwickelt wird, die keine R&#252;cksicht auf innerparteiliche Machtgef&#252;ge nehmen muss. Da Liquid Feedback in anderen Bereichen wie zum Beispiel dem Landkreis Friesland eingesetzt wird, ist die Weiterentwicklung der Software sicher gestellt.</p>
<p><strong>Akkreditierung und Nachvollziehbarkeit</strong></p>
<p>Auf einer Mitgliederversammlung k&#246;nnen wir alle dabei zuschauen, wie andere akkreditiert werden und nur genau eine Stimme haben. Wir m&#252;ssen zwar darauf vertrauen, dass die Akkreditierung sauber erfolgt, k&#246;nnen uns aber immer davon &#252;berzeugen, dass jeder nur genau eine Stimme hat. Eine Schaufensterpuppe w&#252;rde sofort als solche auffallen. Bei Abstimmungen, die online stattfinden, geht das leider nicht so ohne weiteres. Wir sehen nicht anderen Menschen auf einer Versammlung zu, sondern haben nur Pixel auf unserem Bildschirm und k&#246;nnen nie ganz sicher sein, ob es bei den anderen Abstimmenden um stimmberechtigte Mitglieder oder Schaufensterpuppen handelt, wenn keine besonderen Vorkehrungen getroffen werden. Jeder Teilnehmer des Systems muss deshalb jederzeit &#252;berpr&#252;fen k&#246;nnen, ob alle anderen Accounts wirklich stimmberechtigt sind. Aus diesem Grund muss die Identit&#228;t aller Teilnehmer durch alle anderen feststellbar sein. Alle Teilnehmer m&#252;ssen sich auf Akkreditierungsveranstaltungen pers&#246;nlich vorstellen.</p>
<p>Das bedeutet auch, dass es keine geheimen Abstimmungen geben kann. Das ist aber auch gar nicht schlimm, da auf Parteitagen offene Abstimmungen ebenfalls Standard sind. Gelegentlich werden &#196;ngste ge&#228;u&#223;ert, der Nachbar oder Arbeitgeber k&#246;nne nachlesen, wie jemand abstimmt. Dazu muss der Nachbar oder Arbeitgeber aber in die Partei eintreten und einen Account bekommen. Genauso gut k&#246;nnte er einen Parteitag besuchen und dort das Abstimmverhalten beobachten (lassen).</p>
<p>Gelegentlich wird Liquid Feedback als &#8220;Gesinnungsdatenbank&#8221; beschimpft, weil das Abstimmverhalten der Mitglieder gespeichert wird. Dem ist mit einem L&#246;schkonzept zu begegnen: Nach Ende einer Einspruchsfrist sollten alle Abstimmungen nachtr&#228;glich anonymisiert werden. Die Verwendung von Pseudonymen zur Verschleierung des Wahlverhaltens ist m&#246;glich, allerdings muss dabei sichergestellt sein, dass trotzdem jeder Teilnehmer die Identit&#228;t jedes anderen Teilnehmers feststellen kann. Daf&#252;r gibt es die so genannte &#8220;Tresorl&#246;sung&#8221;. Die Zuordnung des Pseudonyms zur Person wird au&#223;erhalb des Systems an einem anderen Ort hinterlegt. Wird der Tresor allerdings mit 7 Schl&#246;ssern versehen, im Keller versteckt und darf nur noch das Schiedsgericht hineinschauen, ist die Nachvollziehbarkeit des Systems nicht mehr gegeben und wir haben doch wieder einen Wahlcomputer. Deshalb spreche ich lieber von &#8220;Aktenordnerl&#246;sung&#8221;.</p>
<p><strong>Geheime Abstimmungen</strong></p>
<p>Das Demokratieprinzip sieht au&#223;erdem vor, dass geheime Abstimmungen m&#246;glich sein m&#252;ssen. Auf Parteitagen geschieht das nur nach entsprechendem Antrag. In der st&#228;ndigen Mitgliederversammlung kann &#228;hnlich vorgegangen werden: Geheime und zugleich nachvollziehbare Abstimmungen sind zwar Computer nicht m&#246;glich, aber wenn eine Mindestzahl von Teilnehmern geheim abstimmen m&#246;chte, soll sie veranlassen k&#246;nnen, dass die Online-Abstimmung gestoppt wird. Die geheime Abstimmung findet dann auf dem n&#228;chst erreichbaren Parteitag in klassischer geheimer Abstimmung mit Papier und Wahlurnen statt.</p>
<p><strong>Kammern</strong></p>
<p>So wie bisher beschrieben wird das System von vielen abgelehnt. Auf der Suche nach Kompromissen gab es die Idee, der st&#228;ndigen Mitgliederversammlung mehrere Kammern zu geben. Der Gedanke ist, dass Themenbereiche wie &#8220;Aussch&#252;sse&#8221; funktionieren und dort getroffene Beschl&#252;sse nochmal von &#8220;allen&#8221; best&#228;tigt werden sollten. Das ist sehr sinnvoll, allerdings ist die zweite Kammer in den meisten Modellen ein Versuch, doch noch anonyme Abstimmungen ins System zu bringen. Einige Vorschl&#228;ge sehen vor, daf&#252;r nicht Liquid Feedback sondern eine Umfrage-Software wie Lime-Survey zu benutzen und darin anonyme Abstimmungen durchzuf&#252;hren. Eine solche L&#246;sung mit anonymen Abstimmungen ist nat&#252;rlich weiterhin ein Wahlcomputer und bringt keinerlei Vorteil gegen&#252;ber dem Versuch, schon in der ersten Kammer anonym abzustimmen.</p>
<p>Auch Modelle, die f&#252;r die zweite Kammer Pseudonyme vorsehen, bergen die gleichen Probleme wie die Pseudonymsierung schon in der ersten Kammer. Eine weitere Idee ist, dass jeder Teilnehmer ein Token erh&#228;lt, einen Code, mit dessen Hilfe er sein eigenes Abstimmverhalten &#252;berpr&#252;fen kann. Sollte der Teilnehmer aber wirklich eine Unregelm&#228;&#223;igkeit feststellen, kann er diese nur unter Preisgabe seines eigenen Abstimmverhaltens &#246;ffentlich machen. Wie wir sehen sind die meisten Vorschl&#228;ge zur zweiten Kammer der versuch, doch irgendwie mehr oder weniger geheime Abstimmungen ins System zu mogeln. Aber wie man es auch dreht und wendet: Ein Wahlgeheimnis ist nicht online herstellbar. Daran &#228;ndern auch Quanten-Zufallsgeneratoren und starke Krypographie nichts.</p>
<p>Wichtig ist, dass beide Kammern die gleiche Mitgliederbasis haben. Einige Modelle sehen vor, dass die Teilnahme an beiden Kammern getrennt m&#246;glich ist. Es w&#228;re fatal, wenn sich nach und nach zwei verschiedene Mitgliedergruppen &#8211; ich nenne sie mal Spackos und Aluh&#252;te &#8211; jeweils in ihrer Kammer sammeln und sich gegenseitig blockieren. Weiterhin sehen manche Modelle eine dritte Kammer vor, die aus gew&#228;hlten Mitgliedern besteht und die Beschl&#252;sse &#228;hnlich wie ein Parteirat verabschiedet, nachdem sie die ersten beiden Kammern durchlaufen haben. Gelegentlich wird f&#252;r diese dritte Kammer auch der Euphemismus &#8220;Sekretariat&#8221; verwendet. Die letzte Kontrolle an ein Gremium abzugeben, das aus wenigen Funktion&#228;ren besteht und regelm&#228;&#223;ig zu Sitzungen zusammentritt, ist vor dem Hintergrund, das wir ein freies, offenes System wollen, an dem jeder Teilnehmen kann, geradezu absurd. Eher k&#246;nnen wir unsere Parteitage zu Delegiertenkonferenzen umfunktionieren.</p>
<p><strong>Verteilte Parteitage und Online-Parteitage</strong></p>
<p>Einige Mitglieder wollen gar nicht online tagen sondern das Problem der zu gro&#223;en Parteitage mit langer Anreise dadurch l&#246;sen, dass Parteitage k&#252;nftig an an mehren Orten gleichzeitig stattfinden. Das Geschehen wird dabei per Video-Stream an alle Orte &#252;bertragen. Im Experiment hat das schon funktioniert. Dieser Ansatz ist eine interessante Idee, damit Vorstandswahlen k&#252;nftig auf breiterer Basis als bisher stattfinden k&#246;nnten. Die eingangs erw&#228;hnten Probleme l&#246;sen verteilte Parteitage aber nicht. Sie verk&#252;rzen die Reisewege und erh&#246;hen die Beteiligung, aber sie l&#246;sen nicht das Problem der Antragsflut und der Tatsache, dass alle an einem bestimmten Termin Zeit haben m&#252;ssen, um abstimmen zu k&#246;nnen. Au&#223;erdem bleibt die Frage, ob Urwahlen das Problem nicht besser l&#246;st.</p>
<p>Eine Gruppe m&#246;chte, dass Parteitage online aber nicht st&#228;ndig stattfinden, also an bestimmten festgesetzten Tagen. Ich verstehe nicht so ganz, warum das gefordert wird. Das Internet erm&#246;glicht uns, von Zeit und Ort entkoppelt zu arbeiten. Wenn wir schon ein System aufbauen, mit dem das online geht, gibt keinen Grund, das wieder k&#252;nstlich einzuschr&#228;nken. Das bestehende System hat den Vorteil, dass es lange Fristen gibt, in denen Antr&#228;ge diskutiert und Gegenantr&#228;ge gestellt werden k&#246;nnen, ohne dass irgendwer dabei an besondere Termine gebunden ist. Einmal im Jahr eine Online-Umfrage ausf&#252;llen ist damit nicht vergleichbar. Begrenzte Online-Parteitage m&#246;gen das Reise-Problem l&#246;sen, l&#246;sen aber nicht das Zeitproblem und auch nicht das Problem der Antragsflut.</p>
<p><strong>Ausblick</strong></p>
<p>Wir haben die einmalige Chance, Demokratie &#252;ber das Internet zu organisieren und uns dabei von Grenzen zu l&#246;sen, die mal n&#246;tig waren, weil sich das alles nicht anders organisieren lie&#223;, als es noch kein Internet gab. Es gibt keinen Grund mehr, nicht st&#228;ndig abzustimmen. Es gibt keinen Grund mehr, nicht jeden Antr&#228;ge stellen zu lassen. Es gibt keinen Grund mehr, nicht &#252;ber alle Antr&#228;ge abzustimmen statt nur &#252;ber einen Bruchteil. Es gibt keinen Grund, nicht jeden selber dar&#252;ber entscheiden zu lassen, ob er oder sie abstimmen oder delegieren m&#246;chte und wenn letzteres, an wen und f&#252;r wie lange.</p>
<p>Die Piratenpartei ist damit angetreten, dem einzelnen mehr Mitbestimmung und Teilhabe zu erm&#246;glichen. Das bisherige System aus basisdemokratischen Parteitagen erf&#252;llt das Versprechen nicht mehr. Sehr viele Menschen sind wegen Liquid Democracy in die Piratenpartei eingetreten. Der bisherige Betrieb von Liquid Feedback ohne verbindliche Entscheidungen und saubere Akkreditierung erf&#252;llt das Versprechen nicht. In den Bundestag einziehen zu wollen und dort von anderen mehr Mitbestimmung und Teilhabe zu fordern, ohne sie bei sich selbst realisiert zu haben, ist verlogen. Vielleicht dauert es noch Monate, bis das System funktioniert, aber die Piratenpartei muss sich jetzt entscheiden. Sie muss das mit der Demokratie &#252;bers Internet <em>wollen</em>. Tut sie das nicht, verliert sie ihre Glaubw&#252;rdigkeit bei einem Kernthem und der Einzug in den Bundestag r&#252;ckt in noch weitere Ferne.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5821&amp;md5=fa053c2b3587d3b0dd53868f87da9e69" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Eine scheinbar harmlose Umfrage zeigt, auf wieviel Arten die Piratenpartei kaputt ist (Update)</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2013/03/04/eine-scheinbar-harmlose-umfrage-zeigt-auf-wieviel-arten-die-piratenpartei-kaputt-ist/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Mar 2013 11:22:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Piratenpartei hat eine Umfrage unter den Mitgliedern gemacht. Die Ergebnisse wurden heute ver&#246;ffentlicht. Was auf den ersten Blick harmlos und positiv aussieht, zeigt in Wahrheit, auf wievielen Ebenen die Piratenpartei kaputt ist. Zeit f&#252;r eine kleine Bestandsaufnahme: Umfragen &#252;ber das Internet per Limesurvey sind eine gute Sache, wenn ein Bezirksverband die n&#228;chsten Infotische planen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-5811" alt="" src="http://www.ennomane.de/wp-content/shit.jpg" width="480" height="485" /></p>
<p>Die Piratenpartei hat eine Umfrage unter den Mitgliedern gemacht. Die Ergebnisse wurden heute <a href="http://vorstand.piratenpartei.de/2013/03/04/ergebnisse-der-umfrage/">ver&#246;ffentlicht</a>. Was auf den ersten Blick harmlos und positiv aussieht, zeigt in Wahrheit, auf wievielen Ebenen die Piratenpartei kaputt ist. Zeit f&#252;r eine kleine Bestandsaufnahme:</p>
<p>Umfragen &#252;ber das Internet per Limesurvey sind eine gute Sache, wenn ein Bezirksverband die n&#228;chsten Infotische planen will. Hier geht es jedoch um Wahlkampfstrategie, Weichenstellung f&#252;r den n&#228;chsten Parteitag und die Bundestagswahl, inhaltliche Priorit&#228;ten sowie die Frage, ob der Bundesvorstand ganz oder teilweise neu gew&#228;hlt werden soll. Diese Fragen sind zu wichtig, um sie einer <a href="http://wahlcomputer.ccc.de/">Abstimmung per Wahlcomputer</a> zu &#252;berlassen, die nicht mehr nachvollzogen oder ein zweites mal ausgez&#228;hlt werden kann. Niemand kann nachtr&#228;glich garantieren, ob die Umfrage manipuliert wurde oder nicht, und das ganz unabh&#228;ngig vom pers&#246;nlichen Vertrauen in die Vorstandsmitglieder und Beauftragten. Trotzdem werden die Ergebnisse dieser Umfrage die Geschicke der Partei dieses Jahr ma&#223;geblich bestimmen.</p>
<p>Derlei Umfragen werfen etliche Probleme auf. Im hier gew&#228;hlten Verfahren k&#246;nnen die Mitglieder nur zwischen vorgegeben Varianten w&#228;hlen. Ich kann mich nur zwischen A, B und C entscheiden, auch wenn ich vielleicht D m&#246;chte. In Systemen wie Liquid Feedback kann ich D einfach dazuschreiben und mit abstimmen lassen. In klassischen Umfragen geht das nicht. Heute haben mir auf Twitter mehrere Leute versichert, dass sie gerne auch f&#252;r st&#228;ndige Mitgliederversammlung abgestimmt h&#228;tten, dieses aber nur im Packet mit einem dreit&#228;gigen Parteitag ging, sie aber gerne einen zweit&#228;tigen gehabt h&#228;tten. Ein sauberes Design f&#252;r die Umfrage w&#228;re gewesen, die Zahl der Tage und die Art der Parteitagsinhalte getrennt abzufragen. Wurde aber nicht gemacht. Ob das Absicht oder Unf&#228;higkeit war, ist dabei schwer zu sagen.</p>
<p>&#220;berhaupt ist die st&#228;ndige Mitgliederversammlung ein Streitthema innerhalb der Partei, wobei es weniger um das Ob als um das Wie geht. Um die Wogen zu gl&#228;tten und einen f&#252;r m&#246;glichst viele Mitglieder gangbaren Kompromiss zu finden, veranstaltet der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern in einer Woche die <a href="http://smvcon.piratenpartei-mv.de/">SMVcon</a>, eine Konferenz, die Antr&#228;ge zur st&#228;ndigen Mitgliederversammlung f&#252;r den Bundesparteitag vorbereiten soll. Die Teilnehmer werden nun wahrscheinlich vergeblich nach Rostock reisen, da die Umfrage elegant eine Woche vorher dazwischen gr&#228;tscht und die st&#228;ndige Mitgliederversammlung von der Tagesordnung des n&#228;chsten Parteitages kegelt. Diese Umfrage fragte nicht nur harmlos ein Meinungsbild abzufragen, sondern diente auch der Beeinflussung des Bundesparteitages im Vorfeld. Ein Schelm wer b&#246;ses dabei denkt.</p>
<p>Bei der Umfrage ging es nicht nur um Inhalte, sondern auch um Personen. In Demokratien werden Leute in &#196;mter gew&#228;hlt und k&#246;nnen abgew&#228;hlt werden, wenn sie anders handeln als von ihren W&#228;hlern erhofft. In krassen F&#228;llen treten sie zwischendurch zur&#252;ck. Die Bewertung obliegt dem W&#228;hler und den Medien. Kopfnoten per Online-Umfrage zu verteilen, ist ein einmalig absurder Vorgang. Aus guten Gr&#252;nden gibt es die strikte Regel, dass beispielsweise in Liquid Feedback Abstimmungen &#252;ber Personen streng untersagt sind. Dass der Bundesvorstand die Frage nach seiner Neuwahl und den Kopfnoten freiwillig stellt, macht die Sache nicht besser. Bernd Schl&#246;mer hat schon auf dem letzten Parteitag in Bochum die Frage gestellt, ob im Mai neu gew&#228;hlt werden soll, und eine Antwort erhalten (soll nicht). Damit sollte klar sein, dass der Bundesvorstand nicht neu gew&#228;hlt wird, es sei denn, man bewertet ein obskures Umfrageergebnis h&#246;her als den Parteitag, immerhin das h&#246;chststehende Organ in einer Partei.</p>
<p>Mit den Kopfnoten gibt es aber noch ein anderes Problem: Aus Gr&#252;nden, die jenseits vom Sandalen-Auftritt in einer Talkshow niemand so recht nachvollziehen kann, steht Johannes Ponader seit Monaten in der Schusslinie. Zwar versichern viele Leute glaubhaft, dass sie mit ihm nicht zusammen arbeiten k&#246;nnen, aber was genau er eigentlich verbrochen hat, konnte noch keiner so recht schl&#252;ssig zusammenfassen. In dieser aufgeheizten Anti-Ponader-Stimmung war es klar, dass eine solche Umfrage einer &#246;ffentlichen Hinrichtung gleichkommen musste. Die Mitglieder wurden eingespannt, um den politischen Gesch&#228;ftsf&#252;hrer zu mobben, <a href="http://pastebin.com/tZRNhEkb">und Tausende machten willig mit</a>. Da wei&#223; man gar nicht, ob man sich den R&#252;cktritt des Bundesvorstandes oder den R&#252;cktritt der Basis w&#252;nscht.</p>
<p>Zur&#252;ck zu den Inhalten: Herbst 2011 und Fr&#252;hjahr 2012 sind zahllose Neumitglieder der Piratenpartei beigetreten. Ich habe nat&#252;rlich keine validen Daten und kann nur f&#252;r mein Umfeld sprechen, aber es sah doch so aus als ob die meisten wegen des Themas &#8220;Bedingungsloses Grundeinkommen&#8221; zur Piratenpartei fanden und die zweitmeisten wegen Liquid Democracy. In der Umfrage wurde &#8220;Bedingungsloses Grundeinkommen&#8221; als Wahlkampfthema recht weit nach hinten gew&#228;hlt und ein deutliches Statement dar&#252;ber abgegeben, dass eine Abstimmung &#252;ber die st&#228;ndige Mitgliederversammlung auf dem n&#228;chsten Parteitag nicht erw&#252;nscht ist. Sehr viele Menschen, die vor einem Jahr wegen genau dieser Themen eingetreten sind, muss sehr dass sie wohl f&#252;r die Bundestagswahl eine allenfalls untergeordnete Rolle spielen sollen.</p>
<p>Absurderweise wurde aber zugleich &#8220;Arbeit und Soziales&#8221; als Parteitagsthema ganz nach oben gew&#228;hlt, obwohl die Piratenpartei dort programmatisch jenseits des BGE und &#8220;Hartz IV humanisieren&#8221; fast nichts zu bieten hat. Und ebenso absurderweise wurde das Thema &#8220;Demokratiereform/Mitbestimmung&#8221; weit nach vorne gew&#228;hlt, obwohl die Piratenpartei dieses Versprechen f&#252;r sich selbst nicht einl&#246;st. Mehr Plebiszite &#8211; das steht heute in nahezu jedem Parteiprogramm, aber eine Vision jenseits dessen, wie die Piratenpartei mehr Mitbestimmung organisieren will, bietet sie jenseits von Liquid Democracy bis auf weiteres nicht an. Wenn die Piratenpartei nicht gewillt ist, das zu &#228;ndern, droht das Versprechen von mehr Mitbestimmung schon vor der Wahl zur Wahlkampfl&#252;ge zu verkommen. Wahlkampfl&#252;gen, das sind die Dinger, wegen derer wir fr&#252;her Nichtw&#228;hler waren und Piraten wurden.</p>
<p>Auch der Rest der Umfrage mutet seltsam an. Energiepolitik wird z.B. weit nach vorne gew&#228;hlt. Da will die Piratenpartei ernsthaft den wesentlich kompetenteren Gr&#252;nen Konkurrenz machen, statt eigene Themen nach vorne zu schieben? Oder Wirtschaft und Finanzen, das hatten wir doch schon ausgiebig auf dem letzten Parteitag. Wirklich absurd wird die Geschichte dann aber wenn ausgerechnet Sebastian Nerz, der nicht m&#252;de wird, Liquid Feedback, Liquid Democracy und die st&#228;ndige Mitgliederversammlung als &#8220;undemokratisch&#8221; zu bezeichnen, Teilergebnisse der Umfrage, die sich mit der Wahlkampfstrategie befassen, auf der Marina Kassel vorzustellen und somit in die Strategieplanung einflie&#223;en zu lassen. Jedenfalls war das so geplant.</p>
<p>Ich habe &#252;brigens selber nicht an der Umfrage teilgenommen. Ich habe sie erst &#252;berflogen, fand dann aber nicht die Zeit und konnte meine Stimme nicht delegieren&#8230;</p>
<p><strong>tldr:</strong> <em>Die Piratenpartei stimmt per Wahlcomputer dar&#252;ber ab, dass es erstmal keine st&#228;ndige Mitgliederversammlung geben soll, will Themen in den Vordergrund stellen, zu denen sie keine nennenswerten Inhalte zu bieten hat, stellt Inhalte hinten an, die bisher als Alleinstellungsmerkmal galten und instituionalisiert Mobbing der Basis gegen ein Vorstandsmitglied.</em></p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5804&amp;md5=f3c8bd5052a819a6a14be94e79dd0a85" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Piraten und die Macht</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Mar 2013 17:08:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Gründe]]></category>
		<category><![CDATA[Liquid Feedback]]></category>
		<category><![CDATA[Piraten]]></category>
		<category><![CDATA[SMV]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Gr&#252;nen und die Macht: Am Anfang dieser ARD-Dokumentation denkt man, haha, wie bei den Piraten. Alles schonmal dagewesen. Einen kleinen Untersschied gibt es aber dann doch: Die Doku &#252;ber die Gr&#252;nen setzt &#252;berhaupt erst mit dem Einzug in den Bundestag ein, w&#228;hrend bei den Piraten fraglich ist, ob sie ihn &#252;berhaupt schaffen. Interessant sind [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ennomane.de/wp-content/gruene.jpg"><img class="alignnone  wp-image-5792" alt="gruene" src="http://www.ennomane.de/wp-content/gruene-298x300.jpg" width="480" height="482" /></a></p>
<p>Die Gr&#252;nen und die Macht: Am Anfang dieser <a href="http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/die-story-im-ersten-geliebte-gegner?documentId=13525738">ARD-Dokumentation</a> denkt man, haha, wie bei den Piraten. Alles schonmal dagewesen. Einen kleinen Untersschied gibt es aber dann doch: Die Doku &#252;ber die Gr&#252;nen setzt &#252;berhaupt erst mit dem Einzug in den Bundestag ein, w&#228;hrend bei den Piraten fraglich ist, ob sie ihn &#252;berhaupt schaffen. Interessant sind die Jahre danach. Nach einem Jahr intensivem Engagement in der Partei kommt mir vieles in der Doku sehr bekannt vor. Was da an Werten und Menschen gnadenlos untergebuttert wurde! Wer sich heute voller Hoffnung und Ideale bei den Piraten engagiert, wird &#228;hnliches erleben. Andere Fragen, andere Zeitl&#228;ufe, aber die Effekte werden dieselben sein. Es muss jeder f&#252;r sich selbst entscheiden, ob er oder sie das will und wollen kann.</p>
<p>Das hei&#223;t nicht, einer Partei, an die man glaubt, den R&#252;cken zu kehren. Hans-Christian Str&#246;bele hat v&#246;llig recht, wenn er in der Doku sagt, dass es ein Fehler wahr, dass die Fundis Anfang der 90er die Partei verlie&#223;en und damit ihren Einfluss aufgaben. Tats&#228;chlich gibt es nur eine einzige Chance, wie es heute besser gehen k&#246;nnte: Mitgliederdemokratie, Mitsprache f&#252;r alle und alle sollen w&#228;hlen k&#246;nnen, ob sie selbst mitentscheiden oder ihre Stimme delegieren m&#246;chten. Die Gr&#252;nen mussten daran scheitern, weil so etwas ab einer bestimmten Gr&#246;&#223;e nicht mehr organisierbar ist. Die Piraten haben das Internet. Ob sie es zum Beispiel in Form einer <a href="http://smvcon.piratenpartei-mv.de/">SMV</a> nutzen werden, kann ich als Schicksalsfrage der Piratenpartei bezeichnen, ohne damit allzu pathetisch zu werden.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5791&amp;md5=3c0b570f1ec67740805e27ce3fa7a43a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Nazis, Trolle und Sexisten: Warum &#8220;Keine Kekse!&#8221; nicht ausreicht und alles eher noch schlimmer macht</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jan 2013 16:41:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[tl;dr: Die Forderung, Trolle einfach sozial zu &#228;chten, ist wirkungslos und erzeugt im Zweifel nur noch mehr Mobbing, Shitstorms und Verlierer. Das PAV ist nur der verzweifelte Versuch, Trollen endlich die Keksdose wegzunehmen. Selten gab es so viele Rufe nach Parteiausschlussverfahren in der Piratenpartei wie jetzt gerade. Heute betrifft es weniger das klassische Ex-NPD-Mitglied, welches [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>tl;dr:</strong> Die Forderung, Trolle einfach sozial zu &#228;chten, ist wirkungslos und erzeugt im Zweifel nur noch mehr Mobbing, Shitstorms und Verlierer. Das PAV ist nur der verzweifelte Versuch, Trollen endlich die Keksdose wegzunehmen.</p>
<p><a href="http://www.ennomane.de/wp-content/keinekekse.png"><img class="alignnone size-full wp-image-5742" alt="" src="http://www.ennomane.de/wp-content/keinekekse.png" width="480" height="485" /></a></p>
<p>Selten gab es so viele Rufe nach Parteiausschlussverfahren in der Piratenpartei wie jetzt gerade. Heute betrifft es weniger das klassische Ex-NPD-Mitglied, welches das mit der Meinungsfreiheit nicht ganz verstanden hat und br&#228;unliche Spr&#252;che absondert, als vielmehr Trolle und Sexisten, die Journalistinnen als &#8220;<a href="http://popcornpiraten.de/solange-mich-nicht-journalisten-blockieren-sondern-nur-prostituierte-ist-mir-das-egal/">Prostituierte</a>&#8221; beschimpfen oder bar jeder Ironie frauenfeindlichen M&#252;ll reden wie die Forderung nach einer <a href="http://popcornpiraten.de/sebastian-scho-fordert-samenrettung-als-notfallverhutung-fur-vergewaltigte-manner/">Zwangsverabreichung der &#8220;Pille danach&#8221; im F&#228;llen von Samenraub</a> als Reaktion auf die #Aufschrei-Debatte. Hier geht es auch nicht mehr um Einzelf&#228;lle sondern um Piraten, die seit Jahren allen anderen mit ihren Trollereien auf die Nerven fallen.</p>
<p>Da ist es nicht weiter verwunderlich, wenn andere Mitglieder nach Parteiausschlussverfahren rufen, besonders wenn sie auf Twitter oder Mailinglisten von Trollen angegriffen und diffamiert werden. Mitlesende Nichtpiraten wenden sich auch schon kopfsch&#252;ttelnd ab: Diese Kleinkriege seien doch Sandkasten. Und fragen, warum wir nicht &#8220;klare Kante&#8221; zeigen und diese Leute einfach rauswerfen. Das ist leider juristisch nicht so einfach. Hat die SPD mit Sarrazin auch nicht hinbekommen.</p>
<p>Dass Gegenmodell <a href="http://nordlicht-development.de/2013/01/30/hort-endlich-auf-nach-pavs-zu-plarren/">&#8220;gebt ihnen einfach keine Kekse</a>&#8221; hilft aber nicht weiter. Im Heise-Forum funktioniert die Regel &#8220;Don&#8217;t feed the troll&#8221; noch ganz gut, wenn der Troll eben trollt und die anderen das einfach ignorieren. In dem Moment, wo es um das Bild einer Partei in der &#214;ffentlichkeit geht, sieht die Lage schon anders aus, vor allem auch, wenn ein Mitglied sein Recht auf Teilhabe nicht mehr ohne Beeintr&#228;chtigungen aus&#252;ben kann, weil es immer wieder diffamiert und angegriffen wird &#8211; egal ob auf Versammlung oder auf der Mailingliste. F&#252;r weniger gut vernetzte Mitglieder bleibt da nur noch der R&#252;ckzug und damit der Verzicht auf Teilhabe.</p>
<p><strong>&#8220;Don&#8217;t feed the troll&#8221; und &#8220;Kein Fu&#223;breit&#8221; sind nunmal v&#246;llig unvereinbare Strategien.</strong></p>
<p>Das Problem ist n&#228;mlich: Trolle <em>haben</em> Freunde. Trolle <em>werden</em> gew&#228;hlt. Trolle <em>kriegen</em> Kekse. Und das mit vollem Wissen um ihre Trollereien.</p>
<p>Zum Beispiel gibt es eine Person im Bezirk Pankow, die regelm&#228;&#223;ig gegen mich agitiert und dabei w&#252;ste Beschimpfungen und Verleumdungen verwendet, die ich durchaus f&#252;r justiziabel halte. Diese Person wird von den dortigen Piraten aber keinesfalls &#8220;ge&#228;chtet&#8221;, sondern besucht regelm&#228;&#223;ig die Crew &#8220;<a href="http://wiki.piratenpartei.de/BE:Crews/Bjarne_Stroustrup">Bjarne Stroustroup</a>&#8220;, was dazu gef&#252;hrt hat, dass ich und andere Leute da nicht mehr hingehen. Nicht weil ich mich einer Auseinandersetzung mit dieser Person nicht gewachsen f&#252;hle, sondern vor allem weil ich darauf keinen Bock habe und ihre Anwesenheit mittlerweile als schwere Beeintr&#228;chtigung meiner Lebensqualit&#228;t ansehe.</p>
<p>Trolle halten sich nat&#252;rlich gerne dort auf, wo sie noch toleriert werden. Sozial &#228;chten kann man sie also nur noch au&#223;erhalb ihrer Biotope, das hei&#223;t in aller &#214;ffentlichkeit. Das ist k&#252;rzlich auf Twitter passiert, als gleich mehrere Leute (mich eingeschlossen) einen Piraten aufforderten, doch bitte die Partei zu verlassen. Das wiederum wird sehr schnell als Mobbing wahrgenommen. F&#252;r den Au&#223;enstehenden ist tats&#228;chlich nicht zu unterscheiden, ob es sich um ein Mobbingopfer handelt oder einen Troll, der viele Menschen &#252;ber einen l&#228;ngeren Zeitraum zur Wei&#223;glut gebracht hat. Von au&#223;en sieht man nur einen &#8220;weiteren Shitstorm&#8221; der besonders widerlichen Sorte, der dann die Piratenpartei noch ein St&#252;ckchen unw&#228;hlbarer macht.</p>
<p><a href="http://www.ennomane.de/wp-content/twittermob.png"><img class="alignnone size-medium wp-image-5743" alt="" src="http://www.ennomane.de/wp-content/twittermob-300x258.png" width="300" height="258" /></a></p>
<p>Es bleibt uns nichts anderes &#252;brig, als einen Weg zu finden, in einem sachlichen und wohlgeordneten Verfahren Trolle in ihre Schranken zu weisen und sie notfalls aus der Partei zu werfen. Die bekannten Ordnungsma&#223;namen sind dabei sehr unbefriedigend, da viele Trolle eine R&#252;ge oder Verwarnung des Vorstandes als Troph&#228;e begreifen. Derlei <a href="http://berlin.piratenpartei.de/2013/01/21/antwort-an-annett-meiritz-eine-erklaerung/">Ordungsma&#223;nahmen</a> werden oft ausgesprochen, ohne &#246;ffentlich Namen zu nennen und sind sp&#228;ter <a href="http://wiki.piratenpartei.de/BE:Vorstandsbeschl%C3%BCsse">in den Protokollen nicht auffindbar sind</a>, sodass der Effekt, wenigstens ein Zeichen zu setzen, v&#246;llig verpufft. Sinnvoller kann unter Umst&#228;nden eine Amtsenthebung sein oder das Aberkennen der Bef&#228;higung zum Parteiamt. Den echten Troll schreckt das aber nicht, der bleibt ja Parteimitglied und kann auch weiterhin im Parteikontext seinen M&#252;ll verbreiten. Er kann in der Regel darauf vertrauen, dass etwaige Haus- bzw. Crewverbote nach kurzer Zeit wieder aufgehoben werden und die Mailinglisten-Admins auch nach fortgesetzten P&#246;beleien und etlichen Beschwerden nicht einschreiten. Die Aufmerksamkeit wird dem Troll weiterhin Gewiss sein.</p>
<p><strong>Das einzige wirklich klare Signal nach jahrelangen Trollereien und vergeblichen Kl&#228;rungsversuchen kann daher nur der Parteiauschluss sein.</strong></p>
<p>Das <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/partg/__10.html">Parteigesetz sagt</a>: <em>&#8220;Ein Mitglied kann nur dann aus der Partei ausgeschlossen werden, wenn es vors&#228;tzlich gegen die Satzung oder erheblich gegen Grunds&#228;tze oder Ordnung der Partei verst&#246;&#223;t und ihr damit schweren Schaden zuf&#252;gt.&#8221; </em>Der Vorsatz ist nur bei Satzungsverst&#246;&#223;en notwendig, bei Verst&#246;&#223;en gegen Grunds&#228;tze und Ordnung der Partei reicht auch Dummdreistigkeit. Schwieriger ist es, den erheblichen Schaden nachzuweisen. Der muss n&#228;mlich in irgend einer Form bezifferbar sein. Dass Leute z.B. aufgrund von Trollereien die Piraten als unw&#228;hlbar bezeichnen, ist nicht relevant, weil man die Partei ja auch wegen ihrer Politik unw&#228;hlbar finden kann. Auch die Drohung, wegen einer bestimmten Person auszutreten, kann kaum als Schaden gewertet werden sondern wirkt eher passiv-aggressiv.</p>
<p>Mehr Aussicht auf Erfolg haben sicherlich Austritte in relevanter Zahl, die ausdr&#252;cklich und &#246;ffentlich mit dem Verhalten bestimmter Piraten begr&#252;ndet werden. Ansonsten gibt es wohl nur den einen Weg: Die konkret betroffenen sollten eine Art &#8220;Trolling-Tagebuch&#8221; analog zum <a href="http://www.ra-burg.de/mobbing/mobbingtagebuch/">Mobbing-Tagebuch</a> f&#252;hren, sich mit mehreren Personen zusammen tun und ihre gesammelten Belege beim zust&#228;ndigen Landesvorstand einreichen, der dann ein Parteiausschlussverfahren &#252;ber den Bundesvorstand anstrengen kann. Es empfiehlt sich, <a href="http://wiki.piratenpartei.de/AG_Recht">dazu juristischen Rat einzuholen</a>. Die Vorst&#228;nde auf Twitter aufzurufen, gegen eine Person t&#228;tig zu werden, bringt eher nichts. Ein Vorstandsmitglied hat in seiner ehrenamtlichen Zeit sicherlich anderes zu tun, als die Parteimitglieder zu &#252;berwachen. Ein Briefumschlag mit einschl&#228;gigen Screenshots d&#252;rfte da schon eher helfen.</p>
<p><strong>Update und P.S.:</strong> Wo kein Schaden f&#252;r die Partei entstanden ist es aber um justiziable Dinge wie Beleidigungen geht, kann es sinnvoll sein, au&#223;erhalb der Partei einen Anwalt aufzusuchen. Allerdings ist auch das ein Weg, der vielen F&#228;llen nach hinten losgehen und in einem PR-Desaster enden k&#246;nnte, <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ba&amp;dig=2013%2F01%2F11%2Fa0208&amp;cHash=eee874ddf11d8031fd0ac679a423246f">wie Alexander Morlang beim Versuch der au&#223;erparteilichen Trollbek&#228;mpfung feststellen musste</a>.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5740&amp;md5=ddde3961dfeda67ec2c34f163a2c52d8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Niedersachsen</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jan 2013 19:10:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Niedersachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Piraten]]></category>

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		<description><![CDATA[tl;rd Jetzt, wo die der Wahlkampf in Niedersachsen vorbei ist, muss ich den angestauten Frust &#252;ber die Piratenpartei mal ordentlich von der Seele ranten. Eigentlich hatte ich gro&#223;e Lust, die Piraten meiner Heimatstadt Leer, Ostfriesland, endlich mal n&#228;her kennen zu lernen. Ich wollte im Januar hinfahren und beim Wahlkampf zu helfen. Also nahm ich per Facebook Kontakt zum [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>tl;rd</strong> Jetzt, wo die der Wahlkampf in Niedersachsen vorbei ist, muss ich den angestauten Frust &#252;ber die Piratenpartei mal ordentlich von der Seele ranten.</p>
<p><a href="http://www.ennomane.de/2011/12/26/wir-haben-nicht-versagt/piraten/" rel="attachment wp-att-4866"><img class="alignnone size-full wp-image-4866" alt="piraten" src="http://www.ennomane.de/wp-content/piraten.jpg" width="480" height="480" /></a></p>
<p>Eigentlich hatte ich gro&#223;e Lust, die Piraten meiner Heimatstadt Leer, Ostfriesland, endlich mal n&#228;her kennen zu lernen. Ich wollte im Januar hinfahren und beim Wahlkampf zu helfen. Also nahm ich per Facebook Kontakt zum Vorstand des Gebietsverbandes Ostfriesland auf, ich wolle Wahlkampf machen. Es kam die Frage zur&#252;ck, Wahlkampf f&#252;r wen? Nachdem ich klar gemacht habe, dass ich als Mitglied der Piratenpartei wahrscheinlich naheliegenderweise f&#252;r die Piratenpartei Wahlkampf machen wollen w&#252;rde, sagte man mir, ich sollte mich sp&#228;ter nochmal melden und die Mailinglisten abonnieren.</p>
<p>Auf der Mailingliste der Ortsgruppe Leer war ich sowieso schon. Leider wird die offenbar von paranoiden Leuten administriert, jedenfalls habe ich bis heute kein Schreibrecht bekommen. Mails an einzelne Teilnehmer, in denen ich mich vorstellte und mein Interesse bekundete, ein paar Leeraner Piraten n&#228;her kennenlernen zu wollen, blieben bis heute unbeantwortet. Ob die Piraten dort desinteressiert sind oder zu doof, ihre Mail zu lesen, kann ich nicht sagen.</p>
<p>Immerhin bekam ich ein paar interessante Ereignisse mit. Die dortige Direktkandidatin ist neulich ausgetreten, nachdem sie ihre Unterst&#252;tzerunterschriften nicht zusammen bekam. Ihr war nach einem Jahr Mitgliedschaft aufgefallen, dass sie die inhaltlichen Beschl&#252;sse der Partei eigentlich doch doof findet. Die hat sie offenbar nicht gekannt oder nicht verstanden. Na gut, Aufstellungsversammlungen, die fast nur aus Neumitgliedern bestehen, welche sich untereinander nicht kennen, f&#252;hren manchmal zu seltsamen Kandidaten.</p>
<p>Beeindruckt von so viel Professionalit&#228;t und Organisation k&#252;mmerte ich mich erstmal nicht weiter um das Projekt &#8220;Niedersachsenwahlkampf&#8221;. Mittlerweile war meine Motivation auch im Keller. In der Partei sind sehr viele sehr ungute Dinge passiert und nach wochen- und monatelagangen Mobbing-Attacken gegen mich und viele andere Piraten war ich schon entschlossen, auszutreten. Ein fertig unterschriebenes Ausstrittsschreiben liegt seit Anfang Dezember in meiner Schublade und ein w&#252;tender Text &#252;ber die Austrittsgr&#252;nde hier unver&#246;ffentlicht im Blog. Den werde ich noch &#252;berarbeiten und freischalten, schlie&#223;lich sollte ich zumindest jetzt, wo ich keinem Wahlkampf schaden kann, meine Meinung auch dann sagen, wenn ich nicht austrete.</p>
<p>Aber eigentlich konnte man in diesem Wahlkampf auch keinen Schaden mehr anrichten. In Niedersachsen hingen ausnahmslos <a href="http://ideenkopierer.de/werbung/">Plakate, die keinerlei inhaltliche Aussage haben</a> und von den W&#228;hlern noch nicht mal als Wahlplakate der Piraten erkannt werden. Also weder Themen noch K&#246;pfe. Katharina Nocun wird in den Medien wieder und wieder mit dem Satz zitiert, die Piraten h&#228;tten nicht deutlich genug gemacht, dass sie mittlerweile f&#252;r mehr als nur Netzthemen st&#252;nden. Das ist zwar richtig, aber ein Bem&#252;hen, dem W&#228;hler klarzumachen, wof&#252;r die Piraten eigentlich stehen, war kaum erkennbar.</p>
<p>Einen Tag vor der Wahl auf der Webseite der Niedersachen-Piraten dann <a href="http://www.piraten-nds.de/2013/01/19/an-die-nichtwaehler/">ein peinlicher Appell an die Nichtw&#228;hler</a>. Da steht leider auch nicht drin, warum man die Piratenpartei w&#228;hlen sollte und was sie im Landtag vorhat, sondern nur irgendwas was von &#8220;Altparteien&#8221;, auf die &#8220;Stasi und Orwell&#8221; angeblich &#8220;stolz gewesen w&#228;ren.&#8221; Die Piratenpartei sei weit und breit einzige nicht korrupte Partei. Diese Vereinigung von Engeln, Heiligen und &#220;bermenschen lockt den W&#228;hler mit dem Versprechen: &#8220;Wenn wir uns korrumpieren lassen sollten wie die Altparteien, d&#252;rft ihr uns abw&#228;hlen.&#8221; Beeindruckend.</p>
<p>Dann der Wahlabend. 2,1%, das ist eigentlich schon wieder gut: Wenigstens die &#8220;Stammw&#228;hler&#8221; w&#228;hlen uns noch. Die Piratenpartei war mal stolz darauf, Nichtw&#228;hler zur&#252;ck an die Wahlurne zu holen. Bei dieser Wahl hat au&#223;er der Linkspartei (die ihre W&#228;hler g&#228;nzlich aus den Wahllokalen verjagt hat) jedoch niemand so wenige Stimmen von vormaligen Nichtw&#228;hlern bekommen, wie die Piratenpartei. Zusammenkrachende Lebensl&#252;gen.</p>
<p>Der politische Gesch&#228;ftsf&#252;hrer hat nichts besseres zu tun, <a href="http://www.twitlonger.com/show/kpc5ld">als die Medien zu beschuldigen</a>. &#8220;Jetzt erst recht!&#8221; wird von einigen Piraten als Losung ausgerufen. F&#252;r mich klingt das mehr nach Bunker als nach Selbstreflexion. Nicht nur die Medien werden <a href="http://www.piraten-schwaben.de/schwabenblogs/2013-20/liebe-frau-grimm-vom-stern/">beschimpft</a>, auch die W&#228;hler werden teilweise wegen der 9,9% f&#252;r die FDP f&#252;r unzurechnungsf&#228;hig erkl&#228;rt. Die &#8220;Flaschenpost&#8221; findet, die Niedersachsenwahl <a href="http://flaschenpost.piratenpartei.de/2013/01/20/niedersachsenwahl-nicht-gewonnen-aber-auch-nicht-verloren/">sei zwar nicht gewonnen aber auch nicht verloren worden</a>, Bernd Schl&#246;mer sagt in der ARD das klassische <a href="http://www.maha-online.de/blog/wp-content/Nebel.pdf">Guttenberg-Passiv</a> benutzend, &#8220;man m&#252;sse das Wahlergebnis analysieren&#8221;. Das &#8220;wir&#8221; geht schwer von den Lippen, wenn man verkackt hat. Das geht mir auch so.</p>
<p>In den Wochen vor der Wahl hatte ich &#8211; innerlich ausgetreten &#8211; die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Filterblase">piratische Filterbubble</a> verlassen und mich mit vielen Leuten &#252;ber die Piratenpartei unterhalten. Mich hat die Au&#223;ensicht interessiert. Ein positives Wort zu bekommen war allerdings schwer, obwohl viele Leute sichtlich bem&#252;ht waren, freundlich zu mir zu sein. Ich habe den Verdacht, mit Nicht-Piraten reden die nochmal ganz anders.</p>
<p>Niedersachsen erz&#228;hlten mir, die Piraten h&#228;tten &#8220;so komische&#8221; Plakate aufgeh&#228;ngt. Man wisse gar nicht, was die wollen und wof&#252;r die stehen. Piraten seien nur mit sich selbst besch&#228;ftigt und bei ihnen wisse man nicht, woran man sei. Am schlimmsten und mit am h&#228;ufigsten aber der Vorwurf: Viele Piraten k&#228;men arrogant und &#252;berheblich daher, wollten alles besser machen, h&#228;tten aber auch keinen Plan wie. Allgemein wird Piraten ein unangenehmer Ton attestiert. Ein Verein von Gro&#223;m&#228;ulern und M&#246;chtegernpolitikern.</p>
<p>Das &#8220;Frankfurter Kollegium&#8221;, Liquid Feedback und wor&#252;ber wir uns sonst so streiten: All das wurde von au&#223;en kaum wahrgenommen. Es ist viel einfacher: Wir waren mal der sympathische Underdog auf einem Schulhof voller Arschl&#246;cher und fingen selber an, uns wie Arschl&#246;cher zu benehmen, sobald wir ein wenig Oberwasser hatten. Wir k&#246;nnen dem W&#228;hler nicht sagen, wof&#252;r wir stehen, weil wir das selber nicht wissen und noch dar&#252;ber streiten, ob wir liberal sind oder nicht und wenn ja wie sehr. Volksfront von Jud&#228;a gegen jud&#228;ische Volksfront und ich sehe gerade nicht, dass das bis zur Bundestagswahl besser werden wird.</p>
<p>Was ich mit meinem Austrittsschreiben mache, wei&#223; ich noch immer nicht so genau. Es gibt einen Grund, zu bleiben und etwas sinnvolles zu tun: Die Pankower Piraten haben mich Anfang November daf&#252;r gew&#228;hlt, dass ich dort Liquid Feedback auf Bezirksebene realisiere. Das w&#252;rde ich gerne machen, aber die Klage eines Mitgliedes vor dem Parteigericht h&#228;lt mich davon ab. Ich kann den Mehrheitsbeschluss der Basis nicht umsetzen, weil das betreffende Mitglied sich in seinen Rechten beschnitten sieht, wenn die Pankower Piraten das Internet zur Meinungsbildung benutzen.</p>
<p>Es sieht gerade nicht gut aus mit mir und den Piraten.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5719&amp;md5=032f311e743ecca8a33a292f451d151a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Rape Culture</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2013/01/02/rape-culture/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Jan 2013 08:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[4Nerds]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[29c3]]></category>
		<category><![CDATA[CCC]]></category>
		<category><![CDATA[Creeper Cards]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rape Culture]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; tl;dr Here be triggers. Der Chaos Computer Club mitsamt seinem j&#228;hrlichen Kongress ist ja so eine klassische Jungsveranstaltung, auf der es gelegtlich auch Probleme mit Sexismus gibt, die vor allem deshalb nur selten ausarten, weil der typische CCC-Nerd f&#252;r sich genommen meistens ein recht friedfertiges Wesen ist. Trotzdem gab es immer mal wieder Vorkommnisse, weshalb [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ennomane.de/2013/01/02/rape-culture/nomeansno/" rel="attachment wp-att-5651"><img class="alignnone size-full wp-image-5651" alt="" src="http://www.ennomane.de/wp-content/nomeansno.jpg" width="480" height="482" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>tl;dr</strong> Here be triggers.</p>
<p>Der Chaos Computer Club mitsamt seinem j&#228;hrlichen Kongress ist ja so eine klassische <span>Jungsveranstaltung</span>, auf der es <span>gelegtlich</span> auch Probleme mit Sexismus gibt, die vor allem deshalb nur selten ausarten, weil der typische CCC-<span>Nerd</span> f&#252;r sich genommen meistens ein recht friedfertiges Wesen ist. Trotzdem gab es immer mal wieder Vorkommnisse, weshalb sich <span>Feministen</span> f&#252;r einen <span>Hack</span> entschieden: <a href="http://creepermovecards.de/karten.html">So genannte <span>Creeper</span> <span>Cards</span> wurden verteilt</a>. Wer der Meinung war, Opfer eines verbalen oder gar physischen <span>&#220;bergriffes</span> geworden zu sein, &#252;berreicht dem &#8220;T&#228;ter&#8221; einfach wortlos eine solche Karte, um das zu signalisieren. Weitere Diskussionen vor Ort sind nicht unbedingt n&#246;tig, die Handlung ist auch Personen m&#246;glich, die sonst vielleicht Schwierigkeiten haben, sich zu &#228;u&#223;ern. Eigentlich sollte das Konzept Hackern sehr entgegen kommen, arbeitet es doch wie eine Funktion in Programmiersprachen: Ein <span>Input</span> f&#252;hrt zu einem klaren R&#252;ckgabewert. Danach hei&#223;t es debuggen.</p>
<p><span>Komischerweise waren aber ein paar der Anwesenden nicht besonders begeistert von den Creeper Cards. Dass (teilweise sexistischer) Schabernack mit den Karten getrieben wurde, finde ich noch gar nicht mal so schlimm. Dinge mit (schwarzem) Humor zu nehmen, ist selten verkehrt. Aber zu leugnen, dass es das Problem &#252;berhaupt gibt oder sich gar bedroht und bel&#228;stigt zu f&#252;hlen, nur weil Frauen darauf bestehen, nicht schlechter behandelt zu werden als M&#228;nner, weshalb sie versuchen, dieses mit einem <span>Hack</span> deutlich zu machen, hat mich dann doch <span>gewundert</span>. Zu behaupten, der CCC sei halt m&#228;nnlich-pubert&#228;r ist keine befriedigende Erkl&#228;rung. Meine These ist, dass Hacker zwischen guten und b&#246;sen <span>Hacks</span> unterscheiden. Der gute <span>Hack</span> ist jeder <span>Hack</span>, den ein Hacker ausf&#252;hrt. Ein b&#246;ser <span>Hack</span>, ist jeder andere <span>Hack</span>, der sich gegen selbigen Hacker richtet. Er ist also als Angriff zu sehen und muss unter allen <span>umst&#228;nden</span> und mit allen zur Verf&#252;gung stehenden Mitteln abgewehrt werden.</span></p>
<p>Wie sehr sich manche Leute auf dem 29c3 offenbar von Feministen bel&#228;stigt f&#252;hlen, <a href="http://www.miracee.org/2012/12/29/probleme-extremfeministen-15364477/">zeigt ein Blogpost</a><span>, der sich gegen so genannte &#8220;<span>Extremfeministen&#8221;</span> wendet. Demzufolge haben Feministinnen auf dem 29c3 ihr Unwesen getrieben, indem sie zur Information gingen und die dort anwesenden M&#228;nner verwirrten, die sich besonders Leicht von Frauen um den Finger wickeln lassen, da es sich um m&#228;nnliche <span>Nerds</span> handele. Diese Feministinnen haben dies getan, schreibt die Autorin, weil sie eifers&#252;chtig seien, dass ein paar <span>bekiffte</span> <span>Coder</span> trotz mangelnder Sozialkompetenz so etwas wie den 29c3 auf die Beine gestellt haben. Es k&#246;nnte sich so zugetragen haben. Ich halte das trotzdem f&#252;r eher unwahrscheinlich.</span></p>
<p><span>Der Text ist also ein eigentlich irrelevanter Blogpost, auf den ich mich aus einem anderen Grund beziehe: Die Autorin schreibt, dass ihre <span>Sozialisation</span> dazu gef&#252;hrt habe, dass sie es heute durchaus angenehm finde, wenn M&#228;nner ihr in den Mantel helfen. Die traurige Passage:</span></p>
<blockquote><p><span>Ich bin auch unter dem Motto erzogen <span>worde</span>, lasse eine Frau im Dunkeln niemals <span>allrin</span> <span>draussen</span> herumlaufen. Uns wurde eingebl&#228;ut, immer nur in Gruppen zu laufen oder uns aber eine m&#228;nnliche Begleitung zu suchen. Den <span>Jungs</span> wurde eingebl&#228;ut, M&#228;dels im Dunkeln zu begleiten.</span></p></blockquote>
<p><span>Das ist <span>Rape</span>-<span>Culture</span> in Reinform. Ich bin auf <span>Twitter</span> kritisiert worden, dass ich es so nenne, weshalb ich das hier nochmal n&#228;her erkl&#228;ren m&#246;chte: <span>Rape</span>-<span>Culture</span> hei&#223;t nicht, dass alle M&#228;nner vergewaltigende Monster seien. <span>Rape</span>-<span>Culture</span> bedeutet, dass Frauen einen bestimmten Verhaltenscodex einhalten m&#252;ssen, wie zum Beispiel nicht alleine im Dunkeln zu gehen und sich einen m&#228;nnlichen Begleiter zu suchen. </span></p>
<p>Kommt es wirklich zu einer Vergewaltigung, wird der Frau die Schuld gegeben, sobald sie diesen Kodex verletzt. (Und f&#252;r manche Leute sind Frauen, die den Kodex verletzen, Schlampen und Freiwild, die ruhig bel&#228;stigt werden d&#252;rfen.) St&#246;&#223;t einer Frau, die den Kodex nicht eingehalten hat, etwas zu, hei&#223;t es, sie habe sich nicht genug gewehrt. Sie sei selber Schuld gewesen, alleine diesen dunklen Weg gegangen zu sein. Warum habe sie &#252;berhaupt diesen Minirock und Fickmich-Schuhe getragen? W&#252;rde einem Mann &#228;hnliches gesagt, wenn er Opfer einer Gewalttat wird &#8211; wir w&#252;rden das absurd nennen und uns emp&#246;ren.</p>
<p>Bei Frauen tun wir das seltsamerweise nicht konsequent. Auch heute. Auch hier in Deutschland. Deswegen gehen &#252;brigens Frauen jeden Sommer zum Slutwalk, auf die Stra&#223;e und rufen &#8220;No means no&#8221;. Das finden wir gerne sympathisch, ohne weiter dar&#252;ber nachzudenken, worum es den Frauen eigentlich geht. Sie haben die Schnauze voll davon, sich an einen Kodex halten zu m&#252;ssen, der nur f&#252;r Frauen gilt und bei Verletzung &#220;bergriffe von M&#228;nnern zur Folge haben kann. Mit latzhosigem 70er-Jahre-Emma-Feminismus hat das ganze nichts zu tun.</p>
<p>Leider gibt es furchtbar viele M&#228;nner, die sich selbst (meist zurecht) als Good Guy sehen und Frauen, welche die alte Rollenverteilung komfortabel finden. Sie meinen, nur weil sie selbst sie nicht wahrnehmen, existiere die Rape Culture gar nicht und der Begriff sei &#252;bertrieben. H&#246;rt einfach den Frauen zu, die anderes berichten. Und denkt bitte dar&#252;ber nach, ob es einen Grund haben k&#246;nnte, wenn ihr eine rote Creeper Card in die Hand gedr&#252;ckt bekommt. Und ob der Grund wirklich zwangsl&#228;ufig ist, euch zu &#228;rgern.</p>
<p>Eine sehr gute Beschreibung, was Rape Culture eigentlich ist, <a href="http://antiprodukt.de/feminismus-101-teil-6-was-ist-rapeculture/">gibt es hier</a>.</p>
<p><em><span><span>Disclaimer</span>: Ich war nicht auf dem 29c3 wie ich auch noch nie vorher auf einem der CCC-Kongresse war, weil ich den Termin zwischen den Jahren h&#246;chst ungl&#252;cklich finde. Au&#223;erdem bin ich ein heterosexueller Mann und lasse mir allgemein eher nicht besonders gerne in den Mantel helfen. Ich wei&#223; also nicht wovon ich schreibe, und habe gar kein Recht, diesen Blogpost zu ver&#246;ffentlichen.</span></em></p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5649&amp;md5=e9e177b37e588d5b8e3089de6907200b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Peer (Update)</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Dec 2012 18:58:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Peer Steinbrück]]></category>

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		<description><![CDATA[Zugegeben: Ich hab&#8217;s ja nicht so mit SPD-Kanzlerkandidaten. Die geben sich seit ein paar Jahren besonders viel M&#252;he, ihre W&#228;hler zu entt&#228;uschen. So auch Peer Steinbr&#252;ck. Der wurde im Interview gefragt, ob ein Bundeskanzler zu wenig verdient. Das ist f&#252;r einen Politiker, zumal Sozialdemokraten, ein Elfmeter ohne Torwart. Die Antwort k&#246;nnte in etwa lauten: „Gemessen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Zugegeben: <a href="http://www.ennomane.de/2011/10/26/schnauze-schmidt/">Ich hab&#8217;s ja nicht so mit SPD-Kanzlerkandidaten.</a> Die geben sich seit ein paar Jahren besonders viel M&#252;he, ihre W&#228;hler zu entt&#228;uschen. So auch Peer Steinbr&#252;ck. Der wurde im Interview gefragt, ob ein Bundeskanzler zu wenig verdient. Das ist f&#252;r einen Politiker, zumal Sozialdemokraten, ein Elfmeter ohne Torwart.</p>
<p>Die Antwort k&#246;nnte in etwa lauten: <em>„Gemessen an Spitzengeh&#228;ltern in der Wirtschaft verdient ein Bundeskanzler zwar wenig, aber das eigentlich Problem ist doch: Verdienen die eigentlichen Leistungstr&#228;ger in der Gesellschaft genug? K&#246;nnen Pflegekr&#228;fte und Supermarktkassierer gut von ihrer Leistung leben? Wie kann es sein, dass so viele Menschen in Vollzeitbesch&#228;ftigung auf den Alg2-Satz aufstocken m&#252;ssen? Was tun wir mit all denjenigen, die niemals wieder eine Aussicht auf einen sinnvoll bezahlten Job haben? Deshalb fordere ich einen fl&#228;chendeckenden Mindestlohn, h&#246;here Alg2-S&#228;tze und weniger G&#228;ngelung der Menschen in den Jobcentern.“</em></p>
<p>Genau das hat er aber nicht gesagt. Er findet, es k&#246;nne nicht sein, dass ein Bundeskanzler weniger verdient, als ein Sparkassendirektor. Fehlt nur noch ein Kurzreferat &#252;ber das Armutsrisiko, dem vor allem auch junge, allein erziehende Bundeskanzlerinnen ausgesetzt seien&#8230;</p>
<p>Das Gehalt eines Bundeskanzler hat nichts mit dem (frei ausgehandelten) Gehalt eines Wirtschaftsbosses zu tun. Ich m&#246;chte jedenfalls keine Leute in dem Job sehen, die ihn des Geldes wegen machen, weshalb Abgeordnete, Kanzler und Minister zwar eine hohe Di&#228;t beziehen, die sie unabh&#228;ngig machen soll, aber eben auch kein Luxusgehalt. Dass ein Bundeskanzler relativ wenig verdient mag sachlich richtig sein, ist aber irrelevant und aus dem Mund eines Sozialdemokraten eine Entt&#228;uschung. Entt&#228;uschend nat&#252;rlich nur f&#252;r diejenigen, die das Versprechen der Sozialdemokratie noch glauben, sich f&#252;r die Interessen der „kleinen Leute“ einzusetzen.</p>
<p>Das hat auch nichts mit einer „Neiddebatte“ zu tun. Steinbr&#252;ck sagt, er habe kein „erotisches Verh&#228;ltnis zum Geld“, <a href="http://www.onk3l.de/?p=1621">kommuniziert aber st&#228;ndig das Gegenteil</a>. Sein Verhalten zeigt, dass er frei von Empathie zu sein scheint f&#252;r diejenigen, die er gerne regieren m&#246;chte. Seine Kandidatur ist f&#252;r eine Partei, die sich &#8220;sozialdemokratisch&#8221; nennt, ein Griff ins Klo. So kommt das Mem zustande, die SPD sei eine „Verr&#228;terpartei“: Nicht wegen irgendwelcher Dolchsto&#223;legenden, sondern weil die Menschen sich von der Sozialdemokratie hier und heute betrogen f&#252;hlen.</p>
<p>Selbst ich, der sich als „linksliberal“ bezeichnet, m&#246;chte lieber von Angela Merkel regiert werden als von Peer Sparkassendirektor. Und ich habe auch nicht das Gef&#252;hl, dass nur meine Filterblase so empfindet. Ich prognostiziere daher, dass die SPD ihr historisches Ergebnis von 23% bei der Bundestagswahl 2009 im Herbst 2013 noch einmal unterbieten wird.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5640&amp;md5=a14741819369102d0baa0da5d417a15c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Angriff der Killerautisten</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2012/12/17/angriff-der-killerautisten/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 Dec 2012 13:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hirnwindung]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Amoklauf]]></category>
		<category><![CDATA[Asperber]]></category>
		<category><![CDATA[Autismus]]></category>
		<category><![CDATA[Newton]]></category>

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		<description><![CDATA[Anatol Stefanowitsch und ich haben wieder einen Podcast aufgenommen. Zu gast waren die beiden Asperger-Autisten @wendelherz und @h4wkey3 &#8211; ganz zuf&#228;llig, w&#228;hrend in den Boulevardmedien ein Zusammenhang zwischen Autismus und dem Amoklauf von Newton konstruiert wird. Das kann nicht so stehen bleiben: Themen und K&#246;pfe 2 &#8211; Angriff der Killerautisten Mittlerweile hat Themen und K&#246;pfe [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ennomane.de/wp-content/podcast.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-5586" title="podcast" src="http://www.ennomane.de/wp-content/podcast.jpg" alt="" width="480" height="479" /></a></p>
<p><a href="http://www.sprachlog.de/">Anatol Stefanowitsch</a> und ich haben wieder einen Podcast aufgenommen. Zu gast waren die beiden Asperger-Autisten <a href="http://wendelherzblog.wordpress.com/">@wendelherz</a> und <a href="http://realitaetsfilter.com/">@h4wkey3</a> &#8211; ganz zuf&#228;llig, <a href="http://carta.info/52211/kuchenpsychologie-heute-asperger/">w&#228;hrend in den Boulevardmedien ein Zusammenhang zwischen Autismus und dem Amoklauf von Newton konstruiert wird</a>.</p>
<p>Das kann nicht so stehen bleiben: <a href="http://themen-und-koepfe.de/angriff-der-killerautisten-tuk2-mit-wendelherz-und-h4wkey3/">Themen und K&#246;pfe 2 &#8211; Angriff der Killerautisten</a></p>
<p>Mittlerweile hat Themen und K&#246;pfe nicht nur eine eigene Webseite mit Podcastfeed sondern einen <a href="http://twitter.com/ThemenUndKoepfe">Twitter-Account</a>, eine <a href="https://www.facebook.com/ThemenUndKopfe">Facebook-Seite</a> und eine Seite bei <a href="https://plus.google.com/102921607601466401478/posts">Google+</a>.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5614&amp;md5=2424d15ee5564a03d297d72e238275f1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Themen und K&#246;pfe</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2012/11/29/themen-und-kopfe/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Nov 2012 18:27:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Nullnummer haben Anatol und ich noch hier im Blog ver&#246;ffentlicht, nun hat unser Podcast aber endlich einen Namen, eine eigene Seite und einen Feed, unter dem ihr ihn abonnieren k&#246;nnt. Bittesehr: Themen und K&#246;pfe. In der ersten Folge haben wir Thomas Wied zu Gast. Thema: Eurokrise im generischen Femininum.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-5586" title="podcast" src="http://www.ennomane.de/wp-content/podcast.jpg" alt="" width="480" height="479" /></p>
<p>Die <a href="http://www.ennomane.de/2012/10/03/podcast-mit-anatol-stefanowitsch-nullnummer/">Nullnummer</a> haben Anatol und ich noch hier im Blog ver&#246;ffentlicht, nun hat unser Podcast aber endlich einen Namen, eine eigene Seite und einen Feed, unter dem ihr ihn abonnieren k&#246;nnt. Bittesehr: <a href="http://themen-und-koepfe.de/">Themen und K&#246;pfe</a>. In der ersten Folge haben wir Thomas Wied zu Gast. Thema: Eurokrise im generischen Femininum.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5585&amp;md5=8cb86c61a7588662fea66b6dd5024a2f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Podiumsdiskussion mit Stefan Liebich und mir zum Thema &#8220;Internet und Politik&#8221;</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2012/11/15/podiumsdiskussion-mit-stefan-liebich-und-mir-zum-thema-internet-und-politik/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Nov 2012 20:27:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Verein Nordlicht e.V. aus Franz&#246;sisch Buchholz hat mich zu einer Podiumsdiskussion mit Stefan Liebich (MdB Die Linke) eingeladen. Das Thema lautet &#8220;Internet und Politik&#8221;. Die Veranstalter haben da noch &#8220;Demokratisierung oder Manipulation&#8221; und &#8220;Transparenz oder Cybermobbing&#8221; drunter geschrieben. Also ziemlich genau meine Lieblingsthemen, jedenfalls werde ich dazu allerlei zu sagen k&#246;nnen. Ihr seid alle [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Verein Nordlicht e.V. aus Franz&#246;sisch Buchholz hat mich zu einer Podiumsdiskussion mit <a href="http://www.stefan-liebich.de/">Stefan Liebich (MdB Die Linke)</a> eingeladen. Das Thema lautet &#8220;Internet und Politik&#8221;. Die Veranstalter haben da noch &#8220;Demokratisierung oder Manipulation&#8221; und &#8220;Transparenz oder Cybermobbing&#8221; drunter geschrieben. Also ziemlich genau meine Lieblingsthemen, jedenfalls werde ich dazu allerlei zu sagen k&#246;nnen.</p>
<p>Ihr seid alle eingeladen am <strong>20. November 2012 um 19 Uhr</strong> ins <strong>Amtshaus Franz&#246;sisch Buchholz, Berliner Stra&#223;e 24</strong>, 13127 Berlin.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5570&amp;md5=7e0478d5fed58b9765fe86cfd0fa32d4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Liquid Feedback und das Wahlgeheimnis</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2012/11/10/liquid-feedback-und-das-wahlgeheimnis/</link>
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		<pubDate>Sat, 10 Nov 2012 15:48:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Liquid Feedback]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Liquid Feedback entwickelt wurde, stellte sich schnell die Frage, wie man verhindert, dass ein Wahlcomputer draus wird. Wir erinnern uns an die Wahl von George W. Bush im Jahr 2000, die heute noch von vielen angezweifelt wird und bei der Wahlmaschinen eine unr&#252;hmliche Rolle gespielt haben. Wahlcomputer sind extrem manipulationsanf&#228;llig. Der CCC hat das [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-5553" title="lqfb1" src="http://www.ennomane.de/wp-content/lqfb1.jpeg" alt="" width="480" height="479" /></p>
<p>Als Liquid Feedback entwickelt wurde, stellte sich schnell die Frage, wie man verhindert, dass ein Wahlcomputer draus wird. Wir erinnern uns an die Wahl von George W. Bush im Jahr 2000, die heute noch von vielen angezweifelt wird und bei der Wahlmaschinen eine unr&#252;hmliche Rolle gespielt haben. Wahlcomputer sind extrem manipulationsanf&#228;llig. <a href="http://wahlcomputer.ccc.de/">Der CCC hat das hier sehr gut zusammengefasst.</a> Wenn es also darum geht, irgend eine Form von Wahlcomputern zu verwenden, kann die Antwort nur hei&#223;en:</p>
<p><strong>NO. FUCKING. WAY. </strong></p>
<p>Nun besteht aber ein hoher Leidensdruck in der Piratenpartei, Basisdemokratie (oder wie ich lieber sage: Mitgliederdemokratie) umzusetzen. 1400 Seiten Antragsbuch f&#252;r den n&#228;chsten Bundesparteitag sprechen f&#252;r sich. In Bochum wird aus Zeitgr&#252;nden wieder nur &#252;ber einen kleinen Teil der Antr&#228;ge abgestimmt und zwar von <a href="http://wiki.piratenpartei.de/BPT_Bewerbung_Bochum#Kapazit.C3.A4ten">h&#246;chstens 2560 Personen</a>. Direkte Demokratie <a href="http://www.ennomane.de/2012/11/08/direkte-demokratie-ist-doof/">st&#246;&#223;t da schnell an ihre Grenzen</a>. Versammlungen sind naturgem&#228;&#223; begrenzt, w&#228;hrend eine Teilnahme an Abstimmungen &#252;ber das Internet zeitlich und r&#228;umlich entzerrt eine breitestm&#246;gliche Beteiligung erlaubt. Liquid Feedback ist daf&#252;r hervorragend geeignet, zumal meine Stimme dank Delegation nicht verloren geht, wenn ich mal keine Zeit habe.</p>
<p>Bauen wir damit nicht einen Wahl- bzw. Abstimmungscomputer? Genau das tun wir &#8211; aber es gibt eine M&#246;glichkeit, das eingangs beschriebene Problem zu umgehen: Das Open-Source-Prinzip anwenden. Jeder Teilnehmer muss alles zu jeder Zeit kontrollieren k&#246;nnen. Von der verwendeten Software &#252;ber die Stimmberechtigung und Identit&#228;t aller Teilnehmer bis hin zur Abstimmung muss jeder Einblick in s&#228;mtliche Details bekommen. Das System muss vollkommen offen betrieben werden. Das bedeutet auch, dass alle Teilnehmer von allen anderen identifiziert werden k&#246;nnen. Daf&#252;r benutzen wir mangels besserer Alternativen den Namen, der im Personalausweis steht.</p>
<p>Hier wenden Kritiker aber ein, das Demokratieprinzip sei verletzt. Wahlen und Abstimmungen m&#252;ssten frei, gleich und geheim sein. Auf Versammlungen ist das kein Problem: Es ist allgemein akzeptiert, dass Abstimmungen offen durch Heben einer Stimmkarkte und nur in Ausnahmef&#228;llen auf Antrag geheim durchgef&#252;hrt werden, wenn die Mehrheit der Versammlung daf&#252;r ist. Lediglich Personenwahlen werden grunds&#228;tzlich geheim durchgef&#252;hrt. Es hat also Gr&#252;nde, warum s&#228;mtliche Personaldiskussionen in Liquid Feedback verp&#246;nt und verboten sind. Es spricht aber nichts dagegen, Liquid Feedback als eine Form der st&#228;ndigen Mitgliederversammlung mit offenen Abstimmungen zu benutzen.</p>
<p>Trotzdem haben die Kritiker recht, wenn sie ein Wahlgeheimnis einfordern. Als L&#246;sung wird die Verwendung von Pseudonymen angesehen, gerne kombiniert mit einer &#8220;Tresorl&#246;sung&#8221;, bei der die Feststellung der Identit&#228;t von Teilnehmern nur durch wenige befugte Personen m&#246;glich ist. Eine solche L&#246;sung ist nur ein Kompromiss: Die Nachvollziehbarkeit des System wird stark behindert, ohne dass ein Wahlgeheimnis hergestellt w&#252;rde. Auch hier kann eine Person in ihrem Abstimmungsverhalten &#8220;&#252;berwacht&#8221; werden, die Daten liegen ja im Tresor. Vereinfacht gesagt: Wenn jeder nachtr&#228;glich doch rauskriegen kann, wer wie abgestimmt hat, verhindert das weder sozialen Druck noch von den &#8220;Nazis der Zukunft&#8221; an die Wand gestellt zu werden. Aus diesem Grund werden auch im kommenden <a href="https://lqpp.de/bezirke/pankow/">Liquid Feedback f&#252;r Pankow</a> die Abstimmungsdaten nach einem Jahr gel&#246;scht.</p>
<p>Das Wahlgeheimnis m&#252;ssen wir also irgendwie anders sicherstellen, ohne vom System zu verlangen, was es nicht leisten kann. Eine geheime Abstimmung muss also komplett au&#223;erhalb des Systems stattfinden. Eine denkbare L&#246;sung w&#228;re, innerhalb von Liquid Feedback ein Regelwerk &#8220;Vertagen in geheime Abstimmung&#8221; einzuf&#252;hren. Damit kann jede Abstimmung f&#252;r nichtig erkl&#228;rt und auf die n&#228;chste Gebietsversammlung vertagt werden, wo sie automatisch geheim abgestimmt wird, sobald ein festzulegenden Quorum erf&#252;llt ist. Das Quorum darf nicht zu niedrig sein, damit keine Einzelpersonen das ganze System trollen k&#246;nnen, aber auch nicht zu hoch, um den Minderheitenschutz zu gew&#228;hrleisten.</p>
<p>Wichtig w&#228;re noch, dass sich die entsprechende Mitgliederversammlung verpflichtet, die geheimen Abstimmungen auch durchzuf&#252;hren. Das ist &#252;brigens mit relativ wenig Aufwand m&#246;glich: Statt jeden Antrag nochmal durchzukauen, wird einfach zu Beginn der Versammlung ein Stimmzettel mit allen Streitfragen ausgeteilt, der wie ein Multiple-Choice-Test ausgef&#252;llt werden kann. Die Stimmabgabe erfolgt in der ersten Versammlungspause, die Ausz&#228;hlung w&#228;hrend oder nach der Versammlung. Nat&#252;rlich &#246;ffentlich. Auch elegant an der L&#246;sung ist, dass sie nachtr&#228;glich auf bereits laufenden Systeme angewandt werden kann. Liquid Pankow kann trotzdem sofort starten.</p>
<p>P.S.: Briefwahlmodelle sind nat&#252;rlich auch denkbar. Wir brauchen ja sowieso noch einen Mechanismus f&#252;r Urwahlen. Aber das ist ein anderes Kapitel und soll ein andermal erz&#228;hlt werden.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5550&amp;md5=8510a64e80ab5ccacd4d56ffea0017bb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Direkte Demokratie ist doof</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2012/11/08/direkte-demokratie-ist-doof/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Nov 2012 06:21:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Delgierte]]></category>
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		<category><![CDATA[Parteitag]]></category>
		<category><![CDATA[Piraten]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>

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		<description><![CDATA[tl;dr Wirklich ausgewogen ist Demokratie nicht schon, wenn wir &#252;ber alles abstimmen k&#246;nnen, sondern erst wenn wir frei entscheiden k&#246;nnen, wor&#252;ber wir abstimmen m&#246;chten und in welchen F&#228;llen wir unsere Stimme lieber delegieren. Direkte Demokratie ist doof. Ich meine gar nicht mal die klassischen Totschlagargumente. Direkte Demokratie hat einen ganzen Haufen weiterer Nachteile: Auf dem [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-5540" title="s&#228;ule" src="http://www.ennomane.de/wp-content/s&#228;ule1.jpg" alt="" width="480" height="480" /></p>
<p><em><strong>tl;dr </strong>Wirklich ausgewogen ist Demokratie nicht schon, wenn wir &#252;ber alles abstimmen k&#246;nnen, sondern erst wenn wir frei entscheiden k&#246;nnen, wor&#252;ber wir abstimmen m&#246;chten und in welchen F&#228;llen wir unsere Stimme lieber delegieren.</em></p>
<p>Direkte Demokratie ist doof. Ich meine gar nicht mal die klassischen <a href="http://www.ennomane.de/2009/12/02/aaron-koenig-und-das-ding-mit-den-plesbiziten/">Totschlagargument</a>e. Direkte Demokratie hat einen ganzen Haufen weiterer Nachteile:</p>
<ol>
<li>Auf dem Wahlzettel habe ich in der Regel nur die Wahl zwischen zwei Varianten. Ich kann weder beide ablehnen noch eine dritte entwickeln. Wenn ich die Wahl habe zwischen &#8220;N&#246;rdlichen Mauerpark bebauen&#8221; und &#8220;N&#246;rdlichen Mauerpark nicht bebauen&#8221;, kann ich nicht auf den Wahlzettel schreiben &#8220;N&#246;rdlichen Mauerpark bebauen, aber nur mit Sozialwohnungen.&#8221; Und mit ein wenig Pech ist der Stimmzettel auch noch <a href="http://www.blogvonbalrog.com/2011/11/manipulation-bei-volksabstimmung-zu-stuttgart-21.html">manipulativ</a> verfasst wie bei der Abstimmung &#252;ber Stuttgart 21.</li>
<li>Ich brauche Zeit. Wenn st&#228;ndig irgendwelche Abstimmungen sind, muss ich mir f&#252;r diese Abstimmungen auch st&#228;ndig Zeit nehmen. Bei Wahlen und Volksabstimmungen habe ich Pech gehabt, wenn ich am Wahlsonntag nicht kann. M&#246;chte ich an einem Parteitag der Piratenpartei teilnehmen, muss ich dorthin reisen und eine &#220;bernachtung klar machen. Schaffe ich das nicht, verf&#228;llt meine Stimme.</li>
<li>Ich brauche Ahnung. Was hilft es mir, wenn ich &#252;ber alle m&#246;glichen Dinge abstimmen kann, wenn ich keine Ahnung von ihnen habe? Wenn ich nicht einsch&#228;tzen kann, ob Satzungs&#228;nderungsantrag Nummer 41 nun gut f&#252;r uns ist oder nicht? Oder wenn mir das egal ist, aber nicht sein sollte?</li>
</ol>
<p>Die Anh&#228;nger der direkten Demokratie schw&#228;rmen noch heute von der altgriechischen Polis. Die hatte zwar etwa 6000 Mitglieder, Athen aber 40.000 Einwohner. Teilnehmen konnten nur M&#228;nner und zwar solche, die wirtschaftlich gut gestellt waren, weil sie Sklaven hielten und dementsprechend Zeit und finanzielle Unabh&#228;ngigkeit f&#252;r Politik hatten. Die Sklaven waren nat&#252;rlich von der Polis ausgeschlossen, genauso wie &#252;brigens auch die Frauen. Mit Demokratie, wie wir sie heute verstehen, hat das nicht mehr viel zu tun. Dennoch war das ganze Gebilde zu sperrig, Athen w&#228;hlte sich zus&#228;tzlich den Rat der 500, schon damals fing man an zu delegieren.</p>
<p>Heute haben wir die Wahl zwischen Parteien. W&#228;hlen kann ich nur das Gesamtpaket. Einmal gew&#228;hlt, beugen sie sich Sach- und Koalitionszw&#228;ngen. Im Berliner Abgeordnetenhaus wollen derzeit alle Parteien die Absenkung des Wahlalters auf 16. Alle bis auf eine: Die CDU will das nicht und verhindert ihre Minderheitsposition erfolgreich per Koalitionsvertrag. Abgestimmt wird dar&#252;ber nicht und bis zur n&#228;chsten Wahl muss ich vier bis f&#252;nf Jahre warten. Dann sind die 16j&#228;hren von heute 20 und d&#252;rfen sowieso schon w&#228;hlen&#8230; Die Mitbestimmung bei fast allen Fragen, die im Abgeordnetenhaus verhandelt werden, bleibt mir als B&#252;rger defacto verwehrt, und wenn ich noch so pflichtbewusst w&#228;hlen gehe.</p>
<p>Das Antragsbuch f&#252;r den Bundesparteitag 2012 der Piratenpartei in Bochum ist 1400 Seiten dick. Wirklich lesen kann das eigentlich keiner, jedenfalls nicht ernsthaft alle Antr&#228;ge abw&#228;gen und sich eine fundierte Meinung bilden. Nur ein Bruchteil der Antr&#228;ge wird &#252;berhaupt abgestimmt werden. Um die Antragsreihenfolge festzulegen, wird eine Umfrage per Limesurvey gemacht &#8211; eine Art Vorwahl mit einem Online-Tool, das gleich in mehrfacher Hinsicht v&#246;llig ungeignet und manipulationsanf&#228;llig ist.</p>
<p>Wenn schlie&#223;lich &#252;ber die Antr&#228;ge abgestimmt wird, werden nur etwa 1500 Piraten vor Ort sein &#8211; von etwa 34.000. Da es keine Delegierten gibt, ist das Stimmgewicht unter den einzelnen Landesverb&#228;nden ungleich verteilt. Auf dem Papier kann zwar jeder mitmachen, in der Praxis bestimmt aber eine kleine, aktive, gut organisierte, finanziell nicht allzu prek&#228;re, Zeit habende und vor allem eine nicht gew&#228;hlte Partei-Elite, wo es lang geht. Auf diesem Wege direkte Demokratie und allgemeine Mitbestimmung verwirklichen zu wollen, ist hoffnungslos. Daran sind zuletzt die Gr&#252;nen gescheitert und verteilte Parteitage werden das nur graduell verbessern. Ein Delegiertensystem w&#228;re demokratischer und gerechter als das, was wir derzeit in der Partei praktizieren.</p>
<p>W&#228;re es nicht unglaublich gro&#223;artig, wir h&#228;tten ein System, in dem wir abstimmen k&#246;nnten, wann wir gerade Zeit haben und ohne reisen zu m&#252;ssen, eigene Alternativ-Antr&#228;ge stellen k&#246;nnten, wenn wir die vorhandenen Antr&#228;ge nicht ausreichend finden, frei entscheiden k&#246;nnten, wor&#252;ber wir abstimmen und was wir an an Personen unseres Vertrauens delegieren m&#246;chten, wenn wir von einem Thema keine Ahnung haben oder es uns nicht interessiert, und das auch f&#252;r tausende von Teilnehmer geeignet ist&#8230; <a href="http://wiki.piratenpartei.de/Antrag:Bundesparteitag_2012.2/Antragsportal/S%C3%84A041">oh wait</a>!</p>
<p><em>P.S.: Was wir au&#223;erdem noch brauchen, ist die Urwahl von Vorst&#228;nden. Aber das ist ein anderes Kapitel und soll ein andermal erz&#228;hlt werden.</em></p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5525&amp;md5=0ec6a898f71d786c8a0d9526e0bde60a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>#RefugeeCamp, die Medien und die Relevanz</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2012/10/29/refugeecamp-die-medien-und-die-relevanz/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Oct 2012 22:38:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[#RefugeeCamp]]></category>

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		<description><![CDATA[Asylanten in Deutschland: Sie d&#252;rfen nicht arbeiten, ihren Landkreis ihr Bundesland nicht verlassen und leben unter unw&#252;rdigen Umst&#228;nden in Notunterk&#252;nften, wo sie mehr schlecht als recht verwaltet werden und auf den Ausgang ihres kafkaesken Verfahrens warten, das zumeist bedeutet: Abschiebung. Ein verzweifeltes H&#228;uflein Asylsuchender lehnt sich auf und beginnt einen mehrw&#246;chigen Marsch von W&#252;rzburg nach [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-5497" title="refugeecamp" src="http://www.ennomane.de/wp-content/refugeecamp.jpg" alt="" width="480" height="486" /></p>
<p>Asylanten in Deutschland: Sie d&#252;rfen nicht arbeiten, <del>ihren Landkreis</del> ihr Bundesland nicht verlassen und leben unter unw&#252;rdigen Umst&#228;nden in Notunterk&#252;nften, wo sie mehr schlecht als recht verwaltet werden und auf den Ausgang ihres kafkaesken Verfahrens warten, das zumeist bedeutet: Abschiebung. Ein verzweifeltes H&#228;uflein Asylsuchender lehnt sich auf und beginnt einen mehrw&#246;chigen Marsch von W&#252;rzburg nach Berlin.</p>
<p><a href="http://www.rhein-zeitung.de/bilder/bilder-nachrichten_costart,1_mmid,15256.html#pic">In Berlin angekommen treten sie auf dem Pariser Platz in einen Hungerstreik</a>, um auf die Ausweglosigkeit ihrer Lage aufmerksam zu machen. Es kommt zur R&#228;umungsversuchen. In der ersten Nacht soll es zu Polizeigewalt gekommen sein, aber auch die Polizei beklagt, ein Kollege sei gebissen worden. Das H&#228;uflein wird geduldet, die Asylsuchenden kampieren weiter an Ort und Stelle. In der 5. Nacht <a href="http://ennolenze.de/nachtlicher-polizeieinsatz-beim-hungerstreik-in-berlin/609/">versucht die Polizei um 3 Uhr morgens das Camp zu r&#228;umen</a>, was nur misslingt, weil mittlerweile etliche Unterst&#252;tzer vor Ort sind und auch die Nacht &#252;ber bleiben.</p>
<p>Die verantwortlichen Politiker lavieren herum: Der Senat und das Bezirksamt wollen nat&#252;rlich klar machen, dass kampierende Asylanten vor dem Brandenburger Tor nicht willkommen sind. Sie wollen sich aber auch nichts zu Schulden kommen lassen, schon gar keinen Menschenrechtsversto&#223;. Vielleicht helfen ja schikan&#246;se Auflagen.</p>
<p>Mittlerweile haben sich Minusgrade eingestellt. Kampieren ist vor dem Brandenburger Tor verboten. Die Polizei sammelt alles ein, was als Unterlage und Schutz vor K&#228;lte dienen k&#246;nnte: Zelte, Schlafs&#228;cke, Isomatten, Planen, Kissen. Die Demonstranten sollen lediglich dort herumstehen d&#252;rfen. Unterst&#252;tzer Helfen mit mehr Kleidung. Hei&#223;es Wasser wird in Termoskannen herangeschafft. Am folgenden Tag m&#252;ssen Demonstranten und Unterst&#252;tzer zweitweise herumstehen und ihre Habe in T&#252;ten hochhalten, damit die Polizei sie ihnen nicht wegnimmt. Zelte werden durch Regenschirme ersetzt, was nat&#252;rlich nicht funktioniert.</p>
<p>Die Zahl der Unterst&#252;tzer steigt. Politiker verschiedener Parteien stellen sich ein, unter anderem Petra Pau von der Linken und der Altgr&#252;ne Hans-Christian Str&#246;bele und viele, viele Piraten. Sie kommen aber ohne ihre Fahnen: Es soll nicht der Eindruck entstehen, man wolle auf dem R&#252;cken der Asylbewerber Wahlkampf machen. Mittlerweile bilden sich &#252;ber Twitter organisierte Mahnwachen in Hamburg, M&#252;nchen und D&#252;sseldorf. Gelegentlich taucht der eine oder andere Reporter auf. Es reicht nur zu einem Dreizeiler in der &#8220;Berliner Zeitung&#8221;.</p>
<p>Erst als ein paar bekannte Piratinnen ank&#252;ndigen, <a href="http://tits4humanrights.wordpress.com/2012/10/29/warum-wir-uns-nicht-fur-die-bild-ausziehen/">sich vor dem Camp auszuziehen</a>, &#228;ndert sich das Bild. In Erwartung nackter Br&#252;ste stellt sich ein ganzer Trumm von Fotographen ein. Darunter mehrere TV-Kameras. Statt nackter Haut gibt es jedoch nur Parolen auf Unterw&#228;sche: Die Medienvertreter sollen sich sch&#228;men, dass sie wegen sowas in Scharen aufkreuzen, w&#228;hrend nebenan Menschen hungern. Aber Asylanten sind numal nicht &#8220;sexy&#8221;.</p>
<p>Jedenfalls haben die Medien nun ihre Story, <a href="http://tits4humanrights.wordpress.com/2012/10/29/medienberichte/">die Aufmerksamkeit ist endlich da</a>. Ein Beispiel: Dominik Rzepka von der ZDF-Heute-Redaktion. Er hielt die die Ereignisse rund um das #RefugeeCamp <a href="http://www.twitlonger.com/show/jqn73s">zun&#228;chst nicht f&#252;r berichtenswert</a>. Begr&#252;ndung:</p>
<blockquote><p>Journalismus ist ein Handwerk. Es gelten nachrichtliche Kriterien. Relevanz, Betroffenheit, Prominenz – das sind einige der Kriterien, nach der wir Ereignisse abzuklopfen haben. Bitte bekommt jetzt keinen Schaum vor den Mund. Aber: Eine Demonstration von 20 Menschen erf&#252;llt diese Kriterien eigentlich nicht. Damit will ich &#252;berhaupt nicht sagen, dass die Demo unwichtig ist. Aber die Relevanz &#252;berschreitet meiner Meinung nach eine gewisse Schwelle nicht.</p></blockquote>
<p>Ja, ich wei&#223;, wir neigen dazu, v&#246;llig zu &#252;bersch&#228;tzen, was in unserer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Filterblase">Filterblase</a> passiert und uns f&#252;r den Nabel der Welt zu halten, weil viele der Ereignisse irgendwo zwischen Piraten und &#8220;Netzgemeinde&#8221; eben nicht relevant genug sind f&#252;r Tagesschau &amp; Co. Ich habe selber oft genug mit einem versprengten H&#228;uflein Demonstranten am Neptunbrunnen gegen ACTA oder INDECT demonstriert und wei&#223;, dass 20 Demonstranten bei weitem nicht die Relevanz f&#252;r die Abendnachrichten hat.</p>
<p>Weiter unten in seinem Text f&#252;hrt Rzepka allerdings aus, das schlie&#223;lich doch berichtet wurde, weil &#8220;das Web&#8221; dar&#252;ber rede. Wenn tausende Tweets durch die Timeline-Rauschen und das Hashtag <a href="http://twitter.com/search/realtime?q=%23refugeecamp">#RefugeeCamp</a> auf Platz 1 der Trending Topics steht, l&#228;sst sich eine Angelegenheit medial nur noch schwer ignorieren. Genauso wenig, wie sich die nackten Br&#252;ste von ein paar Piratinnen ignorieren lassen. Herr Rzepka hat indirekt zugegeben, dass das ZDF nichts anderes tut als RTL und &#8220;Bild&#8221;: Nur senden, was die Leute aufregt. Sowas nennt man Boulevard-Journalismus &#8211; Geb&#252;rengelder hin, Bildungsauftrag her.</p>
<p>Seit Jahren herrschen untragbare Zust&#228;nde in Asylbewerberheimen, w&#228;hrend unsere Asylgesetzgebung die Menschenrechte mit F&#252;&#223;en tritt. Ein wochenlanger Marsch und ein Hungerstreik vor dem Pariser Platz, wo nur eingefordert wird, dass die unver&#228;u&#223;erbaren Rechte im Grundgesetz und die Menschenrechte bitte sch&#246;n f&#252;r alle Menschen gleicherma&#223;en gelten m&#252;ssen &#8211; das ist nicht relevant. Das ist f&#252;r sich genommen nicht berichtenswert, auch wenn es mitten in Deutschland passiert.</p>
<p>Eigentlich erb&#228;rmlich. Nein. Uneigentlich.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5495&amp;md5=391d636a2e6fbc9a4ec5f1bc62b2a60b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Themen, K&#246;pfe, whatever &#8211; politische Arbeit braucht Kompetenz</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2012/10/26/themen-kopfe-whatever-politische-arbeit-braucht-kompetenz/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Oct 2012 13:54:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Piraten]]></category>
		<category><![CDATA[Themen statt Köpfe]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Gastbeitrag von @astefanowitsch Die Piratenpartei hat einen Schlachtruf: „Themen statt K&#246;pfe“. Es ist ein richtiger Schlachtruf. Ein kluger Schlachtruf. Ein w&#252;rdiger Schlachtruf. Leider ist es aber auch nur das: Ein Schlachtruf. Um den Satz von einem Schlachtruf in ein Prinzip politischen Handelns zu &#252;berf&#252;hren, d&#252;rfen wir zwei Dinge nicht &#252;bersehen. Erstens: Ideen werden nur [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Gastbeitrag von <a href="http://twitter.com/astefanowitsch">@astefanowitsch</a></p>
<p>Die Piratenpartei hat einen Schlachtruf: „Themen statt K&#246;pfe“. Es ist ein richtiger Schlachtruf. Ein kluger Schlachtruf. Ein w&#252;rdiger Schlachtruf. Leider ist es aber auch nur das: Ein Schlachtruf.</p>
<p>Um den Satz von einem Schlachtruf in ein Prinzip politischen Handelns zu &#252;berf&#252;hren, d&#252;rfen wir zwei Dinge nicht &#252;bersehen. Erstens: Ideen werden nur durch harte Arbeit zu Themen. Zweitens: Themen m&#252;ssen in politische Entscheidungsprozesse hineintragen und dort vertreten werden.</p>
<p>F&#252;r beides braucht es K&#246;pfe.</p>
<p>Damit Leitideen der Piratenpartei wie Teilhabe und Transparenz zu Themen werden, auf deren Grundlage wir verschiedene Politikfelder und die politischen Prozesse selbst gestalten k&#246;nnen, braucht es K&#246;pfe, die sich mit viel Geduld und Wissbegierde in die verschiedenen Politikfelder und politischen Prozesse einarbeiten und konkrete Vorschl&#228;ge entwickeln. Das geschieht in Arbeitsgemeinschaften aber vor allem auch in informellen Gruppen, die sich themenbezogen zusammenfinden.</p>
<p>Je mehr K&#246;pfe sich hier einbringen, aus desto mehr Themen kann die Piratenpartei bei Gestaltung ihrer Wahlprogramme oder sogar bei der Gestaltung von Gesetzesvorhaben in den Parlamenten sch&#246;pfen.</p>
<p>Damit die Themen nicht nur in die &#246;ffentliche Diskussion, sondern auch in konkrete Gesetzgebungsprozesse eingebracht werden, braucht es K&#246;pfe, die diese Themen innerhalb des politischen Systems effektiv vertreten k&#246;nnen. Diese K&#246;pfe m&#252;ssen Sachverstand und Glaubw&#252;rdigkeit f&#252;r ihre Themenbereiche mitbringen, und sie m&#252;ssen die F&#228;higkeit zur politischen Vernetzung haben. Nur so k&#246;nnen sie in parlamentarischen Aussch&#252;ssen inhaltliche, auf einzelne Themen bezogene Allianzen mit anderen Parteien eingehen. Das ist notwendig, weil es auf absehbare Zeit keinen anderen Weg geben wird, wenigstens einen Teil unserer Inhalte umzusetzen.</p>
<p>Leider verfolgen gro&#223;e Teile der Basis die Entstehung konkreter Themen nur am Rande, und leider haben noch gr&#246;&#223;ere Teile der Basis eine Abneigung gegen alles, was sie als Zeichen etablierter politischer Professionalit&#228;t wahrnehmen – etwa Medienpr&#228;senz oder eine gute Vernetzung &#252;ber Parteigrenzen hinweg.</p>
<p>Deshalb werden unsere Parlamentarier in den Landesparlamenten f&#252;r ihre Arbeit nicht nur kaum gew&#252;rdigt, sondern bekommen im Gegenteil bei jeder Gelegenheit mit voller Wucht die Verachtung der „Basis“ f&#252;r das „politische Etablissement“ zu sp&#252;ren.</p>
<p>Und deshalb werden auf Aufstellungsversammlungen bevorzugt Menschen auf die vorderen Listenpl&#228;tze gew&#228;hlt, die sich bestenfalls durch Flei&#223; in Parteigremien hervorgetan haben &#8212; also kurioserweise genau die Kriterien erf&#252;llen, die auch in den „etablierten“ Parteien eine politische Karriere sichern. Menschen die innerhalb und au&#223;erhalb der Partei seit Jahren an zentralen Leitthemen der Piratenpartei arbeiten, werden dagegen mit Misstrauen behandelt – sei es, weil ihre thematische Kompetenz au&#223;erhalb des Kanons der Netz- und Urheberrechtspolitik liegt, sei es, weil sie in der Partei noch relativ neu sind.</p>
<p>Dabei wird &#252;bersehen, dass nur ein kleiner Teil der parlamentarischen Arbeit mit den kanonischen Themen zu tun hat, und dass wir Expert/innen f&#252;r soziale, wirtschaftliche und politische Themen dringend ben&#246;tigen werden. Es wird auch &#252;bersehen, dass Menschen, die bereits vor ihrer Zeit bei der Piratenpartei an Themen wie Teilhabe oder Transparenz gearbeitet haben, eine wertvolle Ressource f&#252;r die Partei sind, weil sie ihren Sachverstand, ihre Glaubw&#252;rdigkeit und ihre Vernetzung bereits mitbringen.</p>
<p>Wir brauchen auf den vorderen Pl&#228;tzen unserer Landeslisten f&#252;r die Landtags- und Bundestagswahlen mehr von diesen Leuten. Ich hoffe sehr, dass ich nicht der einzige bin, der das so sieht, sondern, dass es auch die Mitglieder auf den vielen uns noch bevorstehenden Aufstellungsversammlungen erkennen. Denn bei allem, was mich an der Piratenpartei st&#246;rt &#8212; und das ist viel &#8212; w&#252;nsche ich mir nicht nur, dass wir den Sprung in den Bundestag schaffen, sondern auch, dass wir dort dann den Politkwandel einleiten k&#246;nnen, von dem wir tr&#228;umen.</p>
<p>Und das geht nur mit Themen UND K&#246;pfen.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5490&amp;md5=60c0343654dc939b51d611123de2141a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Podcast mit Anatol Stefanowitsch: Nullnummer</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2012/10/03/podcast-mit-anatol-stefanowitsch-nullnummer/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Oct 2012 04:56:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Anatol Stefanowitsch und ich haben einen Podcast aufgenommen. Sobald wir einen Titel gefunden haben, werden wir eine separate Seite aufsetzen und den Podcast als Feed anbieten. Die Nullnummer gibt&#8217;s erstmal provisorisch hier. Die Themen: Wie nennen wir das Baby? Die deutsche Sprache ins Grundgesetz Petition von Walter Kr&#228;mer (Verein Deutsche Sprache) Petition von Anatol Stefanowitsch [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.scilogs.de/sprachlog">Anatol Stefanowitsch</a> und ich haben einen Podcast aufgenommen. Sobald wir einen Titel gefunden haben, werden wir eine separate Seite aufsetzen und den Podcast als Feed anbieten. Die Nullnummer gibt&#8217;s erstmal provisorisch hier. Die Themen:</p>
<ul>
<li>Wie nennen wir das Baby?</li>
<li>Die deutsche Sprache ins Grundgesetz
<ul>
<li><a href="https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2010/_11/_26/Petition_15500.html">Petition von Walter Kr&#228;mer (Verein Deutsche Sprache)</a></li>
<li><a href="https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2010/_12/_19/Petition_15840.html">Petition von Anatol Stefanowitsch</a></li>
<li><a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachpolitik/2011-02-23/auf-der-zielgerade-keine-aufnahme-der-deutschen-sprache-ins-grundgesetz">Beitrag zu den Petitionen im Sprachlog</a></li>
<li><a href="http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2011/36382677_kw45_pa_petitionen/">Aufzeichnung der Sitzung des Petitionsausschusses</a></li>
<li><a href="https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2010/_11/_26/Petition_15500.abschlussbegruendungpdf.pdf">Beschluss des Petitionsausschusses zur Petition von Walter Kr&#228;mer (Verein Deutsche Sprache)</a></li>
<li><a href="https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2010/_12/_19/Petition_15840.abschlussbegruendungpdf.pdf">Beschluss des Petitionsausschusses zur Petition von Anatol Stefanowitsch</a></li>
</ul>
</li>
<li>Koalitionsglaskugel f&#252;r September 2013</li>
<li>Die Piratenpartei <del>als</del> ist nicht die Arbeiterpartei des digitalen Proletariats
<ul>
<li><a href="http://memeticturn.com/proletarier-aller-netze/">Joerg Blumtritt „Proletarier aller Netze“</a></li>
<li><a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/spd-politiker-bartels-die-piraten-sind-laptop-marxisten/6555830.html">„Die Piraten sind Laptop-Marxisten“</a></li>
</ul>
</li>
<li>Lehnw&#246;rter: <a href="http://twitpic.com/aqmffw/full">Weltkarte der ausgewanderten W&#246;rter</a></li>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=6w0mHcPc7Ek">Sonstiges: Anatols Vortrag auf der openmind12</a></li>
</ul>
<p>Musik: <a href="http://www.jamendo.com/en/track/327389/alexkay-up-and-out">Up and Out von AlexkaY</a> (CC-BY-ND)</p>
<p>[podloveaudio src="http://ennomane.de/files/anatolenno.mp3"]</p>
<p>Wir hoffen, die Nullnummer gef&#228;llt euch ein wenig, sind sehr gespannt auf euer Feedback und freuen uns &#252;ber Titelvorschl&#228;ge in den Kommentaren.</p>
<p><a href="http://ennomane.de/files/anatolenno.mp3">Download</a> (aktualisiert) (CC-BY-SA)</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5417&amp;md5=8b7ebd157325282dab12b84d5d0d4101" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Gr&#252;nde</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2012/09/28/grunde/</link>
		<comments>http://www.ennomane.de/2012/09/28/grunde/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 Sep 2012 10:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Lobbyismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Pirat sein macht im Moment nicht besonders viel Spa&#223;. 2012 f&#252;hlt sich z&#228;h an wie 2010, immer neue Querelen kosten Kraft und Energie. Der Hype ist vorbei und die Kakophonie im Sommerloch schl&#228;gt sich in sinkenden Umfragewerten nieder. Manchmal verliere ich mich so sehr im Alltagsfrust, dass ich gerade zu drauf gesto&#223;en werden muss, warum [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Pirat sein macht im Moment nicht besonders viel Spa&#223;. 2012 f&#252;hlt sich z&#228;h an wie 2010, immer neue Querelen kosten Kraft und Energie. Der Hype ist vorbei und die Kakophonie im Sommerloch schl&#228;gt sich in sinkenden Umfragewerten nieder. Manchmal verliere ich mich so sehr im Alltagsfrust, dass ich gerade zu drauf gesto&#223;en werden muss, warum ich den Schei&#223; &#252;berhaupt mache. Dankenswerterweise erledigt das die FDP mit einem Geldw&#228;schegesetz, in dem kurz vor Schluss ein entscheidender Passus zu Spielhallen gestrichen wurde &#8211; und das dummdreisterweise wenige Tage, nachdem bekannt wurde, dass die FDP &#252;ber einen ihr geh&#246;renden Gewerbebetrieb Gelder eines Magnaten der Spielautomatenbranche erhalten hat. Die Geschichte kann man <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/streit-ueber-geldwaesche-automatenlobby-entschaerft-gesetz-a-858299.html">bei SPON nachlesen</a>.</p>
<p>Betrachten Sie das alles vor dem Hintergrund, dass sich Regierung und Bundestag sein Jahren mit Z&#228;hnen und Klauen dagegen <a href="http://www.tagesschau.de/inland/antikorruptionskonvention100.html">wehrt, ein UN-Abkommen gegen Korruption zu ratifizieren</a>. Als reiche das ganze noch nicht, lief mir gerade noch diese kleine Zusammenfassung des EnBW-Deals von Stefan Mappus &#252;ber den Weg:</p>
<p><iframe width="480" height="270" src="http://www.youtube.com/embed/ZR-5DBEdr7I" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Ich bin gerade ziemlich froh, dass in Berlin Piraten im Abgeordnetenhaus sitzen <a href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/flughafen-desaster-die-ber-aufklaerung-beginnt-nach-den-herbstferien/7189768.html">und dass Martin Delius den Untersuchungssausschuss zum Flughafen-Desaster leitet</a>. Und ich wei&#223;, warum ich den Schei&#223; mache. Geradezu machen muss.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5407&amp;md5=fd74a74bc09ce7c411480932bd5b5bfc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Diskriminierende W&#246;rter</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2012/09/28/diskriminierende-worter/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Sep 2012 00:27:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Linguistig]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Anatol Stefanowitsch hat auf der Open Mind 12 einen wundervollen Vortrag &#252;ber diskriminierende Sprache gehalten. Am Anfang geht es kurz und beispielhaft um das Wort &#8220;Neger&#8221; &#8211; der Klassiker f&#252;r dumme Argumentation à la &#8220;Meine Oma hat das Wort auch schon benutzt und ich meine das gar nicht diskriminierend.&#8221; Kennt ihr alle und auch das [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.scilogs.de/sprachlog">Anatol Stefanowitsch</a> hat auf der <a href="http://12.openmind-konferenz.de/">Open Mind 12</a> einen wundervollen Vortrag &#252;ber diskriminierende Sprache gehalten. Am Anfang geht es kurz und beispielhaft um das Wort &#8220;Neger&#8221; &#8211; der Klassiker f&#252;r dumme Argumentation à la &#8220;Meine Oma hat das Wort auch schon benutzt und ich meine das gar nicht diskriminierend.&#8221; Kennt ihr alle und auch das Gef&#252;hl, irgendwann nicht mehr die Kraft, zu haben, das immer wieder neu zu erkl&#228;ren. Hiermit habt ihr dann wenigstens einen Link. (Sp&#228;ter geht es dann haupts&#228;chlich die linguistische Analyse von sprachlichem Sexismus und ab und zu darf man sehr lachen.)</p>
<p><iframe width="480" height="270" src="http://www.youtube.com/embed/6w0mHcPc7Ek" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5402&amp;md5=81857f505c6fad152655d763c419bbb1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Liquid Feedback: Es bleibt un&#252;bersichtlich</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2012/09/18/liquid-feedback-es-bleibt-unubersichtlich/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 Sep 2012 23:29:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Liquid Feedback]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Liquid-Wars mitsamt Klarnamensdebatte sind wieder ausgebrochen. Die Bef&#252;rworter und Gegner von Klarnamen liefern sich Scharzm&#252;tzel auf Twitter und die Entwickler von Liquid Feedback distanzieren sich (erneut) von der Piratenpartei. Was ist passiert? Die Landesmitgliederversammlung hat am Sonntag beschlossen, den Liquid-Feedback-Systemen des Landesverbandes eine einheitliche &#8220;Gesch&#228;ftsordnung&#8221; zu verpassen, in der festgeschrieben wird, dass die Benutzer [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Liquid-Wars mitsamt Klarnamensdebatte sind wieder ausgebrochen. Die Bef&#252;rworter und Gegner von Klarnamen liefern sich Scharzm&#252;tzel auf Twitter und die Entwickler von Liquid Feedback distanzieren sich (erneut) von der Piratenpartei. Was ist passiert? Die Landesmitgliederversammlung hat am Sonntag beschlossen, <a href="http://wiki.piratenpartei.de/BE:Antragskommission/LMV_2012.2/Antragsportal/Sonstiger_Antrag_-_020">den Liquid-Feedback-Systemen des Landesverbandes eine einheitliche &#8220;Gesch&#228;ftsordnung&#8221; zu verpassen</a>, in der festgeschrieben wird, dass die Benutzer auch Pseudonyme benutzen d&#252;rfen sollen. Dieser Beschluss zu diesem Zeitpunkt ist sehr problematisch.</p>
<p>Das Problem hat zwei Ebenen: Erstens gilt grunds&#228;tzlich, dass Abstimmungen, die im Internet durchgef&#252;hrt werden, von jedem nachvollziehbar offen stattfinden m&#252;ssen, da anderenfalls Manipulation T&#252;r und Tor ge&#246;ffnet ist. So etwas wie geheime Abstimmungen und Wahlen per Internet ist nicht m&#246;glich. Wir w&#252;rden damit einen <a href="http://wahlcomputer.ccc.de/">Wahlcomputer</a> schaffen, was wir aus Gr&#252;nden ablehnen. Zweitens ist es derzeit m&#246;glich, im Landes- und Bundesliquid mehrere Accounts unter falschem Namen zu ergattern und auf diese Weise Abstimmungen zu manipulieren. Deshalb kommen wir leider nicht drum herum, die Personalausweis-Identit&#228;t unserer Mitglieder abzufragen, unabh&#228;ngig davon, was wir vom &#8220;<a href="http://fluchderrepublik.blogspot.de/2012/07/erklartorte-der-begriff-klarnamen.html">aufgezwungenden b&#252;rgerlichen Namen</a>&#8221; halten oder ob wir <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-10/ennomane-google-klarnamen">mit verschiedenen Identit&#228;ten</a> spielen m&#246;chten. <a href="http://www.timklimes.de/140sekunden/140-sekunden/ennomane">Ohne Klarnamen-Akkreditierung ist Liquid Feedback so relevant wie das Heise-Forum.</a> Eine solche Akkreditierung wurde auf der jetzt LMVB beschlossen, die Details m&#252;ssen noch ausgearbeitet werden, am Ende werden wir vermutlich die <a href="https://lqfb.piratenpartei.de/lf/initiative/show/3911.html">Bundeskiste</a> benutzen. So weit so gut.</p>
<p>Problematisch ist aber, dass die Mitglieder frei w&#228;hlen k&#246;nnen sollen, ob ihr b&#252;rgerlicher Name oder ein Pseudonym im System angezeigt wird. Katja Dathe hat prinzipiell recht damit, dass Menschen, die mit entscheiden wollen, auch die Verantwortung mittragen m&#252;ssen, wozu geh&#246;rt, f&#252;r seine Entscheidung einzustehen. <a href="http://dathe.wordpress.com/2012/09/16/lasst-uns-doch-bitte-schon-mal-vorgehen/">Sie erkl&#228;rt das sehr gut in ihrem Blog</a>, allerdings muss ich ihr in einem Punkt widersprechen: Wenn Beschl&#252;sse in Liquid Feedback relevant sein sollen, k&#246;nnen innerhalb der Partei nicht einfach einige vorgehen und die anderen nachkommen lassen, sondern m&#252;ssen wir tats&#228;chlich alle mitnehmen. Wir stehen f&#252;r &#8220;Basisdemokratie&#8221; (ich nenne es lieber Mitgliederdemokratie) und m&#246;glichst umfassende Beteiligung. Auch wenn Liquid Feedback-Beschl&#252;sse nicht bindend sind, halten sich Mitglieder, Vorst&#228;nde und Fraktion&#228;re weitgehend an die Ergebnisse. Wer von Liquid Feedback ausgeschlossen ist, ist in seinen oder ihren Chancen zur Mitbestimmung innerhalb der Partei empfindlich eingeschr&#228;nkt. Das m&#252;ssen wir ber&#252;cksichtigen und deshalb brauchen wir einen m&#246;glichst breiten Konsens, wie wir Liquid Feedback betreiben wollen.</p>
<p>Die Entscheidung von Sonntag, beim Akkreditieren die Personalien zu erfassen, im System aber selber nur Pseudonyme zuzulassen, kam zur Unzeit. Es handelt sich um einen m&#246;glichen Kompromiss, den ich mit Bauchschmerzen mittragen kann. Pseudonyme sind per se nicht schlimm: Ich bin ja auch als &#8220;die Ennomane&#8221; bekannter als mit meinem b&#252;rgerlichen Namen und unser Datenschutzbeauftragter im Landesverband Berlin ist auch &#252;berall nur als &#8220;der Pupe&#8221; bekannt. Allerdings bringt diese Entscheidung gerade die Gegner von Wahlcomputern auf die Barrikaden, <a href="http://liquidfeedback.org/2012/09/17/liquidfeedback-entwickler-distanzieren-sich-vom-einsatz-ihrer-software-in-der-piratenpartei/">vergr&#228;tzt ein weiteres mal die Entwickler von Liquid Feedback</a> und schr&#228;nkt die Zahl unserer Optionen ein, <a href="https://wiki.piratenpartei.de/wiki/images/5/5b/LMVB_12_2_-_DSB_zuLQFB_und_Datenschutz_Praesentation.pdf">w&#228;hrend wir gerade dabei waren, ein sinnvolles Konzept auszuarbeiten</a>. Es gibt n&#228;mlich derzeit wegen des Pankower &#8220;Klarnamens-Liquid&#8221; ein Verfahren und Gespr&#228;che mit den Datenschutzbeauftragten des Landes Berlin. Diese Gespr&#228;che sind noch nicht abgeschlossen und es gibt noch keine schriftliche Stellungnahme. M&#252;ndlich wurde uns aber schon mitgeteilt, dass &#8220;eine generelle Klarnamenspflicht f&#252;r alle Benutzer im gesamten System mit Hinweis auf Pers&#246;nlichkeits- und Minderheitenschutz sehr kritisch gesehen wird, die Nutzung des Systems mit eindeutiger Identifizierbarkeit aber als m&#246;glich erachtet wird, wobei genaue Bedingungen noch gekl&#228;rt werden m&#252;ssen. Genau das soll eigentlich gerade passieren.</p>
<p>Der Beschluss auf der LMV macht die Angelegenheit schwieriger und h&#228;tte besser am Ende der Gespr&#228;che gestanden. Dass die Angelegenheit &#252;ber eine &#8220;Gesch&#228;ftsordnung&#8221; gel&#246;st wird, statt einer Satzungs&#228;nderung, f&#252;r die eine klare Zweidrittelmehrheit n&#246;tig gewesen w&#228;re, wird die Diskussion nicht vereinfachen und die Wogen nicht gl&#228;tten. Wir brauchen ein offenes, nachvollziehbares System. Als Black Box und Wahlcomputer k&#246;nnen wir Liquid Feedback auch gleich wieder vergessen. Dann k&#246;nnen wieder nur diejenigen an Abstimmungen teilnehmen, die Zeit und Geld haben, zu den vergleichsweise seltenen Parteitagen zu fahren, was dezentrale Parteitage wahrscheinlich auch nicht wirklich abmildern k&#246;nnen.</p>
<p>Wie geht es jetzt weiter? Der <a href="https://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:DerPUPE">Pupe</a> und andere Mitglieder des Landesverbandes werden Gespr&#228;che mit den Landesdatenschutzbeauftragten f&#252;hren, der <a href="http://wiki.piratenpartei.de/BE:Vorstand">Landesvorstand</a> wird sich &#252;berlegen m&#252;ssen, welchen Nutzungsbedingungen er zustimmen kann. Die n&#228;chste <a href="http://wiki.piratenpartei.de/BE:Gebietsversammlungen/Pankow/2012-11-03">Gebietsversammlung</a> in Pankow wird am 3. November wahrscheinlich neu debattieren und beschlie&#223;en m&#252;ssen, was f&#252;r ein System sie m&#246;chte. Und ich fahre am 13. Oktober nach Stockdorf zum <a href="http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Jbenno/Liquid_Camp">Liquid-Camp</a>. Dort wollen wir &#252;berregional diskutieren, wie sich sich Akzeptanz bis hin zu einem Konsens schaffen lie&#223;e. Ich habe da eine <a href="http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Jbenno/Liquid_Camp/Sessionvorschl%C3%A4ge">Idee</a>.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5387&amp;md5=71aabe83a88c16ce1b6b8cbbe50dd8ed" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Warum ich meine Kandidatur f&#252;r den Berliner Landesvorstand der Piraten zur&#252;ckziehe</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2012/09/08/warum-ich-nicht-wieder-fur-den-landesvorstand-der-berliner-piraten-kandidiere/</link>
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		<pubDate>Sat, 08 Sep 2012 02:39:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Landesvorstand Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>

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		<description><![CDATA[Anisa ist schuld. Auf die Frage, warum sie nicht wieder f&#252;r den Landesvorstand kandidiert, sagte sie sinngem&#228;&#223;: &#8220;F&#252;r das, was ich machen will, brauche ich keinen Sitz im LaVo.&#8221; Das war irgendwann im Fr&#252;hjahr. Seitdem versuche ich f&#252;r mich herauszukriegen, was ich eigentlich erreichen m&#246;chte und wie es sich am besten umsetzen l&#228;sst. Ich wei&#223;, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Anisa ist schuld. Auf die Frage, warum sie nicht wieder f&#252;r den Landesvorstand kandidiert, sagte sie sinngem&#228;&#223;: &#8220;F&#252;r das, was ich machen will, brauche ich keinen Sitz im LaVo.&#8221; Das war irgendwann im Fr&#252;hjahr. Seitdem versuche ich f&#252;r mich herauszukriegen, was ich eigentlich erreichen m&#246;chte und wie es sich am besten umsetzen l&#228;sst. Ich wei&#223;, viele w&#252;nschen sich, dass ich wieder f&#252;r den Berliner Landesvorstand kandidiere und ich wei&#223;, dass ich einige Leute entt&#228;usche, aber die Lage ist ziemlich einfach:</p>
<p>Ich muss nicht Vorsitzender werden, wenn es Kandidaten gibt, die das besser machen als ich. Davon haben wir mindestens zwei. Und ich muss auch nicht wieder Schatzmeister werden, wenn es Kandidaten gibt, die das auch gut k&#246;nnen. Auch davon haben wir mindestens zwei.</p>
<p>Als ich letzten Winter f&#252;r den Landesvorstand kandidierte, hatte ich zun&#228;chst gar nicht den Schatzmeister im Sinn, sondern wollte Beisitzer werden. Als solcher wollte ich mich um Liquid Feedback k&#252;mmern oder aber um das Problem der so genannten &#8220;Neupiraten&#8221;, das im Wesentlichen ein Kommunikationsproblem ist. Dieses Problem ist bis heute nicht gel&#246;st. Ans&#228;tze wie &#8220;<a href="http://wiki.piratenpartei.de/BE:Gelassenheit_durch_Transparenz">Gelassenheit durch Kompetenz</a>&#8221; von Gerhard Anger sind sicherlich hilfreich, wir brauchen aber mehr: mehr Neupiratentreffen, mehr Schulungen und endlich eine Art Handbuch &#8211; also richtiges totes Holz, in dem noch das netzunaffinste Mitglied nachlesen kann, wie der Landesverband Berlin funktioniert und wie man sich als Pirat engagieren kann.</p>
<p>Grunds&#228;tzlich gilt die Regel: Ohne Sitz im LaVo schafft man mehr. So ganz kann ich deshalb Gerhard Anger und Katja Dathe auch nicht verstehen: &#8220;Gelassenheit durch Kompetenz&#8221; und &#8220;Operation Frozen Hell&#8221; lassen sich wesentlich besser durchf&#252;hren, wenn man sich nicht ums Kleinklein des Tagesgesch&#228;ftes k&#252;mmern muss. Und dieses Kleinklein hat es in sich: Weit &#252;ber 1000 Stunden Arbeit habe ich in die Piratenpartei gesteckt und einen hohen vierstelligen Betrag an Verdienstausfall. Freunde, Familie und Arbeit habe ich b&#246;se vernachl&#228;ssigt. Dass ich meine Kandidatur zur&#252;ckziehe, bedeutet nicht, dass ich aufgebe, sondern dass ich eine Pause brauche, mich wieder mehr um bestimmte Menschen k&#252;mmern m&#246;chte und vor allem dringend wieder mehr Geld verdienen muss.</p>
<p>Das hei&#223;t &#252;brigens weder, dass ich weg bin, noch dass ich in Zukunft nicht wieder f&#252;r &#196;mter kandidiere. Bundes-IT, Landes-IT, Swanhilds Team, Berliner Mitgliederverwaltung: Irgendwo werde ich eine nette kleine Beauftragung finden. Ich k&#246;nnte zum Beispiel helfen, in Berlin das &#8220;Schatzi-Squad&#8221; anzuschieben, das aus technischen Gr&#252;nden leider nicht mehr in meiner Amtszeit starten konnte. Au&#223;erdem will ich gerne endlich mal wieder inhaltlich arbeiten: So habe ich es z.B. im letzten halben Jahr kein einziges mal geschafft, im Integrations-Squad vorbei zu schauen. Und last not least: Ich m&#246;chte mich wieder mehr an dem orientieren, was ich <a href="http://www.ennomane.de/2009/05/03/hier-laeuft-was-falsch-fuer-einen-neuen-ansatz-in-der-politik/">drei Tage vor meinem Eintritt in die Piratenpartei schrieb</a>.</p>
<p>&#8220;Neupiraten&#8221; kann man sie nicht mehr nennen, aber Informationen scheinen sie immer noch zu brauchen, jedenfalls ist das mein Eindruck in den Crews. Ein B&#252;chlein mit dem Arbeitstitel &#8220;Der Berliner Pirat&#8221; will geschrieben werden. Ich muss nur Zeit finden.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5345&amp;md5=aa8a5fee2be66a3886e956ff6b9a9c00" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Drei Thesen zu Prothetik, Inklusion und Barrierefreiheit</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2012/05/21/drei-thesen-zu-prothetik-inklusion-und-barrierefreiheit/</link>
		<comments>http://www.ennomane.de/2012/05/21/drei-thesen-zu-prothetik-inklusion-und-barrierefreiheit/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 May 2012 16:12:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krachstille]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Barrierefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[re:publica]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der vergangenen re:publica haben Alexander G&#246;rsdorf, Julia Probst und ich &#252;ber Barrierefreiheit und Inklusion im Internet diskutiert. Ich wollte schon lange ausf&#252;hrlicher dazu bloggen, kriege das aber aus Zeitgr&#252;nden nicht gebacken. Dieser kleine Talk und die (teilweise unwahren) Behauptungen von Julia &#252;ber mich sind jetzt aber mal dringender Anlass, zusammenzufassen, wie ich &#252;ber das [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der vergangenen <a href="http://re-publica.de/12/panel/unerhort-digitale-barrierefreiheit-und-partizipation-im-netz/#day02">re:publica</a> haben <a href="http://notquitelikebeethoven.wordpress.com/">Alexander G&#246;rsdorf</a>, <a href="http://meinaugenschmaus.blogspot.de">Julia Probst</a> und ich &#252;ber Barrierefreiheit und Inklusion im Internet diskutiert.</p>
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(
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<p>Ich wollte schon lange ausf&#252;hrlicher dazu bloggen, kriege das aber aus Zeitgr&#252;nden nicht gebacken. Dieser kleine Talk und <a href="http://meinaugenschmaus.blogspot.de/2012/05/das-muss-mal-zum-cochlear-implantat.html">die (teilweise unwahren) Behauptungen</a> von Julia &#252;ber mich sind jetzt aber mal dringender Anlass, zusammenzufassen, wie ich &#252;ber das Thema denke.</p>
<p><strong>1. Prothetik wird Alltag</strong></p>
<p>Wir bauen immer bessere Prothesen, die nicht nur helfen, Behinderungen auszugleichen, sondern auch die urspr&#252;nglichen F&#228;higkeiten des Menschen in den Schatten stellen. Schon sehr bald werden auch nicht-behinderte Menschen sich freiwillig Elektronik in ihren K&#246;rper implantieren lassen. Prothesen zur Optimierung des eigenen K&#246;rpers werfen politische Fragen auf: Wollen wir sie verbieten? K&#246;nnen wir das &#252;berhaupt? Betrachten wir die Erfolge von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oscar_Pistorius">Oscar Pistorius</a>, wird klar, dass der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Transhumanismus">Transhumanismus</a> an der T&#252;r klopft und Antworten auf Fragen erwartet, die die meisten von uns noch gar nicht gestellt haben.</p>
<p><strong>2. Barrierefreiheit n&#252;tzt allen</strong></p>
<p>Das Thema Barrierefreiheit muss endlich aus der Ecke der &#8220;Behindertenpolitik&#8221; raus. Eine barrierefrei in HTML kodierte Webseite hilft nicht nur Blinden mit ihren Screenreadern und Braille-Zeilen, sie kann auch besser maschinell ausgewertet werden zum Beispiel f&#252;r Suchmaschinen. Untertitel helfen nicht nur Geh&#246;rlosen, sondern auch Analphabeten und Legasthenikern. Stehen sie noch in mehreren Sprachen zur Verf&#252;gung, dienen sie Migranten und helfen, die europ&#228;ische Einigung voranzutreiben. Wer schonmal im Zug seinen Koffer mit auf die Toilette genommen hat, wird die gro&#223;e Extra-Toilette f&#252;r Rollstuhlfahrer sehr sch&#228;tzen. Der Abbau von Barrieren n&#252;tzt allen.</p>
<p><strong>3. Inklusion: Der Mensch z&#228;hlt</strong></p>
<p>Menschen, die die Schriftsprache nicht einigerma&#223;en sauber und eloquent beherrschen, bleiben auch im Internet benachteiligt. Barrierefreiheit hat Grenzen: Der barrierefreie Umbau beispielsweise des Prenzlauer Berges mit seinen Gr&#252;nderzeith&#228;usern ist eine Jahrhundertaufgabe. Die Forderung, die T&#252;rme des K&#246;lner Doms mit einem rollstuhlgerechten Au&#223;enfahrstuhl auszustatten, d&#252;rfte keine Mehrheit finden.</p>
<p>Auch eine Prothese kann niemals perfekt sein. Gerade das Cochlea-Implantat ist ein sehr gutes Beispiel, da es Menschen, die in der Kindheit ihr H&#246;rzentrum nicht ausbilden konnten, oft mehr Qual als Hilfe ist. Es wird immer Krankheiten und Behinderungen geben, die nicht per Prothese ausgeglichen werden k&#246;nnen.</p>
<p>Zugleich ist zu bef&#252;rchten, dass Menschen, die ihren K&#246;rper freiwillig prothetisch &#8220;verbessern&#8221; selbst diskriminiert werden. Am Ende h&#228;ngt deshalb alles davon ab, wie wir miteinander umgehen. Ob wir Inklusion nicht nur politisch verordnen, sondern auch leben. Das wird schwer, wenn behinderte Menschen im Alltag nicht f&#252;r uns sichtbar sind. Als erstes m&#252;ssen wir aufh&#246;ren, unsere Kinder zu sortieren und Behinderte in Sonderschulen, Werkst&#228;tten und Wohngruppen abzuschotten.</p>
<p>Wichtig ist, was hinten rauskommt. Und rauskommen, wird am meisten, wenn wir Prothetik, Barrierefreiheit und Inklusion als drei S&#228;ulen eines Geb&#228;udes betrachten, das am Ende so vielen Menschen wie m&#246;glich mehr Teilhabe und Lebensqualit&#228;t bietet.</p>
<p><em>Dementi: Die obigen Aussagen sind meine pers&#246;nlichen Ansichten und stellen keine Beschlusslage der Piratenpartei dar.</em></p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5194&amp;md5=05fbe632bbef5793a28a90daa9942ecc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Liquid Feedback in 140 Sekunden</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2012/05/18/liquid-feedback-in-140-sekunden/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 May 2012 07:24:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[4Nerds]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[140 Sekunden]]></category>
		<category><![CDATA[Elektrischer Reporter]]></category>
		<category><![CDATA[Liquid Feedback]]></category>

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		<description><![CDATA[Liquid Feedback erkl&#228;ren in 140 Sekunden inkl. Klarnamensdebatte? Challenge accepted. Diese Folge &#8220;140 Sekunden &#8211; Tweets und ihre Geschichte&#8221; lief vorgestern im Elektrischen Reporter bei ZDF Info.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Liquid Feedback erkl&#228;ren in 140 Sekunden inkl. Klarnamensdebatte? Challenge accepted.</p>
<p><a href="http://www.ennomane.de/2012/05/18/liquid-feedback-in-140-sekunden/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Diese Folge &#8220;<a href="http://140sekunden.de/">140 Sekunden &#8211; Tweets und ihre Geschichte</a>&#8221; lief vorgestern im <a href="http://www.elektrischer-reporter.de/">Elektrischen Reporter</a> bei ZDF Info.</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5184&amp;md5=05391f8890166f6f258daf4001d95ed4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Dr. Liquid oder wie ich lernte das Feedback zu lieben</title>
		<link>http://www.ennomane.de/2012/04/08/dr-liquid-oder-wie-ich-lernte-das-feedback-zu-lieben/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Apr 2012 18:59:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich hatte mich fr&#252;her ja eher kritisch zu Liquid Feedback ge&#228;u&#223;ert. Seit ich jedoch daran arbeite(n musste), in Pankow ein so genanntes &#8220;Klarnamen-Liquid&#8221; einzuf&#252;hren, hatte ich viele Gespr&#228;che und Aha-Momente, nicht zuletzt auch aus meiner eigenen Liquid-Feedback-Nutzung. Einer der wichtigsten Momente war, als im Berliner Abgeordnetenhaus ein Statement aus LQFB im Plenum direkten Widerhall fand. An [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone" src="http://piratenpartei-pankow.de/wp-content/uploads/2012/03/lqfb1-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></p>
<p>Ich hatte mich fr&#252;her ja eher <a href="http://www.ennomane.de/2010/08/22/liquid-feedback-oder-transparenz-als-irrweg/">kritisch</a> zu Liquid Feedback <a href="http://www.ennomane.de/2010/08/07/liquid-murks/">ge&#228;u&#223;ert</a>. Seit ich jedoch daran arbeite(n musste), in <a href="http://piratenpartei-pankow.de/infos-zum-liquidfeedback-in-pankow/">Pankow</a> ein so genanntes <a href="http://wiki.piratenpartei.de/BE:Gebietsversammlungen/Pankow/2011-12-07">&#8220;Klarnamen-Liquid&#8221;</a> einzuf&#252;hren, hatte ich viele Gespr&#228;che und Aha-Momente, nicht zuletzt auch aus meiner eigenen Liquid-Feedback-Nutzung. Einer der wichtigsten Momente war, als im Berliner Abgeordnetenhaus ein Statement aus LQFB im Plenum direkten Widerhall fand. An dieser Stelle wurde klar, dass Liquid Feedback kein Spielzeug ist und auch nicht irgend ein Forum oder Tool wie das Wiki, sondern dass es immens wichtig ist f&#252;r die Partei und eine normative Kraft entwickelt, egal ob man es als Organ in der Satzung verankert oder nicht. Um es kurz zu machen: Klare Regelungen und Verankerung in der Satzung w&#228;ren mir lieber als die momentane Herumeierei.</p>
<p>Dabei gibt es jedoch ein Problem, auch bekannt als die &#8220;Klarnamensdebatte&#8221;. Mitglieder fordern, an Liquid Feedback anonym oder pseudonym teilnehmen zu k&#246;nnen. Ich pers&#246;nlich begreife Liquid Feedback mittlerweile als eine Art Polis, in der soziale Interaktion stattfindet und in der jeder Teilnehmer f&#252;r seine Aussagen einstehen und die Verantwortung tragen sollte. Wenn ich in Liquid Feedback delegiere, debattiere und abstimme, will ich wissen, mit wem ich es zu tun habe. &#8220;Meine&#8221; Pankower BVV-Fraktion will das erst recht, schlie&#223;lich stehen die Verordneten mit ihrem Namen im Rampenlicht und tragen Verantwortung. Sie m&#246;chten uns via Liquid Feedback echte Mitbestimmung erm&#246;glichen, erwarten aber &#8211; zu recht &#8211; dass wir Teilnehmer ebenfalls bereit sind, die Verantwortung zu &#252;bernehmen f&#252;r die Entscheidungen, die wir treffen. Wir m&#252;ssen das schlie&#223;lich auch &#252;berall sonst im Leben. Wir sind Mitglieder einer Partei, wollen aber nicht &#246;ffentlich Partei ergreifen? Mit einer Diskussion im Heise-Forum oder auf Google+, deren Nutzung zu recht anonym m&#246;glich sein muss, hat Liquid Feedback nichts mehr zu tun.</p>
<p>Trotzdem ist der Ruf nach einem &#8220;Wahlgeheimnis&#8221; selbstverst&#228;ndlich berechtigt, wirft aber ein Problem auf: Der Schutz der Anonymit&#228;t kann in Computersystemen nicht gew&#228;hrleistet werden &#8211; das technisch maximal m&#246;gliche ist eine Verschleierung. Die hilft jedoch niemandem, wenn die viel heraufbeschworenen Nazis der Zukunft unser Abstimmverhalten rekonstruieren, bevor sie uns an die Wand stellen.</p>
<p>Was mich immer wieder wundert, ist dass selbst gestandene Informatiker, die es besser wissen m&#252;ssten, behaupten, es sei mittels komplexer Verfahren m&#246;glich, ein Wahlgeheimnis herzustellen und zugleich permanent die Integrit&#228;t des Gesamtsystems zu garantieren. Ein Liquid Feedback mit Wahlgeheimnis ist nichts weiter als ein Wahlcomputer. Also das, was wir bek&#228;mpft haben, wenn der Staat versuchte, es einzuf&#252;hren. Ganz einfach, weil die Manipulationsm&#246;glichkeiten zu krass sind im Vergleich zu klassischen Wahlen. Im Grunde reicht es bei der Black Box &#8220;Wahlcomputer&#8221;, dass jemand die Manipulation auch nur behauptet, um das Vertrauen in die Plattform zu zerst&#246;ren. Keep it simple. F&#252;r Liquid Feedback kann nur gelten, es vollkommen <a href="http://loreenasworte.wordpress.com/2012/02/06/namentliche-abstimmungen-sind-ein-weg-zu-mehr-beteiligung/">offen und &#246;ffentlich</a> zu betreiben &#8211; oder gar nicht.</p>
<p>Verzichten m&#246;chte ich aber auf Liquid Feedback nicht mehr. Auch wenn viele Menschen (noch) davon ausgeschlossen sind, weil die Benutzung sie &#252;berfordert, haben jetzt schon wesentlich mehr Menschen einen Liquid-Feedback-Account als sinnvoll an einem Parteitag teilnehmen k&#246;nnten. Wir wollen die Mitmach-Partei sein, wir wollen Teilhabe. Versammlungen k&#246;nnen das bei &#252;ber 20.000 Mitgliedern ebenso wenig leisten, wie Pads, Foren oder das Wiki. Was wir brauchen, ist eine L&#246;sung, die skaliert. Alternative L&#246;sungsm&#246;glichkeiten w&#228;ren dezentrale Parteitage und Urwahlen. Man &#252;bersieht allerdings leicht, dass sie einen immensen logistischen Aufwand erfordern. Liquid Feedback scheint mir derzeit die einzige Platform zu sein, die jetzt schon mit mehreren 1000 Mitgliedern funktioniert und zumindest theoretisch auch mit Millionen funktionieren kann.</p>
<p>Grunddilemma von Liquid Feedback ist die Aufhebung der Grenze zwischen Politiker, von dem Transparenz erwartet wird, und W&#228;hler, der ein Wahlgeheimnis verlangt. Dabei w&#228;re es doch sehr einfach, diese Trennung wieder herzustellen und zugleich jedem die Wahlfreiheit zu lassen, was er sein m&#246;chte. Liquid Feedback sei ein Parlament, an dem jeder teilnehmen k&#246;nnen soll, das aber genauso offen arbeitet wie der zum Beispiel Bundestag. Wer da nicht mitmachen kann oder will &#8211; egal ob aus Gr&#252;nden des Wahlgeheimnisses, weil er keine Zeit hat oder das System nicht versteht &#8211; w&#228;hlt bei allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlen eine andere Person, an die er seine Stimme f&#252;r die Dauer einer Wahlperiode &#252;bertr&#228;gt &#8211; beispielsweise eine Generaldelegation &#252;ber alle Themenbereiche f&#252;r genau ein Jahr. Die Wahlen hierzu k&#246;nnen jederzeit und dezentral stattfinden, zum Beispiel auf Mitgliederversammlungen der kleinsten Gliederungen &#8211; so richtig sch&#246;n mit Papier, Wahlurne und Zeugen. Einzige Herausforderung w&#228;re die Gestaltung der Stimmzettel bei potenziell Tausenden von w&#228;hlbaren Liquid-Feedback-Teilnehmern, aber auch da g&#228;be es L&#246;sungen.</p>
<p>So k&#246;nnen direkt oder indirekt alle teilhaben, auch diejenigen, welche nicht selbst an Liquid Feedback teilnehmen k&#246;nnen oder wollen. Die Wahlfreiheit ist gegeben. <a href="http://www.ctrl-verlust.net/das-politische-denken-der-piraten/">Die Plattform ist neutral und offen f&#252;r alle.</a> Wahlcomputer wollen wir nicht. Aber ein Parlament mit beliebig vielen Sitzen &#8211; wie geil ist das?</p>
 <p><a href="http://www.ennomane.de/?flattrss_redirect&amp;id=5120&amp;md5=7acce5a3dc8b17b5ee5d3af68069cda3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ennomane.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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