sofa die ennomane

28. Dezember 2015

Kommt alle zu Pocket!

tl;dr: Pocket könnte mich (und euch) glücklich machen.

pocket

Ich bin so ein hoffnungslos gestriger Mensch, der sich nicht einfach darauf verlassen mag, was Twitter reinspült, während ich zufällig gerade gucke, oder was der Facebook-Algorithmus so vorkaut. Deshalb benutze ich einen RSS-Reader, in dem ich die für mich relevanten Nachrichtenquellen abonniert habe. Vor ungefähr 5 Jahren gab es eine Zeit, in der ich quasi glücklich war. Meine Feeds hatte ich über den Google Reader abonniert und der hatte ein ganz großartiges Feature: Ich konnte Link-Empfehlungen anderer Menschen abonnieren und selber Links Leuten empfehlen, die mich abonniert hatten. Dazu musste ich nur auf ein Sternchen am Artikel klicken. Daraus bildete sich lose Netzwerke von Leuten, die sich gegenseitig höchst interessante Links zuschoben, die nicht in Echtzeit gelesen werden mussten sondern immer dann, wenn man gerade Lust und Zeit hatte.

Der Google Reader verschwand und wurde bei mir durch Feedly ersetzt, aber eine vergleichbare Linkschleuder vermisse ich seitdem schmerzlich. Und die hat sich neulich Pocket in die Apps für iOS, Android und zuletzt auch in den Webclient eingebaut. Pocket war für mich längere Zeit uninteressant, weil „Read it later“ in meinem Falle regelmäßig „Read it never“ bedeutete – bis ich anfing, es für den redaktionellen Alltag und meine Arbeit zu nutzen. Aber richtig viel Spaß macht, dass Pocket-Nutzer sich seit einiger Zeit gegenseitig „folgen“ und ausgewählte Artikel ihren Followern empfehlen können. Das machen in meinem Umkreis bisher nur sehr wenige und trotzdem liebe ich die „Empfehlungen“-Spalte meiner Pocket-App jetzt schon sehr. Sie enthält die Empehlungen der ersten Netzbekanntschaften, die ich dort finden konnte, den auf Pocket meist gelesenen Artikeln und wenn gerade wenig los ist, noch einem algorithmisch zusammengestellten Bodensatz aus Dingen, die mich interessieren könnten. Das ist mir in den letzten Wochen quasi Tageszeitung geworden. Insbesondere in einer Zeit, in der das freie Web langsam zu Gunsten großer Plattformen stirbt, bildet Pocket eine Plattform, die das freie Web eher stützt und den guten alten Link hochhält. Über Pocket entdecke ich in Tagen Artikel und ganze Blogs wie sonst auf Twitter und Facebook in Monaten nicht.

Deshalb meine Bitte: Kommt rüber zu Pocket. Empfiehlt dort, lass euch empfehlen, abonniert mich, ich abonniere euch. Mein Profil findet ihr hier. Schnittstelle zum Verbreiten auf Twitter und Facebook sind genauso eingebaut wie die Möglichkeit, ausgewählte Links statt der Allgemeinheit nur bestimmten Leuten zukommen zu lassen. Und welche eurer Bekannten schon auf Pocket sind, die ihr abonnieren könntet, findet ihr heraus, indem ihr Pocket eure Facebook-Friendings und Twitter-Followings durchsuchen lasst. Und natürlich lässt sich Pocket wunderbar mit Feedly und anderen Diensten kombinieren.

P.S.: Ich habe nichts mit Pocket zu tun und bekomme kein Geld für diesen Blogpost. Ich bin nur das erste mal seit gefühlt 2011 oder so von einem Feature in einem Social Dingsi begeistert.

P.P.S.: Ein weiterer spannender Aggregator ist übrigens Nuzzel, der zusammenfasst, welche Links eure Twitter-Followees am letzten Tag so verbreitet haben. Max Buddenbohm erklärt, wie’s geht.

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Kommentare

  1. Comment von acid | 28. Dez. 2015 um 09:40:05

    Hey Enno,

    ich nutze Pocket schon seit längerem und mag es sehr. Aber ich habe noch nicht raus gefunden, wie ich Leuten folgen kann. Magst du mir da kurz einen Tipp geben, bitte?

    Liebe Grüße,
    acid

  2. Comment von Enno | 28. Dez. 2015 um 09:48:42

    @acid in der App (Android) auf das kleine Menschlein oben rechts klicken, dann dort auf selbiges mit einem Plus daneben. Dann gibt es Empfehlungen, die du noch mit deinem Adressbuch, mit Twitter und mit Facebook anreichern kannst. Im Moment sind es noch recht kleine Teile meiner Filterblase, die ich darüber finde, aber darum ja der Blogpost.

  3. Comment von Turtle | 28. Dez. 2015 um 10:24:12

    Ich bin bei Pocket gelandet weil Feedly keine gescheite Möglickeit bietet Dinge offline zu lesen und halbwegs sortiert zu merken (mag sein dass die Proversion das kann, aber ich finde Feedly eher als das kleinste Übel was Feedreader angeht, nicht als Software die ich mag, daher konnte ich mich noch nicht dazu durchringen dafür zu bezahlen).

    Das neue Feature von Pocket hab ich noch gar nicht mitbekommen, da ich auf „Empfehlungen“ so gut wie nicht mehr reagiere, aber ich werde es ausprobieren.

  4. Comment von Enno | 28. Dez. 2015 um 10:29:13

    @Turtle um Feedly komme ich nicht nicht herum, da Pocket keinen RSS-Reader enthält (das nächste große Feature, das ich mir von denen wünsche). Allerdings gibt es wohl Drittanwendungen dafür. https://getpocket.com/apps/news/

    Für Android gibt es eine Reihe von RSS-Readern die auf Feedly aufsetzen, Artikel syncen und offline bereitstellen. Ich benutze dafür z.B. den gReader.


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