sofa die ennomane

22. Februar 2014

Wenn Piraten Streik spielen

tl;dr: Admins der Piratenpartei missbrauchen ihre Macht, um Forderungen durchzusetzen. Nicht zum ersten mal.

orgastreik

Ich halte mich seit längerem konsequent aus allen Shitstorms heraus – meistens hat es ja doch keinen Sinn und macht die Situation nur noch schwieriger. Was da unter dem Label „Orgastreik“ in der Piratenpartei passierte, ist jedoch eine Klasse für sich. Gate für Gate und in vielen Monaten „Popcornpiraten“ habe ich noch nie so viele Nachrichten und besorgte Anfragen erhalten, wie die letzen beiden Tage. Sie kamen von Freunden, Wählern und Sympathisanten und etliche aus anderen Parteien, wo es immer noch viele Netzpolitiker gibt, die die Piratenpartei mit einem letzten Rest Wohlwollen betrachten.

Das interessante dabei: Fast niemand interessierte sich groß für die Ereignisse in Dresden und das so genannte „Bombergate“. Die Statements dazu variierten zwischen „Geile Aktion“, „sympathisch aber dumm und übers Ziel hinaus“ und „geht gar nicht, aber egal, gibt immer Leute, die Mist bauen.“ Die Anfragenden meldeten sich nicht wegen „Bombergate“ sondern wegen des darauf folgenden „Streiks“ der Parteiverwaltung und der Admins. Sie fragten, was zum Geier eigentlich bei uns los sei. Durch die Bank fand niemand diese Form der politischen Auseinandersetzung angemessen oder tolerabel. Leute aus anderen Parteien sind unter anderem der Meinung, dass die Piratenpartei aufhört, ein ernst zu nehmender Ansprechpartner zu sein, sollten sich die Streikenden in irgend einer Form durchsetzen.

Was da passiert ist, hat nämlich mit einem „Streik“ kaum etwas zu tun. Streik bedeutet – zumindest in Deutschland – die Arbeit demonstrativ niederzulegen. Was hier geschah, war jedoch viel mehr als eine eine Arbeitsniederlegung. Ein Streik zielt darauf ab, Rechte durchzusetzen, wo Strukturen nicht demokratisch sind. Streiks kann mal also in Unternehmen durchführen, in Diktaturen und überall dort, wo es keine demokratischen Strukturen gibt. Das ist in der Piratenpartei absurd: Es gibt einen gewählten Vorstand, an den alle Mitglieder sich wenden können und in harten Fällen gibt es Schiedsgerichte. Darüber hinaus gibt es seit Jahren Versuche, beispielsweise mittels Liquid Democracy mehr Mitsprachemöglichkeiten zu schaffen. Ein reiner Treppenwitz, dass (nicht alle aber) viele der  „Streikenden“ zu denjenigen gehören, die Liquid Democracy bekämpfen, ohne bisher einen funktionierenden Ersatz geliefert zu haben.

All diese demokratischen Verfahren brauchen Zeit, Ruhe und Umsicht und sollen verhindern, dass diejenigen sich durchsetzen, die am lautesten schreien. Genau das haben die Verwaltungspiraten getan: Am lautesten geschrien – indem sie Verwaltungsstrukturen der Partei über Stunden und Tage lahmgelegt und das Partei-Wiki durch ein Statement ersetzt haben. Sie haben sich damit an genau der Shitstormerei beteiligt, die sie angeblich doch so sehr kritisieren. Ihr Statement hatte es nämlich in sich. Es enthielt nicht nur den Aufruf an die Mitglieder, mal klarzukommen, wofür ich Verständnis hätte, sondern darüber hinaus politische Forderungen an den Bundesvorstand, sich von diesem und jenem zu distanzieren und Maßnahmen gegen allerlei Parteimitglieder zu ergreifen. Zugleich waren allen anderen Mitgliedern Wiki, Mailinglisten, Mumble und Etherpads verschlossen. Sie konnten sich weder parteiintern dazu äußern noch sich raushalten und einfach ihrer politischen Arbeit nachgehen. Wer als Admin Macht über eine Infrastruktur hat, darf diese nicht für die eigenen Ziele missbrauchen. Genau das haben die Verwaltungspiraten aber getan.

Erinnert sich noch jemand an unser Plakat aus 2011? Netze in Nutzerhand? Infrastrukturen sollten neutral sein, niemanden bevorzugen und niemanden diskriminieren? Netzneutralität anyhow? Server aus politischen Gründen abschalten, das ist etwas, das wir sonst von wankenden Regimen im arabischen Frühling kannten. Meine Gesprächspartner sind alle mehr oder weniger netzpolitisch unterwegs. Ihre Fragen zeugen von Erstaunen und Fassungslosigkeit, dass nun ausgerechnet in der Piratenpartei Server abgeschaltet wurden, um politisch etwas durchzusetzen. Meine Gesprächspartner fanden Worte dafür. Ich zitiere: „Erpressung“, „Sabotage“, „Bruch der Netzneutralität“, „Machtmissbrauch der Admins“.

Diese Worte stammen nicht von mir. Mich erschrecken am „Orgastreik“ andere Dinge. Das ganze hatte sich anhand einer antifaschistischen Aktion entzündet, aber hat nur jemals irgend ein Admin gestreikt, als Nazis und Rechtsradikale versuchten, in der Partei Fuß zu fassen? Streikt irgend ein Admin, weil der Geschichtsrevisionist Bodo Thiesen noch immer fröhlich in der Partei herumgeistert?

Und noch etwas erschreckt mich: „Orgastreik“ war nicht das erste mal, dass Admins versucht haben, ihre Macht über die Infrastruktur zu nutzen, politisch etwas durchzusetzen. Vergangenes Frühjahr baute ein Admin einen „Genderfilter“ ein, der Texte in unseren Foren und Mailinglisten von gendergerechter Sprache „reinigte“ – ein direkter Eingriff in die Kommunikation der Mitglieder verbunden mit der Aussage: Unsere Platform ist nicht neutral; wir manipulieren deine Inhalte, wenn uns etwas daran nicht passt.

Dass dieser „Genderfilter“ zunächst vom zuständigen Vorstandsmitglied gedeckt wurde, war Auslöser meines vorübergehenden Parteiaustrittes im Frühjahr 2013. „Orgastreik“ zeigt nun, dass Admins in der Partei weiterhin und wiederholt bereit sind, ihre Macht innerhalb der Partei zu missbrauchen. Als sei das nicht genug, nennen sie die Aktion auch noch „Warnstreik“. Warnstreik heißt soviel wie: „Das war jetzt nur ein Vorgeschmack auf das, was in Zukunft kommt, wenn ihr nicht auf unsere Forderungen eingeht.“ Nehmen wir die Verwaltungspiraten ernst, ist also bald mit weiteren Streiks zu rechnen.

Die ganze Aktion ist ein massiver Vertrauensbruch. Die Partei braucht dringend dezentrale Strukturen und/oder eingekaufte Dienstleistungen, die unabhängig von den Befindlichkeiten der Ehrenamtlichen funktionieren. Seit gestern ist Google Drive vertrauenswürdiger als ein Piratenpad.

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Kommentare

  1. Comment von soulless | 22. Feb. 2014 um 23:05:21

    Wenn ein Admin streikt, also die Arbeit niederlegt, laufen die Server einfach weiter. So lange bis dann halt das letzte Backup nicht durchlief und plötzlich die Platten ausfallen. D.h. Arbeitsniederlegung führt womöglich dazu das nachher alles kaputt ist. Das kann kein Admin riskieren.
    Streik von Admins ist also „Wir schalten die Dienste ab die wir beaufsichtigen weil kein Server darf ohne Aufsicht einfach laufen“. So wie Arbeiter auch die Maschinen in der Fabrik abschalten wenn sie streiken.

    Dann zu dem Vergleich mit Netzabschaltung durch wankende Regime: War denn die Kommunikation gestört? Gingen die Emails der User nicht mehr? Ging das Internet nicht mehr? Konnte man nicht mehr das Lieblingskommunikationstool aller Piraten, twitter, nutzen?
    Nein. Einzig und alleine Arbeitsmittel waren abgeschaltet. Keine Kommunikation war eingeschränkt, nichts dergleichen.

    Die letzte Frage ist dann: Was wäre denn passiert wenn alle diese ehrenamtlichen ITler (und es waren ja nur die Ehrenamtlichen) von heute auf morgen aufgehört und ausgetreten wären? Letztlich war es nämlich das. Ein temporärer Austritt.

  2. Comment von Stefan | 22. Feb. 2014 um 23:28:29

    > Fast niemand interessierte sich groß für die Ereignisse in Dresden und das so genannte “Bombergate”. Die Statements dazu variierten zwischen “Geile Aktion”, “sympathisch aber dumm und übers Ziel hinaus” und “geht gar nicht, aber egal, gibt immer Leute, die Mist bauen.”

    Vielleicht in deiner Filterblase. tatsächlich sind eine Menge Leute genau wegen dieser Aktion und deren Unterstützung durch einflussreiche Piraten aus der Partei ausgetreten. Das war eine Grenzüberschreitung.

  3. Comment von Peter Steiman | 22. Feb. 2014 um 23:36:40

    Full ACK

  4. Comment von Peter Steiman | 22. Feb. 2014 um 23:58:32

    Kommentar zu meinen Komentar von 23:36:40:

    Meine Zustimmung gilt dem Kommentar von Soulless.
    Nicht dem Blogtext von Ennomane.

  5. Comment von netzhocker | 23. Feb. 2014 um 00:20:38

    „Wer Infrastruktur lahmlegt um politische Ziele zu erreichen der Manipuliert auch Abstimmungsergebnisse.“

    Das war der Kommentar eines Bekannten zum Thema.

    Im Ergebnis hat die Piratenpartei seit gestern kein Kernthema mehr. Geopfert für ein diffuses Bekenntnis zur FDGO.

  6. Comment von flow (@BroeckelndeWand) | 23. Feb. 2014 um 01:51:54

    Schade, offenbar hast du wenig bis nichts verstanden. Im Gegenteil, du versuchst den Streik nun für deine politischen Ziele auszuschlachten. Dass du LQFB einer demokratischen Grundsätzen verpflichteten Partei aufzwingen willst, passt wunderbar zu der Idee, dass man doch Dienste auslagern könnte, möglicherweise sogar an Suveillance Valley Unternehmen. Bravo. Nur zu. Datenschutz war wohl gestern.

    Was die dezentrale Infrastruktur anbelangt: Auch hier brauchst du Leute, die dieselbe betreuen. Aber das bisschen administrieren, das bisschen Verwaltung (ja, es waren nicht nur ITler die streikten, und nicht nur vom Bund), das macht sich bestimmt von allein.

    Was die politischen Ziele angeht: Ich kann, besser: ich möchte, mir nicht vorstellen, dass du eine bessere Kommunikationskulur, eine Kultur, die ohne Drohungen und Mobbing auskommt, nicht für erstrebenswert innerhalb der Piratenpartei hältst. Dass der Vorstand sich zur FdGO bekennen soll, sollte wohl selbstverständlich sein. Dass er sich z.B. vom Werfen von Brandsätzen distanziert, wohl auch. Und dass das Werfen von Brandsätzen parteischädigend ist, sollte wohl auch klar sein.

    Zuletzt: du vergleichst das Abstellen des Schreibzugriffs auf das Wiki (ein Mirror war und ist hier http://wikimirror.piratenpartei-nrw.de/wiki/index.php/Hauptseite erreichbar), sowie das temporäre Abstellen der Mailinglisten mit dem Vorgehen Mubaraks? Ein Mann, der seine Bevölkerung bespitzelt, gefoltert und ermordet hat, und der eben nicht für kurze Zeit den Schreibzugriff auf das Wiki, sondern den Zugang zum _gesamten_ Internet unterbrochen hat? Zur Erinnerung: der eMail-Verkehr war zu keiner Zeit beeinträchtigt, die Pads nur für eine Stunde offline.

    Zum „Genderfilter“: Dieser konnte optional hinzugeschaltet werden. Es lag also im Ermessen des Nutzers ihn zu verwenden, oder eben nicht. Das als „Machtmissbrauch“ zu deklarieren ist vollkommen übertrieben. (Der sich daran entzündende Shitstorm gegen besagten Admin führte übrigens zu dessen Einstellung der Mitarbeit in der IT. Wer also seine ML gesynct haben will, hat momentan leider Pech gehabt.)

    Es ist genau die Art von völlig übertriebenen und teils ehrabschneidenden Vergleichen (siehe z.B. auch den „Eichmann“-Vergleich von d1etpunk, den er auch später noch verteidigt hat), die zur Eskalation beitragen, und zur Entfremdung von großen Teilen, nicht nur, der Leistungsträger in dieser Partei führen. Du scheinst leider nicht verstanden zu haben, wie tief diese Entfremdung, dieser Riss mittlerweile sich durch die Piratenpartei zieht.

    Womit wir beim nächsten Punkt wären: IT und Verwaltung werden von gerade den Teilen der Partei, die sich als besonders kapitalismuskritisch und „links“ verstehen als gegebene Humanressource, ohne eigene, zumal politische, Meinung angesehen. Eine Größe, die froh und glücklich sein soll, dass sie für die intellektuellen Möchtegern-Anführer der Partei arbeiten darf. Die ihren Job zu machen hat, und ansonsten den Mund halten soll. Dass sie neben der Lohnarbeit und der freiwilligen Parteitätigkeit dann wenig bis gar keine Zeit für politische Arbeit hat, wird nicht nur geflissentlich ignoriert. Nein, wenn sie sich dann politisch zu Wort meldet ist es: Machtmissbrauch, Sabotage, Erpressung.

    Der Orgastreik war das letzte Mittel vor dem Austritt eine Diskussion über den inneren Zustand der Partei anzuregen, und hier auf eine Besserung hinzuwirken. Von daher kannst du beruhigt sein: es wird einen solchen Streik nicht noch einmal geben. Die nächste Aktion wird dann der Austritt sein.

    Wir hofften, dass er zum Um- und Nachdenken anregt. Wie ich an deinem Blogpost sehe, findest du offenbar, dass alles fluffig ist.

    Aber immerhin hast du ihn geschrieben, und dir damit Gedanken gemacht. Ich verbuche das als kleinen Erfolg der Aktion.

    Es wäre jedoch schön, wenn du deine Positionen, und insbesondere die gezogenen Vergleiche, noch einmal überdenken würdest. Es gibt eine Piratenpartei ausserhalb der Berliner Filterbubble.

    Viele Grüße,
    Flo.

    P.S.: Zum Thema Netzneutralität kannst du dich unter folgendem URL informieren bzw. aktive Schritte zum Schutz derselben ergreifen: http://savetheinternet.eu/de/.

  7. Comment von jung | 23. Feb. 2014 um 02:35:39

    Das Verhältnis zwischen BoVo und IT ist kein demokratisches, wie behauptet. Die ITler arbeiten ehrenamtlich eine bestimmte Aufgabe ab, die Ihnen der BuVo überantwortet, er könnte das auch selbst machen.
    Es ist schon eine Hirarchie.
    Und da ist Arbeitsverweigerung durchaus möglich, wenn man glaubt, dass der BuVo Mist baut und das hat er massiv.
    Halt ein richtiger Streik gegen den Arbeitgeber.

    Hier haben einige Leute vor keinen EU-WAHLKAMPF zu machen, auch eine Art von Streik.

  8. Comment von Björn | 23. Feb. 2014 um 03:02:32

    Eine „kleine“ Ergänzung:

    Eine Partei tritt an, um auf politischer Ebene Dinge zu erreichen oder wenigstens schlimmeres zu verhindern. Auch wenn es nicht bei jedem angekommen zu sein scheint, aber es gibt schon viele gewählte Vertreter der Partei in Parlamenten. Ja, auch die 2 oder 3 Leute irgendwo in einem Kreis machen Politik. Oft gute Politik. Gar nicht so selten sogar ohne Eskalationsmedium Mumble oder ohne Twitter. Die brauchen Arbeitsmaterialien. Im Gegensatz zu den 4 Landesparlamenten haben die aber so gut wie keine finanziellen Mittel. mit ein wenig Glück, fällt eine 400€ Kraft ab für Bürokram. Aber eine eigene IT-Infrastruktur? Never.

    Das Wiki ist grundlegendes Arbeitsmittel. Sowohl für Piraten aka „Basis“TM, als auch für genau diese kleinen Fraktionen oder Einzelabgeordneten. Genau denen wurde der Saft abgedreht. Ohne Vorankündigung. Ohne planbares Ende. Weil 30 Leute das wollten.

    Wer auch nur ansatzweise das Rechtsstaatsprinzip für sinnvoll hält und regelmäßig andere darauf verweist, muss damit klar kommen, an diesem Anspruch gemessen zu werden. Ignoriert man mal eben die Gesetzeslage und nimmt die die Falschbezeichnung „Streik“ an, dann gibt es auch hier hierzulande klare Regeln. Alles andere wäre hier unlogisch.
    1. Politischer Streik ist nicht zulässig.*
    2. Vor einem Streik gibt es direkte Verhandlungen.
    3. Das es Streik geben wird, wird zuvor angekündigt.
    4. Bei Warnstreik wird der Umfang und das Ende vorher angekündigt. (siehe parallel Frankfurt)
    5. Aussperrungen sind nicht zulässig.

    *spannenderweise fordert von den Parteien im Bundestag nur DieLinke, dass das auch möglich sein soll. Die IT macht es…

    Davon wurde eingehalten: Exakt: 0 bzw. Nichts!

    Dafür wurde den kleinen, politisch wirklich aktiven Fraktionen die Arbeitsgrundlage entzogen. An denen hängen wie gesagt auch noch ein paar Mitarbeiter manchmal. Verdienstausfall? „Komm irgendwann mal wieder, müssen wir sich doppelt bezahlen obwohl wir kein Geld haben. Und wir wissen nicht wann. Muss deine Familie halt mit klarkommen, irgend ein ITler irgendwo will das so.“ Das ist die akzeptierte Haltung?
    Und an den hängen auch aktive Piraten vor Ort, die denen zuarbeiten. Alle mal eben ohne Grundlage.

    Fast wäre dem Bundesschiedsgericht – das sind 10 Leute – die Arbeitsgrundlage entzogen worden. Die haben feste Ladungsfristen! Für elektronische Kommunikation muss da der exakte (Mumble)Raum drin stehen. Da müssen sich 10 Leute frei nehmen. Da zahlt der Bund einen vierstelligen Betrag und die können nicht (Lohn)arbeiten in der Zeit. Aber hey. Denk selbst.

    Und dann das „PS“: „Und jetzt arbeitet wieder zusammen.“ Was für eine dämliche Verarsche. Es gibt welche, die wollen arbeiten. Die durften nicht, weil genau die die das fordern sie nicht gelassen haben. Es gibt aber in Parlamenten auch Fristen zum Einreichen. Die sind normalerweise 1 Woche vorher oder oft sich der Freitag davor. Also killt jemand mal eben da die Arbeit. Kleiner Tipp: Donnerstag ist ein beliebter Tag für Sitzungen…
    Aber das wussten bestimmt schon genug, wegen Denk selbst. Sehr clever.

    Der 1. Kommentar „es waren ja nur die Arbeitsmittel abgeschaltet, Twitter ging ja noch“ sagt eigentlich alles über das Verständnis von politischer Arbeit. Und vom Verständnis zu Politik und Parteiarbeit. Irgendwie raten, ob da vor Ort kommunalpolitische Arbeit in einem Parlament gemacht wird, muss man eigentlich nicht mehr…

    Und ja, ich bin immer noch stinksauer, weil Arbeit vorsätzlich sabotiert wurde. Ohne über Transparenz der Aktion oder dem Verständnis der Kernthemen, wie keine Abschaltung aus politischen Gründen, bürgernahe und nachvollziehbare Arbeit oder ähnlichem angefangen zu haben…
    Von Vertrauen ganz zu schweigen und genau deshalb wird es in meinem Landesverband Änderungen geben. Tiefgreifende, denn der BundesIT ist auf Grund der Aktion durch einige wenige nicht mehr zu trauen, wenn ich der Verantwortung hier nachkommen will.

    Und wir reden hier nicht von 5 Leute oder so, die behindert wurden. Wir haben über 200 Mandate auf kommunaler Ebene mit 188 Leuten. Selbst wenn es nur die Hälfte oder 1/4 trifft… Das war – nennen wir es beim Namen – schlicht vorsätzliche Sabotage aktiver politischer Arbeit.

  9. Comment von Björn | 23. Feb. 2014 um 03:10:49

    @jung: Klar. Kannst de machen. Wenn du den Buvo bestrafen willst, warum killst du dann die Arbeit in den Kommunalparlamenten? Und mit welchem Recht schaltet grad mal die IT anderen was ab? Weil sie es kann? Demokratisch nicht legitimiert. Recht des Stärkeren? Muss dieses gewaltfrei sein…

    Du redest über Wahlkampf? Wofür? Politische Verantwortung in einem Parlament übernehmen? Das, was mit der Aktion sabotiert wurde? Von Menschen, die vorher Wahlkampf erfolgreich gemacht haben, um unsere Ziele umzusetzen, sich tagtäglich den Arsch aufreißen und nun nicht mehr konnten? Für mehr „digitalen Medieneinsatz“ in der Politik? Kommst du selber drauf, welchen Spruch jemand von einer anderen Partei dir jetzt reindrückt? Wie willst du das erklären?

    Wie willst du es jemand auf der Straße erklären?
    „Hier wählt uns, mehr Bürgerbeteiligung durch Online-Einreichung von Vorschlägen.“ – „Und wenn der Admin dann spontan abschaltet?“ – ____________

    „Wir sind die Nerdpartei……………….wenn dem Admin das gefällt.“

  10. Comment von Gernot Köpke | 23. Feb. 2014 um 03:28:57

    Die IT-ler haben sicher eher emotional denn gut durchdacht gehandelt gehabt, keine Frage. Die haben sowas zum ersten und wie beschworen auch einzigen Mal gemacht und daher wenig Erfahrung bei sowas gehabt. Auch die Punkte, die sie anstoßen wollten, waren sicher unglücklich dargelegt und konnten als Erpressungsversuch missverstanden werden. Aber in 22 Stunden ging jetzt die Welt nicht grad unter und die Pads waren nach 1-2 Std. wieder nutzbar. Wäre es ein „Systemfehler“ gewesen, hätte man auch mit leben müssen.
    Ich fände es schön, wenn wir nicht bei jedem Gate oder jetzt mal „Nixgate“ gleich irgendwelche Apokalypsen an die Wand malen. Wir brauchen mMn mehr Gemeinschaftssinn und Fehlerverzeihkulktur, freilich ohne die Fehler unter den Tisch zu kehren. Toppen läßt sich das Ganze natürlich dadurch, dass sich Leute auch entschuldigen. Ja ich weiß, hört sich sehr christlich an ;-)

  11. Comment von Björn | 23. Feb. 2014 um 04:42:15

    So, eigentlich verstehen der Ennomane und ich uns nicht wirklich. Aber für einen letzten Kommentar, um hier nicht alles vollzuschreiben. Mal so als völlige Realität.

    Ich male hier nichts an die Wand. Nächsten Donnerstag tagt unser Kommunales Parlament. Wir haben da 4 Leute drin sitzen. Die Anträge sollten Donnerstag Abend fertig gemacht und Freitag eingereicht werden. Ganz normaler Vorgang. Dafür arbeiten dann am Freitag 2 Leute mit kleinen Verträgen im Büro.
    Weil es immer hieß, wir sind gegen Abschaltung aus politischen Gründen und den Leuten kann man vertrauen und das Wiki ist das Arbeitsmittel der Partei, stehen da alle Dinge drin. Protokolle. Anträge. Ergebnisse. Direkt verlinkt von der Webseite, weil Leute allein durchs Wiki jagen ist ja eher unklug. Und ja, es ist nur eine kleine Gruppe hier. 4 von 55. Die Besucher der nicht beworbenen Webseite liegen nur bei 150-500 pro Tag. Und wir müssen hier nur Politik für 250.000 Menschen machen. Aktuell ist es eher interessanter und umfragetechnisch liegen wir bei 5%. Ganz real, ohne schwarze Wände.

    Ach ja. Das Ausfallen. Es gibt einen Grund, weshalb hier aktiv damals für die Aktion 100k geworben wurde. Und warum Leute gut Privatgeld gespendet haben. Und der Unterschied: Bis ungefähr 2h vor Sabotageende ist niemand mit der Sprache rausgerückt, wann der Scheiß aufhört. Und. Noch eins. Vorsätzlich. Bei technischen Problemen wurde bisher die IT verteidigt und man nimmt es zähneknirschend hin. Das habe ich bei allen gemacht, die irgendwie ne Beauftragung haben und den Fehler nicht selber sehenden Auges verursacht. Beim nächsten Mal weiß ich leider nicht, ob das jetzt ein technischer Fehler oder „jemand aus Versehen“ ein shutdown -now getippt oder ne config bearbeitet hat. Vertrauen und so.

    Unsere Gesellschaft beruht übrigens so gut wie ausschließlich auf Vertrauen in die Leute die das machen. Dein Bäcker, dein Busfahrer, dein Autohersteller, dein Browserhersteller, dein Mailserverbetreiber,…

  12. Comment von tauss | 23. Feb. 2014 um 05:32:46

    Wenn die Piraten überhaupt noch eine (Rest-)Zukunft haben wollen, wird es Zeit, den ennomanen das Handwerk zu legen. Nicht nur in Berlin.

  13. Comment von flow (@BroeckelndeWand) | 23. Feb. 2014 um 06:04:06

    @Björn: Wie bereits beschrieben: der Wiki-Mirror der NRW-IT war erreichbar. Falls Inhalte die jünger als 48 Stunden sind gebraucht wurden, hätte eine Nachricht an die Streikenden genügt.
    Die Organisatoren der Brüssel-Konferenz beispielsweise haben ohne Probleme die nötigen Infos bekommen. Ihr Geheimnis: sie haben kommuniziert.

  14. Comment von Smellcaster | 23. Feb. 2014 um 06:57:40

    Wie es aussieht hat wohl keiner wirklich kapiert worum es geht. Ja, klar, die Sache mit Dresden und sowas. Dann aber höre ich plötzlich noch ganz andere Töne. Mitpiraten werden als Nazis diffamiert und es kommen Vergleiche mit Adolf Eichmann. Mir ist dabei schon länger aufgefallen das es Parteimitglieder gibt die geradezu auf der Suche nach irgendwelchen „rechten“ Meinungsäusserungen bzw. Einflüssen sind. Ich nenne sie mal Antifanten, einerseits weil sie auch von Rechten so genannt werden und man sie damit schön trollen kann, andererseits weil sie Parasiten sind. Sie haben aus dem Aufbegehren gegen Rechts einen „heiligen Krieg“ gemacht und gehen teilweise recht rücksichtslos gegen alles vor was sie für „rechts“ halten. Sowas wird eventuell noch bei „Die Linke“ oder „Marxistisch Leninistische Partei Deutschlands“ toleriert aber irgendwie sind wir doch alle aus gutem Grund in keiner dieser Parteien. Wenn wir uns dagegen nicht wehren werden sie uns kaputtmschen, wir kommen eh schon an den Rand unserer Handlungsfähigkeit. Als wir Nazis in der Partei hatten ging das doch auch recht schnell, warum haben wir mit den Anderen so ein Problem ?

    Noch etwas, wir sind dabei irgendwelche Regeln aufzustellen wie miteinander umzugehen ist. Da sich aber schon an die alten Regeln nicht unbedingt gehalten wird warum sollte sich dann jemand an die Neuen halten?

    Das was die IT gemacht hat war ein Schuss vor den Bug in der Hoffnung das wir endlich mal aufwachen und wieder politisch tätig werden anstatt uns das Leben schwerzumachen.

  15. Comment von inkorrupt | 23. Feb. 2014 um 08:53:30

    Das wirklich Tragische ist die völlige Abwesenheit von Einsicht und Reflektion was für einen epischen Fail die BundesIT und ihre Mitverschwörer der Partei da eingebrockt haben.

    Dabei stelle eins sich nur mal vor es wären „die anderen“ d.h. z.B. die antifaschistisch engagierten Piraten gewesen, die Partei-Server ausknipsen um Mitglieder zur Erfüllung von $forderung zu nötigen.

    Bundesweite Hausdurchsuchungen und *noch mehr* Mordrohungen gegen „Pirantifanten“ [sic] wären die Folge.

    Insofern ist die mehrheitlich sachliche Kritik und das entgegengebrachte Verständnis für die Intention (nicht: die Methode) doppelt bemerkenswert.

    Möglicherweise sind einige ja viel weniger Opfer von Umständen als selbst Ursache und Teil von ihnen zu sein.

    Dies aber zu erkennen hieße das eigene Tun selbstkritisch zu reflektieren, und davon ist leider wenig bis gar nichts zu erkennen.

    Und weil Einsicht als Grundlage von Fehlerkultur fehlt, kann sich Lernen, Vergebung und Vergessen nur schlecht entwickeln.

    Insofern sehe ich z.Zt. nur eine Möglichkeit wie die Partei ihre Glaubwürdigkeit wieder rudimentär herstellen kann: Die sachliche aber schonungslose Aufklärung und Bewertung im Rahmen der Möglichkeiten der FDGO: strafrechtlich, zivilrechtlich, und innerparteilich.

    Das die BundesGenSek im Alleingang bereits jegliche Schritte dahingehend im Vorfeld moralisch(!) verurteilt, zeigt zudem wie weit es mit der hehren Verteidigung der FDGO bestellt ist, wenn das eigene Handeln daran gemessen werden soll, und bestätigt mich in dem Schluß, das der durch die BundesIT eingeschlagene Weg des „Lernen durch Schmerz“ einerseits keine Einbahnstraße ist, und andererseits nur Sinn macht, wenn „das Lernen“ auch einsetzt.

  16. Comment von Leonie | 23. Feb. 2014 um 10:24:45

    #Orgastreik war seit langem die erste positive Aktion in der Piratenpartei, die ich mitbekam. Endlich merkte man mal, dass es da Leute gibt, die die Umgangsweisen und die diversen „Gates“ ebenso beschissen finden wie viele, die früher Piraten gewählt, sich mittlerweile aber mit Grausen abgewendet haben.

    Es sind auch nicht die „Lauten“, sondern die „Leisen“, die da agiert haben: offenbar Menschen, die die Piratenpartei früherer Jahre repräsentieren: netzthemenzentriert, ohne Gender-Streitereien und aktionistisches Antifa-Zeugs zum Fremdschämen (#Bombergate!).
    Schön, dass es sie noch gibt!

    Jetzt mit Sanktionen zu kommen, wäre mega-absurd. Was machen denn die Piraten, wenn die IT-ler einfach gehen? Das sind unbezahlte Ehrenamtliche, von denen man Mitarbeit nur solange erwarten kann, wie sie auch hinter dem stehen, was sie da mit ihrer Arbeit unterstützen. Der Hinweis auf „Netzneutralität“ etc. passt hier nicht, denn es geht nicht um eine staatliche Infrastruktur – ebensowenig wie es sich um einen „Streik“ im Sinne der Gesetze und Rechtsprechung gehandelt hat, einfach mangels entsprechendem Arbeitsverhältnis.

    Will man verbindliche und rechtlich geordnete Verhältnisse, muss man BEZAHLEN und ordentliche Arbeitsverträge machen!!!

    Was hier jetzt alles zur Sanktionierung von Ehrenamtlern verlangt wird, zeigt nur, wie verworren die Denke verschiedener Piraten ist! „FDGO“ zur Disziplinierung von Freiwilligen, die – gut 24 Stunden – keinen Bock mehr haben? Viel Spass dabei, der Unterhaltungsfaktor wird riesig sein!

    Im übrigen bringt #Orgastreik vielleicht auch die Erkenntnis, dass man bei aller IT-Affinitiät dafür sorgen muss, dass es auch mal ohne geht. Die Server könnten ja auch mal technisch bedingt ausfallen. Dezentralität, Datensicherung, das Wichtigste ganz persönlich speichern – wer das vernachlässigt, ist grade IT-technisch ziemlich fahrlässig!

  17. Comment von Hans | 23. Feb. 2014 um 10:36:57

    „Fast niemand interessierte sich groß für die Ereignisse in Dresden und das so genannte “Bombergate”. Die Statements dazu variierten zwischen “Geile Aktion”, “sympathisch aber dumm und übers Ziel hinaus” und “geht gar nicht, aber egal, gibt immer Leute, die Mist bauen.”
    Interessante Einstellung. Für mich war Dresden der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Der Ausweis ist entsorgt, meine Stimme bekommen die Piraten nicht mehr. Ich wollte schon an der UNI nichts mit den Linksruck-Nervensägen zu tun haben, warum soll ich noch eine Partei wählen, die vollständig von diesen Spinnern unterwandert ist? Der Streik war nur ein verzweifelter letzter Hilferuf. Das Projekt Piraten ist kaputt. Da helfen auch keine Updates mehr, das muss komplett neu entwickelt werden.

  18. Comment von Marie Nüchtern | 23. Feb. 2014 um 11:21:11

    Ich finde es gut, dass offenbar alle Deppen dieses Landes sich in einem Verein zusammengefunden haben und sich gegenseitig kalt stellen. Das ist echt unterhaltsam, und so stören sie wenig.
    Nur schade, dass kluge, differenzierte Köpfe wie der Enno sich immer noch mit diesem Gekröse abgeben. Echt schade.

  19. Bin
    Comment von Bin | 23. Feb. 2014 um 11:41:41

    Ich finds cool. Locker bleiben Leute und einfach unter dem Radar ;-)

  20. Comment von teiler | 23. Feb. 2014 um 12:34:58

    Soll der BuVo sich halt eine Orga suchen, die bereit ist seinen Kuschelkurs mit barbusigen Bombardierungsopfer-VerhöhnerInnen und BrandstifterInnen zu tragen. Der Fisch stinkt vom Kopfe her. Wir reden hier von ehrenamtlichen Admins, die sind niemandem etwas schuldig.

  21. Comment von Werner Steffens | 23. Feb. 2014 um 13:40:47

    @Stefan, 2. Kommentar:

    Ich möchte gerne einen Beleg für Deine Behauptung: Die Namen der Leute, die wegen der antifaschistischen Aktion ausgetreten sein sollen. Denn „Wegen Bombergate“ kann auch „wegen des Streits“ bedeuten.

    Solange dieser Beleg nicht kommt, ist das reine Spekulation, was Du schreibst.

  22. Comment von Harry | 23. Feb. 2014 um 16:02:08

    Du weist aber schon, dass der Bundesvorstand von der Aktion nicht nur vorab informiert war, sondern auch dass die Generalsekretärin von Anbeginn an in die Aktion eingeweiht war? Die IT macht das Bauernopfer für den BuVo, wenn man so will.
    Weshalb sie den Rest des BuVos vermeintlich nicht in Kenntnis gesetzt hat.. weis bisher keiner.

  23. Comment von Natanji | 23. Feb. 2014 um 16:02:59

    Guter Artikel.

    Ich sehe im Verhalten dieser Admins ganz klar ein parteischädigendes Verhalten. Ich finde, alle von ihnen sollten für diese Aktion aus der Partei ausgeschlossen werden. Gibt es in der PP schon entsprechende Anträge? Wäre ja mal voll gerechtfertigt.

    Auf solche Leute kann man echt verzichten. Die braucht kein Mensch.

  24. Comment von _Flin | 23. Feb. 2014 um 17:29:28

    Nachvollziehbar, wenn Leute nicht mehr den kostenlosen Lastesel für Linksextremisten, Kollateralschädenverherrlicher und anderen, die sie aufgrund ihres Geschlechts und ihrer statistisch nicht aussergewöhnlichen sexuellen Orientierung diskriminieren wollen.

    Ich wünschte es gäbe mehr von ersteren und weniger von letzteren.

  25. Comment von keinPirat | 23. Feb. 2014 um 21:37:59

    Einfach abgefahren, was passiert, weil sich jemand bei der englischen Luftwaffe bedankt. Immerhin gab es diese Toten in Dresden, weil Deutschland diesen Weltkrieg gestartet hat. Die englische Luftwaffe hat Nazideutschland bekämpft. Klar gibt’s da dann auch Todesopfer. Aber grundsätzlich gilt aus meiner Sicht weiterhin: „Thanks Bomber Harris“ und das gilt auch für den 13.2. Ohne Bombadierungen deutscher Städte durch Briten und Amerikaner hätte der Krieg wohl länger gedauert.

    Wenn jemand individuell gedenkt kein Ding. Ich kenn die Einzelschicksale nicht und werd die nicht beurteilen. Ein öffentliches Gedenken an die 25000 halte ich für falsch. Denn grundsätzlich war die Bombadierung Dresdens vor dem historischen Hintergrund eine legitime Sache. Auch hab ich noch nie gehört, dass Dresden die Widerstandsfestung war. Dresden war eine ganz normale deutsche Stadt. Hitler wurde demokratische gewählt. Die meisten Deutschen haben sehr wohl freiwillig mitgemacht. Wer oppositionell war, war im Exil, im Untergrund oder eh schon tot. Ich sehe kein Grund bei den 25000 generell von Opfern zu sprechen.

    Dresden wäre besser daran beraten, den Tag zu feiern und öffentlich zu zelebrieren, an dem Dresden befreit wurde. Wobei Befreiung wohl das falsche Wort ist. Befreit werden kann, nur wer unterdrückt wird und die Deutschen haben sehr wohl, sehr freiwillig mitgemacht. Die, die unterdrückt wurden, nämlich die Juden, Roma, Homosexuelle usw usf., wurden in Auschwitz etc. vernichtet.

    Egal, ich wünsche euch noch viele Diskussionen und dass am Ende eine gute Position zur Gedenkpolitik heraus kommt.

  26. Comment von Hans | 24. Feb. 2014 um 08:05:53

    @ KeinPirat,
    Mit der Einstellung bist Du genau richtig bei den Piraten!
    Kannst meinen Platz haben.

  27. […] Wenn Piraten Streik spielen […]

  28. Comment von Andi | 24. Feb. 2014 um 18:11:31

    @keinPirat (XXV.):
    1. Zu „Hitler wurde demokratisch gewählt“: Die NSDAP hatte bei den letzten Wahlen vor dem Beginn von Hitlers Kanzlerschaft 33,1% der Stimmen erzielt. Das ist auch bei grosszügiger Betrachtung keine absolute Mehrheit. Hitler regierte zunächst mit der DNVP zusammen, die bei der selben Wahl 8,7% erreicht hatte. Das ist immer noch keine Mehrheit. Bei den ersten Wahlen unter Hitler im März ’33 erreichte die NSDAP dann 43,9% und die DNVP 8%. Hier könnte man von einer knappen Mehrheit der Koalitionsparteien sprechen, aber diese Wahl war schon nicht mehr frei. Lange Rede, kurzer Sinn: Hitler wurde nicht demokratisch gewählt.

    2. Zu „Wer oppositionell war, war im Exil, im Untergrund oder eh schon tot“: Also im Umkehrschluss: Wer immer noch in seiner Wohnung lebte, war Nazi oder Mitläufer? Nicht dein Ernst?

  29. Comment von Lars | 25. Feb. 2014 um 06:43:44

    @keinPirat:
    Du stehst auch zu 100% hinter den Entscheidungen unserer aktuellen Großen Koalition? Die hat mehr legitime Macht als die NSDAP JEMALS gehabt hat… Ist notiert.

  30. Pingback von die ennomane » Discordianische Konzile zu Kassel und Berlin | 02. Mrz. 2014 um 19:09:52

    […] gab sehr klare Statements gegen die Mobbing-Kultur in Teilen der Partei und gegen den “Orgastreik” und nach den ganzen Wahlen fanden wir noch die Zeit für eine Handvoll inhaltlicher […]


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