sofa die ennomane

21. Januar 2013

Niedersachsen

tl;rd Jetzt, wo die der Wahlkampf in Niedersachsen vorbei ist, muss ich den angestauten Frust über die Piratenpartei mal ordentlich von der Seele ranten.

piraten

Eigentlich hatte ich große Lust, die Piraten meiner Heimatstadt Leer, Ostfriesland, endlich mal näher kennen zu lernen. Ich wollte im Januar hinfahren und beim Wahlkampf zu helfen. Also nahm ich per Facebook Kontakt zum Vorstand des Gebietsverbandes Ostfriesland auf, ich wolle Wahlkampf machen. Es kam die Frage zurück, Wahlkampf für wen? Nachdem ich klar gemacht habe, dass ich als Mitglied der Piratenpartei wahrscheinlich naheliegenderweise für die Piratenpartei Wahlkampf machen wollen würde, sagte man mir, ich sollte mich später nochmal melden und die Mailinglisten abonnieren.

Auf der Mailingliste der Ortsgruppe Leer war ich sowieso schon. Leider wird die offenbar von paranoiden Leuten administriert, jedenfalls habe ich bis heute kein Schreibrecht bekommen. Mails an einzelne Teilnehmer, in denen ich mich vorstellte und mein Interesse bekundete, ein paar Leeraner Piraten näher kennenlernen zu wollen, blieben bis heute unbeantwortet. Ob die Piraten dort desinteressiert sind oder zu doof, ihre Mail zu lesen, kann ich nicht sagen.

Immerhin bekam ich ein paar interessante Ereignisse mit. Die dortige Direktkandidatin ist neulich ausgetreten, nachdem sie ihre Unterstützerunterschriften nicht zusammen bekam. Ihr war nach einem Jahr Mitgliedschaft aufgefallen, dass sie die inhaltlichen Beschlüsse der Partei eigentlich doch doof findet. Die hat sie offenbar nicht gekannt oder nicht verstanden. Na gut, Aufstellungsversammlungen, die fast nur aus Neumitgliedern bestehen, welche sich untereinander nicht kennen, führen manchmal zu seltsamen Kandidaten.

Beeindruckt von so viel Professionalität und Organisation kümmerte ich mich erstmal nicht weiter um das Projekt „Niedersachsenwahlkampf“. Mittlerweile war meine Motivation auch im Keller. In der Partei sind sehr viele sehr ungute Dinge passiert und nach wochen- und monatelagangen Mobbing-Attacken gegen mich und viele andere Piraten war ich schon entschlossen, auszutreten. Ein fertig unterschriebenes Ausstrittsschreiben liegt seit Anfang Dezember in meiner Schublade und ein wütender Text über die Austrittsgründe hier unveröffentlicht im Blog. Den werde ich noch überarbeiten und freischalten, schließlich sollte ich zumindest jetzt, wo ich keinem Wahlkampf schaden kann, meine Meinung auch dann sagen, wenn ich nicht austrete.

Aber eigentlich konnte man in diesem Wahlkampf auch keinen Schaden mehr anrichten. In Niedersachsen hingen ausnahmslos Plakate, die keinerlei inhaltliche Aussage haben und von den Wählern noch nicht mal als Wahlplakate der Piraten erkannt werden. Also weder Themen noch Köpfe. Katharina Nocun wird in den Medien wieder und wieder mit dem Satz zitiert, die Piraten hätten nicht deutlich genug gemacht, dass sie mittlerweile für mehr als nur Netzthemen stünden. Das ist zwar richtig, aber ein Bemühen, dem Wähler klarzumachen, wofür die Piraten eigentlich stehen, war kaum erkennbar.

Einen Tag vor der Wahl auf der Webseite der Niedersachen-Piraten dann ein peinlicher Appell an die Nichtwähler. Da steht leider auch nicht drin, warum man die Piratenpartei wählen sollte und was sie im Landtag vorhat, sondern nur irgendwas was von „Altparteien“, auf die „Stasi und Orwell“ angeblich „stolz gewesen wären.“ Die Piratenpartei sei weit und breit einzige nicht korrupte Partei. Diese Vereinigung von Engeln, Heiligen und Übermenschen lockt den Wähler mit dem Versprechen: „Wenn wir uns korrumpieren lassen sollten wie die Altparteien, dürft ihr uns abwählen.“ Beeindruckend.

Dann der Wahlabend. 2,1%, das ist eigentlich schon wieder gut: Wenigstens die „Stammwähler“ wählen uns noch. Die Piratenpartei war mal stolz darauf, Nichtwähler zurück an die Wahlurne zu holen. Bei dieser Wahl hat außer der Linkspartei (die ihre Wähler gänzlich aus den Wahllokalen verjagt hat) jedoch niemand so wenige Stimmen von vormaligen Nichtwählern bekommen, wie die Piratenpartei. Zusammenkrachende Lebenslügen.

Der politische Geschäftsführer hat nichts besseres zu tun, als die Medien zu beschuldigen. „Jetzt erst recht!“ wird von einigen Piraten als Losung ausgerufen. Für mich klingt das mehr nach Bunker als nach Selbstreflexion. Nicht nur die Medien werden beschimpft, auch die Wähler werden teilweise wegen der 9,9% für die FDP für unzurechnungsfähig erklärt. Die „Flaschenpost“ findet, die Niedersachsenwahl sei zwar nicht gewonnen aber auch nicht verloren worden, Bernd Schlömer sagt in der ARD das klassische Guttenberg-Passiv benutzend, „man müsse das Wahlergebnis analysieren“. Das „wir“ geht schwer von den Lippen, wenn man verkackt hat. Das geht mir auch so.

In den Wochen vor der Wahl hatte ich – innerlich ausgetreten – die piratische Filterbubble verlassen und mich mit vielen Leuten über die Piratenpartei unterhalten. Mich hat die Außensicht interessiert. Ein positives Wort zu bekommen war allerdings schwer, obwohl viele Leute sichtlich bemüht waren, freundlich zu mir zu sein. Ich habe den Verdacht, mit Nicht-Piraten reden die nochmal ganz anders.

Niedersachsen erzählten mir, die Piraten hätten „so komische“ Plakate aufgehängt. Man wisse gar nicht, was die wollen und wofür die stehen. Piraten seien nur mit sich selbst beschäftigt und bei ihnen wisse man nicht, woran man sei. Am schlimmsten und mit am häufigsten aber der Vorwurf: Viele Piraten kämen arrogant und überheblich daher, wollten alles besser machen, hätten aber auch keinen Plan wie. Allgemein wird Piraten ein unangenehmer Ton attestiert. Ein Verein von Großmäulern und Möchtegernpolitikern.

Das „Frankfurter Kollegium“, Liquid Feedback und worüber wir uns sonst so streiten: All das wurde von außen kaum wahrgenommen. Es ist viel einfacher: Wir waren mal der sympathische Underdog auf einem Schulhof voller Arschlöcher und fingen selber an, uns wie Arschlöcher zu benehmen, sobald wir ein wenig Oberwasser hatten. Wir können dem Wähler nicht sagen, wofür wir stehen, weil wir das selber nicht wissen und noch darüber streiten, ob wir liberal sind oder nicht und wenn ja wie sehr. Volksfront von Judäa gegen judäische Volksfront und ich sehe gerade nicht, dass das bis zur Bundestagswahl besser werden wird.

Was ich mit meinem Austrittsschreiben mache, weiß ich noch immer nicht so genau. Es gibt einen Grund, zu bleiben und etwas sinnvolles zu tun: Die Pankower Piraten haben mich Anfang November dafür gewählt, dass ich dort Liquid Feedback auf Bezirksebene realisiere. Das würde ich gerne machen, aber die Klage eines Mitgliedes vor dem Parteigericht hält mich davon ab. Ich kann den Mehrheitsbeschluss der Basis nicht umsetzen, weil das betreffende Mitglied sich in seinen Rechten beschnitten sieht, wenn die Pankower Piraten das Internet zur Meinungsbildung benutzen.

Es sieht gerade nicht gut aus mit mir und den Piraten.

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Kommentare

  1. Comment von Tilman | 21. Jan. 2013 um 20:44:18

    Diese Punkte kenn ich, wenn schon von einer anderen Partei. So etwas passiert immer und immer wieder, vielleicht haben es die Piraten als „Neulinge“ da schwieriger. Ich kann aus Erfahrung nur sagen: es braucht eine starke Kreis-Geschäftstelle, die den ganzen Kram managed. Das kostet Kraft, Zeit und Geld.

  2. Comment von vinz | 21. Jan. 2013 um 20:50:09

    Einfach einmal weiter klicken und die Analyse a.k.a. Selbstreflektion lesen:
    http://www.piraten-schwaben.de/schwabenblogs/2013-20/dont-panic-irgendwas-zwischen-analyse-und-ausblick/

  3. Comment von Zelon | 21. Jan. 2013 um 20:58:49

    Ganz einfach: Die Spitzenkandidaten haben überhaupt kein thematisches Profil, wer keinen aussprechbaren Namen hat, den wählt auch keiner. Das war damals anders als es noch thematisch arbeitende Leute wie den Dietrich Hillbrecht aus Hannover gab. Die ganzen Kandidaten sind entweder die Kategorie Freak oder Fame gewesen. Da will natürlich keiner Unterstützung leisten.

    In der Piratenpartei sind die Inhalte baden gegangen. Statt dessen geben Basisdemokratietrolle den Ton an. Basisdemokratie funktioniert nicht. Das hat jeder mal gelernt. Die anderen lernen es halt jetzt. Denn Basisdemokratie gibt jedem ein Vetorecht zum kaputt machen, und es macht die Leute, die sich engagieren, kaputt. Denn nicht die Aktion, sondern die Obstruktion wird belohnt.

    Der McAllister hat, Sprotte hin, Sprotte her, einen ausgezeichneten Internetwahlkampf auf Facebook geführt, die Grünen haben tolle Ideen online umgesetzt, die SPD sagt, sie wolle bei einem Wahlsieg Open Source in der Verwaltung Niedersachsens voran bringen. Und die Piraten? „Irgendwas mit Transparenz“.

    Man hätte echte Themen in die Diskussion bringen können:
    – Zugang der Bürger zum Strand
    – Linuxmigration in Niedersachsen
    – Freifunk
    – Radwege
    – Bekenntnis zum Bau der A20
    usw. Statt dessen peinliche Freaks ohne Hintergrund. Und ein Programm aus der Werkstatt von verpeilten Anarchisten und juristischen Vollhonks. Am Anfang war die Piratenpartei in der Mitte, so eine Art deutsches D66, mit klarem Digitalprofil. Dann kamen die ganzen Sektier, die man bei der Linkspartei rausgeschmissen hätte. Inzwischen steht die Piratenpartei nur noch für was mit Transparenz und „da wird Liquid Feedback genutzt“. Das ist zu schwach und LQ eben nur ein Tool und keine Gesellschaftsphilosophie.

  4. Comment von Steffen | 21. Jan. 2013 um 21:15:41

    Ich sehe das Hauptproblem darin das man mehr auf unterschiedlichen Sichtweisen herumhackta ls sich auf Gemeinsames zu besinnen und dort an einem Strang zu ziehen.

    Diese Zerrüttung und Richtungslosigkeit sieht man von außen und natürlich macht sie die Piraten für viele unwählbar. Und Nichtwähler lockt man damit ganz sicher nicht in die Wahllokale. Schade.

  5. Pingback von Gestern Pirat, heute privat – K. [Journal] | 21. Jan. 2013 um 21:40:59

    […] einen Abend später: Wenn ich solche Geschichten lese, glaube ich, es ist schon soweit mit dem […]

  6. Comment von Johannes | 21. Jan. 2013 um 21:45:31

    Ich bin kein Pirat. Glaube dennoch, dass die Piraten sich noch fangen können.

    Neben dem ganzen Schwachsinn, der oben gut dargestellt wurde, war auch m.E. die wahltaktische Großwetterlage für das miese Abschneiden verantwortlich.

    Das kann bei anderen Wahlen wieder ganz anders aussehen: http://www.senSATZionell.blogspot.com/2013/01/piraten-hoffnung.html

  7. Comment von Don Dahlmann | 21. Jan. 2013 um 21:52:28

    Das generelle Problem der Piraten ist, dass es im Moment kein netzpolitisches Thema gibt, an dem sie sich reiben können. Also keins, dass man mit größeren Themen (Freiheit, Gerechtigkeit usw.) verbinden könnte. LSR ist ein Thema, das die meisten nicht kennen oder gar verstehen, Netzneutralität ist den meisten auch egal. Die Alt-Parteien sind auch klüger geworden. In den 80er Jahren konnten die Grünen wachsen und in der Zeit dann auch andere Themenfelder besetzen, weil sie von großen Parteien ignoriert und/oder beschimpft wurden. Das ist bei der Netzpolitik nicht der Fall. SPD, Grüne, ja selbst die CDU hat Leute, die sie ins Fernsehen schicken, wenn es um das Thema geht und die plötzlich sehr aufgeschlossen sind. Was sie zweifelsohne sein mögen, aber sie haben keinen Einfluss. Dennoch wird nach außen verkauft, dass die Partei sich des Themas angenommen hat usw. Reicht den meisten, vor allem jenen, die die Piraten eh skeptisch sehen und es nur Sympathiepunkte gibt, weil das Thema stimmt.

    Was NDS angeht: Die Piraten hätten in Niedersachen durch Schünemann derartig viele Steilvorlagen, dass es schon weh tut, keine einzige haben sie genutzt. Stattdessen Kuschelwerbung mit ironischen Plakaten. Hat ja schon immer gut in der Politik funktioniert, so was.

    Ich war 2010 mal kurz davor bei den Berliner Piraten einzutreten, habe den Antrag ausgefüllt, aber dann nie abgesendet. Es gab keinen Grund, nur so ein Bauchgefühl, dass mir die Streitereien und Egosachen vermutlich zu schnell auf die Nerven gehen würden. Und wenn ich höre, wie man in Berlin innerhalb der Partei miteinander umgeht, bin ich sehr froh, dass ich das nie gemacht habe. Feind, Todfeind, Parteifreund gilt offenbar auch bei den Piraten. Was schade ist, ich kenne ein paar kluge Menschen, die genau aus dem Grund keine Lust haben, sich bei den Piraten (oder irgendeiner anderen passenden Partei) zu engagieren.

    Von daher: Ich kann Dich absolut verstehen.

  8. Comment von Frau Meike | 21. Jan. 2013 um 22:06:10

    Ich finde es gut, dass Du das alles hier ausbreitest. Solche Interna bekommt ja der Normalsterbliche gar nicht so mit.
    Leider bestätigen sie meine Befürchtungen: es ist alles noch viel schlimmer.

    Diesen Artikel: http://www.fraumeike.de/2012/briefpost-an-die-piratenpartei/ habe ich vor neun Monaten geschrieben und es hat sich insbesondere an den Punkten 1, 2 und 4 nicht nur nichts geändert, sondern es ist schlimmer denn je.

    Mehr Streitigkeiten, mehr Rumgetrolle, mehr Inhaltsleere, mehr Hierarchiephobie. Sie nennen sich sogar „Ideenkopierer“ und schämen sich noch nicht mal dafür. Sie kopieren Ideen.

    Entschuldigung, aber mir ist jemand, der clever, entschlossen und stark genug ist, eigene Ideen zu entwickeln, lieber.

    Heute wie damals bin ich enttäuscht über diese Nichtentwicklung, heute wie damals (heute noch etwas mehr) habe ich keinen Zweifel, dass die Piraten in der bedeutungslosen Lächerlichkeit verschwinden werden.
    Weil sie sich von Anfang an der Realität komplett verweigert und geglaubt haben, mit der inspirierenden Selbstläuferkraft eines Memes ließen sich Menschen länger als für eine Runde Katzenbilder begeistern.

  9. Comment von Enno | 21. Jan. 2013 um 22:31:56

    @Zelon „Linuxmigration in Niedersachsen“. Killer. Das wird’s bringen!

    @Don In einem Punkt muss ich widersprechen: Die Existenz der Grünen hat die anderen Parteien dazu gebracht, Umweltpolitik zu machen und die Kohl-Regierung, einen Umweltminister zu installieren. In den tiefsten 80ern durchschwamm Töpfer den Rhein. Allerdings ist „Netzpolitik“ ein Thema, dass außerhalb unserer Filterblase keine Sau interessiert.

    @Meike Hey! Nichts gegen Katzenbilder!

  10. Comment von Klaus | 21. Jan. 2013 um 22:52:23

    m(

    Bisher der beste Artikel, den ich zum Abschneiden der Piraten gelesen habe … seufz

  11. Comment von Kamikater | 21. Jan. 2013 um 22:56:44

    Egal wohin man schaut, dasselbe Bild: es gibt Menschen bei den piraten,die wissen, wo die fehler liegen. Aber ihnen fehlt jede Möglichkeit, die Fehler zu beheben. Denn auf jeden, der handeln will, kommen zehn, die Recht haben wollen.
    Ergebnis: die, die intelligent sind, analysieren können und Wege suchen, wie man aus dem Tal heraus kommt, geben frustriert auf.

    Auch die Piratenpartei braucht Struktur.
    Themen statt Köpfe, ja, toll. Aber die Themen müssen strukturiert und so aufgearbeitet werden, damit man sie einem Wähler präsentieren kann. Denn Wählen heißt, sein Kreuz zu machen und zu sagen „der hat mehr Ahnung als ich, der kann meine Interessen vertreten.“
    Aber dazu braucht es Köpfe, die Ahnung haben – und das auch vermitteln können. Warum soll ein Wähler einen Kandidaten wählen, der nicht mal von seienr eigenen Partei unterstützt wird?

    Themen UND Köpfe heißt die Zukunft der Piraten. Doch solange die Themen im Chaos unter gehen und die Köpfe, die daran was ändern wollen, vergrault werden, hat die Piratenpartei keine Zukunft.
    Themen UND Köpfe. „Die Basis“ soll Themen schaffen udn sie per LQ „nach oben“ reichen. Dort werden sie nach den Grundsätzen der Piraten vorsortiert und aufbereitet – und kommen dann „nach unten“ zur Abstimmung. Und die Ergebnisse davon sind dann das, was kluge Köpfe der Öffentlichkeit als Programm vorsetzen.
    Im Moment kippt die Basis, kippt jeder Pirat, seine Ideen in die Öffentlichkeit und die sind es von den anderen Parteien gewohnt, das dann als „die Partei hat gesagt“ zu interpretieren.
    Die Medien begreifen noch nicht, dass nicht alles, was ein Pirat sagt, auch durch die Abstimmungen kommt – denn es gibt keinen Kopf, der das erklären kann. Sobald es einer versucht, wird er abgesägt.
    Das ist aber kein Problem der Medien – es ist ein Problem der Piraten. Wir versuchen, die in Stein gemeißelten Regeln der Politik zu ändern – und das geht nur, indem wir unsere Regeln überzeugend erklären. Einfach auf den Fußballplatz gehen und Handball spielen bringt nur eines – der Schiedsrichter pfeift ein Foul wegen Handspiel.

  12. Comment von Zelon | 21. Jan. 2013 um 23:52:17

    @Enno Es geht doch gar nicht darum die Massen mit einem Thema zu erreichen, sondern ein klar umrissenes Thema zu vertreten über das z.B. Medienvertreter Geschichten erzählen können und das Alleinstellungsmerkmal hat. Linuxmigration ist so ein Thema. Zugang zum Baden am Strand. Sehr konkret. Sehr debattierbar.

    Oder zum Beispiel eine Forderung wie: Niedersächsische Stadt X braucht unbedingt einen Roland auf dem Marktplatz. Damit bist Du Stadtgespräch. Da kann Du Geld sammeln bei den Bürgern für die Errichtung eines Rolands und plötzlich kennen alle den Kandidaten.

  13. Pingback von Warum die #Piraten unwählbar sind | Enno Lenze | 22. Jan. 2013 um 00:08:44

    […] Park schrieb diesen Blogbeitrag, durchaus emotional, aber ich kann vielem nur zustimmen. Also fragte ich mal Leute in meinem Umfeld […]

  14. Trackback von Hommel-Net Weblog | 22. Jan. 2013 um 00:11:01

    Tagebuchblog 21-01-2013…

    Ein kleines Experiment hier im Blog. Ich versuche, jeden Tag ein paar Aspekte meines Tages aufzuschreiben. Ich habe noch keine Ahnung, wie sich das entwickelt oder ob es was regelmäßiges werden kann. Mal schauen. Zum Tage Da es schon seit Sonntag mitt…

  15. Comment von Zelon | 22. Jan. 2013 um 00:16:43

    @Kamikater Wer hat sich denn das ausgedacht, dass sich Kandidaten nur zu den Themen äußern dürfen, die im LQF diskutiert wurden oder zu denen ein Beschluss besteht? Wo steht diese Regel? Ich glaube, das liegt daran weil man mit einem pointierten Nischenthemenspektrum gestartet ist und Idioten abwimmeln wollte mit bestimmten Sektenagenden.

    Entweder ist man Demokrat und möchte sogar die Unabhängigkeit der Abgeordneten gegenüber dem (verfassungswidrigen) Fraktionszwang stärken oder befürwortet ein „imperatives Mandat“ einer Vollhonk-Basisdemokratie in der „die Partei“(mitglieder) alles sanktionieren. Übrigens sei hier das Grüne Buch von Herrn Gaddafi zu empfehlen, wo er nämlich seine Idee einer radikalen Basisdemokratie der Volkskongresse darstellt und gegen den Parlamentarismus wettert, mit sehr ähnlichen Polemiken wie manche basisdemokratischen Vollhonks, auf Piratenzersetzungsreise. Hint: Libyen war keine Demokratie. http://www.heise.de/tp/artikel/34/34268/1.html

  16. Comment von vera | 22. Jan. 2013 um 01:48:14

    1. Klasse Zusammenfassung, danke.

    2. Themen ohne Ende, keines davon besetzt – Chancen verschenkt. Ebenfalls ohne Ende.

    3. Wenn niemand ein Thema versteht, ist Politik _auch_ dazu da, das zu ändern.

    4. Das Blöde ist, dass man sich mit diesen „Wählern“ befassen muss. Mach ein Wordle von einem x-beliebigen Piratentext. Das meistverwerwendete Wort ist ich. In mindestens 85% der Fälle.

    Sehr schade.

  17. ed
    Comment von ed | 22. Jan. 2013 um 03:06:08

    ein erschütternder bericht.

    nur der gänzlich unkritische letzte absatz bezügl. liquidfeedback bzw. darüber, dass du auf ach und krach und ein klarnamenszwang-lqfb durchsetzen wolltest bzw. entgegen datenschutzrechtlicher bestimmungen vermutlich noch immer willst, läßt das ganze etwas tendenziös erscheinen.

  18. Comment von trollfresser | 22. Jan. 2013 um 06:13:48

    Süß,

    einer der größten Intriganten und Trolle in der Partei weint rum, wir seien allesamt Trolle und Intriganten.

    Fassen Sie sich an die eigene Nase, Herr Lenze. Sie sind ein Teil des Problems.

  19. Comment von hilti | 22. Jan. 2013 um 06:39:17

    Für mich war vorgestern der Hauptgrund (neben viel zu vielen anderen) nicht die Piraten zu wählen, dass es eine Stimme für die große Koalition unter Führung der CDU gewesen wäre.

  20. Comment von Michael | 22. Jan. 2013 um 08:14:40

    Schlicht und ergreifend: Danke!

  21. Comment von Karl Pekny | 22. Jan. 2013 um 10:21:25

    Dass die Piraten immer noch nicht mitbekommen haben was los ist: Da kommen nach unserem Berliner Wahlerfolg Leute aus anderen Parteien , warum auch immer zu uns und wollen mit Destruktivität bei uns etwas werden. Zufall? Ein Schelm wer böses dabei denkt. Gehen zur Zeit überhaupt seltsame Dinge vor sich. Bewerber für die Landesliste, die zuvor groß bei den „Linken“ waren, Neumitglieder die zuvor mit der NPD nie etwas zu tun gehabt haben wollen (haben z.T.auch Medien wiederlegt) abgeblitzte SPD Mitglieder usw.usw.usw.! Alles Zufall? Ich glaube nicht daran! Darum: „Piraten wir müssen reden“ trift zu!!! Und das in Windeseile!

  22. Comment von Mirco | 22. Jan. 2013 um 15:30:17

    Hey Enno,

    bitte,bitte nicht austreten!

    Wir alte SPDler wissen doch das Politik nicht einfach ist und Zeit brauch. Diese Partei ist noch so jung und wir sind alt, dafür aber erfahrener. Lass uns das Alte einbringen einbringen, die Erfahrung einfließen und unser Können wirken.

  23. Comment von Mirco | 22. Jan. 2013 um 15:59:41

    Hey Ihr!

    Lesen! Bis zum Ende! Und auswendig lernen!!!
    http://www.marinaslied.de/?p=766

    Danke @Afelia

  24. Comment von Astrid | 22. Jan. 2013 um 19:22:15

    Ich bin seit 2Monaten dabei, mich bei den Piraten zu informieren, inwieweit mein 1ter Parteieintrit in meinem Leben hier infrage kommt. Hauptargument für jemanden wie mich FÜR die Piraten war von Anfang an ihre basisdemokratische Grundstruktur, also etwas, was es in den Altparteien nie gab, bei den Grünen vor 1Jahrzehnt per Realosieg-Entscheid wieder abgeschafft wurde.
    Ich finde diesen Beitrag hier für meine Entscheidungsfindung sehr hilfreich: man findet bei dieser Partei anscheinend viele Trittbrettfahrer, effektive Denunzianten, also Leute,die destruktive politische Ziele verfolgen. Solche Köpfe braucht niemand, um Themen zu formulieren.
    In Berlin besteht/bestand die Wählerschaft der Piraten aus Protestwählern gegen die von Rot-Rot initiierten Anstiege von Mieten, gegen den Verkauf des Besitzes der Bürger wie Wasserbetriebe, Stromproduzenten und der öffentlichen durch Steuermittel allgemein erworbenen Einrichtungen.
    Ihr hattet Erfolg als Protestpartei in Berlin, weil ihr als einzige noch glaubhaft gegen den Ausverkauf+Privatisierung von Allgemeinrechten und Sozialbesitz agitiert hattet per Aufklärungsarbeit.
    Diese Stärke sollte man sich als basidemokratische Bewegung nicht durch Trittbrettfahrer nehmen lassen. Ich glaube, dass die shitstorms sinnvoll sind+die richtigen hoffentlich treffen, gutes Kontrollinstrument für die Basis, die wahrscheinlich keine Rolands auf Parkplätzen braucht.
    Ich weiß, dass ich nicht alles weiss+auch nicht wissen muss. Aber ich weiss, wo ich fehlendes Wissen finde.

  25. Comment von Jürgen Hey | 23. Jan. 2013 um 12:56:09

    Hallo,
    nur eines zur Info, ich bin Mandatsträger der Piraten und ich bin froh, das ich nur meinen Gewissen und den Wählern gegenüber verantwortlich bin. Es passiert öfters, das ich Entscheidungen treffen muss, die ich mit keinen Absprechen kann. Das zu den Mandaten.

    Ich muss dann aber auch wissen, wie denken die Piraten. Deswegen gehe ich zu 3-4 Stammtische bei mir in der Gegend. Dort bekomme ich Rückmeldungen. Die sind sehr wichtig für mich.

    Entschuldigt die vielen ICH, es ging leider nicht anders.

    Bis dann
    LG von Jürgen Hey

  26. Comment von Paul | 24. Jan. 2013 um 15:22:38

    Es ist doch gut, dass die Piraten nicht reingekommen sind, dadurch hat nun rot-grün eine Mehrheit. Ansonsten hätte es eine große Koalition gegeben. Politisch engagieren kann man sich auch bei den Grünen, bei der SPD, bei der FDP, bei der CDU, und wenn es denn sein muss, bei der Linken. Ich sehe keinen Bedarf für immer mehr Parteien in den Parlamenten (zumal die Piraten ja in vielen Gebieten noch gar keine klare Meinung haben). Man hat in Weimar gesehen, wohin das führt, Parteienzersplitterung. Also: Piraten im Heer der „anderen Parteien“ – von mir aus. Aber in einem Parlament sollte es jenseits der großen Koalition stabile Koalitionsmöglichkeiten zwischen professionellen Parteien geben, und da reichen 3-4 Parteien im Parlament. Eigentlich ist die Linke schon eine Partei zu viel (im Parlament).

  27. Comment von Michael Ebner | 24. Jan. 2013 um 17:13:38

    Weitgehend zutreffende Analyse

    > weil das betreffende Mitglied sich in seinen Rechten
    > beschnitten sieht, wenn die Pankower Piraten das Internet
    > zur Meinungsbildung benutzen.

    Ich vermute eher, es sieht sich in seinen Rechten beschnitten, wenn das Internet in der beschlossenen Art und Weise zur Meinungsbildung genutzt wird.

    Nicht völlig auszuschließen, das man da hätte einen Kompromiss finden können, wenn beide Seiten ein wenig nachgegeben hätten. Auch nicht auszuschließen, dass eine „Ich habe recht und der hat nachzugeben“ die Fronten unnötig verhärtet hat…

  28. Comment von sascha | 24. Jan. 2013 um 23:29:12

    Das Problem ist sind die Fronten einmal verhärtet redet man sich immer leicht aber wirklich nachgeben tut keiner mehr und es hört auch keiner mehr den anderen zu… Ist dann irgendwo und irgendwie ein Sinnlose Diskutiererei

  29. wb
    Comment von wb | 23. Mrz. 2013 um 10:19:53

    Eine „Ortsgruppe“ (der Begriff ist ja nun auch erheblich vorbelastet) Leer gibt es nicht, allenfalls einen Stammtisch. Mit dem Eintrag in die Mailingliste der Piraten Leer oder Ostfriesland hat man automatisch Schreibrechte, auf einen Administrator zu warten bringt nichts.
    Vorschlag: Probier’s noch mal!

  30. Comment von Dieter | 14. Apr. 2013 um 02:39:57

    gute und treffende Zusammenfassung warum ich trotz eigentlichem Vorhaben Abstand genommen habe, die Piraten zu wählen. Verkackt ist das richtige Wort – Profilosigkeit führt nun mal zu Wahlverlust. Und die Aktionen bzw. Nicht aktionen der Piraten in NDS waren mir denn doch zu suspekt. 5 gespräche an Wahlständen geführt. 5 sich widersprechenden Meinungen gehört und auf die Frage welche Meinung deren Wahlkreiskandidat vertritt: keine Antwort – ergebnis: keine Stimme :D


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