sofa die ennomane

2. Oktober 2011

Links der Woche

  • Weg vom Fenster!:

    Die meisten Menschen verfolgen den Besuch des Papstes im Fernsehen. Unser Autor erlebte ihn am Fenster seiner Wohnung – inklusive Scharfschützen und Polizisten auf dem Speicher

  • “Angst vor Armut wird in Form von Körperfett bekämpft”:

    Dicke Menschen müssen Tag für Tag mit Vorurteilen leben: Irgendwie, so die allgemeine Zuschreibung, stimmt mit ihnen etwas nicht. Die müssen ein Problem haben, und mehr noch: Sie sind selber eines und selbst schuld daran.

  • Duales Denken, flaches Denken:

    Das Internet – ich behaupte das immer wieder – erhöht die Komplexität der Welt radikal. Für die Leute, die gelernt haben mit dieser Komplexität zu leben, sind die dualen Denkmodelle viel zu unterkomplex. Sie treffen nicht den Kern und gehen an der Sache auf sehr grundlegende Weise vorbei. Immer wenn die Komplexität aus dem Internet auf die Welt des alten Denkens in klaren Dualismen trifft, gibt es extreme Verständigungsprobleme.

  • Die digitale Kluft ist gar keine:

    Die Unterschiede, Missverständnisse und Lösungsdivergenzen beruhen daher vielleicht gar nicht auf den Differenzen zwischen Alt und Jung, zwischen Netizens und Newbies, zwischen „digital Geborenen“ und „digitalen Immigranten“. Sondern vielmehr auf den Differenzen zwischen denen, die das Chaos des Lebens hoffnungsvoll umarmen und denen, die es eher ängstlich zu kontrollieren suchen. Zwischen denen, die sich grundsätzlich lieber auf Chancen konzentrieren und denen, die an jeder Ecke Gefahren wittern. Zwischen denen, die auf Menschen vertrauen und denen, die sich vor ihnen fürchten.

  • Ziemlich wörtliche Wiedergabe eines Gesprächs zwischen mir und einem Christen:

    Aber was in diesen beiden Beispielen auffällt, ist das völlige Versagen der Kommunikation, und der völlige Verzicht auf die Reflexion der eigenen Aussagen. Wir beide sprechen Deutsch, aber es findet trotzdem kaum Verständigung statt.

  • Das Ende der Politik:

    Angela Merkel hat in den großen Fragen der jüngeren Zeit jeweils jeden Standpunkt vertreten, den man vertreten konnte: Für und gegen Atomkraft, gegen und für Hilfen für Griechenland, für und gegen die Wehrpflicht, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Dabei beschreibt das nur die jeweils extremsten Positionen, zwischen denen sie jeweils in schneller Abfolge und feiner Abstufung mal mehr und mal weniger offensiv ihre Überzeugungen angepasst.

  • Benedikt XVI. im Bundestag: Die brandgefährliche Rede des Papstes:

    Wo ein Staat sich nicht an diese von Benedikt favorisierte Rechtsbasis hält und z.B. gleiche Recht für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften einführt, wird er zur “Räuberbande” (Benedikt zitiert hier Augustinus). Das Naturrecht bildet die ideologische Basis für den Vatikan, auf der er auf völkerrechtlichen Konferenzen mit Staaten wie Saudi-Arabien und dem Iran eng zusammen arbeitet, um dort einen Abbau von Frauen, Religionskritiker und Homosexuelle diskriminierenden Gesetzen zu verhindern.

  • Auf dem Weg zur Data DNA:

    Wir produzieren eine Daten-DNA unserer Person, ein einzigartiges Abbild unseres individuellen Selbst. Wie Fingerabdrücke gleicht keine Data DNA der anderen: Zeig mir, wen oder was du kennst, kaufst, hörst und siehst, und ich sage dir, wer du bist. Unsere Data DNA bestimmt jetzt schon unsere Google-Suchergebnisse, sie beeinflusst die Werbung, die wir sehen, sie empfiehlt die „Artikel, die sie ebenfalls lesen sollten“. Sie verändert unsere Sicht auf die Welt. Und damit auch uns selbst.

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