sofa die ennomane

August 29, 2011

Philia (Katzencontent)

Wegen meines “Wappentiers” ist es ja naheliegend, dass ich eine schneeweiße Katze haben müsse. Und ein gehörloses Tier hätte ich neulich auch schon fast adoptiert. Beide Gedanken spielten aber keine Rolle, als ich gestern zum Tierheim fuhr, um eine Kollegin für Lucy zu besorgen. Die soll nicht so viel alleine sein, wenn ich tagsüber aus dem Haus muss. Am Ende wurde es dann Philia: schneeweiß, gehörlos, neugierig, anhänglich und sehr selbstbewusst. Sie benahm sich von der ersten Minute an, als hätte sie hier schon immer gewohnt, und sitzt gerne auf meinem Nacken, was kuschelige Winter verspricht, mir aber auch ein wenig Sorgen wegen meiner Haltung macht.

Ich denke, gehörlose Katzen haben eine höhere Lebensqualität. Philias neuer Freund ist der Staubsauger – Lucys größter Feind. Die beiden Tiere sind mental dermaßen verschieden, dass es nur gutgehen kann. Lucy weiß noch nicht, was sie von der Neuen halten soll, beäugt Philia eher misstrauisch und ist sehr auf Distanz gewahrt. Ihr Lieblingsplatz war ja schon lange im Kleiderschrank, den sie ohne menschliche Hilfe betritt und verlässt – da kommt sie jetzt fast gar nicht mehr raus. Ich bin mir aber sicher, das gibt sich bald, zumal die beiden Katzen vollkommen unaggressiv aufeinander reagieren und Philia gerade erst 24 Stunden hier ist.

Ich habe dann noch kurz überlegt, ob ich Philia einen anderen Namen geben soll, aber dachte dann: egal. Schließlich hört sie sowieso nicht, wenn ich sie rufe.

Kommentare

  1. Kommentar von creezy | 29. Aug. 2011 um 18:51:08

    Sieh an, gestern dachte ich noch, die ist sooo weiß. Die hört wahrscheinlich nicht. Aber da das ja eh wurscht ist, solange sie ein Wohnungstier bleibt. Sehr schön! Wünsche Euch Dreien ein langes gemeinsames verspieltes und verschmustes Leben. Meine Katzenzusammenführungen habe ich immer über’s Fressen geregelt. Krabben in Salzlake oder Putenfleisch nimmt man als Katze gerne in erstaunlicher Nähe ein, selbst wenn man sich noch fremd ist … ,-)

  2. Kommentar von Bettina (und die Keinzahnkatzen) | 29. Aug. 2011 um 19:39:58

    @creezy Stimmt, mit einer kleinen Mahlzeit habe ich auch schon Katzenpaare (wenigstens zeitweise) vereinen können, die in nicht essbarer Umgebung definitiv keine Paare waren.

    @Ennomane Bei zwei weiblichen Katzen würde ich, wenn sie sich nach 24 Stunden noch nicht geschlagen haben, auch fast schon davon ausgehen, dass sie ihre Rangfolge auf andere Weise regeln werden. Subtil, eben wie Mädels: Durch das Streuen kleiner Gerüchte bei Facebook über die jeweils andere und ihren Lebenswandel zum Beispiel. Oder sie versuchen, sich stunden- oder tagelang gegenseitig in Grund und Boden zu starren (das ist nicht weiter gefährlich; du solltest nur nicht dazwischen geraten!). Hauptsache, Lucy wird nicht zu eifersüchtig, wenn Philia dauernd auf dir rumturnt.
    Aber bisher hört sich das alles sehr, sehr gut an – gefällt mir!

  3. Kommentar von Menschwerdung | 29. Aug. 2011 um 21:56:47

    Hach, so ein Zuckerstückchen. Katzen brauchen einfach ne Weile um sich aneinander zu gewöhnen, und bei Deinen Mädels habe ich ein richtig gutes Gefühl. Sie haben ja noch nichtmal gestritten. Meine zwei hatten sich den ersten Tag übel angebrummt und gefaucht, den zweiten Tag ignoriert und am dritten Tag schlabberte die erste Katze der neuen schon die Öhrchen sauber :-). Ich finde den Namen Philia übrigens richtig toll. Ist das nicht griechisch für “Liebe” ?

  4. Kommentar von Charlott | 29. Aug. 2011 um 22:17:02

    Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten zu einer ‘Familienzusammenführung’ der eigenen Art. Es hört sich jedenfalls deutlich so an, als ob ALLE Beteiligten etwas davon haben könnten. Welch Voraussetzung – ob es nun ein kalter Wuinter wird , wo man einen Zusatzkatzenkuschelkragen besonders gut brauchen kann oder nicht …; Mit pfotelndem Gruß, zweifelsohne auch im Namen von Paul & Clara , die stromernd in den umliegenden Gärten leben aber immer mal wieder gern auf das eine oder andere Maulvoll vorbeischauen.


Kommentar hinterlassen: