sofa die ennomane

Mai 17, 2011

Tag der Homophobie

Das ist heute. Eigentlich sollte es ja “Tag gegen Homophobie” heißen. Ich habe nichts dazu zu schreiben. Ich möchte euch nur bitten, das hier zu lesen: In eigener Sache & CDU meint: Machen wir’s mit den Schwuchteln so wie mit der Schweinegrippe!

Ich wollte nicht, nur mit einer Federboa bekleidet, nackt durch die Straßen ziehen und Lieder von Cher flöten. Ich wollte niemanden bekehren. Ich wollte keine schwulen Cafés aufsuchen und weder in eine Talk-, noch in eine Castingshow. (Und ich schwöre, dass ich das bis heute nicht will. Nichts davon.) Von all diesen Dingen hatte ich keine Ahnung. Ich wusste nicht einmal, dass es so etwas gab. Überhaupt irgendwo. Nur das Wort „schwul“ kannte ich. Und seine Bedeutung. Ich habe mich geoutet, um niemanden belügen zu müssen. Weil ich nicht ändern kann, was ich bin. Aus keinem anderen Grund.

Zwischen 12 und 16 hatte ich daraufhin keine Freunde. Ich hatte niemanden. Ich wurde unzählige Male verprügelt. Und damit meine ich nicht Schläge auf die Arme, Tritte zwischen die Beine oder in die Magengrube. Sondern Schläge, die „halten“ sollten. Tritte, die „sitzen“ sollten.

Diese Zeilen beschreiben keine entfernte Vergangenheit, sondern die 90er Jahre, kurz bevor die so genannte “Homo-Ehe” in Deutschland eingeführt wurde. Es wird nicht besser – wir glauben das nur.

Kommentare

  1. Kommentar von Android | 17. Mai. 2011 um 22:50:40

    Über Deinen Tweet von vorhin habe ich das Posting auch gelesen. Das “geoutete Schwule” in der Pampa solche Spiessrutenläufe durchmachen müssen kenne ich aus meiner Jugend auch, und ich bin 10 Jahre älter als der Verfasser des o.g. Blogs. Ich habe das damals schon nicht kapiert: “Der Sven ist voll das Arschloch!” “Warum?” “Na, der ist doch schwul!” Ich fand das eigentlich gut, dass der Sven schwul ist, denn der Sven sah prima aus und wenn ich mit Sven unterwegs war, scharten sich die Mädels um uns…

    Letztes Jahr im Frühling lief ich parallel mit einem besoffenen jungen Punker durch den Mauerpark, als uns ein händchenhaltendes schwules Pärchen entgegenkam. Der Punk gröhlt schwer schwäbelnd: “Ey, seid ihr schwul oder was?” Ob dieser offensichtlichen Feststellung musste ich ein wenig feixen, das Pärchen hat das nach einer Schrecksekunde dann auch getan.

    Als ich den Screenshot der CDU-HP gesehen habe, mußte ich zunächst erstmal herzlich lachen. Gut, die ganze Sache ist schon zwei Jahre her, aber ich hätte trotzdem nicht gedacht, dass ein zumindest halbwegs intelligenter Mensch (Muß dieser Trebmann ja sein, er kann einigermaßen schreiben und er darf bei einer “Volkspartei” posten) so einen reaktionären Mist verzapft. Dann war ich entsetzt, als ich merkte, der meint das ernst. Naja, der ist bestimmt auch Anhänger des Kreationismus.

    Was ich eigentlich sagen wollte: Dieses ganze Gelaber über hetero, homo, bi, metro oder sonstwie sexuell kann ich überhaupt nicht mehr hören. Wir haben 2011, Atomkraftwerke fliegen uns um die Ohren, Essen kommt aus Fabriken, Milliarden Menschen leben von weniger als einem Dollar am Tag, etc pp und heute ist “Tag gegen Homophobie”. Zeuch. Schon der Alte Fritz hat gesagt „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden“. Das hat heute noch Geltung, genau wie der kategorische Imperativ.

    Wenn ich diffamierende Gespräche über “Schwuchteln” mitkriege, mische ich mich manchmal ein und sage “Hey, ich bin auch schwul!” (und zum Glück kräftig gebaut) Das bewirkt zumeist zumindest das runterfahren der Lautstärke. Genau so halte ich es bei Gegnern von Ausländern, Juden undsoweiterundsofort. Wenn ich gefragt werde, warum ich diese Risiken eingehe antworte ich “Das nennt man Zivilcourage” und ernte meist RESPEKT. Und darum gehts doch.

  2. Kommentar von Martin Lapietra | 18. Sep. 2011 um 02:23:02

    Dieses ganze Gelaber über hetero, homo, bi, metro oder sonstwie sexuell kann ich überhaupt nicht mehr hören!!


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