sofa die ennomane

10. März 2011

Die 9 Gebote der Postprivacy

Bei mspro lese ich, dass sich die Postprivacy-Apologeten langsam zu einer Bewegung entwickeln, die sich selbst „Spackeria“ nennt und es bis nach SPON geschafft hat. Die Datenvoyeure stellen auch schonmal erste Regeln auf, zum Beispiel:

  • “Data is essential“
  • “Data must flow“
  • “Data must be used“
  • “Data is neither good nor bad“
  • “There is no illegal data“
  • “Data is free“
  • “Data can not be owned“
  • “No man, machine or system shall interrupt the flow of data“
  • “Locking data is a crime against datanity“

Besonders bezeichnend ist der letzte Punkt. Es wird eine „Datanity“ propagiert (Defintion?) gegen die man sich vergehen kann. Da wird offenbar wieder eine Ideologie (Religion) über den Menschen gestellt.

Ich würde gerne das 10. Gebot hinzufügen: „Data must be protected from abuse.“ (, welches sich leider mit dem 8. Gebot beißt.) Das nennt man dann übrigens Datenschutz, liebe Spackeria. Wenn ihr das ernst meint, dann veröffentlicht doch bitte mal eben alle eure Homebanking-Daten samt TAN-Listen usw.

(Wann kommt die erste Demonstration gegen HTTPS und GPG?)

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Kommentare

  1. Comment von plomlompom | 10. Mrz. 2011 um 13:27:25

    „Der Mensch“ ist nunmal auch nur Ideologie. Und Ideologien sollte man immer mal wieder hinterfragen, notfalls mit Gegen-Ideologien ;-)

  2. Comment von Stephan Urbach | 10. Mrz. 2011 um 13:43:50

    Ich möchte festhalten, dass http://datalove.me nichts mit der Spackeria zu tun hat. Die „Datenvoyeure“ und die Datalovers sind zwei völlig verschiedene Gruppierungen. Mehr dazu im Laufe des tages auf datalove.me

    Bester Gruß
    Stephan Urbach

  3. Comment von plomlompom | 10. Mrz. 2011 um 14:07:22

    Volksfront von Judäa!

  4. Comment von Stephan Urbach | 10. Mrz. 2011 um 14:12:43

    @plomlompom: Ich lass mich mit euch Spacken nicht in einen Topf werfen! Macht was ihr wollt, aber es geht bei mir echt um was anderes :D

  5. Comment von don bodo | 10. Mrz. 2011 um 14:12:58

    ich glaube hier werden 2 Dinge verwechselt.
    es wird für den (sowieso bereits vorhandenen) freien Fluß von Daten geworben, wenn -und auch nur wenn- sie im Netz sind
    es wird NICHT dafür geworben, dass jeder alles über sich ins Netz stellen soll, ohne es selber zu unternehmen.

    OK, was drin ist, ist dann drin, aber das isses heute doch auch schon.
    Es ist halt wichtig den Fluß seiner Daten INS Netz selbst zu kontrollieren. Da kann man auch niemanden in die Pflicht nehmen.

  6. Comment von Enno | 10. Mrz. 2011 um 14:27:50

    @don bodo „soweit sie im Netz sind“: Mir geht es tatsächlich nicht um Bilder, die ich selber auf Facebook veröffentlicht habe. Da weiß ich ja, was ich tue. Aber wenn es um Cookies, Statistiken usw. geht, dann sind das KEINE Daten die jemand bewusst und absichtlich veröffentlich. Gleichwohl werden sie aber gesammelt. Zu niemandem bist du so ehrlich wie zur Google-Suche. Die Spackeria sagt sinngemäß: „Wir brauchen nur die Utopie zu realisieren, dass sich alle ganz doll lieb haben, dann ist das nicht schlimm, wenn wir alles übereinander wissen.“ Diese Antwort befriedigt mich nicht.

  7. Comment von sparta644 | 10. Mrz. 2011 um 14:41:17

    Wirr. Oder schlampig.
    Die datalove-Prinzipien haben doch mit der ‚Spackeria‘ nichts zu tun.

  8. Comment von Jens Arne Männig | 10. Mrz. 2011 um 15:25:21

    Am solidesten gesichert sind Informationen immer dann, wenn sich gar nicht erst zu Daten werden. Dann erhebt nämlich keine »Spackeria« oder auch sonst niemand Anspruch darauf. Und obendrein beherzigt man damit noch § 3a des Bundesdatenschutzgesetzes, der im Gegensatz zu den Geboten der Datenfreiheitsphilosophen rechtsverbindlich ist. So weit wie Dürrenmatts Physiker Möbius würde ich nämlich nicht gehen wollen: »Auch gibt es keine Möglichkeit, Denkbares geheim zu halten. Jeder Denkprozess ist wiederholbar. Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden.«

  9. Comment von German Psycho | 10. Mrz. 2011 um 15:34:24

    @plomplomplom: Ich dachte, die Spackeria wäre die populäre Front?

  10. Comment von Ide O. Loge | 10. Mrz. 2011 um 15:57:57

    »“Der Mensch” ist nunmal auch nur Ideologie.«
    Wenn ich so etwas schon lese. Eine Verteidigung, die alles und nichts aussagt und dabei für rationale Argumente nicht zugänglich ist, denn die Gegenseite vertritt ja ihrerseits nur eine Ideologie. So macht man sich die Welt und das Diskutieren sehr einfach.

  11. Comment von Kirst3nf | 10. Mrz. 2011 um 15:59:48

    Verstehe auch nicht ganz, was datalove (http://interfax.werebuild.eu/2011/02/18/the-priciples-of-datalove/) mit der Spackeria zu tun hat. Damit der Artikel hier Sinn macht, müssten die „Gebote“ jeweils um den Zusatz „personal“ ergänzt werden, z.B. „Personal data cannot be owned“… aber so ist mir der Zusammenhang nicht ganz klar.

  12. Comment von plomlompom | 10. Mrz. 2011 um 16:17:48

    Ide O. Loge: Der Satz war mein Konter auf Ennos „Da wird offenbar wieder eine Ideologie (Religion) über den Menschen gestellt“ im Ursprungsartikel. Insofern lese ich deinen Kommentar jetzt mal so, als könne er sich genauso gut auf Ennos Satz beziehen ;-)

  13. Comment von Stephan Urbach | 10. Mrz. 2011 um 16:40:08

    So, und für die, die es interessiert – heir steht, um was es bei datalove geht: http://datalove.me/about.html

    Gruß
    Stephan

  14. Comment von boxi | 10. Mrz. 2011 um 17:01:14

    „Wenn ihr das ernst meint, dann veröffentlicht doch bitte mal eben alle eure Homebanking-Daten samt TAN-Listen usw.“
    bei jeder auseinandersetzung gibt es immer extreme, in alle richtungen. vielleicht ist die spackeria die eine seite, die datenschutz“nazis“ die andere. wenn man sich in der mitte drift, ist doch schon viel getan.

    „(Wann kommt die erste Demonstration gegen HTTPS und GPG?)“
    irgendwas scheinen sie falsch zu verstehen oder verstehen zu wollen (oder bin ich es?). jedenfalls wird mit solchen sätzen jegliche diskussion abgewürgt, ähnlich wie das bekannte „privacy spacken“.

  15. Comment von Enno | 10. Mrz. 2011 um 17:04:14

    @Stefan Urbach: Natürlich bin ich z.B. unbedingt für Netzneutralität, aber im von dir verlinkten „About“ heißt es: „An example are the misconceptions of politicians, who keep trying to establish exceptions for the expression of certain types of data.“ — Wenn alle Daten gleich sind, dann – ich wiederhole – gib mir doch bitte deine Homebanking-Daten. Ach, es gibt also doch so etwas wie „private“ Daten? Dann sind doch nicht alle Daten gleich? Hmm…

    (Übrigens bin ich selbstverständlich ein Verfechter von Netzneutralität. Um sie abzuschaffen, brauchen die Provider aber Techniken zur Unterscheidung von Daten und müssen diese zu diesem Zweck lesen und bewerten — und verletzten so den Datenschutz. Dabei wären alle Versuche, die Netzneutralität aufzuheben, zum scheitern verurteilt, wenn einfach jedweder Netzverkehr verschlüsselt (geschützt) wäre.

    Es gibt kein Weiß („Daten sind frei“) oder Schwarz („Datenschutz über alles“) sondern nur grau und neu auszuhandelnde Spielregeln.

  16. Comment von Stephan Urbach | 10. Mrz. 2011 um 17:16:47

    Enno, entschuldige, du hast es nicht ganz gelesen. Weiter hinten heisst es I“f some data is meant to be private, it should not reach the internet in the first place. There is no delete function in the internet. This can not be changed. It has nothing to do with datalove. „

  17. Comment von Enno | 10. Mrz. 2011 um 17:20:02

    @Stephan Entschuldige, aber es LANDEN Daten im Internet, von denen es die Leute sich nicht bewusst sind und ohne ihr zutun und ganz ohne Facebook. Ständig. Was du mit Datalove meinst, ist eigentlich Rede- und Meinungsfreiheit oder auch die Freiheit von Zensur. Das sollte man dann aber nicht Datalove nennen, sonst sind die Missverständnisse programmiert.

  18. Comment von Stephan Urbach | 10. Mrz. 2011 um 19:15:27

    Eno, ich glaube, wir werden bei einer Diskussion hier nicht weiter kommen. Dennoch bitte ich mir aus, klar zu stellen, dass die datalove Postulate NICHT die Regeln der Spackeria sind. Danke sehr :)

  19. […] Mühe MINIMALST nachzulesen, bevor sie ihre mies verdrahteten Neuronen ungefiltert kurzgeschlossene KOTZE ins Internet ballern lassen. Da brennts einem im Hirn WIE DIE PISSE BEI NER […]

  20. Comment von Giovanni Bordello | 10. Mrz. 2011 um 23:40:09

    Lieber Plomlompom.

    Das ist das Dämlichste das jemals von einem Menschen geschrieben wurde. Halt. Können Ideologien schreiben? Fuck!

    Fuck,
    Gio

  21. Comment von plomlompom | 11. Mrz. 2011 um 02:22:10

    @Giovanni:

    Der Mensch, so als Wert an sich[*], ist natürlich eine Ideologie. Humanismus, Christentum und so. Kann man ja gut finden. Kann man aber auch kritisch abklopfen.

    [*] Und so war es IMHO von Enno in seinem Text gemeint. Ich lasse mich aber gerne korrigieren.

  22. Comment von Thomas Maier | 11. Mrz. 2011 um 18:31:45

    Die Ideologie ist mehr die Frage nach dem Menschen. „Was ist ein Mensch?“ Für jeden ist der Kreis der Menschen, die Menschen sind, anders gezeichnet.

  23. Pingback von Warum Datalove nicht Post-Privacy ist | Stephan Urbach | 23. Mrz. 2011 um 14:26:36

    […] was sich dort entwickelt.”, was dann wohl für die Ennomane Grund genug war, das auch fleissig zu vermengen. Immerhin Grund genug, einen “About”-Text mit auf die Seite zu […]


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