sofa die ennomane

November 15, 2010

Abofalle (Update)

Ich gehöre zur Sorte “aufgeklärter Verbraucher”, die normalerweise nicht auf Abofallen und dergleichen hereinfällt – sollte ich aber jemals eine arrogante “Selberschuld-Haltung” gegenüber solchen Leuten gehabt haben, darf ich mich jetzt an die eigene Nase fassen. Es geht um Software für die Steuererklärung, und zwar nicht WISO. Über die Software mit dem ZDF-Label gibt es ja genug Geschichten im Netz und in der c’t nachzulesen.

Ich benutze seit Jahren das sehr ähnlich aussehende Konkurrenzprodukt, die “Steuersparerklärung” der “Akademischen Arbeitsgemeinschaft”. Zunächst, weil es im c’t-Test am besten abgeschnitten hat, dann weil es sich über die Jahre als wirklich genau und zuverlässig erwiesen hat uns schließlich weil der Hersteller seriös ist  - dachte ich zumindest.

Heute erhielt ich nämlich eine Mail: Ich habe vor einem Jahr ein Abo abgeschlossen. Ich könne die neue Version herunterladen, hier sei mein Key und die Rechnung erhielte ich in den nächsten Tagen. What the fuck? Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, ein Abo abgeschlossen zu haben. Tatsächlich habe ich letztes Jahr das Programm erstmals nicht in der Schachtel sondern als Download erworben. Ich bin mir sicher: Einen halbwegs auffälligen Hinweis auf ein Abo hätte ich gesehen.

Ich mag das Programm, es ist gut und preiswert. Meinen Vorwurf der Abofalle kann ich mangels Screenshots des Bestellvorganges vor einem Jahratürlich nicht beweisen  - ich kann lediglich der Meinung sein, dass es so war, die Software nochmal bezahlen und ein Jahr nutzen – und das Abo kündigen und mir für 2012 eine andere Steuersoftware suchen. Ich mag so ein Gebaren nämlich gar nicht. So leicht verliert man Kunden…

Update: Ich habe tatsächlich die 3 Mails des Bestellvorganges erhalten.

  • In der ersten Mail steht “Sie haben die Steuer-Spar-Erklärung 2010 als Download erworben.” Es folgt der Freischaltcode samt Hinweisen zum Download. Kein Hinweis aufs Abo.
  • Die zweite Mail ist eine Bestellbestätigung (sie kam offenbar tatsächlich nach der ersten) und enthält den Text “Herzlichen Dank fuer Ihre Bestellung bei der Akademischen Arbeitsgemeinschaft. Zu Ihrer Sicherheit und Information hier noch einmal Ihre Bestelldaten:”. In der ganzen Mail kein Hinweis auf ein Abo.
  • Die dritte Mail kam einen Tag später und enthielt eine Rechnung als PDF. Dort ist der Artikel tatsächlich ausgewiesen als “SteuerSparErklärung 2010 Download mit Aktualitätsgarantie (Jahresabonnement)”.

Wie gesagt, kann ich mich nicht daran erinnern, im Bestellvorgang selber auf ein Abo hingewiesen worden zu sein. Wie wirkt sich das eigentlich auf Dinge wie das Rückgaberecht aus, wenn den Bestätigungsmails usw. jeder Hinweis auf ein Download fehlt, die Käufer die Software natürlich sofort herunterladen, installieren und nutzen und dann einen Tag später eine Rechnung enthalten, in der das Wort “Abo” erstmal deutlich sichtbar ist (wo ich es allerdings trotzdem übersehen habe).

Kommentare

  1. Kommentar von Gilly | 15. Nov. 2010 um 16:56:09

    Wenn du in deinem Posteingang keine Mail mit Informationen zum Widerrufsrecht vorfindest, hat sich die Sache eh für dich erledigt ;)

  2. Kommentar von Enno | 15. Nov. 2010 um 17:16:15

    In der Mail findet sich keine solche Widerrufsbelehrung, aber was hilft mir das weiter, wenn sich das auf einen Bestellvorgang von vor x Monaten bezieht? Die Bestätigungsmail zur damaligen Bestellung enthielt eine Widerrufsbelehrung.

  3. Kommentar von tobijahu | 15. Nov. 2010 um 18:02:20

    Habe den Downloadkauf letztes Jahr auch das erste Mal getätigt, wobei mir die Abogeschichte jedoch aufgefallen ist, da sie im Zusammenhang der verschiedenen Kaufoptionen erwähnt wurde (eben im Rahmen der Aktualitätsgarantie). Ich bin sicherlich kein Held, von daher würde ich sagen, dass es hier ersichtlich war bzw. nicht nicht erwähnt wurde. Dass es hätte deutlicher sein können mag durchaus sein.

  4. Kommentar von Enno | 15. Nov. 2010 um 18:04:46

    Danke für den Hinweis. Das relativiert die Sache ein wenig, da ich selbst mich absolut nicht daran erinnern kann und nur weiß, dass ich bewusst kein Abo geschlossen hätte.

  5. Kommentar von Faustus | 16. Nov. 2010 um 00:32:32

    Neulich hatten zwei Leute aus meinem Umfeld aus Versehen Google Earth für je 100 Euro Abo-Gebühr gekauft, die eine überhaupt nicht, der andere ziemlich internetgewandt. Ich habe die Seite gesehen: Da stand in der Tat ganz groß Abo. Und zwar so, dass man es beim Abschließen nicht sieht obwohl es mitten auf der Seite ist. Gibts bestimmt irgendwelche psychologischen Kenntnisse dazu.

  6. Kommentar von David | 16. Nov. 2010 um 13:45:18

    Da die Beweislast (über korrekte Preisauszeichnung, den Zugang der Widerrufserklärung bei Dir und den Hinweis auf die Konditionen – Stichworte: Angebotsklarheit und Wahrheit, vgl. BGB und UWG) hier im Zweifel beim Kläger liegt, würde ich der Firma schon jetzt viel Spaß dabei, dir erst ein gerichtliches Mahnverfahren und anschließend, nach Deinem Einspruch gegen den Mahnbescheid, bei einem Streitwert von… 50? 100? Euro einen Zivilprozeß gegen Dich anzustrengen.

    Ich finde, im Interesse der Rechtssicherheit und angesichts der überschaubaren Verfahrenskosten solltest Du es darauf unbedingt ankommen lassen. ;-)

  7. Kommentar von David | 16. Nov. 2010 um 13:46:00

    “würde” => “wünsche”

  8. Kommentar von Johann | 22. Nov. 2010 um 21:45:05

    Habe heute auch eine solche Rechnung bekommen. Bin ziemlich erbost. Das erste Mal auf eine Abofalle reingefallen. Ich dachte, das passiert nur Idioten. Zum anderen dachte ich nicht, dass ein vermeintlich seriöser Steuererklärungs-Software-Anbieter seine Kunden auf diese Weise “reinlegen” würde.

  9. Kommentar von Lara | 24. Nov. 2010 um 21:17:00

    Ich bin ebenso versehentlich in die Steuersparabofalle getappt.
    Auf der Website des Anbieters ist heute tatsächlich der Abohinweis erkenntlich, wenn man aufpasst.
    Angebotsklarheit liegt hier nicht vor. Der Kunde wird in das Abo hineingeritten, denn das Abo erscheint als Erstauswahl und auf dem ins Auge stechenden gelben Button steht nichts von Abo.
    Also, Finger weg von der Akademische Arbeitsgemeinschaft!

  10. Kommentar von Sancho | 23. Jan. 2011 um 16:19:13

    Nur mal interessehalber, wie ist die Sache denn ausgegangen?

  11. Kommentar von Enno | 23. Jan. 2011 um 16:56:51

    Ich habe gezahlt und gleichzeitig für nächstes mal gekündigt.

  12. Ben
    Kommentar von Ben | 29. Jan. 2011 um 11:49:06

    Hi,
    ich bin auch auf die Abofalle hereingefallen. Nach einem Jahr kam eine Rechnung. Ich habe mein Postfach nach E-Mails von dem Verlag durchsucht und habe auch 3 E-Mails erhalten. Allerdings wird in keiner E-Mail ein Abo erwähnt (auch nicht in der Bestellbestätigung).
    Auf der Website wird auch kein Abo ausgewiesen. Lediglich der Hinweis “Keine Abofalle” macht den Käufer evtl stutzig. “Aktualitätsgarantie” kann ja alles bedeuten: Für mich heisst das, dass es kostenlose (!) Updates für das Programm gibt. Nur ganz versteckt wird die Aktualitätsgarantie erklärt. Meiner Meinung nach ein klarer Betrugsversuch.
    Auch der Hinweis “Im Vorteilsabo günstiger” (den haben sie mittlerweile in “Im günstigen Vorteilsabo” geändert”) wird versteckt und reicht nicht aus.
    Im Warenkorb wird der Artikel wie folgt beschrieben:
    “Steuer-Spar-Erklärung 2011 plus” “Wenn Sie im Vergangenen Jahr die Software im Vorteilsabo bestellt haben, müssen Sie nicht erneut bestellen. Wir schicken Ihnen die Software automatisch zu, sobald sie verfügbar ist”
    Nirgends wird im Warenkorb erwähnt, dass man ein Abo abschliesst. (Auch im weiteren Verlauf der Bestellung nicht). Update: Mittlerweile wird das Abo auch im Warenkorb erwähnt.
    Ich habe aber Screenshots von der alten Version der Website.
    -
    Die Rechnung kam im November 2011, im Dezember die 1. Mahnung und im Januar die 2. Mahnung.
    Ich fechte den Vertrag wegen arglistiger Täuschung und Irrtum an (per Einschreiben).
    Falls ihr auf dem Forum nichts mehr von mir hört, dann ist nichts passiert. Ansonsten schreibe ich wieder ;-)

    lg
    Ben

  13. Kommentar von Mike | 18. Apr. 2011 um 21:56:31

    Hallo,

    ich bin auch auf die eigentlich seriös wirkende Seite reingefallen. Habe schon die dritte Mahnung mit Inkassobüro- Androhung bekommen. Werde auch diese ignorieren, in keiner der Emails die ich erhalten habe steht etwas von Abo (oder ähnliches) und in der Rechnung auch nicht.
    Eigentlich ist es Schade das die Firma solche Methoden benötigt, ich hätte wahrscheinlich die Software dieses Jahr auch wieder bestellt. Aber so nicht und jetzt haben sie einen Kunden weniger.

    Grüße

  14. Kommentar von R.O.B. | 25. Nov. 2011 um 08:31:49

    Moins,
    auch ich habe gerade per Email eine Rechnung auf eine Abo bei der Akademischen erhalten. Ich habe sofort gekündigt. Schade eigentlich: die sehen mich nicht wieder! Die Rechnung werde ich erst zahlen, wenn ich ein Einschreiben mit Rückschein oder eine gerichtliche Zahlungsaufforderung erhalte.


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