sofa die ennomane

Februar 13, 2010

Aaron und der Iran (Update)

Stefan “Aaron” König fordert in seinem Blog “Politicool” die Bombardierung des Iran, um die dortigen Atomanlagen auszuschalten. Dafür bekommt er gerade einmal mehr ziemlich viel Ärger innerhalb der Piratenpartei. Doch auch die Beschimpfungen, denen er ausgesetzt ist, sind mir oft zu platt. Es ist wert, sich die Lage einmal etwas genauer anzusehen.

Konstitutionell gibt es außer der Türkei keinen Staat nur sehr wenige Staaten im muslimischen Raum, der unserem Verständnis von Demokratie näher kommen, als der Iran. Es handelt sich nicht um eine Diktatur, sondern eine Theokratie, in der der Wächterrat und die Ayatollahs eine ähnliche Rolle einnehmen wie der König in einer konstitutionellen Monarchie. Persien ist eine uralte Kulturnation mit regional beispielloser Bildungs- und Alphabetisierungsrate. Der Iran hat seit vielen Jahrzehnten keinen Krieg geführt, wurde aber im 1. und im 2. Weltkrieg von britischen und russischen Truppen besetzt und im 1. Golfkrieg vom Irak angegriffen. Umgeben von den Atommächten Israel, Russland, Pakistan, China und Indien (sowie dem Nato-Mitglied Türkei und den US-Truppen im Irak) ist es alles andere als verwunderlich, dass der Iran versucht, an Nukleartechnologie zu gelangen. Die Anreicherung von Uran auf 20% widerspricht nicht dem Atomwaffensperrvertrag und reicht auch nicht für militärische Zwecke, wofür das Uran auf über 90% angereichert werden müsste. Es gibt eine Resolution der UNO gegen den Iran, die Sanktionen gegen das Land vorsieht, aber gleichzeitig einen Passus enthält, der militärische Maßnahmen gegen den Iran verbietet. Rein rechtlich sollte eine UNO-Resolution für deutsche Politiker bindend sein.

Von 1979 bis 2009 sind Wahlen und Machtübergaben im Iran friedlich verlaufen. Im Sommer 2009 kam es zu Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen. Es gab Indizien für Wahlfälschung, worauf Demonstrationen, Aufstände, staatlicher Terror gegen die Opposition, Unterbindung der Meinungsfreiheit und anderer Grundrechte, Zensur des Internet usw. folgten. Das ganze muss vor dem Hintergrund gesehen werden, dass die Menschenrechte in der iranischen Rechtsordnung fundamental missachtet werden, und zwar nicht nur nach westlichen Maßstäben sondern auf teilweise barbarische und mittelalterliche Art und Weise – man denke nur an Steinigungen von “Ehebrecherinnen”. Die iranische Führung steht deshalb der eigenen Bevölkerung gegenüber unter erheblichem Druck. Der Aufbau eines äußeren Feindbildes bis hin zum Krieg ist ein klassisches Mittel, um die Bevölkerung wieder hinter die Führung zu bringen.  Ahmadinedschad war schon aus seiner Zeit als Bürgermeister Teherans als radikaler Fundamentalist und Antisemit bekannt. Er kokettiert mit Holocaust-Leugnern. Juden werden im Iran diskriminiert, allerdings auch Christen und nicht schiitische Moslems. Ahmadinedschad ist unberechenbar in der Frage, ob er nur pokert oder wirklich tun würde, was er sagt, wenn er Israel “aus der Geschichte tilgen” möchte. Dass Israel sich in dieser Lage bedroht fühlt, ist wahrlich kein Wunder. Die Israelis üben seit 2007 Luftschläge auf iranische Atomanlagen. Niemand kann sagen, warum noch keine durchgeführt wurden und sie können täglich passieren. Besonders gefährlich an der Situation ist, dass anscheinend einige iranische Nuklearanlagen dermaßen gut gegen Bombardements abgesichert sind, dass man Atomwaffen einsetzen müsste, um sie zu vernichten. Sollte das stimmen, impliziert die Forderung nach einem Militärschlag gegen den Iran einen Atomschlag. Verzichtet man auf diesen, riskiert man einen Krieg mit allen folgen, ohne das Ziel des Angriffes zu erreichen.

Ich widerspreche denjenigen, die die Situation mit 2003 vergleichen, als die so genannte “Koalition der Willigen” Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen andichtete. Niemand behauptet, der Iran habe Atomwaffen und im Gegensatz zum Irak 2003 gibt der Iran offen zu, ein Atomprogramm zu besitzen und dieses ungeachtet von UNO-Sanktionen fortsetzen zu wollen, wenn auch angeblich zu zivilen Zwecken. Während der Iran wahrscheinlich keine biologischen Kampfstoffe hat, so scheint er doch über chemische Waffen aus den 70er Jahren zu verfügen. Das ist eine völlig andere Lage.

Die einzige Antwort in dieser äußerst komplexen Situation kann nur eine Entspannungspolitik sein, die beide Seiten ernst nimmt. So lange Ahmadinedschad regiert, muss unter allen Umständen versucht werden zu verhindern, dass der Iran an Atomwaffen gelangt. Gleichzeit muss ein Krieg gegen den Iran vermieden werden, egal ob von Israel ausgehend oder irgendwelchen Allierten. Ein solcher Krieg würde nicht nur die Iraner sondern die ganze muslimische Welt hinter Ahmadinedschad einigen und weitere Kriege, bewaffnete Konflikte sowie Terroranschläge auf der ganzen Welt nach sich ziehen. Nach meinem Verständnis der Werte der Piratenpartei kann unsere einzige Forderung sein, dass man vollkommen ideologiefrei und unabhängig von bestehenden Sympathien beide Seiten dazu bringen muss, still zu halten und zwar auf Grundlage des internationalen Rechts.

Zum Schluss ein paar Anmerkungen zum Blogpost von Stefan “Aaron” König. Dass er laut denkt und im Konjunktiv formuliert, ein Militärschlag gegen den Iran könne “einen weit größeren Schaden vermeiden”, fällt ganz bestimmt nicht unter den §80a des StGB sondern wohl eher unter Meinungsfreiheit. Auch wende ich  mich gegen alle, die in Sympathien zu Isreal etwas verwerfliches sehen. Mich stört eher seine Wortwahl. Zum Beispiel redet er abwertend von “Appeasement-Politikern” und zieht dabei bewusst oder unbewusst eine Parallele zur Münchner Konferenz von 1938 und diffamiert so den Versuch, sich politisch für eine Entspannung in der Region einzusetzen. Aussagen wie, dass “die Zeit für Verhandlungen und Kompromisse vorbei” sei und “dass wir uns von ihnen nicht länger auf der Nase herumtanzen lassen” entlarven ein mindestens unsachliches Denken und erinnert mich ein wenig an das Säbelgerassel eines Wilhelm Zwo. Wird Zeit, dass der Stammtisch-Demagoge an selbigen zurückkehrt.

Update 21.02.

Bei der letzten Vorstandssitzung wurde Aaron zwar kein Maulkorb verpasst, aber er verzichtete darauf, weiterhin für die Partei zu sprechen. Das fand ich etwas mau, aber hinnehmbar – bis heute ein Artikel in der taz erschien samt ergänzendem Blogpost in Aarons Blog. Dort hält er an seiner Forderung fest und tut Appeasement-Poltik als “nett gemeint” ab. (Gedanken hierzu von Frau Forschungstorte)

Damit ist die Schwelle endgültig überschritten, denn der taz-Artikel war als “Streit der Woche” angelegt, bei dem auch Vertreter verschiedener Parteien zu Wort kommen sollten. Für den Außenstehenden muss sich der Eindruck einstellen, dass die Piratenpartei für einen Militärschlag gegen den Iran stehe, was absoluter Blödsinn ist.

Das Protokoll der letzten Sitzung des Bundesvorstandes lässt offen, ob Aaron das Interview der taz da schon gegeben und verschwiegen hatte, oder ob es erst danach stattfand. Beides ist einfach nur dreist. Das Interview mit der taz fand nach dieser Vorstandssitzung statt, was einfach nur noch dreist ist. Mittlerweile fordern viele Piraten einen Parteiausschluss. Parteischädigendes Verhalten liegt wohl vor, dennoch tue mich mich aus Gründen der Meinungsfreiheit schwer damit. Nur im Bundesvorstand hat er endgültig nichts verloren. Es kann einfach nicht sein, dass die Parteidiskussion dauernd nur daraus besteht, dass Aaron etwas sagt, und alle sich drüber aufregen. Ihm gegenüber hat eine “Appeasement-Politik” langsam keinen Sinn mehr.

Kommentare

  1. Kommentar von acid | 13. Feb. 2010 um 03:28:11

    Jau, schöner Post das, der die Sache klar und ohne große Emotionen beschreibt, danke :)

  2. Trackback von uberVU – social comments | 13. Feb. 2010 um 03:49:48

    Social comments and analytics for this post…

    This post was mentioned on Twitter by ennomane: Stundenlang recherchiert und dann gebloggt: “Aaron und der Iran” http://bit.ly/d2P2jR #fb…

  3. Kommentar von korbinian | 13. Feb. 2010 um 04:25:34

    huch!
    so ein reflektierter und vernünftiger post von einem piraten?
    bitte mehr davon.

    korbinian

  4. Kommentar von corax | 13. Feb. 2010 um 05:42:27

    Lieber Enno,

    Der Iran wird nicht von Achmanideschad regiert, sondern von dahinterstehen gemäßigteren Strukturen.
    Der Iran hat deshalb dasselbe Recht nicht nur zu Kernkraftwerken, sondern auch zu Atomwaffen.
    Mit welchem Recht sollte ihm das verboten werden?

    Ich halte die Debatte den Iran als Bösewicht hinzustellen, für eine Scheindebatte.
    Es geht um das Öl am Kaspischen Meer um nicht mehr und nicht weniger.
    Man möge sich dazu nur eine Landkarte anschauen.

    Das ist aber nur meine Meinung.
    Genauso wie Aaron seine Meinung hat.

    Das eigentliche Problem ist aber, dass Aaron Mitglied des Bundesvorstandes einer Partei ist, und als solcher hat er im Rahmen seiner Außenwirkung und seinen wiederholten Ausfällen in dieser Richtung, derartige Ansichten nicht öffentlich per Blogeintrag zu verbreiten.

    Wenn es seine Privatmeinung ist, soll er sie nicht bloggen.
    Wenn er gerne seine Privatmeinungen kundtun will, soll er sein Amt niederlegen.
    Beides zusammen ist schlicht nicht vereinbar.

  5. ich
    Kommentar von ich | 13. Feb. 2010 um 06:26:51

    Sehr treffender Post. Meine Zustimmung.

    Das Problem sind vor allem diese iranische Regierung und auch die Herrschaftsform (-> Menschenrechte).

    Vor allem argumentiert Herr König, die iranische Opposition könnte während eines Krieges die Regierung stürzen. Ich denke das Gegenteil ist der Fall. Wenn es Krieg geben sollte hat diese Opposition keine Chance mehr, dies selbst zu tun.

  6. Kommentar von SimonimNetz | 13. Feb. 2010 um 07:09:41

    Der Iran hat deshalb dasselbe Recht nicht nur zu Kernkraftwerken, sondern auch zu Atomwaffen.
    Mit welchem Recht sollte ihm das verboten werden?

    Nun, vielleicht, weil sie den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben haben?

    Das eigentliche Problem ist aber, dass Aaron Mitglied des Bundesvorstandes einer Partei ist, und als solcher hat er im Rahmen seiner Außenwirkung und seinen wiederholten Ausfällen in dieser Richtung, derartige Ansichten nicht öffentlich per Blogeintrag zu verbreiten.

    ack!

    Über die Sinnhaftigkeit von Bombardierung von Atomanlagen habe ich auch schon nachgedacht…

  7. Kommentar von Krisch | 13. Feb. 2010 um 07:14:31

    Sehr guter Kommentar, der die Sache ohne Polemik betrachtet.

  8. Kommentar von XiongShui | 13. Feb. 2010 um 07:17:48

    Das nennt man wohl ‘Besonnenheit’. Diese ist wohltuend und stark vonnöten wenn man sich das jeweilige Desaster in Afghanistan und Irak ansieht.

    Besonnenheit scheint mir aber in der gegenwärtigen, im Zusammenhang mit Aaron König geführten Debatte komplett zu fehlen: auf seiner Seite gibt es einen völligen Realitätsverlust, indem er meint, als Vorstandsmitglied einer Partei ‘Privatmeinungen’ äußern zu können. Und die Piratenpartei ist offensichtlich nicht in der Lage, ihrem Vorstandsmitglied dies zu verdeutlichen und es zu entsprechender Zurückhaltung zu veranlassen.

    Das alles ist sehr unerfreulich und wirft sowohl auf Aaron König, als auch auf die Piratenpartei insgesamt ein schlechtes Licht – denn wie wird sich die Piratenpartei verhalten, wenn es wirklich einmal um ernsthafte Probleme geht? Wird sie dann auch in einer Kakaphonie, die sie für einen demokratischen Prozess hält, unberechenbar sein?

  9. Kommentar von @thomasmaier_ | 13. Feb. 2010 um 07:43:24

    Sehr guter Artikel wieder einmal.

    ..und der ist allen Ernstes immer noch Bundesvorstand in der Piratenpartei? Wie wäre es denn mal mit “Liquid Party Ranking”.

  10. Kommentar von yetzt | 13. Feb. 2010 um 08:06:37

    nunja… haben wir nicht in fluch der karibik gelernt, dass es das privileg des piraten-königs ist, feinden den krieg zu erklären oder das parlé-recht zu gewähren. ;-)

  11. Trackback von FAUSTJUCKEN | 13. Feb. 2010 um 09:42:42

    Ich habe einen Traum…

    Ich habe einen Traum, dass es irgendwo einen Mörder, eine ganze Mördergruppe gibt, die es sich zur Aufgabe macht, die Diktatoren, all die Ahmadinedschads und Castros und  Gaddafis und Mugabes zu töten. Ich habe einen Traum, dass all die…

  12. Trackback von FAUSTJUCKEN | 13. Feb. 2010 um 09:42:42

    Ich habe einen Traum…

    Ich habe einen Traum, dass es irgendwo einen Mörder, eine ganze Mördergruppe gibt, die es sich zur Aufgabe macht, die Diktatoren, all die Ahmadinedschads und Castros und  Gaddafis und Mugabes zu töten. Ich habe einen Traum, dass all die…

  13. Kommentar von Tharben | 13. Feb. 2010 um 13:06:32

    Erst Thiesen, jetzt König. Heute würde ich die Piraten nicht mehr wählen, dabei sind sie so bitter nötig. Liquid Democracy, wo bleibst du?

  14. Kommentar von Tim / Ungedanken | 13. Feb. 2010 um 13:18:18

    Hallo!
    Im Grunde eins ehr schöner Beitrag und mit Abstand einer der besten zum aktuellen Aaron-Aufreger.
    Eine Sache, die viele Leute anscheinend immer wieder vergessen und die auch in deinem Beitrag nicht ganz klar wird: Zwar hat der Iran nach dem Atomwaffensperrvertrag das Recht auf zivile Nutzung von Kernenergie, doch bestehen im Rahmen des Vertrags auch durchaus Pflichten. Inesbondere gestehen die Teilnehmerstaaten der IAEA zu, umfassend jede Aktivität im Bereich der Kerntechnik zu überwachen. Der IRan hat sogar das später hinzugekommene ‘Additional Protocol’ unterschrieben, der es den IAEA-Inspektoren erlauben würde, auch nicht deklarierte Anlagen zu inspizieren. Diesen Inspektionen verweigert sich der Iran jedoch, so das man im Umkehrschluss dem Staat wohl auch das Recht zur friedlichen Nutzung der Kernenergie absprechen könnte.

  15. Kommentar von Rob Girlfriend | 13. Feb. 2010 um 13:35:57

    Nun ja der Achim befriedigt halt verbal viele Bedürfnisse islamistischer junger Männer die von den eigenen Regierungen enttäuscht werden und hat damit Blitzableiterfunktion für den Westen. Sollte man nicht unterschätzen.

  16. Pingback von TwittLink – Your headlines on Twitter | 13. Feb. 2010 um 17:42:58

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  17. Kommentar von Falk D. | 14. Feb. 2010 um 00:37:16

    Ohne in die Anti-Isrealische Kerbe hauen zu wollen: die Zahl der von Israel nicht eingehaltenen UN-Resolutionen ist eher drei- als zweistellig, während der Iran in dieser Disziplin nur bei sehr kleingeistiger Zählweise zweistellig wird.

    Isreal hat Zensur in Zeitungen, Rundfunk, Internet und Fernsehen. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl hört der Mossad mehr Gespräche und Emails ab als jeder andere Geheimdienst mit Inlandsauftrag.
    Isrealische Kampfhubschrauber greifen mutmaßliche (=ohne Prozess) Führer div. Organisation mit Raketen in Fußgängerzonen an. Diesem Staat will man ein Recht auf einen “präventiven Schlag” zugestehen oder denselbigen gar im Interesse Israels bzw im Namen der Sicherheit durchführen?

    Wichtiger ist aber, dass der Atomwaffensperrvertrag einfacher zu kündigen ist als DSL bei 1&1: mit dreimonatiger Frist durch einen einfachen Brief.

    Selbst wenn ich unterstelle (und das tue ich), dass der Iran nach Nuklearbewaffnung strebt, ist das zunächst mal eine Inneriranische Angelegenheit und es geht uns solange nichts an, wie Achmanideschad nicht über Trägersysteme verfügt, die diese Waffe dann auch tragen könnten. Von 20% auf 90% Uran braucht man einiges an Forschung, bis man den Prozess im Griff hat und dann damit eine Waffe zu erstellen, die nicht die Größe eines Eisenbahnwaggons hat, braucht auch einiges an Zeit.

    Bis die Gefahr greifbar ist, braucht es Jahre bis Jahrzehnte und selbst dann hat der Iran das Recht, den Atomwaffensperrvertrag zu kündigen und sich nuklear zu bewaffnen. Es ist weder schön, sinnvoll, wünschenswert oder richtig, aber Recht.

  18. Kommentar von Dietmar Näher | 14. Feb. 2010 um 01:56:18

    Ich stimme den Positionen von Aaron König vollkommen zu. Der Iran ist eine Gefahr für den Weltfrieden und muß endlich zur Umkehr gezwungen werden – notfalls auch durch den Einsatz militärischer Mittel!

    Dieser heuchlerische “Pazifismus” vieler Linker stinkt mir schon lange.

    Was ist denn mit Adolf Hitler? Hättet ihr damals auch vorgeschlagen, Hitler durch “Wirtschaftssanktionen” und “Verhandlungen” (LOL) zu stoppen?

    Merkt Ihr nicht, wie lächerlich Ihr seid? Ihr lehnt JEDE militärische Maßnahme ab, auch wenn diese mit der heutigen Technologie kaum noch echte zivile Opfer verursacht.

    Damit stellt Ihr Euch auf die Seite von verbrecherischen Diktatoren und Terror-Regimen. Das ist feige, das ist erbärmlich und das ist Verrat an den Menschen, die z.B. im Iran für ihre Freiheit kämpfen!

    Ihr seid dekadente, scheinheilige Heuchler!

    Die unterdrückten Völker wollen Freiheit – und was macht Ihr? Ihr helft den Terror-Regimen!

  19. Trackback von Most Tweeted Articles by Fsa09 Experts: MrTweet | 14. Feb. 2010 um 11:22:01

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  20. Kommentar von Michael | 14. Feb. 2010 um 14:10:09

    Danke für diesen besonnenen und sachlichen Blogpost! Ich stimme völlig mit Dir darin überein, dass eine Lösung auf der Grundlade von Verhandlungen passieren muss.

    Trotzdem möchte ich als Physiker mit dem Nebenfach Friedensforschung mal ein paar Aussagen geraderücken:

    Der IRan hat sogar das später hinzugekommene ‘Additional Protocol’ unterschrieben, der es den IAEA-Inspektoren erlauben würde, auch nicht deklarierte Anlagen zu inspizieren. Diesen Inspektionen verweigert sich der Iran jedoch, so das man im Umkehrschluss dem Staat wohl auch das Recht zur friedlichen Nutzung der Kernenergie absprechen könnte.

    \Gefühlt\ kann ich Deinen letzten Satz nachvollziehen, und das ist auch die Argumentation der Regierung der USA. Allerdings sieht der Nichtverbreitungsvertrag diese Sanktionsmaßnahme nicht vor! Es gilt, auch für den Iran, nach wie vor Artikel IV, nach dem der Iran beim Entwickeln von friedlicher Kerntechnik zu unterstützen ist. (Leider.)

    Von 20% auf 90% Uran braucht man einiges an Forschung, bis man den Prozess im Griff hat und dann damit eine Waffe zu erstellen, die nicht die Größe eines Eisenbahnwaggons hat, braucht auch einiges an Zeit.

    Ersteres stimmt mitnichten. Wenn eine Anreicherungsanlage so betrieben wird, dass sie hochangereichertes Uran mit 20% Anreicherungsgrad herstellen kann, dann kann sie ohne weiteres das Uran auf 90% und mehr anreichern, weil die Zentrifugen schon im Kaskaden-, statt dem für niedrigangereichertes Uran üblichen, Parallelbetrieb laufen. Das Uran muss nur länger verarbeitet werden. Sprich, die Anlage ist auf den ersten Blick nicht mehr von einer zu unterscheiden, die waffenfähiges Uran herstellt – wohl aber natürlich für einen IAEA-Inspektor.

    Zu Deinem zweiten Punkt: Das Entwickeln einer funktionierenden, kompakten Kernwaffe ist sicherlich ein hoher Aufwand. Allerdings sei an Abdul Qadeer Khan erinnert, der Pakistan und mutmaßlich auch Nordkorea diese Technologie in atemberaubender Geschwindigkeit, nämlich innerhalb weniger Jahre, verschafft hat.

    Soweit meine technischen Kommentare – ich wiederhole, dass für mich kein Zweifel besteht, dass hier militärisches Vorgehen komplett sinnlost ist!

  21. [...] Wohingegen andere Staaten gleich den Atomwaffensperrvertrag am laufenden Band brechen oder verbiegen, wie schon ein Blick in den Wikipedia-Artikel zeigt. Ja sogar Deutschland macht sich im Rahmen der nuklearen Teilhabe die Finger schmutzig. Sehr schön zusammengefasst hat Iran-Thematik der Ennomane. [...]

  22. Kommentar von Falk D. | 14. Feb. 2010 um 22:21:44

    Das ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis: in der Theorie gibt es keinen. Die Brasilianer brauchten fast 30 Jahre, bis sie über 40% kamen. Trotz permanenter Technologie-Versorgung aus Erlangen bekamen sie die Probleme bei der Schichtentrennung der Fraktionen nicht in den Griff. Versuch zum Nachmachen: fangt mal mit einer Tüte eine Wolke Zigarettenrauch.
    Bei der pakistanischen Bombe geht man aufgrund der Seismik und Gamma- und Rö-Spektren von einem Apparat mit etlichen hundert Kilo Material aus, von dem nur ein Teil Überkritikalität erreichte. Für solch ein Monster hat der Iran kein Trägersystem.

    Es ist eine völlig uninteressante Debatte. Wichtiger wäre, dass die restliche Welt Exil-Iraner ermutigt, sich im Internet und per Telefon beim Fact-Checking zu beteiligen, damit der Iranische Staats-Propaganda ein Gegengewicht in Muttersprache gegenübersteht und die Opposition von der Solidarität erfährt. Hierbei ist ganz besonders wichtig, dass es sich bei der Solidarität um Verbindliche handelt. Politikerworthülsen haben hier keinen Wert.

  23. [...] Zwei Reaktionen: – Pantoffelpunk – Alltägliche Wahrheiten – die ennomane [...]


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