sofa die ennomane

Februar 4, 2010

10 doch eher angelaufene goldene Twitterregeln

Update: OK, OK, mein Ironie-Dektektor war kaputt, alles Satire und ich knietief im Fettnäpfchen. Post löschen ist natürlich nicht…

Nico Lumma hat in seinem Blog 10 goldene Twitterregeln aufgestellt, die beim Lesen dann doch an einigen Stellen irritierten. Teilweise liegt es daran, dass Nico wohl den Einsatz von Twitter in der Unternehmenskommunikation (und zwar nach außen) meint, er redet ja auch von Kommunikationsmix. Trotzdem ist manches fraglich:

  • Twitter ist kein Chat. Das stimmt natürlich. Nervtötendes Hin- und Hergechatte gerade auch bei vierstelligen Followerzahlen ist eine Zumutung für die Leser. Trotzdem zu kurz gedacht, denn manchmal sind die Chats durchaus vergleichbar mit Micro-Podiumsdiskussionen. Manchmal besteht der Witz eines Tweets auch nicht in seiner Eigenständigkeit, sondern darin, dass er auf Dialogen aufbaut. Ein guter Twitter-Client zeigt Reply-Ketten an.
  • Die Wahl der Sprache: Ich hatte eine Zeitlang ein paar mehr US-Follower, als ich noch viel Katzencontent brachte. Ihnen zuliebe hatte ich teilweise auf Englisch getwittert. Mir ist aufgefallen, dass viele deutschsprachige Follower das eher irritierend fanden. Die Wahl der Sprache ist alleine meine Entscheidung. Ein einzelner ausländischer Follower, der sich in meinen Account verirrt hat, ist ganz sicherlich kein Grund, die Sprache umzustellen. Vielmehr sollte ich überlegen, ob ich auch ein internationales Publikum adressieren will und wenn ja, ob ich nicht mehrere Accounts in verschiedenen Sprachen verwende.
  • Die Relevanz der Followerzahlen ist schlicht keine. Es gibt genügend Spamfollower mit fünfstelligen Followerzahlen, die vollkommen irrelevant sind. Interessanter ist da schon das Verhältnis Follower zu Followees. Man darf nicht vergessen: Twitter ist klein, klein, klein. 2000, 5000 oder 10.0000 Follower, von denen die meisten nur einen Bruchteil meiner Tweets wahrnehmen, sind im Marketing-Mix eines Unternehmens eine verschwindend geringe Zahl. Twittern zielt nicht auf die Masse sondern auf Multiplikatoren. Qualität geht eindeutig vor Quantität.

Den übrigen Regeln stimme ich weitgehend zu, obwohl ich hier und da noch meine Anmerkungen zu machen hätte. Aber eine ganz fundamentale Kritik: Wofür will ich Twitter überhaupt einsetzen? Privat? Selbstmarketing? Unternehmens-PR? Dialogisch? Verlautbarungsmedium? Geschlossener kleiner Nutzerkreis (privat oder im Büro)? Jede dieser Gruppen wird Twitter vollkommen anders verwenden.

Wesentlich sinnvoller finde ich dann doch die altbekannten sieben goldenen Twitterregeln.

Kommentare

  1. Kommentar von Dirk | 04. Feb. 2010 um 13:48:44

    Wie, die sollen ernst gemeint gewesen sein? Ich hab die für eine gelungene Satire gehalten, mehr nicht. Ich meine, wie kann man denn sonst Sätze wie “Um den Geschwindigkeitsvorteil von Twitter konkret ausspielen zu können, ist ein schneller Retweet unbedingt der vorherigen Rezeption der Inhalte vorzuziehen.” oder “Neuen Followern ist unbedingt ebenfalls zu folgen.” verstehen?

  2. Kommentar von Calaelen | 04. Feb. 2010 um 13:57:03

    Die 10 Twitterregeln von Nico Lumma sind reinste Satire und völlig überspitzt.

    Also eigentlich ist dein “Widerspruch” hier genau das, was Nico damit auch meinte ;-)

  3. Kommentar von Enno | 04. Feb. 2010 um 14:19:01

    Da bin ich wohl in ein riesiges Fettnäppfchen getreten — das Problem ist, dass die meisten dieser Regeln so ähnlich dauernd von allerlei Twitter-Coaches gebloggt werden. Ein wenig hatte ich mich ja schon gewundert, dass gerade Nico sowas schreibt. Aber meinen Post jetzt heimlich löschen ist natürlich nicht…

  4. Kommentar von Nico | 04. Feb. 2010 um 15:23:01

    haha. :)

  5. Kommentar von Frank | 04. Feb. 2010 um 15:49:27

    wie, alles nur Satire? Ich wollt’s gerade meinem CIO posten ;-)

  6. Kommentar von Ostwestf4le | 04. Feb. 2010 um 15:58:41

    Ach so ist das…

    Tsssssss tssss tssssss.

  7. Kommentar von Frank | 04. Feb. 2010 um 18:20:09

    Satire hin, Satire her. Völlich wurscht. Der Mann ist einer der führenden deutschen Social Media Experten (was immer das letztlich zu bedeuten und für wen auch immer das einen Wert hat). Und wenn der z.B. schreibt “wer mehr Follower hat, ist relevanter.”, dann werd ich doch den Teufel tun und die Ironie in der Aussage suchen. Schließlich führen wir demnach mit knapp 117000 Followern den relevantesten aller relevanten deutschen Accounts. Das druck ich mir auf Briefbögen.
    Beste Grüße von eurem Opinion-Leader.


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