sofa die ennomane

Januar 18, 2010

Meine zwei Cent zur Zukunft des Journalismus

Vor einigen Wochen fragte mich Thomas Maier, wie ich über die Zukunft des Journalismus denke. Die Frage wälze ich nun über den Jahreswechsel im Kopf herum. Ist dazu nicht schon alles gesagt? Print ist tot, Bezahlcontent im Web nicht durchsetzbar, und wovon der Journalist der Zukunft eigentlich lebt, nicht absehbar. “If the news is that important, it will find me.” war der Satz des Jahres 2008. Im Grunde läuft er auf die Behauptung hinaus, der Journalist sei in Zukunft überflüssig geworden. Der menschliche Filter “Presse” hat ausgedient und wird durch maschinelle Filter des Web mit seinen Mashups ersetzt. Tatsächlich: Die nackte Nachricht hat kaum noch einen Wert. Eine Nachricht befindet sich quasi sofort in allen Medien und lässt sich auch nicht geheim halten. Verlangt ein Medium Geld für das Bereitstellen dieser Nachricht, so wird sie trotzdem innerhalb kürzester Zeit auch auf kostenlosen Medien präsent sein. Das ist übrigens gar nichts neues und war auch schon vor der Erfindung des Web nicht anders sondern nur langsamer…

…weiter gehts bei Stereopoly.de

Kommentare

  1. Kommentar von toto | 18. Jan. 2010 um 13:42:31

    Gute Analyse würde ich sagen. Das einzige was ich noch hinzuzufügen hätte ist, dass ähnlich wie bei Musik der Markt vom Volumen her kleiner wird, da die Zwangsbündelung des Angebotes nicht mehr die einzige Dabietugsform ist (iTunes Music Store vs. CD-Album bzw. Tageszeitung vs. Online Artikel). Dadurch werden die einzelnen Produzenten, sprich die Journalisten bzw. Musiker gegenüber den jeweiligen Konzernen wichtiger; so nehmen Blogger die für ein Medienunternehmen Arbeiten ja heute schon ihre Leser woanders hin mit. Die Macht der Selektion.

  2. Kommentar von Fischer | 18. Jan. 2010 um 15:37:53

    Ich denke das ist bei alldem der springende Punkt: Es wird auch in Zukunft noch einen Markt für Journalismus geben, aber in den werden nicht annähernd so viele Journalisten reinpassen wie heute. Die Marktbereinigung ist schon in vollem Gange.

  3. Kommentar von Enno | 18. Jan. 2010 um 16:12:38

    @Fischer das stimmt sicherlich, aber ich frage mich, ob das nicht vor allem für den klassischen Journalismus gilt. Ein wenig erinnern mich die Verlage an Eisenbahngesellschaften, die hypnotisiert auf das Aufkommen des Automobils starren…

  4. Kommentar von funkygog | 19. Jan. 2010 um 01:05:20

    Dein Beispiel mit der c’t trifft die Situation sehr gut.
    Über Software kann ich mich im Internet bequem informieren. Das Ganze auch aktueller (das nützt es auch nicht wenn am 5. Januar bereits die Februar-Ausgaben erscheinen).
    Die c’t setzt sich durch ihre Qualität deutlich ab von den Mitbewerbern und stellt für mich somit einen Mehrwert dar.
    Ich denke im Journalismus wird es zukünftig besonders um diesen Mehrwert gehen. Die oberflächlichen Informationen kann ich mir schnell selber besorgen. Wenn mir jemand die Arbeit abnimmt in die Tiefe zu gehen so stellt das eine Zeitersparnis dar, die ich dann gerne honoriere. Und Zeit ist kostbar und wird zukünftig sicherlich noch kostbarer.
    Umso unverständlicher für mich, die derzeite Situation bei den Online-Auftritten der Printmedien.
    Ewig lange Klickstrecken, bei denen die Informationen dermaßen zerfasert werden, das ich mich spätestens beim 5x klick verabschiede.
    Diese Form der Darbietung, verbunden mit der zum Teil massiven Werbung dient vielleicht der momentan Gewinnmaximierung, führt aber ins Abseits.


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