sofa die ennomane

29. September 2009

Gewinner und Verlierer

Ein alternativer Blick aufs Wahlergebnis – mal absolute Zahlen (Zweitstimmen) statt Prozente:

2009 2005 Differenz %
Nichtwähler 18.134.809 13.826.577 +4.308.232 +31
FDP 6.313.023 4.648.144 +1.664.879 +35
Linke 5.153.884 4.118.194 +1.035.690 +25
Piraten 845.904 0 +845.904
Grüne 4.641.197 3.838.326 +802.871 +21
CDU/CSU 14.655.004 16.631.049 -1.976.045 -12
SPD 9.988.843 16.194.665 -6.205.822 -38

Ein paar Interessante Fakten:

  • Die CDU/CSU hat mehr stimmen verloren als die FDP hinzugewonnen hat.
  • Den größten Zuwachs hat nicht die FDP; es sind die Nichtwähler.
  • Die Grünen konnten weniger Stimmen hinzugewinnen als die Piraten.
  • Die SPD hat ungefähr 1/3 ihrer Wähler verloren.
  • Die Nichtwähler stellen erstmals die stärkste Gruppe.
  • Das Stimmengewicht der Piraten hätte niemals gereicht, Schwarz-Gelb zu verhindern.
  • Schwarz-Gelb hat in absoluten Zahlen weniger Stimmen als 2005. Dass sie trotzdem die Wahl gewonnen haben, liegt an den Nichtwählern.
  • Deutschland hat 80 Mio Einwohner, davon 60 Mio wahlberechtigt. Hinter der Regierung stehen aber nur 20 Mio Wählerstimmen.

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Kommentare

  1. Comment von Musikpirat | 29. Sep. 2009 um 09:01:10

    Interessanter Ansatz zur Analyse.
    Allerdings erschließt sich mir nicht, wie man von Null über ein Wachstum von 100% auf 845.904 kommt. ;-)

  2. Comment von thomas | 29. Sep. 2009 um 10:53:04

    Bestätigt meine Meinung: Es gibt schlicht kein objektives Wahlergebnis. Und jedes Ergebnis ist zugleich gut und schlecht – kommt darauf an wer es mitteilt. SPD ist zweitstärkste Partei! Yay! ;)

  3. Comment von xephir | 29. Sep. 2009 um 12:26:08

    Klasse Ansatz, welchen ich direkt auf meinem Blog empfehlen musste. Hoffentlich bekommen die „richtigen“ Parteien die Nicht-Wähler 2013 besser mobilisiert.

  4. Comment von Enno | 29. Sep. 2009 um 12:59:06

    @Musikpirat Hast völlig recht, hab die Zahl mal rausgenommen. ∞% wäre ja erst recht seltsam… ;)

  5. Ben
    Comment von Ben | 29. Sep. 2009 um 13:34:12

    Also über diese Präsentation muss ich mich doch sehr ärgern, bis auf den Punkt über das Stimmgewicht der Piraten ist doch überall Murks drin. Nachfolgend im einzelnen:

    [1] „Die CDU/CSU hat mehr stimmen verloren als die FDP hinzugewonnen hat.“

    Unter Berücksichtigung des Rückgangs der Wahlbeteiligung um 4,3 Mio sind diese 300.000 Stimmen nicht erstaunlich. Auch bilden Schwarz und Gelb nicht unbedingt eine kommunizierende Röhre.
    Viel erstaunlicher dagegen: Die Zahl der Wähler, die die SPD verlassen haben, übersteigt die Zahl der neuen Nichtwähler um fast 2 Mio.

    [2] „Größter Wahlgewinner ist nicht die FDP; es sind die Nichtwähler.“

    Nein. Diese Aussage unterstellt den Nichtwählern eine FDP-feindliche Gesinnung. Die Tatsache, dass sich ein Wähler entschließt, nicht zu wählen, lässt sich weder für noch gegen irgendeine politische Richtung werten. Er hat sich schlichtweg nur dazu entschlossen, nicht wählen zu gehen.

    [3] „Die Grünen konnten weniger Stimmen hinzugewinnen als die Piraten.“

    Die Piraten haben keine Stimmen _hinzu_gewonnen, da sie als neue Partei gar keine Grundlage hatten, die ausbaufähig gewesen wäre. Sich an den Wählerfluktuationen der anderen Parteien zu messen erweckt falsche Eindruck. Trotzdem natürlich Respekt gegenüber den Piraten, deren Ergebnis meine Erwartungen ein gutes Stück übertroffen hat!

    [4] „Die Nichtwähler stellen erstmals die stärkste Fraktion.“

    Die Wikipedia definiert Fraktion u.a. als:
    – „einen freiwilligen Zusammenschluss von Abgeordneten zur Durchsetzung ihrer politischen Interessen und Ziele in einem Parlament“
    – „allgemein eine Gruppe von Personen innerhalb einer übergeordneten Gemeinschaft (z. B. eines Vereines), die eigenständige Interessen verfolgt“
    Beide Definitionen greifen nicht, da sich die Nichtwähler keiner gemeinsamen Interessengruppen zuordnen lassen (und wohl auch gerade nicht zuordenen lassen _wollen_)!

    [5] „Schwarz-Gelb hat in absoluten Zahlen weniger Stimmen als 2005. Dass sie trotzdem die Wahl gewonnen haben, liegt an den Nichtwählern.“

    Wie schon unter [2] unterstellst Du den Nichtwählern, mit dem Nichtwählen eine bestimmte politische Richtung zu verfolgen. Dass im Fall eines Wahlgangs keiner der Nichtwähler für schwarz-gelb gestimmt hätte ist mehr als nur unwahrscheinlich. Gemessen am Verhältnis Verlust-einer-Koalitionskombination/Nichtwählerzuwachs hat schwarz-gelb recht positiv abgeschnitten. Dennoch sagt dies nichts über den Wahlausgang bei höherer Wahlbeteiligung aus.

    [6] „Deutschland hat 80 Mio Einwohner, davon 60 Mio wahlberechtigt. Hinter der Regierung stehen aber nur 20 Mio Wählerstimmen.“

    Hinter schwarz-gelb stehen 20,96 Mio Stimmen, gegen schwarz-gelb stehen 20,63 Mio Stimmen. Beide Zahlen hinterlassen neben 60 Mio. den gleichen unbefriedigenden Eindruck. Dass die Wahl knapp werden würde, war uns wohl allen klar, lediglich eine der Seiten zu zeigen ist hierbei aber eine sehr manipulative Taktik.

  6. Comment von Enno | 29. Sep. 2009 um 13:39:03

    @Ben Die Nichtwähler haben den Punkt gemeinsam: Nicht wählen gegangen zu sein. Dass sie keine Fraktion im Bundestag stellen, ist vor diesem Hintergrund völlig klar. Meine Aussage war übrigens auch nicht gegen die FDP gerichtet, sondern einfach nur die Aussage: den größten Zuwachs haben die Nichtwähler, nicht die FDP. Es geht vor allem und den beunruhigenden Punkt, dass in der Vergangenheit die Regierungspartei immer die relativ meisten Stimmen einschließlich der Nichtwähler hatte. Das ist jetzt erstmals nicht mehr der Fall.

  7. Comment von CDomingo | 29. Sep. 2009 um 15:33:58

    @Ben:

    Finger aussm Po. :) Der „Artikel“ hat schon recht in seiner Betrachtungsweise. Dann hier mit so ner wall of text anzukommen ist schon… ziemliche Klugscheisserei und nebenbei noch falsch.

  8. Comment von Martina | 29. Sep. 2009 um 18:32:46

    Nimm doch bitte bei den Piraten als Vergleichspunkt das Europawahlergebnis (229.464 Stimmen). Das heißt dann: +370%

    Nähere Infos im Wiki:
    http://wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2009#Bundesweit


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