sofa die ennomane

10. August 2009

SPIEGEL vs. SPON: Das doppelte Spiel

Heute erschien im „Spiegel“ (ganz altmodisch aus Papier) eine Titelstory, die sich mit dem Internet auseinander setzt. Das klingt dann ungefähr so:

Während an der Oberfläche des digitalen Reichs tausend bunte Blumen blühen, …wuchert im Wurzelwerk darunter ein Pilzgeflecht aus Intrigen, Täuschungen und Terror.

Das Netz … bedroht den Frieden der Welt. …

Soziale und moralische Verwahrlosung erstickt … den Freiheitsgeist.

…enthalten Pöbeleien, Vulgäres, das die Bürger … sich nicht einmal unter vier Augen sagen würden.

In dieser Parallelwelt haben sich junge Leute … an Umgangsformen gewöhnt, die früher nur als Unterschichtenphänomen … besorgt beobachtet wurden.

…Massenspeicher für alle Übel, die Menschen sich ausdenken, vom schlichten Schmutz bis zu den schlimmsten Auswüchsen der Phantasie.

Der Spiegel, 10. August 2009

Dies sind Kostproben aus nur einer von 11 Seiten. Manches wird in dem über weite Strecken wirren Artikel relativiert, aber bloß nicht zu sehr, und nicht ohne gleich auf die nächste Ungeheuerlichkeit zu sprechen zu kommen. In welcher Parallelwelt die Autoren dieses Artikels leben, weiß ich nicht so genau. Das Internet, in dem ich mich bewege, sieht anders aus. Natürlich gibt es viel Schmutz und Dreck, aber den gibt es auch ganz ohne Internet auf den Straßen. Einmal mehr wird die Legende verbreitet, das Internet sei ein „rechtsfreier Raum“, die längst widerlegt ist: „Verglichen mit dem Netz ist das Leben ein rechtsfreier Raum.

Randphänomene werden aufgebauscht. Voruteile kultiviert. Die Autoren unterschlagen einfach, dass sich eine neue Kultur und Ethik im Netz entwickelt. Dass es sehr wohl in der Lage ist, sich immer neu und im kleinen selbst zu regulieren, auch wenn nicht unbedingt alle Werte des Offline-Lebens geteilt werden.

Eigentlich will ich diesen geistigen Ausfluss hier gar nicht rezensieren, sondern auf einen weiteren Artikel aufmerksam machen: einen Artikel, der ebenfalls heute erschien, ebenfalls im „Spiegel“ allerdings bei „Spiegel Online“: „10 Thesen zum Web: Warum die Dummheit des Internets ein Segen ist.“ Da wird beschrieben, warum es gut ist, dass das Netz nicht auf die Inhalte schaut, die es transportiert. Dass nicht das Netz an irgend etwas schuldig ist, sondern nur die Anwender, die es missbrauchen. Warum es albern ist, beim Benutzen des Social Web von Exhibionismus zu sprechen. Warum der Jugendschutz nicht über alles andere gestellt werden kann. Warum Kulturpessimus nicht weiterhilft und so weiter, und so weiter und so weiter. Also in jeder Hinsicht das komplette Gegenteil.

Der erste Artikel erschien ausschließlich im gedruckten Heft, aber nicht online. Der zweite Artikel erschien ausschließlich online, aber nicht im Heft. Auf dass die „Offliner“ ein weiteres mal ihre Vorurteile in krassester Weise bestätigt sehen dürfen.

Da verstärkt sich ein Trend, der schon öfters zu beobachten war, z.B. als die „Zeit“ ein Streitgespräch zwischen Franziska Heine und Ursula von der Leyen online und offline in unterschiedlichen Fassungen veröffentlichte. Was die großen Verlage hier treiben, ist ein ekelhaftes Spiel. Anstatt für gegenseitiges Verständnis zu sorgen, anstatt zu informieren und damit die Grundlage für eine sachliche Debatte zu liefern, werden tiefe Gräben gerissen zwischen „Onlinern“ und Netzabstinenzlern. Hauptsache krass! Hauptsache Auflage!

Eigentlich sollte mich das gerade beim „Spiegel“ nicht weiter wundern, weiß ich doch aus Erfahrung, wie sehr er Sachverhalte verdreht: Das bemerke ich immer wieder, wenn er über etwas schreibt, womit ich mich selbst gut auskenne. Und immer überkommt mich das gewisse Gruseln: Schreiben die über alle Themen so? Was habe ich da früher an Desinformation konsumiert? Aus diesem Grund lese ich den „Spiegel“ seit Jahren nicht mehr.

Nein, eigentlich sollte es mich nicht überaschen. Aber dass sie auf derart infame Weise ein doppeltes Spiel treiben – das überrascht mich dann doch.

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Kommentare

  1. Comment von Dave-Kay | 10. Aug. 2009 um 22:41:55

    „Eigentlich sollte mich das gerade beim “Spiegel” nicht weiter wundern, weiß ich doch aus Erfahrung, wie sehr er Sachverhalte verdreht: Das bemerke ich immer wieder, wenn er über etwas schreibt, womit ich mich selbst gut auskenne. Und immer überkommt mich das gewisse Gruseln: Schreiben die über alle Themen so? Was habe ich da früher an Desinformation konsumiert? Aus diesem Grund lese ich den “Spiegel” seit Jahren nicht mehr.

    Nein, eigentlich sollte es mich nicht überaschen. Aber dass sie auf derart infame Weise ein doppeltes Spiel treiben – das überrascht mich dann doch.“

    Na ja, aber der Spiegel ist ja keine homogene Masse, sondern besteht aus unterschiedlich denkenden Autoren, von daher ist es wenig verunderlich, wenn der Eindruck entsteht, dass die Autoren keinen einheitlichen Standpunkt haben. Und eigentlich ist das auch OK und gut so.

    Interessant ist jedoch der Punkt, dass man sich gruselt, wenn man sich auskennt und einen Spiegelartikel liest… Der letzte Spiegel, den ich kaufte, hatte als Titelsory eine Geschichte über Religion, Gott, Kreationismus und intelligent Design. Zu dem Zeitpunkt hatte ich so ziemlich alles zu diesen Themen gelesen und hoffte nun, auf weitere Quellen und/oder neue Erkenntnisse. Das Ergebnis? Es war grauenhaft. Eine derart zusammengeschmierte Grütze habe ich danach nie wieder lesen müssen, was eigentlich logisch ist, die Printausgabe des Spiegel habe ich danach nämlich nie wieder auch nur angesehen.

  2. Comment von Torsten | 10. Aug. 2009 um 22:47:52

    a) Jede Offline-Geschichte des Spiegel erscheint online – wenn auch ein paar Tage später.

    b) Die Spiegel-„Story“ war schon immer nur eine Sichtweise. Wer keine anderen Sichtweisen akzeptieren kann, sollte Scheuklappen tragen.

  3. Comment von KingG | 10. Aug. 2009 um 22:48:27

    Sehr schöner Artikel. Das ganze ist doch nur ein Spiel, ein hoch auf die Leute, die das Spiel erkennen.

  4. Comment von korbinian | 10. Aug. 2009 um 22:52:28

    das thema ging mir auch heute durch den kopf.
    es gibt einen schon zu denken, wie zielgruppengerecht die medien ihre meldungen vermarkten. andererseits frage ich mich selbst auch ab und zu warum ich mich aufrege – die medien, in diesem fall der spiegel wollen geld verdienen, und das tut der spiegel tatsächlich erfolgreich als einer der wenigen sowohl online als auch offline. man kann sich nun darüber aufregen, das medien nicht ’neutral‘ sind, und das nicht dem journalistischen ethos der möglichst unparteiischen berichterstattung entspricht. was mich persönlich allerdings viel mehr an der papierindustrie nervt, dass nur noch unreflektiert dpa-meldungen abgetippt werden, und eben keine meinungen, analysen und hintergründe grebracht werden. solange eine zeitung einen artikel abdruckt und dann deshalb streitgespräche geführt werden kann ich dem eigentlich nichts schlechtes andichten.
    der spiegel macht nichts anderes als sich die online-leser diskussionsmäßig warmzuhaltem in dem er auf SPON auch regelmäßig artikel veröffentlicht die in die entgegengesetzte richtung gehen. die printleser werden weiterhin so bedient wie sie’s gewohnt sind.
    ich glaube nur nicht dass der spiegel bewusst eine spaltung der gesellschaft herbeiführen will, sondern eben nur ein spiegel derer ist & das problem dann wohl eher wo anders zu suchen ist.

    bin übrigends kein spiegel fanboy, hab mich mich heute auch aus ekel entschlossen die printausgabe nicht zu kaufen

  5. Comment von Enno | 10. Aug. 2009 um 22:54:12

    @Torsten sicher? Ich dachte immer, dass nur ein Teil der Heft-Artikel auch online gestellt wird. Selbstverständlich handelt es sich um eine Sichtweise und selbstverständlich kann ich sie „ertragen“. Ich habe ja geschrieben, dass ich den Artikel nicht groß rezensieren wollte, weil das heute schon massig geschehen ist. Mir geht es um diese gewaltige Diskrepanz an ein und demselben Tag. Und ich behaupte mal: Die „10 Thesen“ werden nicht offline erscheinen…

    @KingG Ja, es ist ein Spiel. Ginge es um etwas, das mir weniger wichtig wäre, könnte ich mich vielleicht sogar drüber amüsieren.

  6. Comment von krueps | 10. Aug. 2009 um 23:38:04

    Den Spiegel hatte ich sogar eine ganze Zeit lang abonniert, dazu jeden Tag auf SPON gelesen. Und es ist wirklich so, teilweise wollen die Autoren einem ihre Meinung als die einzig richtige darstellen. Schade drum, denn eigentlich las ich den Spiegel immer gerne.

  7. Comment von Daniel Schultz | 11. Aug. 2009 um 00:12:42

    sp-offline erinnert irgendwie an Dorothee Bär:

    http://www.presseschauer.de/?p=877

  8. Comment von Nils | 11. Aug. 2009 um 08:21:37

    Es ist doch nicht überall eine Verschwörung dahinter, Mensch: Ich finde es erfreulich, dass ein Medium verschiedene Meinungen zulässt, das ist Demokratie und Meinungsfreiheit; wie man dazu kommen kann, das irgendwie als Ausdruck eines bösen Willens zu sehen, ist mir schleierhaft.

  9. Pingback von 6 vor 9: Spiegel, Otte, Meyer, Satiremagazine » medienlese.com | 11. Aug. 2009 um 08:55:55

    […] 2. “SPIEGEL vs. SPON: Das doppelte Spiel” (ennomane.de) Ein Vergleich zwischen Print und Online beim Spiegel. Thema: das Internet. […]

  10. Pingback von Spiegel vs. Spiegel Online « Wir sprechen Online. | 11. Aug. 2009 um 09:05:18

    […] Web (1,343) Die neue Zielgruppenorientierung: Der Spiegel contra Netz, Spiegel Online pro Netz; http://bit.ly/Mz2cz […]

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  12. urs
    Comment von urs | 11. Aug. 2009 um 11:18:09

    das nennt man meinungsvielfalt: auf spon dürfen autoren was anderes schreiben als im heft und umgekehrt. das empfinde ich gerade als den grossen vorteil des spiegels gegenüber der süddeutschen oder bild – es ist eben nicht die printausgabe online sondern es sind zwei völlig verschiedene produkte, also ein stück weit mehr meinungsvielfalt. dass die des gedruckten spiegels profunder ist, liegt wohl an der anderen arbeitsweise wo nicht immer alles huschhusch gehen muss.

  13. Comment von daniel | 11. Aug. 2009 um 12:18:15

    „Das Netz, so sehen es manche, bedroht
    den Frieden der Welt.“ (Zitat Spiegel 10.08.)
    – ich finde nicht, dass der Spiegel dazugehört.

    Ich gebe Urs recht: Dass nicht alle Autoren On- und Offline eines Magazins auf „Magazinlinie“ schreiben, sondern durchaus ihre individuelle Sicht vertreten können, zeugt für mich von Meinungsvielfalt. Auch wenn man sich öfter gerne mal über den Spiegel aufregen kann.

    Zumal ich die oft geäußerte Kritik an dem gedruckten Artikel nicht ganz teile. Klar fängt er tendenziös mit dem Schmutz im Internet an. Aber gerade in der zweiten Hälfte stellt gleichzeitig für viele Offliner wohl neue, nicht ganz unwichtige Fragen.

  14. Comment von Andreas Wittke | 11. Aug. 2009 um 12:19:40

    Ich denke und Wikipedia bestätigt dies, das es sich beim Spiegel um zwei unterschiedliche Redaktionen handelt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Spiegel_online

    Ich kenne das Organigramm vom Spiegel leider nicht, aber ich kann es mir eigentlich nur so erklären. SPON hat in letzter Zeit vermehrt sehr gute Artikel zur C64 Generation geschrieben und sogar zum Niedergang der Druckerzeugnisse. Das hat die Partner-Redaktion aus dem gleichen Haus bestimmt nicht erfreut, aber dazu wurde im Netz sehr wenig geschrieben und eigentlich müsste man dem Spiegel das hoch anrechnen (leider hab ich die URL des Artikels nicht mehr).

    Also eigentlich bildet sich hier der Konflikt Offline-Online ab, wie überall.

    Gruss aus dem Norden
    Andreas

  15. Comment von admin | 11. Aug. 2009 um 12:56:52

    @Nils ich habe nichts von einer Verschwörung gesagt.

    @Urs Wie ich schon oben schrieb: Ich habe doch gar nichts gegen Meinungsvielfalt!

    Mir ist bekannt, dass das zwei verschiedene Redaktionen sind. Allerdings steht über beiden dick „SPIEGEL“ drüber. Ich erwarte da eine gewisse Einheitlichkeit. Z.B. dahingehend, dass *beide* Artikel online und offline erscheinen. Dann wäre für mich alles OK.

  16. Comment von Sven | 11. Aug. 2009 um 13:29:35

    Wenn Darstellungen mal die mal jene Fakten darstellen und mal die mal jene unter den Tisch fallen lassen dann ist das nicht „verschiedene Meinung“ sondern Irreführung, wenn nicht schlimmeres.

    Ich verstehe auch nicht so recht, wie hier Leute diesen bigotten Faktenumgang noch schönreden können, oder sind die Erwartungen an den Journalismus, ehemals die „4. Macht im Staat“ genannt, schon so niedrig anzusetzen, dass man garkeine Idee mehr hat, was Journalismus außer PR und Meinungsmache auch sein könnte? Oder sollte? Oder vielleicht sogar mal ein bisschen war, irgendwann früher mal?

    Ich erwarte von gutem Journalismus jedenfalls mehr als nur mal die und ein andermal eine andere „Meinung“ oder nach dem Mund der vermeintlichen Zielgruppe Gelaber, ich erwarte fundierte Fakten (und zwar nicht nur die, die zur „Meinung“ passen), Recherche und Aufklärung. Sonst ist „Journalismus“ als Beruf(ung) nicht mehr zu gebrauchen und hat seine Existenzberechtigung verloren.

  17. Pingback von Das Prinzip Stammtisch « Floyboy | 11. Aug. 2009 um 13:47:08

    […] Die Ennomane hat SpOn vs. SPIEGEL sehr schön und vor allem genauer analysiert. Leider zu spät […]

  18. Comment von Bjoern Kraus | 11. Aug. 2009 um 14:24:41

    Naja. Der Spiegel will halt einfach Geld verdienen. Und das heißt Hauptsache die Auflage stimmt. Was man wiederum am Besten erreicht, indem man die jeweilige Zielgruppe am Besten bedient und bloß nicht für Irritationen sorgt.

    So gesehen macht es de Spiegel genau richtig. Jedenfalls dann, wenn man davon ausgeht, dass es nicht die Aufgabe eines Journalisten ist, tiefgehend und gründlich zu informieren, sondern lediglich Auflage zu produzieren.

    Und dieses Problem der viel zu stark auf die Finanzen orientierten Sichtweise auf den Journalismus beschränkt sich in keinster Weise auf den Spiegel.

    Insofern tuen mir auch nur noch die Offliner leid, die einfach keine echte Möglichkeit sich unabhängig von einer Gelddruck-Zeitung zu infomieren, die schlicht nach dem Motto funktioniert: „Wir fordern Sie nicht und shreiben was Sie lesen wollen, Hauptsache Sie kaufen.“

    Wir die wir online sind, können uns doch einfach freuen, das wir so viele andere Quellen zur Verfügung haben.

  19. Comment von Boomel | 11. Aug. 2009 um 14:33:57

    Servus,

    kann dem Text nur zustimmen, hab dazu am Wochenende einen Appell an die Nachrichtenagenturen und alle Journalisten geschrieben:

    Thema : gewollte digitale Spaltung und fehlende Berufsethik

    http://boomel.lhwclan.de/?p=602

  20. […] Spiegel vs. SPON: Das doppelte Spiel .: Korn – Evolution :. Posted in Allgemeines, Menschen | Leave a Comment […]

  21. Trackback von Die wunderbare Welt von Isotopp | 11. Aug. 2009 um 17:05:06

    links for 2009-08-11…

    Pro Git – Table of Contents
    Noch ein Git Buch. Dieses hat die Form eines Tutorials, lehrt also tatsächlich nützliches Wissen und nicht bloß Kochrezepte.
    (tags: git dvcs)

    Freu…

  22. Comment von Kiki | 12. Aug. 2009 um 08:59:24

    Klar schreiben sie alle nur desinformierenden Unsinn. Nicht wenig von dem allenthalben so stark angeprangerten Müll, der das Internet ja zu so einem widerwärtigen und gefährlichen Ort macht, stammt aus den Federn der Schmierfinken, die sich die Bezeichnung „Journalist“ anmaßen. Aber sie deshalb nicht mehr lesen? „Keep your friends close – but your enemies closer“ wußte schon der Pate.

  23. Comment von Kiki | 12. Aug. 2009 um 09:00:40

    @ Björn Kraus: „Wir die wir online sind, können uns doch einfach freuen, das wir so viele andere Quellen zur Verfügung haben.“

    Fragt sich, wie lange noch.

  24. […] SPIEGEL vs. SPON: Das doppelte Spiel: die ennomane widemt sich in diesem Beitrag einer kritischen Betrachtung der parallel im Spiegel und Spiegel-Online lancierten Themenpackete zum Internet und weist auf die doch sehr sehr unterschiedliche Darstellung dessen, was das Internet ist und es ausmacht hin. […]

  25. […] online vs. Spiegel offline – Das doppelte Spiel: http://www.ennomane.de/2009/08/10/spiegel-vs-spon-das-doppelte-spiel/ […]

  26. Comment von goron | 12. Aug. 2009 um 10:17:57

    dieser artikel spaltet unsere gesellschaft doch enorm. eigentlich mehr als es der spiegel tut.

    gegenwärtig sind laut der (n)onliner atlas 2009 ca. 70% der über 14 jährigen online. das macht in etwa 46 mio menschen.

    und es würde doch wirklich mit dem teufel zugehen, wenn ausgerechnet die übrigen 30% der gesellschaft den spiegel lesen.

    die haben übrigens eine auflage von etwa einer million pro ausgabe.

    desweiteren sind es vor allem die hochgildeten, die sich im netz bewegen (87,5%) und ich tippe mal ganz blöd darauf, dass es vor allem die hochgebildeten sind, die sich den spiegel kaufen. und die schnittmenge von onliner und spiegelleser wird scheinbar extrem hoch sein.

    wo hier die meinungsvielfalt irgendwas spaltet und bewusst vorurteile schürt, bleibt mir rätselhaft.

  27. Comment von Markus | 12. Aug. 2009 um 15:03:46

    Ich habe mich auch schon gefragt, woran eine derart unterschiedliche Berichterstattung liegen könnte. Der Artikel in der gedruckten Ausgabe war ja schon uneinheitlich genug, es sieht so aus, das da sehr unterschiedliche Standpunkte bei den Autoren aufeinandergetroffen sind. Dann hat man sich aber wohl doch für den populistischen „das böse Internet ist an allem Schuld“-Impetus entschieden. Vielleicht, damit auch ja niemand auf die Idee kommt, nicht die CDU zu wählen.

  28. Comment von Seth | 12. Aug. 2009 um 15:37:31

    Naja Spegel ist halt Zielgruppenorientiert…jedem seine Wahrheit ;)

  29. Comment von tantetrudeausbuxtehude | 12. Aug. 2009 um 16:26:39

    warum sollten die Scheinselbstständigen
    des ehemaligen Nachrichtenmagazins von
    irgendwas
    ne Ahnung haben?
    Die haben mal „davon gehört“, gucken
    bei wikipedia, und schreiben woanders ab

    Das blöde ist : das lesen so viele

  30. […] die ennomane » Blog Archive » SPIEGEL vs. SPON: Das doppelte Spiel. « Früher | Keine Tags Kein Kommentar […]

  31. Comment von offline-leser | 12. Aug. 2009 um 19:26:51

    Irgendwelche Zitate komplett aus dem Zusammenhang zu reissen und hier zu wild auf das „ehemalige Nachrichtenmagazin“ zu schimpfen… das ist nich besser als einen angeblich schlecht recherchierten Artikel schlecht zu machen.

    Da werden naemlich mehrere Seiten dargestellt – die absolut peinlichen Gedanken von irgendwelchen wildgewordenen Politikern (was man mit etwas Hirn genau so versteht), aber eben auch Ideen, Konzepte und Befuerchtungen der Netzbewohner.

    Und dass das Internet auch von kriminellen Energien genutzt wird, ist wohl unstrittig – die Frage die einen Leser des Textes am Ende im Kopf bleibt ist dann nicht, wie man nun am besten gegen das „Internet“ vorgeht, sondern was man gegen diese kriminellen Energien tun kann, OHNE dem Internet ansich zu schaden.

    Dass der Spiegel nicht ploetzlich zum Sprachrohr der Piraten wird – ei, wer haette das gedacht?

    Ach, und die Frau vdL kommt wirklich schlecht weg…

  32. foo
    Comment von foo | 12. Aug. 2009 um 19:35:12

    Um die Zielgruppen der jeweiligen Ausgaben zu analysieren brauch man sich doch nur fragen – wer die Produkte kaufen soll die als Werbung geschaltet sind.

  33. Pingback von “Deutschland am Montag… « BRD 2.0 | 12. Aug. 2009 um 19:42:42

    […] Heiligkeitstugend wie es kein zweites geben könnte (Update: außer in diesem rechtsfreien Parallelweltdingens […]

  34. […] http://www.ennomane.de/2009/08/10/spiegel-vs-spon-das-doppelte-spiel/ – Nichts, was wir hier nicht schon längst wüßten, oder? […]

  35. Trackback von www.lieblnk.de | 12. Aug. 2009 um 20:28:03

    die ennomane » Blog Archive » SPIEGEL vs. SPON: Das doppelte Spiel…

    die ennomane über die zwei Seiten des Spiegel…

  36. sey
    Comment von sey | 12. Aug. 2009 um 21:03:47

    @XXVIII:
    So einfach ist das, fürchte ich, nicht. Internetnutzer ist ja nicht gleich Internetnutzer.. während wir hier die Freiheit im Netz diskutieren, tauschen andere lieber Fotos aus oder schreiben Mails oder tun ähnliche Dinge.. und jemand, der die Offline-Version des Spiegel gelesen hat, wird vielleicht nicht auch noch die Online-Version lesen wollen.
    Zusätzlich fallen mir da noch die ganzen Spiegel-Exemplare in Arztpraxen, Flugzeugen und ähnliches ein; die meisten werden ja mehrmals gelesen.

    Und: Für eine Spaltung reicht es ja, die 30 Millionen nur offline mit Medien zu versorgen (ich glaube nicht, das BILD und co hier besser sind); selbst wenn der Rest beides liest und sich aufgeklärter denkt, entsteht das Problem ja trotzdem..

  37. Comment von flo. | 12. Aug. 2009 um 22:28:41

    wenn medien konsumorientiert produziert werden kann eben
    nicht mehr erwartet werden das ein journalistischer ethos
    voraussetzung für den inhalt wird. der ist ja bekanntlich
    (etwa) wahrheitsfindung durch berichterstattung.
    wenn die unterschiedliche sichtweise der beiden artikel in
    on- und offline ausgabe einen sinn ergeben sollte, müsste jeweils
    auf den anderen verwiesen werden. ansonsten ist es nur ein gestrüpp aus unvollständigen informationen die zielgruppen-
    gerecht aufgestellt werden um die auflage/hits zu steigern.
    wenn jeder seine meinung sagt hat das ja auch (bes.
    bei journalisten) nicht unbedingt etwas mit meinungsfreiheit zu tun,
    da sie die leser natürlich durch ihre artikel nicht nur informieren
    sondern auch beeinflussen. und das schränkt ein….

    however….toller film!

    + danke an Sven/kann ich mich anschliessen…
    + in deutsch war ich immer schon schlecht :: )

  38. Pingback von Rechtsfreie Räume « LeSpocky.de :: Blog | 13. Aug. 2009 um 00:22:14

    […] Titelthema draus gemacht (über die Qualität des Artikels im Vergleich zu Spiegel Online bitte bei SPIEGEL vs. SPON: Das doppelte Spiel […]

  39. Comment von RudiRatlos | 13. Aug. 2009 um 09:22:12

    Der Spiegel selbst ist doch auch nur ein von „Rechten“ gemachtes „Linkes“ Blatt, weil der „Linke“ Markt eben auch bedient werden muß.
    Ist so, war schon immer so und wird auch so bleiben.

  40. Comment von egghat | 13. Aug. 2009 um 10:14:24

    Sehr interessanter Aspekt! Jedem seine Meinung.

    Erinnert mich an die BIld-Werbung, die ich jahrelang falsch verstanden habe: „Bild dir deine Meinung“ hiess es, was ich als „Bild. Dir deine Meinung“ gelesen haben (also quasi megapopulistisches „Give the people what they want“-Blatt).

  41. Comment von egghat | 13. Aug. 2009 um 10:15:23

    @Torsten #2:

    Jeder Print-Artikel erscheint auch online. Da bin ich ja mal gespannt. Bis jetzt ist nichts da, oder?

  42. […] SPIEGEL vs. SPON: Das doppelte Spiel Shared um 07:14 Uhr via Delicious […]

  43. Pingback von links for 2009-08-13 « Nur mein Standpunkt | 13. Aug. 2009 um 14:07:50

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  44. […] Versionen (mit unterschiedlichen Aussagen !) von themenbezogenen Informationen an, die den avisierten Zielgruppen genau das vermitteln, was diese gern hören oder […]

  45. Trackback von zuckersuess-und-bitter.de | 14. Aug. 2009 um 00:02:41

    Dem Druck den Spiegel vorhalten…

    Seit Montag liegt ein Spiegel in seinem Postkasten, unberührt wartend auf seinen rechtmäßigen Leser.
    Das Titelthema war mir bekannt.
    Netz ohne Gesetz
    Wenn große Papiermedien über “das Internet” berichten dann informiert das Netz mindes……

  46. […] wäre wichtig, dass der Spiegel in seiner Offline-Ausgabe sowas auch mal deutlich machte. Aber da wird ja wohl ein falsches Spiel gespielt. Tags » freie meinungsäußerung, grundrechte, heuchlerei, propaganda, zensur « […]

  47. Pingback von Das unsägliche Spiegel-”Netz ohne Grenzen” | Blogboys | 17. Aug. 2009 um 00:16:39

    […] bekommt man dort zehn Thesen geliefert: “Warum die Dummheit des Netzes ein Segen ist“. Ennomane sagt darüber: Da wird beschrieben, warum es gut ist, dass das Netz nicht auf die Inhalte schaut, […]

  48. […] Versionen (mit unterschiedlichen Aussagen !) von themenbezogenen Informationen an, die den avisierten Zielgruppen genau das vermitteln, was diese gern hören oder […]

  49. Pingback von YuccaTree Post + » Google Streetview als PR-GAU | 17. Aug. 2010 um 17:07:27

    […] Sie sich“. Und ganz nebenbei scheint wieder zu passieren, was mir schon vor einem Jahr beim Spiegel aufgefallen ist: Tendenziell ist Streetview auf bedrucktem Papier böse, während es in den Online-Ausgaben und […]

  50. Comment von Kosmetikspiegel Beleuchtet | 06. Okt. 2010 um 21:29:52

    Die erwähnten Preisen überaschen mich eigentlich nicht….

  51. Pingback von Pingback: Spiegel vs. Spiegel Online | Wahn der Gedanken | 01. Apr. 2011 um 18:10:13

    […] Spiegel vs. SPON: Das doppelte Spiel .: Korn – Evolution :. […]


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