sofa die ennomane

Mai 21, 2009

Warum eigentlich…

…blogge ich nie über meine Schwerhörigkeit? Viele, die mich kennen, wissen Bescheid und auf meiner geschäftlichen Homepage mache ich auch keinen Hehl daraus: Als Teenie habe ich schleichend über mehrere Jahre mein Gehör fast gänzlich verloren. Ich bin in der glücklichen Situation, als Kind noch normal Hören und Sprechen gelernt zu haben. Mit Hörgeräten komme ich so gut zurecht, dass viele Leute gar nicht bemerken, dass ich schlecht höre oder nicht verstehen, wie wenig ich eigentlich verstehe. Das führt dazu, dass die Erwartungshaltung mir gegenüber oft eine falsche ist. Wie begreiflich machen, welchen Stress z.B. ein einfaches Telefonat verursacht?

Ich hatte immer nur wenig gehörlose Menschen um mich. Kann bis heute keine Gebärdensprache. Bin so dermaßen an meinen Zustand gewöhnt, dass das Handicap einfach kein Teil meiner Selbstwahrnehmung ist. Ich glaube, das ist der Grund, warum ich bisher nicht darüber gebloggt habe. Vielleicht aber auch meine Sorge, auf dieses Thema reduziert zu werden.

Ich erfahre aber zunehmendes Interesse da draußen. Deshalb führe ich heute die Rubrik “Krachstille” ein. Ich gebe ja zu: Mein Blog ist momentan zu einer Politik-Ecke verkommen. Das gefällt mir selber nicht, liegt aber an der Zeit. Ich weiß noch nicht, wann ich daran gehen werde, die neue Rubrik weiter zu befüllen oder auch sonst mehr wie früher zu bloggen. Einstweilen möchte ich dem geneigten Leser die beiden vorzüglichen Blogs “die welt mit den augen sehen” und “Not quite like Beethoven” ans Herz legen.

Kommentare

  1. Kommentar von Dentaku | 22. Mai. 2009 um 11:22:15

    Vielleicht fällt es im Blog (und auf Twitter) einfach nicht auf und drängt sich deshalb auch nicht als Thema in den Vordergrund…

  2. Kommentar von Not quite like Beethoven | 22. Mai. 2009 um 14:43:43

    Danke für die Blumen!

    Ich kann nur sagen bei mir ist, glaub ich, genauso. Eine Mischung aus Es-selbst-einfach-nicht-so-wahrnehmen-oder-für-interessant-halten und unterbewußtem Nicht-darauf-reduziert-werden-wollen schiebt das Thema aus dem eigenen Blickfeld. Ist vielleicht eine typische Spätertaubtensache.

  3. WT
    Kommentar von WT | 24. Mai. 2009 um 17:26:05

    Dialog mit meinem liebsten Nachbarskind, Mädchen knapp 3,5 J. alt:
    »In Deinem Ohr, was ist denn da drin?«
    »Ein Hörgerät«
    »Warum?«
    »Damit ich Dich besser hören kann.«
    - kurze Pause -
    »Kannst Du damit auch singen?«

  4. [...] und aus Alltagsgeräuschen einen Song basteln lassen. Das ist für mich, der gerne den Ton ganz abschaltet, eine ziemlich faszinierende Angelegenheit. Die Sendung läuft heute Abend um 17.35 bei Arte [...]

  5. Kommentar von hewritesilent | 16. Aug. 2011 um 11:45:21

    Die Schwerhörigkeit ist eine UNSICHTBARE Behinderung, deswegen brauchst du dich nicht vor dem Ausweis zu schämen. Es gibt schlimmeres. :-)

  6. Kommentar von Enno | 16. Aug. 2011 um 17:13:23

    Ich habe mich vom ersten Tag an für gar nichts geschämt, nichtmal mit 14.


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