sofa die ennomane

20. Juli 2014

Links der Woche

  • Antisemitisch? Mal schauen!:

    “Die Polizei in Gelsenkirchen war sich schließlich auch nicht sicher, ob der Spruch “Juden ins Gas” auf einer Demonstration antisemitisch ist und sprach von einer “insgesamt friedlichen Demo”.”

  • Fußball, ein Rant:

    “Man fühlt sich während der WM sehr schlecht, wenn man sich nicht für Fußball begeistern möchte. Wie eine Außenseiterin, eine Spielverderberin, eine Spaßbremse. Und noch schlimmer, weil die Kinder sich dem auch nicht entziehen konnten, mache ich sie zu Außenseitern, wenn wir das ganze Trara nicht mitmachen. Keine Chance mit irgendwas gegenzuhalten wenn wir keine Aliens sein wollen. Sie werden von den Erzieherinnen in Schule und Kindergarten mit Deutschlandfahnen angemalt.”

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13. Juli 2014

Links der Woche

  • Die Reaktion der Bundesregierung: Noch mehr Überwachung:

    “Die aktuelle Diskussion um den (angeblichen) Doppelagenten beim BND, der im Auftrag von US-Diensten den NSA-Untersuchungsausschuss ausspioniert haben soll, kommt sowohl dem BND als auch dem Innenminister wie gerufen. Denn die Reaktion der Bundesregierung besteht keineswegs darin, das bundesdeutsche Geheimdienstsystem zu hinterfragen oder zumindest besser zu durchleuchten. Vielmehr kündigt man eine Gegenspionage an, weil die USA – was die Bundesregierung ohnehin seit Jahrzehnten weiß – deutsche Politiker überwacht und ausspioniert.”

  • Echter Rauch ist besser als doofes Internet:

    “Die Digital-Skepsis scheint in diesem Land plakattauglich zu sein. Sie ist so ausgeprägt, dass sie als Transportmittel für ganz andere Botschaften dient: Was überall mit Abschreckbildern von Raucherbeinen und Lungenkrebs bedacht wird, kann in diesem Land noch als Ausweis des Guten und Wahren gelten – wenn es mit dem Digitalen kontrastiert wird. Es sei besser mit drei Freunden am Strand zu rauchen, will das Plakat mir erklären, als mit 361 anderen auf Facebook abzuhängen.”

  • Neue Studien über die Folgen von Hartz IV:

    “Derzeit tourt Fielsch mit der Ausstellung »In Gedenken an die Opfer der Agenda 2010« durch die Republik. Diese Installation sammelt Daten von Hartz-IV-Beziehern, die Suizid verübten, weil sie keinen Ausweg mehr sahen, die erfroren, nachdem ihre Wohnung geräumt wurde, oder die verhungerten, nachdem sie vom Jobcenter keinerlei Unterstützung erhalten hatten, wie im April 2007 der 20jährige Andre K. in Speyer. Sein Tod wurde in den Medien als Einzelschicksal abgehandelt. Das passierte bei fast allen Todesfällen, die Fielsch dokumentiert und in einen gesellschaftlichen Kontext gestellt hat.”

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6. Juli 2014

Links der Woche

  • Im Dschungel der Theorie:

    “Natur oder Kultur? In seinem jüngsten Buch »Die Ökologie der Anderen« löst der französische Ethnologe Philippe Descola den Gegensatz einfach auf.”

  • #geheimdiensteabschaffen:

    “Dienste brechen Gesetze überall auf der Welt, ihr Einsatz ist kaum vom Einsatz anderer Waffen gegen andere Länder unterscheidbar. Geheimdienste führen einen versteckten Krieg. Gegeneinander. Und vor allem: Gegen uns alle.”

  • Internet-Trolle im schwedischen Fernsehen:

    “Hasserfüllte Kommentare, Drohungen, Gewaltaufrufe – Kommentarspalten im Internet lesen sich oft wie eine große Leistungsschau im Ekligsein. In Skandinavien können sich diejenigen, die anonym Hass und Gewaltaufrufe verbreiten, allerdings nicht unbedingt darauf verlassen, dass ihre Identität auch wirklich geheim bleibt – immer wieder finden Journalisten die Menschen hinter den Accounts und konfrontieren notorische Kommentarschreiber oder Blogger in Zeitungen und Fernsehsendern mit ihren Äußerungen.”

  • Manipulierte Facebook-Nutzer und unethische Forschung:

    “Dass man auf Facebook als Nutzer mehr oder weniger ausgeliefert ist, das wissen wir schon. Aber das, was jetzt rausgekommen ist, das hat schon eine neue Qualität. Im Auftrag von drei Forschern hat Facebook gezielt Emotionen manipuliert – ohne die Betroffenen über das Experiment zu informieren. Fast 700.000 Nutzer sind so zu unfreiwilligen Versuchskaninchen geworden. Deswegen sind ziemlich viele Menschen ziemlich sauer, und zwar zu Recht.”

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6. Juli 2014

Links der Woche

  • Im Dschungel der Theorie:

    “Natur oder Kultur? In seinem jüngsten Buch »Die Ökologie der Anderen« löst der französische Ethnologe Philippe Descola den Gegensatz einfach auf.”

  • #geheimdiensteabschaffen:

    “Dienste brechen Gesetze überall auf der Welt, ihr Einsatz ist kaum vom Einsatz anderer Waffen gegen andere Länder unterscheidbar. Geheimdienste führen einen versteckten Krieg. Gegeneinander. Und vor allem: Gegen uns alle.”

  • Internet-Trolle im schwedischen Fernsehen:

    “Hasserfüllte Kommentare, Drohungen, Gewaltaufrufe – Kommentarspalten im Internet lesen sich oft wie eine große Leistungsschau im Ekligsein. In Skandinavien können sich diejenigen, die anonym Hass und Gewaltaufrufe verbreiten, allerdings nicht unbedingt darauf verlassen, dass ihre Identität auch wirklich geheim bleibt – immer wieder finden Journalisten die Menschen hinter den Accounts und konfrontieren notorische Kommentarschreiber oder Blogger in Zeitungen und Fernsehsendern mit ihren Äußerungen.”

  • Manipulierte Facebook-Nutzer und unethische Forschung:

    “Dass man auf Facebook als Nutzer mehr oder weniger ausgeliefert ist, das wissen wir schon. Aber das, was jetzt rausgekommen ist, das hat schon eine neue Qualität. Im Auftrag von drei Forschern hat Facebook gezielt Emotionen manipuliert – ohne die Betroffenen über das Experiment zu informieren. Fast 700.000 Nutzer sind so zu unfreiwilligen Versuchskaninchen geworden. Deswegen sind ziemlich viele Menschen ziemlich sauer, und zwar zu Recht.”

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Ein Kommentar
29. Juni 2014

Von Hai zu Hai

tl;dr: Auf dem außerordentlichen Bundesparteitag in Halle ist die Piratenpartei von Hai zu Hai gesprungen

symbolfoto

Für Außenstehende muss es wie ein Verkehrsunfall gewesen sein, das Hashtag #aBPT auf Twitter zu verfolgen. Für Insider auch. #aBPT ist der außerordentliche Parteitag, der einberufen werden musste, weil der Bundesvorstand einer politisch weitgehend irrelevant gewordene kleine Partei, die bei der letzten Europawahl nur noch 1,3% geholt hat, durch Rücktritte von Vorstandsmitgliedern handlungsunfähig geworden ist.

Dazu muss ich ein paar Dinge erklären: In der Piratenpartei gibt es zwei Flügel. Der eine ist nennt sich “sozialliberal”, obwohl er weder sozial noch besonders liberal ist, stattdessen aber apolitisch, unzensiertes Internet will und ansonsten seine Ruhe, Leute als “linksextremistisch” beschimpft, die sich für gesellschaftlich Benachteiligte einsetzen, gleichzeitig Probleme damit hat, sich gegen Nazis und Rechtspopulisten abzugrenzen, teilweise offen maskulistisch und sexistisch agiert und sei Jahren versucht, visionäre Ideen vom bedingungslosen Grundeinkommen bis hin zur basisdemokratischen “Ständigen Mitgliederversammlung” zu verhindern.

Der andere Flügel hat dafür gesorgt, dass die Piratenpartei 2011/2012 in ein paar Landesparlemente gewählt worden ist.

Diese beiden Flügel hauen seit längerer Zeit öffentlichkeitswirksam aufeinander ein, was unter anderem dazu führt, dass die Piratenpartei in Wahlumfragen wieder unter “Sonstige” steht. Die Folge: Verschwörungstheorien, Gerüchte und Geraune, geschürte Angst und heftige Machtkämpfe – was wirklich niedlich ist angesichts der Tatsache, dass diese so gewinnbare Macht bei den aktuellen Umfragewerten vollkommen nuztlos ist, außer man* findet es geil, Platzhirsch in einer 1%-Partei zu sein.

Das konnte so nicht weitergehen. Weshalb der “progressive Flügel” anfing, konkrete Probleme anzugehen: in Berlin zum Beispiel die Arbeit der Fraktion im Abgeordnetenhaus fokussieren, dafür sorgen, dass die politische Arbeit auch öffentlich wahrgenommen wird, und alles dafür zu tun, dass die Piratenpartei 2016 den Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus schafft – weiterhin mit visionärer Politik, mit dem Ergebnis, dass die Partei in Berlin in Umfragen nach einem Tief wieder bei 6% steht.

Der “sozialliberale Flügel” hatte aber auch einen Plan: Als erstes zettelten die Admins den #Orgastreik an und legten für Stunden bis Tage die Netz-Infrastruktur der Partei lahm, um ihre Ziele durchzusetzen. An diesem Punkt ist die Piratenpartei, die mal für Netzneutralität, freien Zugang zum Netz für alle und gegen Netzsperren angetreten war, über den Hai gesprungen. Als nächstes wurden innerparteilich zwei Kampagnen gefahren: #keinhandschlag – der Versuch, linke und progressive aus der Partei zu mobben – und #reclaimyournetzpartei – die Aussage, sich im Kern auf Netzpolitik konzentrieren zu wollen und alle anderen politischen Themen weitgehend egal zu finden. Als das ganze nicht reichte, traten auch noch noch Teile des Bundesvorstandes zurück und erzwangen so einen Parteitag mit Neuwahl.

Leider hatte diese Kampagne Erfolg.

Wahlgang für Wahlgang sprang der Parteitag von Hai zu Hai. Der neue Vorsitzende stand in der Vergangenheit gegen alle wichtigen Beschlüsse der Partei. Der neue politische Geschäftsführer ist – zumindest auf Facebook – Fan der neuen, rechtspopulistischen Verschwörungstheoretiker-Montagsdemos und der Zeitgeist-Bewegung. Schatzmeister und Generelsekretär wurden für die Durchführung ihres Sandkastenputsches belohnt und wiedergewählt. Dieser BuVo kann mir egal sein - den könnte ich ignorieren wie andere freidrehende Vorstände zuvor, und auf Kommunal- und Landesebene einfach Politik machen. Egal ist aber nicht, dass da offenbar die Mitglieder ihren Willen wollten. Sie haben so gewählt. Sie wollen das so. Demokratie, you know. Muss man* anerkennen, aber ich fremdele stark.

Und das Ergebnis macht mich ratlos. Es trifft mich in einer Zeit, in die konkrete politische Arbeit in den Parlamenten wieder Fahrt aufgenommen hat, gut funktioniert und viel Spaß macht. Ich bin eigentlich hochmotiviert. Der Parteitag in Halle hat mir einen Großteil dieser Motivation geraubt. Austritt nicht ausgeschlossen, aber erstmal die weitere Entwicklung abwarten.

P.S.: Wenigstens einer konnte Klartext reden, jedenfalls wenn ihm nicht gerade das Mikro abgestellt wurde:

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18 Kommentare
29. Juni 2014

Links der Woche

  • Fußballpatriotismus macht Hirn kaputt:

    “Mich stören nämlich weder Flaggen noch bestimmte Farbkombinationen, noch glaube ich, dass DFB, Mars oder Procter & Gamble antisemitisch sind oder den Nationalsozialismus verharmlosen wollen. Ich reagiere überempfindlich auf mangelndes Geschichtsbewusstsein. Ich reagiere überempfindlich auf diese Bildungslücken.”

  • Meine Quantitäten:

    Selftracker sind Menschen, die messen, wie viele Schritte sie täglich zurücklegen, wieviel Sport sie treiben, was sie essen und wie sie schlafen. Ist das ein Schritt zur Selbsterkenntnis oder nur Selbstoptimierung? Und wo bleibt der Datenschutz?

  • Henrinklusionichtmöglichenrinklusw.:

    “An dieser Stelle würde ich allerdings gerne einen Artikel über Klassen und Lehrer/innen an Förderschulen lesen. Wie um alles in der Welt schaffen es denn diese Teufelskerle und -weiber, mehrere (!) lernbehinderte Schüler/innen individuell zu fördern, wenn sie vielleicht gleichzeitig auch ein verhaltensauffälliges Kind in der Klasse haben? Oder vielleicht sogar zwei, es ist ja schließlich eine Förderschule. Vielleicht auch noch körperbehinderte Kinder? Selbst in einer sehr kleinen Klasse – brauchte man nicht so oder so mindestens eine Lehrkraft, die sich ausschließlich um ein verhaltensauffälliges Kind kümmert?”

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22. Juni 2014

Links der Woche

  • ENG – ITA 1:2:

    “England mit den besseren Chancen, sagt der Mann im Fernseher, ich weiß nicht; natürlich hätte ein Tor fallen können, bei den Schüssen aus der vierten Reihe, es werden schließlich auch Leute aus heiterem Himmel vom Blitz erschlagen. Bloß die Wahrscheinlichkeit ist eben nicht sehr hoch, dass daraus was wird, und wenn doch, dann für Italien. Andrea Pirlo mit einem veritablen Hütchenspielertrick, und kein Engländer hat verstanden, unter welchem Italiener die Kugel liegt; und als sie es wussten, wars schon zu spät.”

  • Cyborgs and Transhumanism:

    “Technology is part of human nature. We have been cooking food for more than two million years, so our alimentary system is fully adjusted to our technological diet. We have been wearing clothes even longer, so they have replaced the pelt of our ancestors. Tools are extensions of our bodies, concluded McLuhan, elaborating on the thoughts of Pierre Teilhard de Chardin. Our cooking food is an extension of our metabolism, clothing extends our skin, the microscope is the extension of our eye, and – most important – computers are extensions of our brains, and networked through the Internet become extensions of our nervous system.”

  • Über das Menschsein hinaus:

    “Getunte Gehirne, Exoskelette, Siliziumschaltkreise im Körper – schon längst wird daran geforscht und geschraubt. Das Versprechen: ein besseres Leben mit höherer Leistungsfähigkeit und mehr Lebensfreude. Schöne neue Welt oder Vertiefung gesellschaftlicher Gräben?”

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15. Juni 2014

Links der Woche

  • Erlebnisbericht: Einsatzleitstelle der Berliner Polizei anlässlich #24hPolizei:

    “Mir wird klar, dass diese ganze Sicherheitsesoterik wahrscheinlich auch deswegen betrieben wird, weil man gar nicht mehr weiß, wie man bei dieser Arbeitslast die ganze Kriminalität noch bekämpfen soll. Hier käme die Politik ins Spiel. In der bisherigen Legislatur ging es wenig um Ausstattung und Arbeitsorganisation der Polizei, sondern vor allem um Versäumnisse.”

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8. Juni 2014

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Ein Kommentar
3. Juni 2014

Bildungsferne Schichten

tl;dr: Du wirst nicht glauben, was ein Lehrer in der Wikipedia gefunden hat.

porno

Der Deutsche Lehrerverband ist nicht nur besorgt sondern hat gleich den ganz großen Bedenkenträger vom Stand der Dinge mitgebracht und ist erzürnt! Stein des Anstoßes ist die Abbildung eines ejakulierenden Penises in der Wikipedia. Das sei Pornographie. Der deutsche Lehrerverband warnt deshalb Eltern davor, ihre Kinder die Wikipeda nutzen zu lassen.

Schnappatmung und Hyperventilation! Hier tun dringende Maßnahmen peinlichst Not: Sexualaufklärung nur noch anhand von Darstellungen mit Bienen und Blumen und das ganze darf natürlich nur nach 23.00 Uhr freigeschaltet werden! Wo kommen wir denn hin, wenn wir unseren Kindern Bildung angedeihen lassen, die auch dazu führt, dass sie untenrum bescheid wissen.

Aber vielleicht benötigen die Bildungsfernen schichten in unseren Lehrerzimmern einfach nur ein wenig Sexualkunde? Ich stelle mir schon vor, wie die Herren Altphilologen dann im Kolloquium sitzen und kichern, während ihnen erklärt wird, wo die kleinen Babys herkommen. Sicher wird es zu dem einen oder anderen Trauma kommen, wenn einige erfahren, dass das ganze nichts mit den Störchen zu tun hat, weshalb parallel psychologische Beratung für verstörte Pädagogen angeboten werden sollte.

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