sofa die ennomane

23. November 2014

Links der Woche

  • Erleben wir gerade das sechste große Massensterben?:

    “Es sterben sehr viel mehr, als man normalerweise erwarten würde. Und der Grund dafür sind wir Menschen. Seit es uns gibt, haben wir uns über den ganzen Planeten ausgebreitet und wenn wir auch nicht jede verschwundene Art aktiv gejagt und eigenhändig umgebracht haben, sind wir trotzdem nicht ganz unschuldig. Das Problem ist vor allem die Zerstörung von Habitaten.”

  • Schönste Gabe der Menschlichkeit oder Beleidigung? Was die Themenwoche Toleranz über unsere Gesellschaft aussagt:

    “Die unangenehme Erkenntnis der ARD Themenwoche Toleranz: Sie stellt Menschen mit Behinderungen, Ausländer und gleichgeschlechtlich Liebende auf eine Stufe mit nationalistischen, religiösen und politischen Extremisten.”

  • Being a Black woman in Berlin:

    “Every day that I leave my house I am constantly berated. I am stared at as if I am a unicorn by loads of people. I do not mind the stares, even though it can get overwhelming at times, but what I cannot stand is the sexual harassment. From the moment I leave my house to the minute I return I will have around 12 men say rude things to me on the street. I have experienced catcalling in loads of cities so I am not singling out Berlin for catcalling more than another cosmopolitan city, but what I am calling Berlin out for is the fact that my race is brought into every cat call.”

  • Irgendwie anders – A Rage:

    “Ich bin die, die für die Großmutter ihres Sohnes gehalten wird, weil ihre Frau offensichtlich dessen leibliche Mutter ist. Ich bin auch diejenige, die lange Zeit nach der Geburt eigentlich doch (noch) keinen Sohn hatte, weil der Adoptionsantrag zwar vorlag, aber die Gerichtsentscheidung über die Stiefkindadoption fast acht Monate nach dem Antrag noch ausstand. (…) Wäre ich übrigens männlich, und meine Frau hätte eine Samenspende bekommen, so hätte ich unseren Sohn noch im Krankenhaus mit exakt einer Unterschrift als meinen Sohn anerkennen können.”

Flattr this!

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
16. November 2014

Links der Woche

  • Woher kommst Du? Ich meine wirklich?:

    “Im Gymnasium, später in Berlin, sollte ich im Geschichtsunterricht über meine Heimat erzählen. „Also in Leipzig…” fing ich an. „Nein, sagte die Lehrerin mit ernstem Blick, Deine richtige Heimat, im Busch.””

  • Der Auftritt Wolf Biermanns im Bundestag:

    “Von der Neuen Musikzeitung angesprochen, sagte er in einem Interview, die Überwachung durch die NSA berühre ihn gar nicht: Das sei nur »hysterische Propaganda-Idiotie«. Was für ein Glück, dass es nur Menschen in den Krisengebieten Afghanistans oder des Nahen Ostens betrifft, die aufgrund der NSA-Überwachung von einer Drohne getötet oder in Foltergefängnisse wie Guantánamo verschleppt werden, aber niemanden in Deutschland und keinen Wolf Biermann.”

  • Das Phantom namens eBook:

    “Man stelle sich bitte mal vor, der Verband der Biobauern verlange von der Regierung eine Subventionierung von Bio-Lebensmitteln, würde auf die Frage nach einer Definition der zu subventionierenden Güter dann aber “na, so was Gesundes eben, das irgendwie natürlich ist, auf ne Art” antworten, oder auch mit einem “Einzelfall” erklären: “so wie die Sonnenblume da drüben, die ist voll bio.” Und dann würden die Bio-Lobbyisten in Richtung Gesetzgeber zurückfragen:”Aber müssen wir das denn jetzt schon festlegen? Können nicht die Gerichte später irgendwann klären, was bio ist und was nicht?””

Flattr this!

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
14. November 2014

Lesungen im November und Dezember

Bildschirmfoto 2014-11-14 um 13.22.03

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und es gibt ein paar letzte Termine an denen ich als Gast oder mit Gästen lustige, schöne und seltsame Texte lese:

  • 20.11.2014 um 20.30 Uhr Lesebühne: Read on my Dear mit Thilo Bock und Gästen, Z-Bar, Bergstr. 2, Berlin
  • 30.11.2014 um 20.00 Uhr Lesebühne: “Private Lesung” mit Katharina E. Schumann, Café Stadler, Boxhagener Str. 69, Berlin
  • 10.12.2014 um 20.00 Uhr Lesebühne: Bunkerlesung mit Kirsten Fuchs und Frédéric Valin im Berlin Story Bunker, Schöneberger Str. 23a
  • 18.12.2014 um 20.30 Uhr Lesebühne: Read on my Dear mit Frédéric Valin und Gästen, Z-Bar, Bergstr. 2, Berlin

Flattr this!

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
2. November 2014

Links der Woche

  • Ein schwarzer Nachmittag in Köln:

    “Wenn wir unser Entsetzen ausdrücken, heißt das nicht, dass wir überrascht waren. Überrascht sind wir über die Überraschung der Öffentlichkeit, der Medien, der Polizei. Seit Jahren warnen wir und andere Gruppen davor, dass Althools (die teilweise gar nicht mehr ins Stadion gehen oder dort nicht weiter auffällig werden) nach wie vor in vielen Vereine eine Rolle als „Braune Eminenzen“ (Zitat: Fanzine “Ballesterer”) spielen. Sei es als Vorbilder für den Nachwuchs, sei es als reale Bedrohung für anti-rassistische Fußballfans und Ultras. An vielen Orten pflegen sie beste Verbindungen zur lokalen Neonazi-Szene oder sind elementarer Bestandteil derselben.”

  • Bitte keinen Journalismus:

    “Früher hatte ich zwei Berufe: Werber und Journalist. Heute nur noch einen: Werber. Nicht weil ich kein Journalist mehr wäre. Sondern weil Journalismus immer mehr zur Werbung wird. Fünf Gründe dafür.”

  • App (S)teuer:

    “Der Axel-Springer-Verlag hat bereits reagiert und alle kostenlosen digitalen Ausgaben für seine Printabonnenten eingestellt. Der »Spiegel« nimmt pro digitaler Ergänzung wieder einen Aufpreis von 50 Cent von seinen Abonnenten. Einige Buchverlage haben ihre E-Book-inside-Programme gestoppt. Auch zahlreiche Schulbücher werden künftig ohne digitale Version angeboten werden.”

Flattr this!

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
26. Oktober 2014

Links der Woche

  • Organknappheit: Kein Herz für Behinderte:

    “Behinderte mit einer schweren irreversiblen Hirnschädigung dürfen aufgrund eines erhöhten Operationsrisikos und einer durchschnittlich geringeren Lebenserwartung keine Spenderorgane erhalten, weil dadurch der längerfristige Erfolg der Transplantation in Frage steht.”

  • Wir nennen es Buch:

    “Es tut mir leid: Buchhandlungen kommen in meinem Leben schon lange nicht mehr vor. Das Klischee der gut informierten Buchhändlerin, die mich in warmer Umgebung geduldig berät, bis ich voller Vorfreude auf den Lesegenuss ein Werk nach Hause trage, halte ich für unrealistisch – nicht erst seit dem Siegeszug des Internets.”

  • Keine Investition in die Inklusion:

    “»Ich betreue einen sehr stark verhaltensauffälligen Grundschüler an vier Tagen in der Woche. Oft weiß ich jedoch nicht, was ich mit ihm machen soll, da ich für diese Tätigkeit nicht ausgebildet bin«, beschreibt Sabine Gilsch ihre Probleme. Die 50jährige arbeitet für neun Euro in der Stunde an einer Lübecker Grundschule.”

  • Hölderlins Roboterrobbe:

    “Auch ohne Roboterrobbe stimmt die Diagnose ja nicht: Hat, wer nur in Menschen, Tieren und Natur Trost sehen kann, schon einmal etwas gelesen (Hölderlin vielleicht?), Kunst betrachtet, ein Foto besessen? Oder das Drama eines verlorenen Stofftiers oder einer verlorenen Kuscheldecke miterlebt?”

  • Finger weg von Tor!:

    “Oder anders gesagt: es ist einem normalen Kriminellen oder anderen Angreifer nicht ohne weiteres möglich, an fremde Passwörter zu gelangen. Ich kann mich nicht mal eben ins Netz der Telekom einklinken, um dort Daten abzugreifen. Aber ich kann mit geringem Aufwand – ebenso wie ein anderer Angreifer – einen Tor-Exit-Node aufstellen und alle dort durchgehenden Daten nach Passwörtern durchsuchen.”

Flattr this!

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
25. Oktober 2014

Qualitätsjournalismus

tl;dr: Journalistische Debatten über Trolle kann ich nicht ernst nehmen, solange nicht auch mal die Trolle in den eigenen Redaktionen thematisiert werden.

zeitungen

Der Journalismus hat den Troll entdeckt. Nachdem in anderen Kontexten schon viele Menschen aus Foren, Twitter oder Facebook rausgemobbt wurden, wird es auch den den Redaktionen zu viel: Der Troll treibt sein Unwesen in ihren Kommentarspalten, die zunehmend dicht gemacht werden. Das Heise-Forum ist längst überall. Die Redaktionen reagieren darauf mit neuen Modellen: Strengeres Community-Management, Kommentare nur noch für Abonnenten, gelenkte Diskussionen. Gleichzeitig ist er spannend, dieser Troll. Wer sind eigentlich diese Leute, die Kommunikation zerstören, Menschen mit verbaler Gewalt in die Verzweiflung und aus dem Netz treiben? Darüber erschienen in den letzten Wochen etliche Geschichten. Und wie umgehen mit dem Troll? Offen bekämpfen, einfach löschen und rauswerfen oder – “Don’t feed the troll!” – ihn ignorieren? Die jahrealte Netzdebatte ist im Mainstream angekommen. Der Troll wird als Objekt der Berichterstattung zu Hause besucht.

Irgendwas jedoch fehlte mir an der ganzen Debatte, das ich zunächst nicht näher benennen konnte und mir erst gestern klar wurde. Was ist eigentlich mit Trollen in den Reihen der Redaktionen? Was denkt sich der Online-Redakteur bei “Spiegel Online”, der nach Artikeln über #Aufschrei oder Anita Sarkeesian den nächsten Fleischhauer freischaltet? Wie ist das so, sich bei der “Zeit” immer wieder mit Rassismus und Frauenfeindlichkeit auseinander zu setzen, nur um dann Lesern, die sich für eine Welt mit weniger Diskriminierung einsetzen, den nächsten Martenstein reinzuwürgen? Und warum muss die F.A.Z. erst investigativ einen Bilderbuch-Troll irgendwo in der Provinz ausgraben, wo doch die Telefonnummer von Don Alphonso gereicht hätte?

Die Antwort scheint ganz einfach: Trolle sorgen für Aufregung und Empörung. Sie bringen Traffic, Klicks und Umsatz. Die einen rufen “Endlich sagt’s mal einer!”, die anderen regen sich – meist zurecht – darüber auf, welche menschenverachtende Scheiße da wieder ins Netz gekippt wurde. Und das nicht auf irgendwelchen Blogs, in denen Trolle sowieso schreiben können, was sie wollen, sondern mitten im selbsternannten “Qualitätsjournalismus”. Der Troll, heißt es, genießt die Aufmerksamkeit. Er lebt geradezu davon, Unruhe zu stiften, Menschen zu verletzen und Hass zu verbreiten. Das ist natürlich auch ein Geschäftsmodell. Und Trolle sind halt immer die anderen.

Flattr this!

15 Kommentare
19. Oktober 2014

Links der Woche

  • 5 Conspiracy Theories That Are So Dumb They’re Brilliant:

    “It would be nice to live in a world where there’s no such thing as random tragedy and where every terrible event could be linked back to a villainous puppet master via a chain of subtle but obvious clues. We don’t, though. Luckily, there is a fiercely insane contingent of people who are convinced that everything is a conspiracy, and reading their hilariously daffy theories about the exhausting web of deceit hiding behind recent events can occasionally make our indiscriminately destructive existence more bearable.”

  • Mama Leaks:

    “Und da wird es deutlich. Es geht bei Überwachung gar nicht um die tatsächlichen Geheimnisse, die man zu verbergen sucht sondern darum was andere durch Einzelbeobachtungen und deren Misinterpretation über das eigene Leben und Verhalten schließen.”

  • Die besten Ausreden für Misshandlungen von Flüchtlingen:

    “Die US-Soldaten in Abu Ghraib hatten noch richtige Ausreden für ihr Ausrasten: Krieg, 15 Monate Einsatz in der Wüste, Schusswechsel und Selbstmordattentäter sobald man den Stützpunkt verläßt. Damit kann das Wachpersonal in Nordrhein-Westfalen nicht mithalten, so anstrengend Einzelne die abendliche Heimfahrt auf der A 45 oder das schlechte Fernsehprogramm im Pausenraum auch empfinden mögen.”

  • »Stirb, Du Hure!« – Lasst uns endlich über Einschüchterungskultur statt abstrakter Netzpolitik reden:

    “In diesem Zug werden wir auch über die Schattenseiten von Anonymisierungstechnologien reden müssen. Dienste wie Tor und Cypherpunk werden als wichtiges Gut für eine demokratische Gesellschaft hochgehalten. Dass viele Menschen in diesen Gesellschaften aber unter Missbrauch der Dienste leiden und in Angst leben, wird als Kollateralschaden kommentarlos akzeptiert. Es geht hier nicht darum, diese Dienste per se zu verteufeln. Sie erfüllen einen wichtigen Zweck. Aber sie sind auch kein Allheilmittel, dessen schädigende Folgen ignoriert werden dürfen.”

  • Virtuelle Realität. Der Friedenspreis für Jaron Lanier – und die Missverständnisse, auf denen er beruht:

    “Einen “der Pioniere in der Entwicklung des Internets” und “wichtigsten Konstrukteure der digitalen Welt”, der “als führender Wissenschaftler ein Projekt mehrerer Universitäten zur Erforschung des ‘Internets 2′” leitet, glaubt der Börsenverein des deutschen Buchhandels zu ehren. Frank Schirrmacher nennt ihn in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den “Informatiker, der das Internet mitentwickelte”, Die Zeit einen einstigen “Evangelisten des Silicon Valley”, der wie ein moderner Saulus “gewissermaßen ein Dissident seiner selbst” geworden sei. Der Schönheitsfehler: Nichts davon stimmt.”

Flattr this!

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
15. Oktober 2014

Kommt die Singularität und wenn ja, wieviele?

Mein Vortrag “Singularität in der Nussschale” auf der “Open Mind 2014″ ist jetzt bei YouTube online.

Flattr this!

Ein Kommentar
12. Oktober 2014

Links der Woche

  • Helden, die die Regeln brechen:

    “Die sehr flexible Haltung zu Regeln, die vielen “Helden” ihre “Heldentaten” erlaubt, macht es eben auch sehr einfach, sich über die Regeln sozialen Umgangs zu stellen.”

  • Why is it so hard to be good?:

    “Warum scheinen die Vernetzungs- und Partizipationsmöglichkeiten des Netzes so viel mehr den Hatern, Trollen und generell der Bösartigkeit zugutezukommen? Warum schützt Anonymität so viel häufiger die Stalker als die Verfolgten? Warum kommt bei dem Versuch neue politische Versuche mithilfe des Netzes zu unternehmen, die Piratenpartei heraus? Warum sieht es so aus, als sei das Online-Geschäftsmodell für Journalismus gefunden, und es heisst heftig.co?”

  • Gegen die Hilflosigkeit | Das Nuf Advanced:

    “Man muss nichts über Feminismus wissen, man muss nichts über diese Personen wissen, im Grunde reicht es einfach zuzuhören und sich dann zu fragen: Möchte ich Teil dieser Onlinekultur sein? Mehr nicht. Und für mich ist die Antwort glasklar: Nein. Ich möchte nicht. Nicht mal passiv.”

Flattr this!

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
5. Oktober 2014

Links der Woche

  • Merkels versaute Raute:

    “Für die Deutsche Gebärdensprache lässt sich das recht unspektakulär verneinen. Die Gebärde für „Vagnia“ erinnert hier nicht einmal entfernt an Merkels Raute – sie besteht darin, die Hand von der im linken Bild gezeigten Handstellung zu der im rechten Bild gezeigten zu bewegen.”

Flattr this!

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)