sofa die ennomane

18. Mai 2017

Infowar à la française

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Am Freitag vor der Stichwahl um die französische Präsidentschaft wurden neun Gigabyte Daten über Wikileaks und das Webportal 4chan ins Internet gestellt: E-Mails, Dokumente und vielleicht auch kompromittierendes Material von den Servern Emmanuel Macrons. Dahinter steckte wahrscheinlich der russische Hacker »Fancy Bear«, dessen Gruppe auch schon im US-Wahlkampf eine Rolle gespielt hatte und ­direkt oder indirekt für Wladimir Putin arbeiten soll. Was angesichts der Umfragewerte kurz vor dem Wahltag wie eine verzweifelte Attacke der Unterstützer Marine Le Pens wirkte, könnte wegen einer Besonderheit des franzö­sischen Wahlrechts durchaus so geplant gewesen sein. In Frankreich dürfen am Wahlsonntag und am Tag zuvor weder Kandidaten noch Presse politische Äußerungen im Hinblick auf die Wahl tätigen. Gelangen in dieser Zeit Vorwürfe gegen einen Kandidaten an die Öffentlichkeit, hat dieser praktisch keine Chance mehr, sich zu wehren.

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9. April 2017

Links der Woche

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  • Nüsse machen die Schokolade auch nicht männlicher:

    “Die ganze Geschichte fing wohl damit an, dass sich Marketingleute überlegten, wie sie verschiedene Menschengruppen genauer ansprechen könnten. Schön und gut. Diversifikation und Eingehen auf Bedürfnisse Verschiedener ist doch toll. Da Frauen und Männer scheinbar so unterschiedlich sind wie Alien und Predator, müssen daher anders angesprochen werden.”

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31. März 2017

Cyborgs sind auch nur Menschen

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Der philosophische Science-Fiction-Anime »Ghost in the Shell« von 1995 hat das Medium populär gemacht. Der Realverfilmung mit Scarlett Johansson kommt das Visionäre abhanden.

#SPOILER

Major Motoko Kusanagi (Scarlett Johansson) arbeitet als Ermittlerin in der geheimen Cybercrime-Abteilung »Sektion 9« einer nicht näher genannten fernöstlichen Regierung, die in einer Megastadt wie Tokio oder Hong Kong ihren Sitz hat. Die Frau ist ein Cyborg, ein Mischwesen aus Mensch und Maschine, und das ziemlich radikal: Lediglich ihr Gehirn ist noch biologischen Ursprungs, ihr restlicher Körper hingegen vollständig synthetisch. Ihr femininer, aber asexueller Techno-Körper verleiht ihr übermenschliche Fähigkeiten. Während sie ihr Fahrzeug mit der Kraft ihrer Gedanken steuert, kommuniziert sie gleichzeitig mit der Zentrale. Wenn sie nicht gerade einen mysteriösen Hacker jagt, hadert sie mit ihrem Cyborg-Dasein und fragt sich, ob sie eigentlich noch ein Mensch ist. Scarlett Johansson agiert in ihrer Rolle etwas blutleer, was aber nicht verkehrt sein muss, wenn es darum geht, einen fast vollständig synthe­tischen Cyborg darzustellen.

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30. März 2017

Wie Cyborgs Filmgeschichte schrieben

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Beim Cyborg denken wir vor allem an Terminator und die Borg aus Star Trek. Doch seit wann gibt es eigentlich Cyborgs im Film und wie werden sie dargestellt? Hat sich das Bild vom Cyborg über die Jahrzehnte verändert? Von wohl ersten richtigen Cyborg-Film „Cyborg 2087“ von 1966 bis zum heute im Kino startenden Remake von „Ghost in the Shell“ habe ich für Deutschland-Radio Kultur eine Mini-Kulturgeschichte des Cyborg-Films zusammengestellt und mich mit Timo Grampes darüber unterhalten.

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26. März 2017

Links der Woche

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  • Es ist wieder soweit!:

    “Und so werden wir Zeugen eines seltsamen Rituals, das sich jedes halbe Jahr, am letzten Sonntag im März und im Oktober stets auf neue abspielt: Behold! Wir sehen in einer x-beliebigen Fernsehsendung, wahlweise Nachrichtensendung einen Mann oder eine Frau hinter oder neben einem Moderationstisch und im Hintergrund das Bild einer Uhr. Manchmal ein wenig verschwommen-unscharf, als würden die Zeiger sich ganz schnell bewegen. Vor. Oder zurück. Je nachdem.”

  • Wahrheit:

    “Ein Gedanke von Michael Seemann hat mich in den letzten Wochen elektrisiert und nicht mehr losgelassen. Sein mehrteiliger und erst höchstens halbfertiger Essay über “demokratische Wahrheit” lohnt eine intensive Lektüre – am besten wirklich von Teil I an und da durchhangeln und auf die Teile V bis VIII oder so warten.

    Die Idee, vergröbert und verkürzt, dass Wahrheit heute gefühlt und – vor allem – wirkmächtig einer Demokratisierung unterworfen sei, verstört, ist für mich aber überzeugend und erklärt einiges, was sonst schwer zu erklären ist.”

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20. März 2017

Ein endloses Verfahren

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Ohne IP-Adressen geht es nicht. Wann immer wir eine E-Mail verschicken, eine Website aufrufen oder einen anderen Internetdienst nutzen, erlauben diese kryptischen Zahlenreihen erst die Kommunikation im Netz. Wenn Web­sites und andere Anbieter automatisch Protokolle darüber führen, was auf ihren Servern so passiert, werden regelmäßig auch diese IP-Adressen gespeichert. Das stört Patrick Breyer. Der Politiker, der voraussichtlich noch bis Mai für die Piratenpartei im Landtag von Schleswig-Holstein sitzt, möchte Websites das Speichern der IP-Adresse grundsätzlich verbieten. Deshalb verklagte er die Bundesrepublik Deutschland, die auf ihren Websites die IP-Adressen der Nutzer speichert. Sollte er Erfolg haben, wäre es ein Präzedenzfall. Der Urteilsspruch würde auch für alle Website-Betreiber in Deutschland ­gelten.

Breyer argumentiert, der Besuch von Websites im Internet zum Teil intimste Rückschlüsse auf das Privatleben der Nutzer zulasse. Schließlich enthalte das Internet neben Katzenbildern auch Informationen über Krankheiten, Stellenangebote oder Anleitungen zum Bombenbau. Wer solche Websites liest, mache sich verdächtig oder erpressbar, egal aus welchen Gründen er eine entsprechende Website besucht hat. Zwar weiß ein Anbieter nicht, welche Person sich hinter einer IP-Adresse verbirgt, aber das weiß der Internetprovider, der die Adressen regelmäßig neu zuteilt.

Die Provider wiederum müssen diese Daten ab dem 1. Juli 2017 zehn Wochen lang speichern und herausgeben, wenn ein Staatsanwalt wegen einer schweren Straftat ermittelt und ein Gericht das anordnet. Es gibt aber auch andere Wege, die Person hinter einer IP-Adresse ausfindig zu machen, beispielsweise mittels einer Klage wegen eines Urheberrechtsverstoßes. Die strafrechtlichen Verfahren werden zwar regelmäßig wieder eingestellt, allerdings wird zu Verfahrensbeginn grundsätzlich anhand der IP-Adresse ermittelt, wer überhaupt verklagt wird. Die klagenden Anwälte gelangen so an die zugehörigen Namen und Adressen, an die sie anschließend zivilrechtliche Abmahnungen und Klagedrohungen verschicken. Das ließe sich verhindern, wenn Websites und Internetdienste die IP-Adressen ihrer Nutzer gar nicht erst speichern dürften. Ein solches Verbot würde das Internet anonymer machen.

Es gibt aber durchaus viele Menschen, die das für keine gute Idee halten.

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19. März 2017

Links der Woche

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  • Mensch versus Maschine? | Ströck Blog:

    “Ich bin Technikphilosophin und vertrete die Überzeugung, dass Technik wesentlich zum menschlichen Dasein gehört – genau in derselben fundamentalen Weise, in der auf organischer Ebene der menschliche Körper und die Bedingtheiten, unter denen die Menschen auf dem Planeten Erde leben (wie Sterblichkeit, Sauerstoff- und Nahrungsbedarf usw.), Teil ihrer Natur sind. Menschen sind durch und durch technische Wesen – eine Vorstellung, der ein weiter Technikbegriff zugrunde liegt. Nicht nur Technologien wie das Smartphone oder das Notebook fallen darunter, sondern auch Techniken wie das Singen, Tanzen, Lehren, Backen, aber auch Essen, Sprechen und Gehen.”

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12. März 2017

Links der Woche

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  • Frauenkampftag, delayed:

    “Das erste Mal ist er mir 2001 begegnet. Ich arbeite in einem Unternehmen, das viele MitarbeiterInnen hat, die aus Ost-Berlin kommen. Mir wird eine Rose überreicht und die Hand geschüttelt. Crazy. 2001 finde ich es süß einfach so eine Rose zu bekommen. Wie aufmerksam!

    Fünfzehn Jahre später: aus einem mir unbekannten Gedenktag ist der Frauenkampftag geworden.”

  • Outrage is Guilt:

    “Die Gelegenheit, Empörung auszudrücken, führte zu einer Überhöhung der eigenen moralischen Integrität. In anderen Worten: Gib Leuten ein Tool, mit dem man seiner Entrüstung sehr leicht Ausdruck verleihen kann (sagen wir mal, Social Media), und sie werden es garantiert tun, sowohl um ihre Schuldgefühle zu bekämpfen, ihre Identität zu wahren, als auch sich selbst als moralisch integerer zu fühlen.”

  • Wie ich wegen meines Namens fast aus einem Zug geworfen wurde:

    “Ich bin trans und laut meinem Ausweis heiße ich auch nicht Lilith sondern F. Seit mehreren Jahren kennen mich die meisten Leute aber unter Lilith und viele wissen gar nichts von F., auch wenn ich wirklich kein Geheimnis daraus mache, dass ich trans bin.”

  • Alle sollen Prinzessin sein dürfen | Das Nuf Advanced:

    “In meiner Lebensfilterbubble haben wir mit solchen Stereotypen zum Glück nicht viel zu tun. (…) Allein schon kein Fernsehgerät mit Werbeunterbrechungen in den eigenen vier Wänden zu haben, hilft da ungemein. So bleiben wir von Werbung verschont, die uns zeigt, dass Frauen lächelnd Salat essen sollen, damit sie bloß nicht zu dick werden, dass sie teure Produkte kaufen, um ihre Defizite wie FALTEN und FRIZZ zu beheben, wohingegen die aktiven, leistungsstarken Männer samt Duschgel wagemutig von zehn Meter hohen Clippen springen.”

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5. März 2017

Links der Woche

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  • Großdemonstration für die Wissenschaft – Die wissenschaftliche Methode selbst wird zum Politikum » Beobachtungen der Wissenschaft » SciLogs – Wissenschaftsblogs:

    “Unsere weitläufige Vorstellung von politischen Demonstrationen ist, dass sich hier entweder politisch Unterdrückte (wie Kurden, Uiguren oder Tibeter), Menschen, die sich wirtschaftlich als zu kurz gekommen ansehen (Flugpiloten, Zugführer, oder ganz allgemein DGB-Mitglieder), oder Menschen, die sich einer bestimmten politischen Sache besonders stark verschrieben haben, treffen, um ihren Unmut über ihre Situation oder die Welt zum Ausdruck zu bringen. (…) So sollten wir genau hinschauen, wenn am 22. April diesen Jahres für einen „March of Science“ nach Washington gerufen wird.”

  • Die wunderbare Welt der Hifi-Esoterik:

    “Ein sehr schönes Beispiel ist Sonys SD-Karte „for premium Sound“, die in „High-End-Musik-Playern“ Anwendung finden soll. Angeblich soll sie den „Electrical Noise“ der angeblich beim Kopieren von Daten entsteht, verringern. Ich behaupte einfach mal, dass der einzige Aufwand, der im Unterschied zu einem Standard-Speichermedium in die Karte geflossen ist, ein paar Tropfen goldene Farbe sind.“

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26. Februar 2017

Links der Woche

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  • Wir können es uns nicht leisten, pessimistisch zu sein:

    “Es ist ja nicht so, wie manche meinen, dass sich das so genannte „liberale Zeitalter“ gerade jetzt dem Ende zuneigt. Eine solche Untergangs-Stimmung können sich vermutlich nur ‚Verwöhnte’ leisten, also diejenigen, die es in den letzten Jahren gewohnt waren, eine Stimme, Rechte, Zugang, Anerkennung, auch Geld, Arbeit usw. zu haben. Für viele hat das ‚liberale Zeitalter’ aber nie wirklich begonnen, oder nur begrenzt. Für Frauen aus der Arbeiterschicht, für People of Color, Geflüchtete, für nicht-heterosexuelle Menschen – und viele andere. Für sie gibt es nicht erst jetzt etwas zu beklagen, zu betrauern. Nicht erst, seit Trump gewählt wurde.”

  • Wie man im Internet liest ohne wahnsinnig zu werden:

    “Wer sich erinnert, wie sich Twitter oder Facebook noch vor wenigen Jahren – sagen wir fünf oder sechs – angefühlt hat(1) und damit vergleicht, wie es sich heute anfühlt, fragt sich: Was ist da schiefgelaufen?”

  • Einmal Bundesversammlung und zurück: Wie ich den Bundespräsidenten (nicht) wählte:

    “Ich hatte mir im Vorfeld einige Gedanken gemacht, ob ich das Delegierten-Amt wirklich annehmen sollte, denn an der Art der Wahl des Bundespräsidenten habe ich einiges zu kritisieren: Ist die bisher praktizierte wirklich die beste Art einen Bundespräsidenten zu wählen? Warum dürfen nur Auserwählte mitwählen? Warum muß der Bundespräsident mindestens 40 Jahre alt sein? Was ist mit der jüngeren Generation? Wo sind die Frauen? Menschen mit Migrationshintergrund? Menschen mit Behinderung? Denn unter den Wählenden und den Kandidaten dominierte eindeutig der Typus: Alter, weißer, heterosexueller priviligierter Mann.”

  • Facebook is helping undocumented immigrants avoid ICE raids:

    “The Trump administration’s recent orders widely expanding the number of immigrants subject to deportation have many fearing any and all police encounters. In order to stay ahead of police and immigration authority movements, some are turning to private Facebook groups to share the locations of checkpoints and arrests in their areas, as well as provide useful advice for those trying to stay on the right side of the law.”

  • The Aesthetics of the Alt-Right – Post-Office Arts Journal:

    “These memes (fig. p) are from a Facebook page called “Counter-Signal Memes for Fashy Goys,” with “goys” being short for goyem, the term for  a man who is not of Jewish descent, and fashy being internet slang for both fascism and fashionable, perhaps unintentionally evoking Mussolini’s 1919 Naples speech in which he remarked on how “fascism brings back ‘style’ in people’s lives.””

  • Endgegner Computerspiel | Das Nuf Advanced:

    “Zurück zum Computer-Spiele-Vortrag: Ein bisschen später meldet sich eine weitere Person und bittet den Referenten: „Halten Sie auch in Schulen Vorträge über die Gefahren? Es wäre doch gut, wenn nicht immer nur die Eltern warnen, sondern die Kinder auch mal von anderen Menschen hören, wie gefährlich das ist!“.

    Ich atme.”

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