sofa die ennomane

22. Mai 2016

Links der Woche

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
 
  • Corporate vs. Crazy:

    “Es sieht ja so aus, als würde die alte Unterscheidung zwischen rechts und links in der Politik nicht mehr funktionieren. Das mag auf den ersten Blick auch so sein, denn die öffentliche Non-Debatte wird von zwei Geschmacksrichtungen beherrscht, die man ganz anders bezeichnen müsste, nämlich als Corporate und Crazy.“

  • Robots have been about to take all the jobs for more than 200 years — Timeline:

    “Technology has always triggered fears of mass unemployment. In 1811 it was the Luddites, who assumed they were done for. In the 1930s, it was vaunted economist John Maynard Keynes, who implicated technology as one reason for the unemployment of the Great Depression.
    The same persistent fear has been playing out in the pages of newspapers for the last century.”

  • Vereinfacht gängeln:

    “Die Bundesregierung möchte die Hartz-IV-Gesetzgebung noch vor der Sommerpause ändern. Hinter der angekündigten rechtlichen Vereinfachung verbirgt sich eine neue Verschärfung.“

  • That cursed newfangled technology, “electric lights”:

    “As demand for the technology grew, many resisted electricity’s brilliant new glow. It was just too bright. It lent a “corpse-like quality” to those subjected to its glare, one Londoner argued, and it could make a crowd look “almost dangerous and garish.”   Robert Louis Stevenson penned “A Plea for Gas Lamps” in 1878, hoping to dissuade London’s authorities from installing obnoxious electric streetlamps like those in Paris.  “A new sort of urban star now shines at nightly,” he wrote, “horrible, unearthly, obnoxious to the human eye; a lamp for a nightmare!””

Flattr this!

15. Mai 2016

Links der Woche

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
 

Flattr this!

14. Mai 2016

Streaming Teil 1: Musik

4 Kommentare
 

tl;dr: Google Play Music wins bei mir.

earphone

Vorweg: Ich komme nicht mit Spotify klar. Warum genau, weiß ich nicht, aber die Benutzerobefläche verjagt mich. Für mich persönlich ist sie völlig kontraintuitiv. Spotify ist quasi mein ganz persönliches Snapchat. Leider bietet aber niemand Vorträge zur Nutzung an. Das schlimmste an Spotifiy ist allerdings die Funktion, in die Playlists der Freunde reinzuhören. Die sind ganz überwiegend schrecklich. (Vermutlich ginge das meinen Freunden mit meiner auch nicht anders.) Da ich gerne mit ihnen befreundet bleiben möchte, muss ich deren Musik also ignorieren. Ansonsten: Ich finde bei Spotify nie, was ich suche. Was natürlich an mir liegen kann. Wenn ich über irgendwo über interessante Musik stolpere, gucke ich ohne Nachzudenken sowieso immer erstmal bei Youtube.

Aber so ein Streaming-Abo interessiert mich auch gar nicht so sehr. Ich habe ein etliche Gigabyte großes Archiv an gekaufter bzw. überwiegend selbst von CD eingelesener Musik. Darunter auch selbstgemachte Sachen, DJ-Sets von Freunden und Musik von Leuten und Bands aus der Berliner Lesenbühnenszene, die man überhaupt nirgendwo bekommt. Meine eigene Musik kann ich zwar vermutlich auch irgendwie bei Spotify einbinden, bis heute habe ich aber nicht herausgefunden, wie das geht.

Das bietet Apple Music. Dem traue ich aber nach den vielen Beschwerden der letzten Wochen so gar nicht über den Weg. iTunes wurde über die Jahre auch immer nerviger und mittlerweile wäre ich wieder mit der Kombination aus großem Verzeichnis auf der Festplatte und Winamp durchaus glücklich, wenn da nicht ein Problem wäre: Ich bin in mehreren Monaten nicht dazu gekommen, meine Musik aufs damals neue Telefon zu kopieren. So habe ich unterwegs nie dabei, was ich gerade hören möchte. Da wäre doch ein Streaming-Dienst, mit dem ich meine gekaufte Musik überall auf verschiedenen Geräten hören und ggf. weitere Musik hinzukaufen kann, ganz nett. Ja: kaufen. Ich supporte nämlich gerne Künstler, die ich mag, und kaufe ihre Musik. Das Geld, das sie über Dienste wie Spotify einnehmen, ist nämlich ein Hohn in Tüten.

Meine Lösung war dann unerwarteterweise Google Play Music. Kostet einen 10er im Monat, wenn man Musik hören will, die man nicht gekauft hat, lässt sich aber genauso gut kostenlos nutzen. Einrichtung und Upload gehen ausgesprochen angenehm vonstatten. Bei einem Export aus iTunes schnappt Google sich zuerst die meistgehörten Stücke, sodass angenehmerweise sehr schnell die wichtigsten Lieblingslieder auf meinen anderen Geräten zur Verfügung stehen. Die Apps sind in der Bedienung tatsächlich sehr übersichtlich – für mein Gefühl besser als bei Apple und Spotify. Auf dem Telefon kann ich auswählen, welche Musik ich dauerhaft auf dem Gerät speichern möchte, um mein Datenvolumen nicht allzu sehr zu beanspruchen. Streaming auf andere Geräte, zum Beispiel vom Tablet auf eine Anlage, geht auch. (Nicht getestet.) Einen monatlichen Festpreis zahle ich nicht. Und wenn ich Musik kaufen möchte, kann ich das sehr einfach tun. Und falls ich die Musik dort nicht kriege, kaufe ich sie halt woanders und lade sie hoch.

Jetzt bin ich ein wenig überrascht: Über Apple Music und Spotify wird so viel geschrieben, von Google Play Music hört man eigentlich nichts. Vielleicht gerade weil der Dienst so reibungslos funktioniert? Ich bin mal gespannt, wie ich nach längerer Nutzung drüber denke und ob ich doch noch Stolperfallen finde. Ein Argument gegen Google ist, dass ich gerne meine Daten bei verschiedenen Anbietern hinterlasse, statt sie bei einem einzigen zu konzentrieren. Welche Dienste gibt es sonst noch so, die mir ermöglichen, einfach nur meinen eigenen Kram übers Netz auf Geräte meiner Wahl zu streamen?

Update: Offenbar hat auch Google Probleme mit dem korrekten Import der Musik: Vereinzelt tauchen Stücke unter falschen Künstlern/in falschen Alben auf. Das scheint nur solche zu betreffen, die vorher schon einzeln herumflogen. Ich muss mal schauen, ob die einfach nur schlecht getagged sind.

Update: Ich erhielt noch den Hinweis auf Twitter, dass die Zufallsfunktion sehr gut sei. Kann ich nur bestätigen. Der „Auf gut Glück“-Button liefert absolut großartige Playlists in einer Qualität, wie ich sie noch bei keinem anderen Dienst hatte. Teilweise springt sie zwischen Genres, aber auf eine stimmige Art, die viel Spaß macht und bringt Schätze ans Licht, die man schon ewig nicht gehört hat, ohne Udo Jürgens an Metallica zu reihen.

Flattr this!

8. Mai 2016

Links der Woche

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
 
  • Why do we give robots female names? Because we don’t want to consider their feelings:

    “Why are so many robots designed to resemble women? The question is becoming inescapable as more and more AIs, which do not need to have a gender, appear on the market with female voices and female faces, including Microsoft’s Cortana, Amazon’s Alexa and a new wave of uncannily lifelike sexbots marketed almost exclusively to men.”

Flattr this!

1. Mai 2016

Links der Woche

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
 
  • Die Staatsaffäre:

    “Ging es dem einflussreichen Maaßen aber wirklich um die beiden Blogger Markus Beckedahl und Andre Meister als Verantwortliche hinter netzpolitik.org? Nach Auswertung von Dokumenten und Gesprächen mit Insidern kommen wir zu einem anderen Schluss: Nicht Journalisten waren das Ziel der Attacke. Sondern Bundestagsabgeordnete. Genauer gesagt jene, die die Geheimdienste kontrollieren.“

  • Jesus möchte, dass du dich liebst (und die anderen auch!) – Das Nuf Advanced:

    “Es war jedenfalls total normal nicht mit mir zufrieden zu sein, es war normal Sport zu machen, um meinen Körper zu optimieren und es war normal wochenweise wenig zu essen, um wieder auf ein bestimmtes Gewicht zu kommen. (…)  Dann wurde ich selbst Mutter und irgendwie gab es dann wichtigeres als meinen Körper doof zu finden und als ich mich dann mit diesem Thema mehr befasst habe (Quelle: Internet!) und eine eigene Tochter bekam, wurde mir klar: ich will das so nicht vorleben.”

  • EFF to FDA: the DMCA turns medical implants into time-bombs:

    “Manufacturers have abused the Digital Millennium Copyright Act, threatening security researchers with lawsuits if they came forward with embarrassing news about defects in the manufacturers’ products. “

  • Magersucht und GNTM: Studie jetzt als Open Source-Buch im Netz! – Pinkstinks Germany:

    “Zwei Drittel der Patientinnen hatten ausgesagt, dass „Germany’s next Topmodel“ einen großen bis sehr großen Einfluss auf die Entstehung ihrer Essstörung gehabt hätte.”

Flattr this!

24. April 2016

Links der Woche

Ein Kommentar
 
  • From Siri to sexbots: Female AI reinforces a toxic desire for passive, agreeable and easily dominated women:

    “What is a user? What is an interface? Do we presume that the user is male and the passive interface female?“

  • Das große Geschäft mit Yin und Yang:

    “Traditionelle chinesische Medizin ist eine tolle Sache. Sie hat bloß drei Probleme: Sie ist nicht unbedingt chinesisch, sie ist nicht besonders traditionell, und sie ist keine Medizin.“

  • Jagende Frauen und sammelnde Männer:

    “Fest steht, die gängige Annahme ‚Männer jagten und Frauen hüteten die Kinder in der Höhle‘ kann anhand der archäologischen Funde nicht belegt werden. Alternative Modelle sind ebenfalls möglich. Ein sehr wahrscheinliches Modell ist, dass die jungen Männer und Frauen gleichermaßen zur Jagd gingen. Die Älteren und Kranken, Männer wie Frauen, blieben hingegen bei der Höhle.“

  • Der QWERTY-Effekt:

    “Menschen sind seltsam. Offenbar hat unser Tastaturlayout Einfluss auf unsere Gefühle: The layout of QWERTY keyboards shapes our feelings about words. Bis hin dazu, welche Babynamen wir bevorzugen. Wie immer gilt: Korrelation ist nicht gleich Kausalität. Aber der QWERTY-Effekt lässt sich häufig beobachten.“

  • Unterwegs als Kurierfahrer bei „Foodora“: Radeln against the Machine:

    “Nach dieser Erkenntnis versuchte ich den Algorithmus auszutricksen. Denn was so ein Algorithmus nicht einberechnet, ist, dass Menschen auch eigennützig handeln können. (…) Ich fuhr also mit Absicht langsamer. Denn die App bestrafte mich mit langen Strecken, wenn ich schnell fuhr. Längere Strecken bedeuten weniger Bestellungen pro Stunde, was wiederum weniger Trinkgeld bedeutet.“

Flattr this!

17. April 2016

Links der Woche

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
 
  • Informationelle Selbstzertrümmerung | ctrl+verlust:

    “Ich glaube, es gibt in der westlichen Welt kaum ein Thema, über das unehrlicher gesprochen wird, als über Datenschutz. Die Lüge besteht aus einem ganzen System unhinterfragter Annahmen und Behauptungen, die sich im Laufe der Zeit zu einer Ideologie sedimentiert und einer kollektiven Illusion tradiert haben. Nur hier und da erkennt man die „Glitches“, also die Stellen, wo die Lüge unmißverständlich aufblitzt und in kurzen Momenten mit einer Klarheit droht, das ganze System zum Einsturz zu bringen könnte.”

  • Chip, Implanted in Brain, Helps Paralyzed Man Regain Control of Hand:

    ”Five years ago, a college freshman named Ian Burkhart dived into a wave at a beach off the Outer Banks in North Carolina and, in a freakish accident, broke his neck on the sandy floor, permanently losing the feeling in his hands and legs.

    On Wednesday, doctors reported that Mr. Burkhart, 24, had regained control over his right hand and fingers, using technology that transmits his thoughts directly to his hand muscles and bypasses his spinal injury.“

  • Investigating the Potential for Miscommunication Using Emoji:

    “More generally, we found that for 9 of our 22 emoji, the average difference in emotion rating between two platforms was greater than 2 points on our -5-to-5 scale.“

Flattr this!

15. April 2016

Ich bin ja kein Jurist, aber…

3 Kommentare
 

tl;dr: An der juristischen Einordnung des Falles B. aus K. verstehe ich ein paar Punkte nicht.

lucy

Heute trat Angela Merkel persönlich vors Mikrofon und verkündete, dass sie die Staatsanwaltschaft ermächtigt, gegen Herrn B. aus K. wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes zu ermitteln. Es soll hier nicht um weiteres Aufkochen einer längst absurden Affaire gehen, sondern um die juristische Einordnung ein paar teils unbequeme Fragen, die sich daraus ergeben.

§104a StGB: Verschiedene Kommentatoren sagten, Merkel musste so entscheiden, um die Klärung des Falles der Justiz zu überlassen. Das scheint mir nicht der Fall zu sein. §104a des StGB schränkt eine Reihe von Straftatbeständen dahingehend ein, dass sie nur dann verfolgt werden, wenn die Bundesregierung die Staatsanwaltschaft dazu ermächtigt. Das klingt für mich wie ein Bruch in der Gewaltenteilung und passt meiner laienhaften Meinung nach so gar nicht in unser Rechtssystem. Bestimmte Straftaten werden nur verfolgt, wenn es der Regierung aus politischen Gründen opportun erscheint. Merkels Entscheidung, B. aus K. verfolgen zu lassen, ist also eine rein politische. Die Bundesregierung hätte auch anders entscheiden können. Sollten wir nicht unbedingt auch die Abschafftung des §104a StGB fordern? Oder was sehe ich hier falsch?

§103 StGB – enthält vereinfacht gesagt die „Majestätsbeleidigung“. Angela Merkel hat verkündet, diesen Paragraphen abschaffen zu wollen. Das ist im Sinne von Kunst- und Meinungsfreiheit lobenswert. Allerdings verstehe ich nicht, wieso die Regierung eine Person nach einen Paragraphen verfolgen lässt, den sie gerne abschaffen möchte, obwohl sie es doch juristisch problemlos in der Hand hätte, von der Verfolgung abzusehen. Angela Merkel scheint hier die gute Beziehung zu einem autokratischen Präsidenten, der erwiesenermaßen so seine Probleme mit Minderheiten, Meinungsfreiheit und Demokratie hat, der Kunst- und Meinungsfreiheit ihrer eigenen Bürger unterzuordnen, vermutlich um besser Flüchtlinge aus dem Land fern halten zu können. Politisch könnte man auch sagen: Ein absoluter Tiefpunkt in Merkels Kanzlerschaft vor dem Hintergrund eines „Wir schaffen das“. Oder was sehe ich hier falsch?

Die Abschaffung von §103 StGB: Angela Merkel hat in ihrer Pressekonferenz zugleich angekündigt, dass der §103 StGB noch in diesem Jahr abgeschafft werden soll. Viele Menschen deuten das dahingehend, dass B. aus K. freigesprochen werden wird, wenn man das Verfahren nur lange genug in die Länge zieht. Das hat mich irritiert, ergibt aber Sinn. Ein Gesetz hat Gültigkeit für den Zeitpunkt der Straftat. Eigentlich gilt gilt ein allgemeines Rückwirkungsverbot für neue Gesetze und Gesetzesänderung, damit niemand bestraft werden kann für etwas, das zum Zeitpunkt der Tat gar nicht strafbar war. Führt allerdings die Gesetzesänderung zu einer milderen Strafe oder Streiffreiheit, ist tatsächlich das neue Gesetz anzuwenden. Das ergibt ziemlich viel Sinn, wenn wir an Gesetze vergangener Zeiten denken wie das Kuppeileiverbot oder die Strafbarkeit homosexueller Handlungen usw. Wir bestrafen nicht nach Gesetzen, die wir als veraltet und ungerecht ansehen, auch wenn sie zum Zeitpunkt der Tat noch galten. An dieser Stelle wird es also nochmal besonders absurd, die Ermittlungen für ein Verfahren einzuleiten, dem per Gesetzesänderung die Grundlage entzogen werden soll. Die Entscheidung der Bundesregierung ist damit auch kein „wir halten uns da raus, sollen die Gerichte entscheiden“ sondern eben sehr politisch. Oder was verstehe ich hier falsch?

§130 StGB: Ja, der Volksverhetzungsparagraph. Ich finde es fragwürdig, dass B. aus K. wegen Beleidigung angeklagt wird, nachdem er satirisch die Politik eines ausländischen Staatspräsidenten aufgegriffen hat. Ob hier wirklich eine strafwürdige Beleidiung vorliegt und nicht ggf. die Kunstfreiheit ein höheres Gut darstellt, wird wegen der Abschaffung des §103 StGB wahrscheinlich gar nicht entschieden werden. Allerdings liegt noch eine Anzeige nach §185 StGB vor. Insgesamt ist das recht unbefriedigend. Noch unbefriedigender ist allerdings meiner Meinung nach, dass kaum jemand in Betracht zieht, B. aus K. aufgrund des §130 StGB wegen Volksverhetzung anzuklagen. Die Kriterien sind meiner Meinung nach eher erfüllt: Die rassistischen Passagen im „Schmähgedicht“ „beschimpfen, machen böswillig verächtlich und verleumden“ Gruppen aufgrund ihrer Herkunft sowie Einzelne und zwar in einer Weise, die „geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören“. Oder was sehe ich falsch?

Discuss!

Flattr this!

13. April 2016

Satire darf alles

Ein Kommentar
 

tl;dr: Auch Satire hat Grenzen.

Bildschirmfoto 2016-04-13 um 20.14.26

Nein, hier geht es nicht um Herrn B. aus K., der gerade Probleme haben dürfte, die ich wirklich niemandem wünsche und der angesichts offenbar ausgesprochener Morddrohungen unsere Solidarität verdient. Hier geht es um ein Tucholsky-Zitat, mit dem gerade massiv um sich geschmissen wird: „Satire darf alles.“

Wenn ich diesen Spruch höre, muss ich an mein Geschichtsbuch denken. Darin waren antisemitische Karikaturen aus dem „Stürmer“ abgebildet. Wer die nicht kennt, google bitte selbst, denn ich möchte solche Abbildung nicht in mein Blog stellen. Auch vieles, nach dessen Löschung wir auf Facebook rufen, ist Satire. Menschenverachtende Satire. Rassistische Satire. Hatespeech-Satire. Satirische Trollerei. Aber eben: Satire.

Ich frage mich, ob die „Satire darf alles“-Fraktion diese Stürmer-Karikaturen kennt. Und gut findet. Offenbar ist sie der Ansicht, man solle wirklich alles im Sinne der Meinungsfreiheit tolerieren. Ich finde das nicht. Selbstverständlich hat Satire Grenzen. Und es würde Debatten um die Meinungsfreiheit gut tun, nicht einfach unterschiedslos „Satire darf alles“ zu rufen. Sondern darüber nachzudenken, ob eine solche Grenze tangiert wurde. Dass Leute mit Tuchosky-Zitaten um sich werfen, die Tucholsky offenbar kaum je gelesen haben, nervt nämlich ein wenig.

Oder um mit einem Tuchosky-Zitat zu schließen:

P.S.: Und nein, „Satire hat Grenzen“ heißt nicht, dass ich Terroranschläge, Morddrohungen oder diesen albernen §103 StGB auch nur im entferntesten gutgeheiße. Auch wenn diese Unterstellung jetzt garantiert wieder kommt.

 

Flattr this!

10. April 2016

Links der Woche

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
 
  • Die vergessenen Frauen der Filmgeschichte:

    “Frauen führen in nur sechs Prozent der heute in Hollywood produzierten Filme Regie, wie der Guardian kürzlich berichtete. Das war nicht immer so. Im Hollywood der Stummfilmära spielten Frauen entscheidende Rollen als Produzentinnen, Regisseurinnen und Drehbuchautorinnen.

  • How economists rode maths to become our era’s astrologers – Alan Jay Levinovitz | Aeon Essays:

    “Yet, as a scholar of Chinese religion, it struck me that I’d seen this kind of mistake before, in ancient Chinese attitudes towards the astral sciences. Back then, governments invested incredible amounts of money in mathematical models of the stars.“

  • Warum die Panamapapers für alle zugänglich gemacht werden sollten | H I E R:

    ”Für diese Einschätzung muss man übrigens kein Post-Privacy-Apologet sein. Wenn der juristische Schutz der Privatsphäre irgendeinen Sinn hat, dann, um den Schwächeren vor dem Stärkeren zu schützen. In diesem Fall gibt es aber keine Schwachen. Wer es sich leisten kann, sein Geld in Offshore-Paradiesen zu verstecken, der ist per definitionem nicht schwach.“

Flattr this!