sofa die ennomane

26. Februar 2017

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  • Wir können es uns nicht leisten, pessimistisch zu sein:

    “Es ist ja nicht so, wie manche meinen, dass sich das so genannte „liberale Zeitalter“ gerade jetzt dem Ende zuneigt. Eine solche Untergangs-Stimmung können sich vermutlich nur ‚Verwöhnte’ leisten, also diejenigen, die es in den letzten Jahren gewohnt waren, eine Stimme, Rechte, Zugang, Anerkennung, auch Geld, Arbeit usw. zu haben. Für viele hat das ‚liberale Zeitalter’ aber nie wirklich begonnen, oder nur begrenzt. Für Frauen aus der Arbeiterschicht, für People of Color, Geflüchtete, für nicht-heterosexuelle Menschen – und viele andere. Für sie gibt es nicht erst jetzt etwas zu beklagen, zu betrauern. Nicht erst, seit Trump gewählt wurde.”

  • Wie man im Internet liest ohne wahnsinnig zu werden:

    “Wer sich erinnert, wie sich Twitter oder Facebook noch vor wenigen Jahren – sagen wir fünf oder sechs – angefühlt hat(1) und damit vergleicht, wie es sich heute anfühlt, fragt sich: Was ist da schiefgelaufen?”

  • Einmal Bundesversammlung und zurück: Wie ich den Bundespräsidenten (nicht) wählte:

    “Ich hatte mir im Vorfeld einige Gedanken gemacht, ob ich das Delegierten-Amt wirklich annehmen sollte, denn an der Art der Wahl des Bundespräsidenten habe ich einiges zu kritisieren: Ist die bisher praktizierte wirklich die beste Art einen Bundespräsidenten zu wählen? Warum dürfen nur Auserwählte mitwählen? Warum muß der Bundespräsident mindestens 40 Jahre alt sein? Was ist mit der jüngeren Generation? Wo sind die Frauen? Menschen mit Migrationshintergrund? Menschen mit Behinderung? Denn unter den Wählenden und den Kandidaten dominierte eindeutig der Typus: Alter, weißer, heterosexueller priviligierter Mann.”

  • Facebook is helping undocumented immigrants avoid ICE raids:

    “The Trump administration’s recent orders widely expanding the number of immigrants subject to deportation have many fearing any and all police encounters. In order to stay ahead of police and immigration authority movements, some are turning to private Facebook groups to share the locations of checkpoints and arrests in their areas, as well as provide useful advice for those trying to stay on the right side of the law.”

  • The Aesthetics of the Alt-Right – Post-Office Arts Journal:

    “These memes (fig. p) are from a Facebook page called “Counter-Signal Memes for Fashy Goys,” with “goys” being short for goyem, the term for  a man who is not of Jewish descent, and fashy being internet slang for both fascism and fashionable, perhaps unintentionally evoking Mussolini’s 1919 Naples speech in which he remarked on how “fascism brings back ‘style’ in people’s lives.””

  • Endgegner Computerspiel | Das Nuf Advanced:

    “Zurück zum Computer-Spiele-Vortrag: Ein bisschen später meldet sich eine weitere Person und bittet den Referenten: „Halten Sie auch in Schulen Vorträge über die Gefahren? Es wäre doch gut, wenn nicht immer nur die Eltern warnen, sondern die Kinder auch mal von anderen Menschen hören, wie gefährlich das ist!“.

    Ich atme.”

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19. Februar 2017

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  • Internet-Law » Nicht mein Bundespräsident: Zur Wahl von Frank-Walter Steinmeier:

    “Beim Gedanken an Steinmeier kommen mir vor allem zwei Dinge in den Sinn. Seine schäbige Haltung gegenüber Murat Kurnaz, die dazu geführt hat, dass dieser weitere vier Jahre unschuldig in Guantanamo einsitzen musste und sein willfähriger Umgang mit der rechtswidrigen Überwachungspraxis des Bundesnachrichtendienstes, die Steinmeier als Chef des Kanzleramts mehr als nur geduldet hat.”

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5. Februar 2017

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  • Why Oakland Police Turned Down Predictive Policing:

    “If you have systemic bias in the collection of the data your prediction is going to reflect that systematic bias.”

  • Wie man nicht über die Sache streitet:

    “Kritisieren Sie nicht die Argumente Ihres Feindes, unterstellen Sie ihm besser üble Motive. Weisen Sie ihm nach, dass er nur vom Neid angetrieben wird oder als bezahlter Agent finsterer Mächte agiert.”

  • Endlich mal was los hier. – Carta:

    “Und bevor jetzt wieder jemand fragt, was denn mit den Arbeitern und dem kleinen Mann auf der Strasse ist, dem sei geantwortet: Es gibt jede Menge Arbeiter und „kleine Männer von der Strasse“, die pro-europäisch, nicht ausländerfeindlich, dafür sozial und demokratisch eingestellt sind. Dafür gibt es auch Faschos mit Abitur, Geld und Haaren. Wahlverhalten lässt sich schon länger nicht mehr alleine von soziodemographischen Daten ableiten, sondern von Grundeinstellungen.”

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22. Januar 2017

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  • Nutella bloggt:

    “In den letzten Wochen gab es mal wieder eine Debatte um Jurismus, nämlich um den Umgang mit Gefährdern. Die sollen „bestraft“ werden, sofort in Haft genommen werden, voll überwacht werden und am besten sofort abgeschoben werden. Zumindest aber müssen sie in Abschiebehaft genommen werden. Da sind sich alle Parteien einig.”

  • Ein Fall von Voodoo – Zu Donald Trumps Rede bei seiner Amtseinführung | Schmalbart Network:

    “Er erklärt das System der Gewaltenteilung für obsolet. Rhetorisch erhebt er sich selbst zum unmittelbaren Vollstrecker des Volkswillens. Das ist ein Putsch mit Ansage. Der Zynismus ist atemberaubend. Trump beruft sich auf die Vergessenen, wer auch immer das sei, wenngleich er mit diesem Satz ihr Vergessensein nur vollendet. Sie bleiben namenlose Manövriermasse, die er dem eigenen Machtanspruch einverleibt.”

  • Gastbeitrag: Weil nicht sein darf, was nicht sein darf. – Zur Entlassung von Andrej #Holm – Stadt von Unten:

    “Dieser Bruch liegt (…) darin, dass jemand wie er nicht gehalten werden konnte, dass es nicht genug politischen Willen oder Kraft gab ihn zu halten. Dass von denjenigen, die einen linken Politikwechsel vertreten, nicht erkannt wurde, was es bedeuten würde, ihn zu halten. Dass jemand mit einer gebrochenen Biographie, jemand der aus einer Kaderfamilie der DDR kommt, dann Hausbesetzer war und mit DDR-Oppositionellen verkehrte, anerkannter Wissenschaftler geworden ist und gleichzeitig mit sozialen Bewegungen zusammenarbeitet. Jemand der im Knast saß weil er als Wissenschaftler Begriffe eingeführt hat, die dann in Bekennerschreiben der militanten Linken verwendet wurden,”

  • Dresden: Ein Anhang – Moritz Hoffmann:

    “Eine genauere Aufschlüsselung der problematischen Aussagen von Björn Höcke (AfD) zu den Luftangriffen auf Dresden 1945″

  • Rekordjahr 2016: die wichtigsten Daten und Grafiken, die jeder kennen sollte » KlimaLounge » SciLogs – Wissenschaftsblogs:

    “Die globale Erwärmung schreitet also immer weiter voran – wer sich Hoffnungen auf eine Verlangsamung gemacht hat, ist Wunschdenken erlegen. Drei Rekordjahre in Folge (2014, 2015 und 2016) hat es noch nie gegeben.  Laut NASA hat unser Planet 16 seiner 17 wärmsten Jahre seit 2001 erlebt.”

  • Die Rückkehr der Bullies:

    “Vielleicht muss man ein an die Fünfzig Jahre alter Nerd sein, um das zu erkennen, aber: Wir kennen das doch. Wir wissen, wie es ist, “die” zu sein gegenüber denen, die sich als “wir” bezeichnen. Wir kennen die Anführer. Die Trumps. Ich meine: Der Vergleich von Trump mit Biff Tannen, dem Bully aus “Zurück in die Zukunft” lag doch derart auf der Hand, dass er sofort aufkam, sobald Trump seine Kandidatur bekannt gab. Wir kennen diese (virtuellen) Muskelprotze und wir kennen auch die Clique die diesen Leuten hinterherläuft und glaubt, wenn sie nur genauso herumblöken, wären sie wie die oder bekämen ein bisschen von ihrem Fame ab.” 

  • Ein ganz normaler Abend:

    “Dave und Paul sind sales managers. Sie sind wichtig und verantwortlich für Dinge, die auf der Welt passieren, sagen sie mir. Sie verdienen Geld, das sie nach Hause zu ihren Frauen bringen, die es dann für Schuhe und Kosmetik ausgeben. Das finden sie witzig, sie lachen darüber, und ich frage besser nicht nach ihren Frauen. Ich frage überhaupt sehr wenig, weil ich hoffe, schnell wieder in Ruhe lesen und essen zu können. Dave fragt mich, ob ich auch das Geld meines Ehemanns für Schuhe und Kosmetik ausgebe, und der Umstand, dass ich unverheiratet und selbst erwerbstätig bin und dazu noch mein Geld für andere Dinge ausgebe, verwirrt Dave.”

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15. Januar 2017

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  • Worüber ich rede, wenn ich über Sex rede:

    “Könntest Du dir vorstellen, dass Du deine Aufklärungssprechstunde auch bei mir in der Praxis machst?“
    Ich lachte. „Sicher“, sagte ich und seitdem mache ich einmal Monat genau das. Ich sitze in der Praxis und auf lauter bunten Stühlen sitzen Männer um mich herum und wir reden über Sex.”

  • Fake-News in der postfaktischen Welt » Gedankenwerkstatt » SciLogs – Wissenschaftsblogs:

    “Werden Wahlen in Zukunft von genau gezielten und massenhaft produzierten Falschmeldungen entschieden? Oder wird, im Gegenteil, aus Angst davor die Presse- und Meinungsfreiheit im Internet übermäßig beschnitten?”

  • Die Sprache der Populisten:

    “Vermeintliche „Gewissheiten“, die sich bei näherer Betrachtung als Unsinn, ja als Lüge entlarven, sind das wichtigste Mittel der Rechtspopulisten. Mit Hilfe der Sprache versuchen sie, diese Lügen zu tarnen, um sie als faktenbasiert oder wenigstens als akzeptabel erscheinen zu lassen. Auf dem 33. Chaos Communication Congress zeigte Neusprech-Autor Martin Haase die Mechanismen auf, die populistische Sprache charakterisieren.”

  • Wir müssen uns jetzt bekennen, verbünden und für die Demokratie kämpfen | Metronaut.de:

    “Wir sind die Mehrheit der Gesellschaft. Und das müssen wir jetzt deutlich zeigen, damit wir es auch bleiben. Wir brauchen jetzt das ganz ganz große Bündnis. Also das richtig große Bündnis. Und wir brauchen so schnell wie möglich mächtige Demonstrationen gegen Rechts. Das, was damals als Aufstand der Anständigen betitelt wurde. Ein demokratisches Zusammenhalten. Zusammenstehen. Zusammengehen. Hand in Hand mit hunderttausenden Teilnehmern – von CDU bis linksradikal. Wir müssen uns bekennen. Sichtbar werden. Zeigen, dass wir die Mehrheit sind. Dass wir die Bevölkerung sind. Und dass wir uns die Demokratie nicht wegnehmen lassen.”

  • Internet-Law » Warum wir über Racial Profiling reden müssen:

    “Was die Kölner Polizei gemacht hat, ist eine Personenkontrolle und ein teilweise stundenlanges Festhalten von Personen, wobei alleiniger Anknüpfungspunkt das ausländische Aussehen dieser Menschen war. Andernfalls wären nicht „alle Personen, die dem nordafrikanischen Spektrum zuzuordnen sind“ erfasst worden. Das ist eine Benachteiligung wegen der Herkunft, Rasse, Abstammung dieser Menschen im Sinne von Art. 3 Abs. 3 GG.”

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14. Januar 2017

Bringt der Storch die Babys? Big Data zwischen Rationalität und Aberglaube

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Da geht mal wieder ein Gespenst um, nicht nur in Europa, sondern vor allem im Silicon Valley. Es heißt Big Data und klingt verdächtig nach »Big Brother«. Was wird mit diesem Begriff nicht alles in Verbindung gebracht: totale Überwachung und Verhaltenskontrolle vorzugsweise durch amerikanische Internetkonzerne, Automatisierung unter dem Stichwort »Industrie 4.0« und die dadurch zu erwartende Arbeitslosigkeit, die völlige Verdatung des Menschen und sogar dessen Abschaffung oder – für viele die schlimmere Dystopie – die Abschaffung des Bargeldes. Big Data dreht Wahlkämpfe und installiert Präsidenten, verdrängt Mieter aus ihren Wohnungen, prekarisiert Taxifahrer und macht uns krank: Wenn der Burn-out nicht von alleine kommt, erledigt die allgegenwärtige Handystrahlung den Rest. Zeit, einen Schritt zurückzutreten und den Begriff Big Data nüchtern zu betrachten.

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8. Januar 2017

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  • Zehn Jahre iPhone: Stehender Sturm – Carta:

    “Niemand muss heute mehr vorm Apple Store campieren, um die nächste Generation des iPhones zu ergattern, oft will man sie schon gar nicht mehr haben. Die siebte hatte einen Pickel als Linse und bog sich, wenn man sich draufsetzte. Bei der zehnten wird man nur noch stöhnen wie im Sozialismus über „this year’s model“ von Gummistiefeln oder Plattenspielern – und als im Netz zappelnder Appleianer doch irgendwann wieder eines kaufen. Auf gewisse Weise hat sich das iPhone zu Tode gesiegt, indem alle Smartphones heute mehr oder weniger so aussehen.”

  • Racial Profiling: In neun Monaten hat mich die Berliner Polizei 23 Mal kontrolliert:

    “23 Ausweiskontrollen später bin ich es leid, nach meinen Papieren
    gefragt zu werden. Nach meiner Herkunft und was ich denn hier mache. Ich
    ärgere mich über den Polizeibeamten, der mich herauspickt und mich nach
    meinem Pass fragt, während ich mit einer Gruppe weißer Freunde
    herumstehe. Ich ärgere mich darüber, dass ich aus der Ruhe eines
    Spaziergangs am Sonntagmorgen gerissen werde, weil ein Polizist glaubt,
    meine Identität überprüfen zu müssen.“

  • The same procedure:

    “Ich habe in den letzten Tagen übrigens versuchsweise ein wenig Social-Media-Pause gemacht, kein Twitter, kaum FB, ich wollte das auch einmal probieren, quasi Digital Detox und so. Ich hatte die Erkenntnis, dabei keine tiefschürfende Erkenntnis zu haben. Ich bin dadurch weder entspannter noch besser gelaunt, ich lese auch keine schlaueren Bücher. Ich bin nicht konzentrierter und schreibe keine abgründigeren Texte. Ich habe auch kein harmonischeres Familienleben, ich laufe in der Freizeit nicht plötzlich mehrfach um die Alster oder lerne Klavier. Ich habe nur ab und zu spontan auftauchende Pointen im Kopf, die ich ohne soziale Medien nirgendwo schnell loswerden kann, das ist auf Dauer etwas lästig.”

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7. Januar 2017

App-Fasten

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tl;dr: Tschüß, Instagram.

stpeterording

Alle jubeljahre, wenn ich mein Betriebssystem neu installieren muss oder ein neues Telefon bekomme, installiere ich auf dem Gerät alles neu. Ist klar, das ist eine Menge Arbeit und mittlerweile wäre es kein Problem, Daten und Installationen einfach rüberzuholen, aber ich mag dieses Gefühl, nur die wirklich wichtigen Apps zu installieren, ein aufgeräumtes Telefon (bzw. Notebook) zu haben und weitere Programme und Apps dann erst wieder zu installieren, wenn ich sie auch wirklich benötige. Menschen, die meinen Hang zu Minimalismus und Einfachheit teilen und diesen Drang kennen, auszumisten und Dinge zu verschenken, kennen das Problem.

Diesjähriger Anlass war ein kaputtes Smartphone, das in der Familie einen Ringtausch auslöste. Ich war eigentlich sehr glücklich mit meinem OnePlus One, fand es aber in vielen Situationen einen Tick zu groß. Außerdem hatte ich gelegentlich Probleme mit Telefonaten, die trotz aller Basteleien nie ganz verschwanden. Also habe ich mir ein neues gekauft und zwar diesmal mit Absicht keinen High-End-Boliden, kein Samsung S7 oder ähnliches (iPhone kam eh nicht in Frage, da ich iOS nicht mehr leiden kann und mittlerweile in vielen Details unpraktisch und einschränkend finde) mit riesigem Display, sondern etwas kleines, kompaktes. Die Wahl fiel auf ein Sony Experia Xcompact. Nichts weltbewegendes, Mittelklasse, sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis,  alles drin was ich brauche und vor allem: einen Tick kleiner und handlicher, worüber ich mich gerade quasi täglich freue. Das Gerät macht auch nach einer Woche noch Spaß. Dem einzigen, das ich nachtrauere, ist CyanogenMod, das doch in vielen Details sehr viel besser ist als das Android-Derivat von Sony.

Die zentralste App, die beim diesmaligen Telefonwechsel über die Klinge springen musste, ist Instagram. Das ist ziemlich bemerkenswert, habe ich mir doch 2010 eigens ein iPhone 4 gekauft, unter anderem, weil ich unbedingt Instagram haben wollte, es die App aber noch nicht für Android gab. Instagram war neben Twitter lange Zeit meine Lieblingsbeschäftigung. Es war mir so teuer, dass ich sogar die Übernahme von Facebook verschmerzt habe. Ich nutze Facebook nur im Browser, weil ich nicht möchte, dass es abgreift, was ich außerhalb von Facebook so treibe. Ich finde, Facebook muss weder meinen Browserverlauf kennen noch meine Standort-Daten. Reicht dass Google die hat und dass die Daten, die ich so produziere, schön in verschiedene Datensilos wandern, die sich untereinander nicht grün sind. Facebook kommt mir als App also nicht aufs Telefon und Whatsapp nutze ich aus ähnlichen Gründen schon seit Jahren nicht mehr. Wer mir eine Nachricht schicken will, findet zwölfzig andere Wege, das zu tun.

Von Instagram konnte ich nicht lassen. Das hat mir zu viel Spaß gemacht. Und dieser Spaß ist irgendwann letztes Jahr gekippt, als Instagram die Timeline von chronologisch auf algorithmisch umgestellt hat. Ich weiß auch nicht so genau, warum, aber aber seitdem macht mir das Durchscrollen der Timeline einfach nur noch sehr viel weniger Spaß. Was ich zu sehen kriege, interessiert mich nicht besonders. Was mich interessiert, kriege ich nicht unbedingt zu sehen. Bei Facebook ergibt die algorithmisch sortierte Timeline viel Sinn, bei Twitter und Instagram wirkt sie sich katastrophal auf das Nutzungsverhalten aus. Das ist hoch subjektiv, aber ich weiß, dass ich mit diesem Gefühl nicht alleine bin.

Allerdings hinterließ Instagram eine Lücke. Ich brauche ein App, mit der ich schnell nette Fotos machen, mit allerlei Einstellungen aufhübschen und diese dann direkt aus der App ohne Fummelei auf Twitter, Facebook oder beidem posten kann. Und ich pflege meinen Blogpost Fotos im Instagram-Stil voranzustellen und brauchte eine App, mit der ich solche Bilder erstellen kann, ohne Photoshop anzuwerfen. All das scheint EyeEm sehr angenehm, zuverlässig und mit einer schönen und einfach zu bedienenden UI zu erledigen. Bis auf weiteres wird das also meine Foto-App der Wahl. Interessanterweise waren schon sehr viele von euch da, als ich meinen Account klickte, die meisten haben aber nur einen Account und posten nicht. Vielleicht kriege ich auf EyeEm ja sogar wieder eine hübsche Foto-Timeline zusammen. Einstweilen tut die App, was sie soll und die nächste Zeit wird es also mal wieder mehr #Nachtkatzencontent geben. Mal sehen, ob ich sie in ein paar Monaten noch mag.

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3. Januar 2017

Verteidigung der Selbstoptimierung

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Selbstoptimierung ist vielen suspekt. Wenn schon in der Arbeitswelt alles streng durchoptimiert ist, brauchen wir dann zusätzlich noch privat eine weitere Tretmühle aus Schrittzählern und Pulsmessern? Werden wir zu Sklaven unserer Daten, unterworfen von Algorithmen, die unseren Alltag strukturieren? Droht gar ein neues puritanisches Zeitalter der Verhaltensvorschriften? Und wie viele Pillen werfen wir nur ein, um im kapitalistischen Rattenrennen mithalten zu können?

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11. Dezember 2016

Von China lernen heißt zensieren lernen

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Russland will künftig das Internet streng kontrollieren. Allerdings fehlt es der russischen Regierung dafür an Know-how und Technik. Die möchte Präsident Wladimir Putin deshalb in China einkaufen.

Seit dem Sommer gilt in Russland das sogenannte Jarowaja-Gesetz zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus. Inoffiziell benannt nach der Initiatorin Irina Jarowaja, einer regierungstreuen Duma-Abgeordneten, sieht es hohe Haftstrafen für die Beteiligung an Terroranschlägen im In- und Ausland vor, geht aber weit darüber hinaus. So wird das »Unterlassen des Meldens einer Straftat« mit einem Jahr Gefängnis bestraft, die »Rechtfertigung von terroristischen Handlungen« mit sieben Jahren Haft. Da kann ein unbedachter Facebook-Post schlimme Folgen haben, zumal das Mindestalter für die Strafmündigkeit bei diesen Vergehen auf 14 Jahre abgesenkt wurde.

Das Gesetz zielt auf klassische Medien wie Zeitung und Fernsehen genauso wie auf Beiträge privater Internetnutzer in sozialen Medien. Zudem müssen Telekommunikationsunternehmen sämtliche Korrespondenz ihrer Kunden für sechs Monate aufbewahren – die zugehörigen Metadaten sogar für drei Jahre. Außerdem müssen Anbieter von Verschlüsselung auf Verlangen des russischen Geheimdienstes FSB Nachschlüssel bereitstellen.

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