sofa die ennomane

24. Juli 2016

Links der Woche

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
 
  • Etwas Großes tun:

    “Wer mehr Geld will, sollte mehr Geld fordern, kann aber auch versuchen, es sich illegal zu beschaffen. Wer seine Religion wiederentdecken will, hat dazu reichlich Optionen jenseits des Massenmords.

    Was Jihadisten antreibt, ist der Wille, »etwas Großes« zu tun, eine Spur zu hinterlassen und in Erinnerung zu bleiben – eine Umdeutung der Wettbewerbsideologie des »Aufstiegs« und somit eine Ausdrucksform der Psychopathologie des Spätkapitalismus.”

  • Die Gewalt der Plattform und der Preis des Postkapitalismus | ctrl+verlust:

    “Wenn im Kapitalismus, derjenige den Preis definiert, der Eigentümer eine Sache ist, liegt es Nahe im Umkehrschluss zu fragen, ob nicht immer derjenige den Preis einer Sache festlegt, der die Verfügungsgewalt darüber hat. Denn wer einen Preis festsetzen will muss die Gewalt zur Verfügung haben, die Bezahlung auch durchzusetzen, bzw. um den anderen daran hindern, sich die Sache mit Gewalt anzueignen.“

Flattr this!

23. Juli 2016

Risikofaktor Mensch

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
 

In Deutschland sterben jedes Jahr 3 000 bis 4 000 Menschen im Straßenverkehr. Die Ursache ist eher selten eine technische Panne, sondern ganz überwiegend menschliches Versagen. Wer wünschte sich da nicht einen unbestechlichen Computer, der den Menschen das Fahren abnimmt?

Entsprechend viel Aufmerksamkeit erregte die Meldung, dass in Florida im Mai zum ersten Mal ein Mensch zu Tode kam, der sich von einem digitalen Autopiloten fahren ließ. Offenbar konnten die Sensoren eines autonom fahrenden Tesla Model S die weiße Seitenfront eines kreuzenden Sattelschleppers nicht vom hellen Himmel unterscheiden. Das Fahrzeug bretterte ungebremst in den LKW. Zunächst sah es so aus, als entwickele sich dieser Todesfall zu einem Skandal. Die Meldung war überall zu lesen und einmal mehr ergingen sich Feuilletonisten und Philosophen in Gedankenspielen, ob man einem autonomen Fahrzeug die Entscheidung darüber anvertrauen dürfe, ob es in ­einer ausweglosen Situation lieber seine Insassen oder doch eher andere Menschenleben, etwa die von Passanten am Straßenrand, opfern solle.

Weiterlesen in der Jungle World

Flattr this!

17. Juli 2016

Links der Woche

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
 
  • How Square Watermelons Get Their Shape, and Other G.M.O. Misconceptions:

    “If the House bill were to pass, it would move Americans closer to what they have said they want: more transparency about how the genes of foods they are about to eat have been manipulated. But dispelling confusion over genetically modified organisms, known as G.M.O.s., may be difficult for any labeling program. As lawmakers hash out the details, here are some popular misconceptions.“

  • Die multibeschissene Weltordnung | H I E R:

    “Alles Arschlöcher. Auf allen Seiten. Und zwar so sehr, dass eine Solidarität in keine Richtung möglich ist.“

Flattr this!

10. Juli 2016

Links der Woche

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
 
  • Was im “Cicero” gesagt werden darf: „Kriegs- und Auschwitz-Komplex“ « starke-meinungen.de:

    “Sollten sich Historiker dereinst fragen, wo sich die immer rasanter verlaufende Rechtsdrift im Bürgertum besonders deutlich manifestierte, werden sie gewiss früher als später auf den „Cicero“ stoßen. Inzwischen wird dort sogar die These vom „Kriegs- und Auschwitzkomplex“ der Deutschen propagiert.“

  • Die Journalismus-Krise ist eine Krise seiner Umwelt – Carta:

    “Die Konsequenz: Man lernt mit jedem gelesenen Text, dass alles auch ganz anders sein könnte. Ein Gefühl, gesichertes Wissen erworben zu haben, stellt sich nicht ein; vielmehr fühlt man sich unbefriedigt wie ein Junkie. Die Funktion der Massenmedien ist nicht Erkenntnis, sondern die Erzeugung/Bearbeitung von Irritation und die Steuerung der Selbstbeobachtung der Gesellschaft, um es mit Luhmann mit zwei Formulierungen aus „Die Realität der Massenmedien“ zu sagen. Wir müssen die Unklarheiten selbst lösen oder uns auf andere verlassen.“

  • Exit vom Brexit?:

    “Gibt es einen Exit vom Brexit? Der CDU-Europapolitiker Elmar Brok hält das ebenso für möglich wie der österreichische Finanzminister Hans Jörg Schelling. Eine Analyse zeigt allerdings, dass nur wenige Wege dorthin führen, und selbst die müssten erst freigeräumt werden.“

Flattr this!

3. Juli 2016

Links der Woche

Ein Kommentar
 
  • Kulturpragmatismus:

    “In Abgrenzung zu begeisterter Zukunftsgläubigkeit und resignierter Vergangenheitsverklärung zeichnet sich der Kulturpragmatismus durch die Fähigkeit aus, die eigene Bewertung der Welt und ihrer Entwicklung nicht so wichtig zu nehmen. Kulturpragmatiker sind neugierig, wo Pessimisten und Optimisten (so oder so) meinungsstark sind.“

  • Das Asperger-App-Paradoxon der SZ. Eine Replik. | Marlies Hübner:

    “Die Ironie des Schicksals will es aber, dass jetzt, wo ich weiß, dass ich kein Freak bin, sondern nur anders verdrahtet, ich auch weiß, dass die Welt Autisten für Freaks hält, im besten Falle Genies, im schlimmsten Falle gefühlskalte Roboter, die die Welt ins Verderben führen.

    Das stand so oder so ähnlich letztens in der Süddeutschen Zeitung, und die muss es ja wissen, die ist ja seriös, heißt es.”

  • Vereinbarkeit? – Ha.Ha.Ha. | Pia Ziefle | Autorin:

    “Woran das liegen kann? Nun ja, ich habe da eine Antwort. Es liegt an der fehlenden Normalität, dass Kinder eben da sind und genauso zum Leben gehören wie, ähm, wie die Tapeten an der Wand? Wie die Blätter an den Bäumen? So in etwa. Dass sie so normal dazugehören, dass niemand im Büro rumdrucksen muss, weil sie schwanger ist, weil er noch ein Kind erwartet, weil alle früher nach Hause müssen zum Laternenumzug. Dass wirklich niemand überlegen muss, bewerbe ich mich auf diese oder die andere Stelle, dass keine Familie Hunderte von Euro bezahlen muss für Betreuungsplätze – und dass vor allem endlich endlich anerkannt wird, was es heißt, ein Kind in diese Welt hineinzubegleiten.“

  • Less Than 1000 Brits Googled “What is the EU?” After Referendum:

    “Just one problem. The article claims that searches for “What is the EU?” within Britain had “more than tripled” in the hours after the referendum. Did nobody ask: tripled from what number? Well, when you look at the data Google provides, it looks like less than 1000 Brits made that Google search.”

  • Die hässlichen Folgen des Brexit:

    “Deshalb möchte ich hier eine kurze Analyse der optimalen Strategie für beide Seiten versuchen. Sie ist klar vorgezeichnet und lässt schlimmes befürchten.”

  • Zwei Jahre sind nicht immer gleich zwei Jahre: wann beginnt der Brexit-Countdown?:

    “Ich hoffe es ist deutlich geworden: mit einer formalen juristischen Argumentation um den Art. 50 EUV ist es nicht getan. Gefragt ist auch hier politische Klugheit. Einerseits ist die Tür zu einer möglichen Umkehr des Vereinigten Königreichs in den nächsten Wochen nicht sofort und endgültig zuzuschlagen. Andererseits ist das Anliegen einer möglichst zügigen Klärung der Lage voranzutreiben.”

Flattr this!

2. Juli 2016

Direkte Demokratie ist eine Gefahr für die Demokratie

5 Kommentare
 

tl;dr: Direkte Demokratie ist eine Demokratie ohne Checks and Balances

ClrbygvWMAAHPfC

 

Es gibt den schönen wie zynischen Spruch: Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf darüber abstimmen, was es zum Abendessen gibt. Wie wahr dieser Spruch leider ist, zeigt der Brexit: Überwiegend alte Menschen haben für den Brexit gestimmt und damit wahrscheinlich den in der Minderheit befindlichen jungen Wählern einiges an Lebenschancen genommen. Ob das so stimmt, sei dahingestellt, schließlich sind besonders wenige Jungwähler überhaupt zur Abstimmung gegangen. Worauf sich dann wieder antworten ließe, dass sie wegen Berufstätigkeit oder Problemen mit der Registrierung als Neuwähler nicht mit abstimmen konnten.

Wie dem auch sei: Das Muster ist klar. Die Abstimmung wird als unfair empfunden. Im Internet kursieren Diagramme, die zeigen, wie viele Jahre die eher jungen Brexit-Gegner nun mit dem Ergebnis leben müssen und wie wenige Jahre die eher alten Brexit-Befürworter. Erste Forderung nach Einschränkung des Wahlrechtes für alte Menschen oder Altersquoten in Parlamenten werden laut. Die FAZ publiziert händereibend Öl ins Feuer gießend: Die Greisenfresser kommen! Die Debatte ist einer der vielen Kollateralschäden des Brexit-Referendums. Das Referendum vergiftet das gesellschaftliche Klima. Und ich fürchte, dieser Effekt ist a priori in die direkte Demokratie eingebaut.

Natürlich finde ich das Ergebnis aus besagten Gründen auch unfair. Sehr viele finden es unfair. Das liegt daran, dass hier tatsächlich zwei Wölfe und ein Schaf abgestimmt haben. Die Antwort kann jedoch nicht sein, den Wölfen das Stimmrecht einzuschränken. Dieses Empfinden, der Brexit sei unfair, ist nichts anderes als das Eingeständnis, dass direkte Demokratie Mist ist. Sie ist zu simpel. Sie reduziert auf Ja-Nein-Fragen. Sie baut Fronten auf, wo gesellschaftlicher Dialog not täte. Sie kennt keine Verhandlungen oder Prozesse, in denen sowas wie Transparenz oder Bürgerbeteiligung überhaupt erst eingebaut werden könnte. Sie bietet keine Möglichkeiten, im Laufe der Verhandlungen weitere Optionen jenseits des Ja/Nein ins Spiel zu bringen, die einen Kompromiss überhaupt erst ermöglichen. Sie kennt keine Checks and Balances zwischen verschiedenen Gremien wie etwa Regierung, Bundestag, Bundesrat und obendrein Verfassungsgericht, sollte das Ergebnis gegen Grundrechte verstoßen. Entpuppt sich der im Referendum abstimmende Bürger gerade selbst als Tyrann, hat das Land halt Pech gehabt.

Die Forderung nach direkter Demokratie klingt immer wohlfeil. Mit ihr lässt sich wunderbar schwadronieren, man wolle dem Volk die ihm vorenthaltene Macht zurück geben. Sie „denen da oben“ wegnehmen. Mit ihr lassen sich Dinge wie Moscheebauverbote durchdrücken, die in einem funktionierenden System aus Checks und Balances sonst keine Chance gehabt hätten. Direkte Demokratie ist etwas für Populisten oder Schlimmeres. Es hat Gründe, dass Leute, die die direkte Demokratie propagieren, sich ganz schnell in einer Querfront wiederfinden. Demokraten, denen an einer funktionierenden Gesellschaft, Grundrechten und geschützten Minderheiten gelegen ist, sollten zusehen, dass sie sich von Forderungen nach direkter Demokratie distanzieren.

Flattr this!

1. Juli 2016

Tödliche Unfälle mit selbstlenkenden Autos

2 Kommentare
 

Ich bin weiterhin einigermaßen überzeugt, dass selbstlenkende Autos sicherer sind als menschliche Fahrer – oder mal sein werden. Darauf will auch Tesla mit diesem Blogpost u.a. hinweisen: Dies sei der erste tödliche Unfall nach 130 Millionen Meilen. Statistisch passieren die bei menschlichen Fahrern alle 94 Millionen Meilen. Also Tesla im Recht? Mich macht dieser Vergleich stutzig. Computer trinken keinen Alkohol, kennen (streng genommen) keinen Sekundenschlaf, sind keine 18jährigen Fahranfänger, waren nicht gerade im Club tanzen, verfallen nicht in Geschwindigkeitsrausch und überschätzen ihre Fahrfähigkeit nicht als 90jährige. Will sagen: Vor diesem Hintergrund kommt der erste tödliche Unfall zu früh. Viel zu früh.

Flattr this!

19. Juni 2016

Links der Woche

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
 
  • Verschwörer mit menschlichem Antlitz:

    “Seit die Bilderberger 1887 die Weltregierungsverantwortung von den bayerischen Illuminaten übernommen haben, sieht ihre Bilanz jedenfalls trist aus. Die Illuminaten brachten demokratische Revolutionen, allgemeine Schulpflicht und den Goldstandard; die »Bilderberger« drei Weltkriege, Internetpornos und Zahnbürsten mit Bluetooth-Anschluss.“

Flattr this!

12. Juni 2016

Stören mit beschränkter Haftung

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
 

»Störerhaftung« ist der juristische Fachbegriff dafür, für etwas bestraft zu werden, das man gar nicht getan hat. Klingt absurd, ist es meistens auch und kommt weltweit so fast nur in Deutschland vor. Wer sein Auto verleiht und demoliert zurückbekommt, läuft Gefahr, auch noch Schadensersatz an die Geschädigten des Unfalls zu zahlen – zumindest wenn der Fahrer nicht festgestellt werden kann. Ähnliches gilt auch im Internet.

Weiterlesen in der Jungle World

Flattr this!

12. Juni 2016

Links der Woche

Bisher keine Kommentare (sei Erste*r!)
 
  • Zum Blonden Engel » The idiots guide to the Achtelfinals – So läuft die Vorrunde:

    Frédéric Valin schreibt wieder über die EM und ihr solltet das lesen, auch wenn euch Fußball so richtig überhaupt nicht interessiert, weil’s halt von Fred ist und der halt Texte über Fußball schreiben kann, die so toll sind, dass sie auch von Leuten gelesen werden müssen, die sich für Fußball gar nicht interessieren.

  • Gina-Lisa Lohfink: Wenn ein „Hör auf“ nichts mehr wert ist:

    “Was ist das „Nein“ einer Frau wert? Was sind – wenn eine Frau vergewaltigt, die Tat gefilmt, das Video im Internet hochgeladen wird – alle „Neins“ dieser Welt wert? Darf eine Frau leben und arbeiten und sich kleiden wie sie möchte, oder beeinflusst das den Wert einer Frau, den Wert ihres Körpers, ihr Recht auf Unversehrtheit und Schutz in jeder Hinsicht? Wenn man verfolgt hat, wie Gina-Lisa Lohfinks Vergewaltigung in den Medien seit Tagen bagatellisiert wird, kennt man die Antworten: Nichts. Nichts. Nein. Ja.”

Flattr this!